Obwohl als Altersangabe bei diesen neuen Spielen aus dem Oetinger Verlag 14+ angegeben ist, wird die jüngere Generation wohl schnell überfordert sein, wenn die ersten Quizfragen aus den Fragekarten gestellt werden. Es geht nämlich um Helden und Anekdoten einer Kindheit, die sich im letzten Jahrtausend abgespielt hat.
Das erste der neuen Spiele „Klingt wie Kindheit. Einmal Helden, immer Helden“ widmet sich den großen Geschichten von Bullerbü bis Nimmerland. Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf: Wer diesen Namen noch auswendig kann, ist sofort wieder Kind. 250 Quizkarten zu Pippi, Momo, Jim Knopf, Pettersson und Findus, den Drei ??? und vielen weiteren Helden wecken Erinnerungen, die nie verblasst sind. Knifflige Wissensfragen, Pantomime und Audio-Schnipsel per QR-Code öffnen Türen zurück ins Kinderzimmer.
Es gibt drei Kategorien. Dabei spielen zwei oder mehr Personen gegeneinander. Man kann außerdem Teams bilden, z.B. Mutter und Tochter gegen Vater und Sohn. So hat auch die neue Generation vielleicht Spaß an den ollen Kamellen.
Die Kategorie „Wissen“ stellt Fragen, die beantwortet werden müssen. „Was machen die Mumins jeden Winter?“ oder „Wie nennt das Sams Herrn Taschenbier?“ Knifflig, aber nicht unlösbar. In „Audio“ hört man sich per QR-Code Soundschnippsel an, ohne eine nervige App laden zu müssen. Die Fragen beziehen sich dann auf das Gehörte: „Warum muss Michel aus Lönneberga zum Arzt?“ oder „Wohin fliegt Karlsson, als er Lillebror das erste Mal mitnimmt.“ In „Pantomime“ muss man schließlich Figuren wie Speedy Gonzales oder Flipper ohne Worte und Geräusche darstellen.
Das Ende des Spiels sollten die Teilnehmern vorher festlegen. Die Anleitung gibt vor: Bei richtiger Antwort behält man die Karte. Wer zuerst 10 Karten hat, gewinnt. Das dürfte allerdings für eine kurze Spieldauer sorgen. Wer Gefallen dran findet, kann auch eine größere Anzahl festlegen.
Ähnlich funktioniert „Klingt wie Kindheit. Früher war mehr Bandsalat“. Diese Variante nimmt Spielende mit auf eine Zeitreise in die analoge Welt vor WLAN, Smartphones und Streaming. 250 Quizkarten zu Walkman und Wählscheibe, Videothek und Testbild, Gameboy und Diskette erinnern an eine Zeit, als Langeweile noch Abenteuer bedeutete. Welches Geräusch machte eigentlich ein 56k-Modem beim Einwählen?
Zu oben genannten Kategorien kommt hier noch eine vierte namens „Sendeverbot“ hinzu. Man muss einen Begriff erklären, ohne bestimmte Wörter zu benutzen. Beispiel: „Dolomiti-Eis“, aber man darf „Stiel“, „rot“ und „grün“ nicht sagen. Oder „Poesiealbum“ ohne die Worte „Freundschaft“, „Spruch“ und „einkleben“.
Auf jeden Fall ist der Nostalgiefaktor ebenso hoch wie der Spaßlevel, den man mit diesen neuen Kartenspielen erreichen kann. Da kann es schon mal emotional und melancholisch werden, wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Oder man atmet auf: Zum Glück ist das heute nicht mehr so.
















