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Musicheadquarter.de – Internet Musikmagazin

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Urheber/Fotograf: Linda Riekers

Billy Talent, Yungblud, Twenty One Pilots 19.06.2026 - 21.06.2026 take-off Gewerbepark / Neuhausen ob Eck

Southside Festival 2026 – Ein Festival, das selbst dem Wetter standhielt

Das Southside Festival 2026 zeigte eindrucksvoll, warum es zu den wichtigsten Open‑Air‑Events Deutschlands zählt. Trotz eines markanten Unwetters, das den Ablauf am Samstagabend unterbrach, blieb das Festival ein großer Erfolg. Über vier Tage hinweg kamen nationale und internationale Künstler:innen zusammen und sorgten für Momente, die für viele Besucher:innen unvergesslich bleiben dürften.

Donnerstag
Bereits am Donnerstag wurde das Festivalgelände mit viel Schwung eröffnet. Unter anderem setzten Majan und Moop Mama die ersten Akzente und leiteten das Wochenende mit einer Mischung aus Hip-Hop, Brass und moderner Popkultur ein. Die Stimmung war ausgelassen, die Vorfreude spürbar.

Freitag
Der Freitag präsentierte sich gewohnt abwechslungsreich. Delilah Bon eröffnete mit einem kraftvollen Auftritt, bei dem sie mühelos zwischen Screams, Rap und Gesang wechselte. Ihr rosa Outfit wurde durch die Dynamik ihrer Performance noch stärker in Szene gesetzt.

The Butcher Sisters lieferten anschließend genau das, was viele erwarteten: rohe Energie, wuchtige Beats und eine Crowd, die sofort mitgerissen wurde. Auch Unpeople, Davina Michelle und Skindred sorgten für starke Festivalmomente.

Ein besonderer Höhepunkt war der Beginn des Sets von A Day To Remember, auf den viele Fans gewartet hatten. Doch nach den ersten Songs zogen dunkle Wolken auf und die Wetterwarnung folgte prompt. Ein starkes Unwetter näherte sich, weshalb das Festival aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden musste. Die Besucher:innen wurden geordnet aufgefordert, Schutz in ihren Autos zu suchen. Die Entscheidung kam rechtzeitig, die Räumung verlief ruhig und strukturiert.

Nach einer Phase des Ausharrens war die Gefahr vorüber. Mit Verzögerung konnte Levin Liam seinen Auftritt starten, gefolgt von Empire of the Sun, die mit ihrer eindrucksvollen Bühnenshow das Gelände erneut in eine andere Welt verwandelten. Den Abschluss des Abends übernahm Billy Talent, der Headliner, der trotz der Umstände eine mitreißende Show lieferte.

Samstag
Der Samstag startete mit einer warmen Brise und der ersten Welle an Festivalenergie: Leila Lamb eröffnete den Tag. Parallel dazu gaben Tusker den Ton für einen kraftvollen Rock‑Tag vor. Kurz darauf übernahmen Zebrahead, die mit ihrer Mischung aus Punk‑Rock, Pop‑Punk, Rap und Alternative Rock sofort die erste große Party des Tages lostraten.

Mit derselben ungebremsten Energie machten die Donots weiter, die das Publikum wie gewohnt mühelos mitrissen. Während viele Acts auf pure Lautstärke setzten, entschied sich Bosse für einen völlig anderen Ansatz: Er sammelte einen spontanen Chor aus Festivalbesucher:innen, um gemeinsam ein Lied gegen Hass im Netz zu singen. „Lass dich nicht ficken“ – ein klarer Appell für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. Dieser Moment war einer der emotionalsten des gesamten Tages.

Danach betrat Yungblud die Bühne und verwandelte sie in ein pulsierendes Chaos aus Emotion, Schweiß und purer Hingabe. Dabei spürte man in jeder Bewegung und jedem Blick, wie viel Herzblut er in seine Musik steckt und wie er Tausende gleichzeitig bewegen kann.

Im Anschluss sorgten Pennywise und Kraftklub für die nächste Eskalationsstufe. Bei Kraftklub wurde nicht nur gefeiert — die Band mischte sich sogar selbst unter die Fans, verteilte Eis in der warmen Nacht und holte die Menge auf charmante Art ab. Ein perfekter Mix aus Nähe, Humor und Abriss.

Den Abschluss des Tages lieferten Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys, die den Samstag mit Italo‑Pop, Charme und einem ironisch‑romantischen Finale beendeten. Ein würdiger Schlusspunkt für einen Tag, der zwischen Punk, Chor und großen Headliner‑Shows alles bot, was ein Festival unvergesslich macht.

Sonntag
Der Sonntag begann erneut mit Regen – fast schon passend zu einigen Songs, die Künstler:innen wie Florence Road anstimmten, darunter „Storm Warnings“. Auch Natasha Bedingfield sang „Unwritten“ und die Zeile „feel the rain on your skin“ wirkte wie ein charmantes, wenn auch unbeabsichtigtes Zusammenspiel mit dem Wetter.

Kurz darauf zog das Wetter erneut zu und der Festivalbetrieb musste wieder pausieren. Doch später konnten Acts wie Kaffkiez, Kasi, Alexisonfire, OG Keemo und weitere ihre Shows fortsetzen.

Als einer der Headliner des Abends entführte Florence + The Machine die Crowd in ihre charakteristische, atmosphärische Welt. Papa Roach sorgten für einen weiteren Klassiker-Moment, der viele Fans anlockte. Parallel dazu schloss Finch die Blue Stage – ein Abschluss mit Knall, der gleichzeitig seine eigene Festivalseason 2026 beendete.

Schließlich betraten Twenty One Pilots als letzte große Headliner die Bühne. Mit ihrer riesigen Fangemeinschaft und einer erzählerischen Bühnenshow, die sich über das gesamte Gelände erstreckte, ließen sie das Southside 2026 zu einem besonderen Ende kommen. Ob auf hohen Plattformen, auf denen Josh Dun mit seinen Drums die Menge begeisterte oder bei einer Fahrt im Riesenrad – die Band verwandelte das Gelände in eine lebendige Kulisse ihrer Performance.

Ein Fazit voller Kontraste und voller Erfolg
Das Southside 2026 war ein Festival der Extreme: Hitze, Sturm, Regen, aber auch Euphorie, Gemeinschaft und musikalische Vielfalt. Trotz der wetterbedingten Unterbrechungen gelang es den Veranstalter:innen, Sicherheit und Festivalgefühl miteinander zu vereinen. Die Besucher:innen nutzten die zahlreichen Stände, Angebote und Pausenbereiche, um die Zeit angenehm zu gestalten.

Am Ende blieb ein Festival, das sich nicht vom Wetter bremsen ließ und das durch seine Künstler:innen, seine Atmosphäre und seine besonderen Momente zu einem vollen Erfolg wurde.

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