Ich muss ehrlich sagen, dass mich „Die Legende von Una Everlasting“ sehr herausgefordert hat und ich einige Male davor stand, den Roman abzubrechen. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt – definitiv!
Zum Inhalt: Una Everlasting ist eine Legende: das Waisenmädchen, das ein Schwert aus dem mächtigen Stamm einer Eibe zog, zur Ritterin wurde und für Königin und Vaterland starb. Ihre Heldentaten leben weiter in Liedern und Geschichten, in Kinderbüchern und Regierungspropaganda. Owen Mallory ist seit seiner Kindheit von Una fasziniert. Als Soldat gescheitert, fristet er sein Dasein als Historiker an der Universität, als ihm ein kostbares Werk in die Hände fällt: die Aufzeichnung der letzten Queste von Una Everlasting. Durch dieses Buch reist Owen zurück in die Vergangenheit und zur realen Frau hinter dem Mythos – einer Frau, in die er sich unsterblich verliebt. Tatsächlich sind Una und Owen untrennbar verbunden und dazu verdammt, die Legende, die mit Unas Tod durch Verrat endet, immer wieder zu erzählen. Es sei denn, sie ändern den Lauf der Geschichte …
Hört sich an wie ein x-beliebiger Fantasy-Historienroman, doch mit dem letzten Satz des Klappentextes sind wir mitten in der Intention des Romans. Die Story wird nämlich zunächst aus der Perspektive von Owen erzählt und dann nochmal aus Unas Sicht. Der Kniff dabei, der auch ein wenig knifflig ist: Zu Beginn des Erzählstrangs sitzt Owen stets vor einem Buch mit leeren Seiten und lässt die Geschichte darauf entstehen. Es geht also um Narrative – und auch darum, wie man die Handlung und die Sicht auf die Protagonistin verändern kann.
Zudem wird mit der Geschichte um Una auch die Geschichte Owens erzählt, der aus einer Kriegszeit in die Vergangenheit katapultiert wird. Wie das sein kann, erschließt sich erst sehr langsam. Schreibt und erzählt der Autor, was er sieht? Was er sehen möchte? Oder wird er von dritter Stelle manipuliert?
Alix E. Harrow, geboren in Kentucky, ist die New York Times-Bestsellerautorin von Romanen wie „Starling House“, „Die zehntausend Türen“ und zahlreichen Kurzgeschichten. Sie wurde mit dem Hugo Award und dem British Fantasy Award ausgezeichnet und für zahlreiche weitere Preise nominiert.
Wenn man sich auf diesen neuen Roman aus ihrer Feder einlässt und nicht vorzeitig aufgibt, bekommt man eine zugleich wundervolle wie ungewöhnliche Lovestory, die eine Idee von Ewigkeit („Everlasting“) ganz neu definiert. Netflix hat das Potenzial erkannt und soeben in einem Bieterwettbewerb die Filmrechte erworben. Geplant ist eine Serie, das Drehbuch schreibt Daphne Ferraro („Maxton Hall“) unter Beteiligung von Alix E.Harrow.















