Linda Schipp ist Anfang 30 und lebt in der Nähe von Düsseldorf. Sie erzählt Geschichten in Vollzeit – als Autorin, Redakteurin, Hörbuchsprecherin und auf Social Media. Dabei schreibt sie dopamingeladene Next-Generation-Thriller, die Leser*innen an die malerischsten Orte der Welt entführen. Als Backpackerin hat sie die meisten ihrer paradiesischen Schauplätze schon selbst erkundet.
In genau diese Kategorie fällt auch der Stand-alone-Thriller „Guilty Pleasure“, der in einem abgelegenen Luxushotel auf einer unbenannten paradiesischen Insel spielt und eine mysteriöse Kriminalgeschichte liefert:
Hotel Guilty Pleasure ist weltberühmt. Das Luxusresort erfüllt dem obersten Prozent geheime Wünsche – ohne Tabus und mit höchster Diskretion. Nicht mal die erlesenen Gäste kennen den Standort. Erbaut auf einer tropischen Insel, ist das Hotel komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Für fünf Gäste scheinbar die perfekte Gelegenheit, um ihren persönlichen Begehren freien Lauf zu lassen. Dabei wissen sie nicht, dass ihre Machenschaften von einem Kamerasystem beobachtet werden. Und in ihren kühnsten Albträumen hätten sie sich nicht ausmalen können, dass dieses System die Geschehnisse im Hotel online streamt. Als brutal-reale Reality Show. Live. In die ganze Welt. Niemand kann sie kontaktieren. Niemand kann sie aufhalten. Und die Hotelgäste sind im Begriff, vor den Augen aller entsetzliche Verbrechen zu begehen.
So lautet der Plot laut Pressetext. Um diesen zu untermauern, werden die fünf Hauptpersonen im Klappentext nochmals geheimnisvoll aufgezählt und mit Spitznamen bzw. Funktionen versehen. Das ist schon verwirrend genug. Zudem sind es nicht wirklich fünf „Gäste“, sondern vor allem auch Menschen im Hintergrund des Geschehens.
Was die Lektüre angeht, bin ich zwiegespalten. In vielen Punkten ist die Erzählung wirklich spannend und man folgt bisweilen atemlos der Story um Zoe als Dienstmädchen, die ihrem gewalttätigen Ehemann entfliehen will und von einer Misere in die nächste stolpert. Das scheint auch ganz schlüssig. Aber die Hintergründe des Hotels und das Ausnutzen als eine Art Reality-Big-Brother sind dann doch zu abstrus, um es ernst zu nehmen. Da ging wohl ein Science-Fiction-Gen mit der Autorin durch. Auch das Ende finde ich nicht wirklich logisch.
Die Triggerwarnung hinsichtlich expliziter Szenen in Sachen Sex und Gewalt (selbst angedeutet gegenüber kleinen Kindern) besteht hingegen ganz zurecht. Hier entsteht die wirkliche Spannung des Buches und man ertappt sich oft selbst dabei, einem perfiden Voyeurismus zu verfallen. So wollte ich dann auch wissen, wie die Geschichte ausgeht, und habe die Protagonist*innen bis zum (für manche bitteren) Ende begleitet. Insgesamt als ein recht kurzweiliges Vergnügen mit einigen Schwächen.











