Blink 182
The Chainsmokers – die kettenrauchende Hitmaschine
The Chainsmokers sind ein US-amerikanisches Future-Bass-Duo aus New York, welches aus den DJs Andrew Taggart und Alex Pall besteht. „#Selfie“ war 2014 ihr erster Chartbreaker und seitdem sind sie Hitgarant in den Dancecharts Nordamerikas. Nach Europa ist der Virus spätestens mit „Don’t Let Me Down“ und „Closer“ geschwappt.
Auch vom dritten Longplayer hat man schon einige Vorboten im Ohr: Man denke nur an „Takeaway“, das auf vielen Radiosendern in Dauerschleife läuft. 5 Seconds of Summer, Kygo, Amy Shark, Bebe Rexha, Blink-182 und natürlich Lennon Stella sind vokale Features, denen die DJs ihren musikalischen Stempel aus Pop, R’n’B und elektronischen Trance-Elementen aufdrücken. Sehr gefällig hört sich das an.
Neben den bisher erschienenen Singles und Songs „Who Do You Love“ (featuring 5 Seconds Of Summer), „Kills You Slowly“, „Do You Mean“ (feat. Ty Dolla $ign & bülow), „Call You Mind” (feat. Bebe Rexha), „Takeaway“ (feat. ILLENIUM & Lennon Stella) und „Push My Luck“ finden sich im Tracklisting auch vier brandneue Tracks mit vier spannenden Surprise-Kollaborationspartnern: der norwegische DJ/Produzent Kygo (bei „Family”), die australische Indie-Singer/Songwriterin Amy Shark („The Reaper”), die Punk-Pop-Superstars blink-182 („P.S. I Hope You’re Happy”) und die halb-kubanische/halb puertorikanische Songwriterin Sabrina Claudio („See The Way”).
In der Streaming-Zeit ist das Angebot moderner Bands oft nur noch eine Ansammlung radiotauglicher Songs. So verwundert es nicht, dass The Chainsmoker gar kein echtes Cover liefern, sondern gleich ihr Tracklisting mit den Features auf die Frontseite klatschen. Und trotzdem: „World War Joy“ ist ein modernes, homogenes Popalbum geworden, das man sehr gut am Stück hören kann. So geht’s auch – als Mosaik frischer Songperlen.
Blink-182 – Fotos aus Oberhausen 2017
Hier findet ihr unsere Fotos vom Blink-182 Konzert am 13. Juni 2017 in der König-Pilsener Arena in Oberhausen.
blink-182 besingen ihre Heimat: „California“
blink-182 aus San Diego benennen ein Album nach ihrem Bundesstatt „California“. Könnte eine fröhliche, sonnige Angelegenheit werden. Und tatsächlich: Der Opener kommt mit einem luftig gehaltenen Intro und einem echten Hau-Drauf-Knüppel-Song daher. Allerdings trägt dieser den Titel „Cynical“ und so wird schon vor dem zweiten Track „Bored To Death“ klar, wo die Reise hin geht. Hymnen an die Leichtigkeit des Lebens sind das nicht gerade.
Seit ihren bescheidenen Anfängen vor 24 Jahren, als sie in einer Garage in San Diego zum ersten Mal spielten, verkauften blink-182 bis heute über 50 Millionen Platten weltweit und wurden so zu einer der einflussreichsten Rockbands ihrer Generation. Sie verbinden energiegeladene Dynamik mit künstlerischen Ambitionen, die über jedes Genre hinausgehen.
Jetzt, wo sich Matt Skiba (von Alkaline Trio) blink-182 als Sänger und Gitarrist angeschlossen hat, beginnt ein neues Kapitel in der Bandgeschichte. Skiba trat zum ersten Mal im März 2015 beim MusInk Tattoo and Music Festival zusammen mit blink-182 auf. Obwohl die Band in den Monaten vor der ersten Session schon über 30 Songs geschrieben hatte, verwarfen sie das alte Material sofort wieder, nachdem sie die Arbeit mit Produzent John Feldmann aufnahmen. „Wir arbeiteten mit voller Begeisterung und so hart, wir konnten nicht mit dem Schreiben aufhören“, sagt Mark Hoppus. „Und plötzlich stellten wir fest, dass wir schon über 20 neue Songs geschrieben hatten, und sie waren alle richtig gut.“
Das Album ist in der neuen Besetzung erstaunlich frisch und versetzt uns umgehend gut 15 Jahre in die Vergangenheit. Die Tracks sind gewohnt kurz und prägnant. Pop Punk, wie er blink-182 bekannt gemacht hat. Gitarrenlastig und mit wenigen Ausflügen in ungewöhnliche Gefilde. „Los Angeles“ kommt recht filigran und vertrackt daher – mit angedeutetem Spacesound zu Beginn. „Sober“ bietet reinen Punk, während „Built This Pool“ als witzige Hommage an die kalifornische Mentalität durchgehen kann.
„Home Is Such A Lonely Place“ kommt als schöne Punkballade – und endlich hört man auch Matt Skiba, der ansonsten neben Mark Hoppus eher im Hintergrund bleibt. Ein polyphoner Zweiklang der beiden wie in „King Of The Weekend“ wirkt gut. Ganz zum Schluss dann der Titelsong „California“ mit hymnischem Sound. Und „Brohemian Rhapsody“ als Hommage an Queen klingt geil, ist aber in 30 Sekunden Länge einfach unfertig. Aus diesem Gimmick hätte man mehr machen können.
Was bleibt zu sagen? blink-182 haben fünf Jahre gebraucht, um sich neu aufzustellen. Der Weggang von Tom DeLonge mag schmerzlich sein, doch sein Fehlen fällt nicht unangenehm auf. Der Neustart nach 24 Jahren ist durchaus gelungen und beschert uns mal wieder ein solides Album der Punkrocker. Gut, dass die Pause diesmal nicht so lange gedauert hat.


























