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Velveteen Queen "The Graeter Good"

Unsere Wertung: 7 von 9 Punkten.

Velveteen Queen auf den Spuren des Glamrock

Manchmal muss man gar nicht lange drumherum reden: Rock’n’Roll ist nicht tot. So kommen fünf junge Schweden aus Göteborg daher und machen einfach das, was sie offenbar am liebsten tun: lauten, dreckigen, melodischen Hardrock mit großen Refrains, ordentlich Attitüde und jeder Menge Gitarren.

Velveteen Queen heißt die Band und „The Greater Good“ ist ihr zweites Album. Und wer jetzt denkt, dass fünf Mittzwanziger aus Schweden im Jahr 2026 mit Glam- und Sleaze-Rock ungefähr so zeitgemäß sind wie Schulterpolster und Vokuhila, sollte ihnen vielleicht einfach mal ein paar Minuten zuhören.

Gegründet wurde Velveteen Queen 2021 von fünf Freunden, die sich in der Highschool kennengelernt hatten. Samuel Nilsson (Gesang und Piano), Lukas Axx und Noah Mardh an den Gitarren, Vilmer Fall am Bass und Isac Borg am Schlagzeug veröffentlichten 2024 das Debütalbum „Consequence of the City“. Danach ging es erstaunlich schnell. Auftritte beim Sweden Rock Festival, gemeinsame Bühnen mit Judas Priest, Alice Cooper und Megadeth, Supportshows für Mammoth WVH und schließlich eine Europatournee mit Nestor durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ganz ordentlich für diese junge Band.

Auf „The Greater Good“ klingen die Jungs überhaupt nicht so, als müsste sie noch beweisen, dass sie dazugehört. Schon „Too Far Gone“ geht mit einer lässigen Gitarrenmelodie ins Rennen, bevor Velveteen Queen den Fuß aufs Gaspedal stellen. Das Ding hat Groove wie zu den großen Zeit des Glamrock. Guns N‘ Roses lassen grüßen, Aerosmith ebenfalls, dazu kommen Spuren von Mötley Crüe und Velvet Revolver.

Entscheidend ist, dass Velveteen Queen ihre Vorbilder nicht einfach nachspielen. Die Band nimmt deren Zutaten und bastelt daraus einen eigenen, erstaunlich frischen Cocktail. Sänger Samuel Nilsson besitzt eine Stimme, die rau und dreckig werden kann, aber ihren eigenen Charakter behält.

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Der Titelsong „The Greater Good“ ist dann auch gleich einer der spannendsten Momente des Albums. Hier regiert der Blues. Das Piano von Gast Peter Keys (Lynyrd Skynyrd) verpasst dem Song einen deutlichen Classic-Rock-Touch. Inhaltlich geht es um Lügen, Gleichgültigkeit und die Frage, wo dieses viel beschworene „größere Gute“ eigentlich liegt. So bekommt das Album etwas gesellschaftlichen Biss.

Danach wird wieder ordentlich aufgedreht. „Talk Or Walk“ liefert wunderbar rotzigen Glam-Punk und einen Refrain, der sich ziemlich schnell im Hirn festsetzt. „Adrenaline“ ist dann genau das, was der Titel verspricht: treibend, eingängig und mit einem Chorus, der ziemlich eindeutig für die große Bühne geschrieben wurde. „Can’t Go Back In Time“ dürfte anschließend all jene glücklich machen, die bei Guns N‘ Roses nicht nur an „Sweet Child O‘ Mine“ denken, sondern auch die dreckigere Seite der Band mögen.

Dass Velveteen Queen mehr können als nur Gas geben, zeigen „Chains“ und „Sorry“. Die Gitarren dürfen hier auch mal Raum für Atmosphäre lassen, während Nilsson deutlich gefühlvoller singt. Insgesamt bleiben die elf Songs mit gut 41 Minuten angenehm kompakt.

„The Greater Good“ ist definitiv kein Album, das den Hardrock neu erfindet. Das will es aber vermutlich auch gar nicht. Velveteen Queen wissen ziemlich genau, wo ihre musikalischen Wurzeln liegen, und stehen selbstbewusst dazu. Sie liefern große Gitarren, eingängige Melodien, ein bisschen Blues, eine Prise Glam und jede Menge Rock’n’Roll. Und man hört, dass sie Spaß an der Sache haben. Weiter so!

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