Seit zwanzig Jahren gehören Long Distance Calling zu den festen Größen im Post-Rock und haben sich mit ihrem unverwechselbaren instrumentalen Sound einen Namen gemacht. Das neue Album „The Phantom Void“ zeigt sie erneut als eine der spannendsten Bands des Genres – und es fügt ihrem Sound eine düstere Note hinzu, die härter und kompromissloser klingt als alles, was wir bisher von den Münsteranern hören durften.
Für „The Phantom Void“ hat sich das Quartett auch ungewöhnlich lange Zeit gelassen. Bei manch anderen Bands sind vier Jahre vielleicht nicht der Rede wert, doch für Long Distance Calling ist es schon ungewöhnlich, den 2-Jahres-Rhythmus zu durchbrechen. Das neue Album soll die düstere und verschrobene Welt des menschlichen Geistes erforschen – also eine Art Konzeptalbum zum Thema Träumen, wobei es sich in der musikalischen Ausrichtung deutlich um Albträume handelt. Dazu passen auch die geisterhaft verzerrten Vokalpassagen, die in manche Tracks eingeflochten sind.
Ganz cineastisch und gleich einem Horror-Soundtrack geht es durch die Traumwelten von „The Spiral“, „A Secret Place“ und „Sinister Companion“, die als Trilogie schon vor dem Album-VÖ mit entsprechend starken Visuals versehen wurden. Als Höhepunkt dieses Konzepts kann man jetzt ein über 25minütiges Video genießen, das die atmosphärischen Bilder zusammenfasst und entsprechend untermalt.
Kenner wissen, dass es bei LDC nie langweilig wird. Das Album ist brutal und fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Sieben kompromisslos fokussierte Tracks formen das kompakteste, härteste und atmosphärisch dichteste Album der Band bisher. Ein selbstbewusstes Statement ohne Umwege, das mit voller Kraft trifft.













