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Urheber/Fotograf: Listenrecords

Sarah Lesch "Poesie & Widerstand"

Unsere Wertung: 8 von 9 Punkten.

Die Entscheidung, in der Liebe zu bleiben

Bereits von Konstantin Wecker gab es ein Album mit dem Titel „Poesie und Widerstand“. Und es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass Sarah Lesch den gleichen Titel für ihr aktuelles Album gewählt hat. Beiden geht es darum, trotz aller politischer Kampfansagen der gegenwärtigen Kriegstreiberei ein Ende zu setzen und für die Liebe als umfassende Macht gegen Krieg, Hass und Hetze zu plädieren. Das ist nicht einfach, wenn man gegen die hetzende AFD, gegen kriegstreibende Diktatoren und wild gewordene Präsidenten anstinken muss.

Sarah Lesch gehört zu den profiliertesten Stimmen der neuen deutschsprachigen Liedermacherszene. Sie stammt ursprünglich aus dem schwäbischen Altensteig in Baden-Württemberg. Später lebte sie viele Jahre in Leipzig. Seit über zehn Jahren steht sie für handgemachte Musik, präzise Sprache und eine künstlerische Haltung, die sich konsequent zwischen persönlicher Nähe und gesellschaftlicher Verantwortung bewegt. Ihre Songs verbinden poetische Intimität mit politischer Klarheit – ohne Parolen, aber mit spürbarer Wirkung.

Sarah schreibt ihre Texte aus einer Haltung heraus, die Widerstand in unseren krisenhaften Zeiten nicht als Aufruf zum Grabenkampf versteht, sondern als unbedingte Pflicht, gerade jetzt in der Liebe zu bleiben. Es sind Songs über die Kraft, die entsteht, wenn Menschen sich nicht voneinander trennen lassen. Unaufgeregte Klarheit statt Zynismus. Ein leises, aber beharrliches Leuchten im Dunkeln.

Sie liefert klare politische Aussagen, aber auch immer der Wunsch, menschlich zu bleiben und in Romantik sowie Poesie zu schwelgen. Das neue Album zeichnet sich vor allem durch seine ruhige, eindringliche Atmosphäre aus. Statt großer Effekte stehen klare Texte, warme Instrumentierungen und eine unmittelbare Nähe zur Zuhörerin oder zum Zuhörer im Mittelpunkt. Bereits der Opener „Plädoyer“ setzt ein Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit in schwierigen Zeiten, wobei die Aussage „Wir bleiben stabil“ mir aus dem Herzen spricht.

Andere Stücke wie „Anna-Lisa“ greifen Themen wie Selbstoptimierung, verlorene Träume und den Wunsch nach Orientierung auf. „Dalai Lama“ erzählt von naiven Träumen in schwierigen Zeiten, „Heute“ spricht von Verbundenheit und leiser Revolution, „Allerschönste Frau der Stadt“ nimmt spielerisch die Geschlechterscham auf die Schippe. Ganz stark ist die Ballade „Verschlafene Trauer“, die zutiefst berührend Abschied und die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen behandelt.

Alle neun Songs hat Sarah selbst getextet und gemeinsam mit ihren Musikern vertont. Musikalisch bewegt sich das Album wie erwartet zwischen klassischem Liedermacher-Folk, Indie-Pop und dezenten Country-Elementen. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Liedern ihre besondere Kraft. Absolut empfehlenswert für Freunde guten Songwritings und klarer Haltung!

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