Skip to content

Musicheadquarter.de – Internet Musikmagazin

Menu
Urheber/Fotograf: PIAS

BROCKHOFF "Easy Peeler"

Unsere Wertung: 8 von 9 Punkten.

Lina Brockhoff singt für BROCKHOFF

Lina Brockhoff ist mir schon seit vielen Jahren ein Begriff und ich habe sie beim Reeperbahn Festival sowie als Support von Francis of Delirium in Luxemburg live erleben dürfen. Die Band nennt sich einfach BROCKHOFF und sie kommen aus Hamburg. Das Quintett ist mittlerweile aus der Indiewelt nicht mehr wegzudenken. Sie überzeugen durch sehr gitarrenlastige Pop-Rock Klänge, authentisch-biografische Texte gepaart mit einem Schuss Humor. Absolut grandios, welche Power die Frontfrau in ihre melodische Stimme legt.

Das Debütalbum „Easy Peeler“ ist der ambitionierte Höhepunkt von BROCKHOFFs musikalischer Coming-of-Age-Reise. Geschrieben zwischen 2020 und 2023 und im vergangenen Jahr innerhalb von zwei Wochen aufgenommen, präsentiert es sich als ein langsam gewachsenes, sorgfältig ausgearbeitetes Projekt, das Gitarrenrock der 90er-Jahre mit Pop-Arrangements verbindet.

Es thematisiert auch die Unsicherheiten, die mit seiner Entstehung einhergingen. Während der Arbeit an „Easy Peeler“ rang BROCKHOFF mit dem Gedanken, sich als Künstlerin zu präsentieren – sie fühlte sich unwohl in ihrer eigenen Haut und in der schnelllebigen, oft gnadenlosen Musikindustrie. Sie erwog sogar, den Kindheitstraum aufzugeben, den sie jahrelang verfolgt hatte, gerade als er näher denn je schien. Letztendlich tat BROCKHOFF das, was sie als Geschichtenerzählerin auszeichnet: Sie fand Trost in ihrer eigenen Sensibilität und verwandelte diese in selbstbewusste Songs, aus denen ihr Debütalbum entstehen sollte.

Der Album-Opener und Titeltrack beginnt mit schweren Gitarren und symphonischen Streichern und gibt den Ton für BROCKHOFFs ganz eigene bittersüße Symphonie an, die sich auf “Easy Peeler“ entfaltet: Easy Peeler ist der Eröffnungssong und der Titel des Albums und einer meiner Lieblingssongs darauf. Ich konnte mich sofort mit dem Begriff identifizieren, denn als ich diesen Song schrieb, fühlte ich mich weder in meiner eigenen Haut noch in meinem Umfeld und meiner Branche wohl. Ich hatte mein Selbstbewusstsein verloren und hatte kein Vertrauen und keine Zuversicht mehr in das, was ich tat, in meine Kunst. Ich dachte viel darüber nach, aufzuhören und herauszufinden, warum ich mit Dingen, die ich eigentlich schon so lange wollte, so unglücklich war. Viele Songs handeln davon, dass man sich von Dingen entliebt. Ich kämpfte mit Depressionen und Angstzuständen und hatte buchstäblich das Gefühl, dass mir ständig jemand die Haut abzieht, was auch musikalisch Sinn ergibt, denn wenn man sich in Songs ausdrückt, sie dann im Internet veröffentlicht (mehr als man es normalerweise tun würde) und sie auf der Bühne singt, kehrt man viele seiner inneren persönlichen Gedanken nach außen und macht sich damit in gewisser Weise verletzlich. Als ich mehr über den Begriff ‚Easy Peeler‘ nachdachte, half er mir, Sensibilität und Emotionalität auf eine gute und schöne Weise zu visualisieren.“

Meistens geht es laut und kraftvoll zur Sache, doch auch eine Ballade wie „Japanese Garden“ (inspiriert vom Hamburger Park „Planten un Blomen“) passt in das Repertoire der Band. Mit “The Carpet Song“, der im Oktober veröffentlicht wurde, gab Brockhoff bereits einen ersten Vorgeschmack auf das Album in Form einer Indie-Hymne, die die chaotischen Widersprüche der ersten Liebe einfängt. Und ein Sommerhit wie „Blue Star“ zeigt, was alles möglich ist. Ein grandioses Debüt, das Leichtigkeit und Nachdenklichkeit in sich vereint.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Keine Produkte gefunden.