Seit diesem Monat ist die Theateradaption von Dan Browns Bestseller-Roman „Der Da Vinci Code – Sakrileg“ auf Tour durch die großen Arenen in Deutschland und Österreich. Der Thriller hielt über 80 Millionen Leser*innen weltweit in Atem und fand sich 48 Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Und damit nicht genug: Die Verfilmung mit Tom Hanks in der Hauptrolle war ebenso erfolgreich, obwohl die Kritiken eher bescheiden ausfielen.

Man tritt also in sehr große Fußstapfen und ich war äußerst gespannt, wie sich die Handlung auf der Theaterbühne umsetzen lässt, wo es doch in Buch und Film an historischen Schauplätzen nur so wimmelt. Unter der Regie von Christoph Drewitz war Saarbrücken nach der Premiere in Frankfurt erst die zweite Station für das Stück, das im englischen Original von Rachel Wagstaff und Duncan Abel adaptiert wurde.

Das Bühnenbild war mit seiner Gitterkonstruktion einer großen Kathedrale nachempfunden, doch es konnte je nach Beleuchtung und projizierten Lichtinstallationen auch Krypta, Museum oder Bibliothek sein. Überhaupt hatte man sich viel einfallen lassen, um den mystischen Charakter der Geschichte zu betonen. Es gab eine zweite Ebene in der Kulisse, auf der Einzelheiten verdeutlicht und die Handlung vorangetrieben wurde. Leuchtsymbole auf den Kutten der Mönche tauchten wie aus dem Nichts auf und brachten einen coolen Effekt.

Ganz großartig empfand ich aber das Schauspielensemble. Hannes Levianto als Robert Langdon hat ein aus dem Fernsehen bekanntes Gesicht, war aber auch schon bei den Schlossfestspielen Regensburg und Bayreuth aktiv. Helena Charlotte Sigal spielt normalerweise am Berliner GRIPS-Theater und verlieh hier der Rolle der Sophie Neveu eine kraftvolle, kluge und zugleich berührende Präsenz. Die Sprechrolle und das Ensemble tanzender Mönche wurde hervorragend eingesetzt und man war gleich mitten in der spannenden Erzählung:
Harvard-Professor Robert Langdon wird eines Nachts in den Pariser Louvre gerufen, wo Chefkurator Jacques Saunière direkt vor der Mona Lisa in einem Pentagramm ermordet wurde. Gefragt ist Langdons Expertise, um den symbolträchtigen Mord mit Hilfe von kryptischen Hinweisen in Werken von Leonardo Da Vincis aufzuklären – doch schnell wird er zum Hauptverdächtigen! Gemeinsam mit der Kryptologin Sophie Neveu begibt er sich auf die Flucht und es beginnt ein Rennen gegen die Zeit, um seine Unschuld zu beweisen und vor seinen mächtigen Widersachern ein Jahrtausende-altes Mysterium aufzudecken, welches die Grundfesten der Kirche erschüttern könnte…

Man begann mit einem Vortrag Langdons über historische Symbole. Ein Schwesternorden und Opus Dei spielten eine Rolle, daneben historische Geheimnisse wie die Mona Lisa, die Rosenlinie oder die Besonderheiten von Da Vincis Gemälde „Das letzte Abendmahl“. Ich will nicht spoilern, obwohl die meisten wohl Story und Auflösung ganz gut kennen.
Es war jedenfalls aufregend, wie die Rätsel erläutert wurden und man die Diskussionen und Erkenntnisse dazu live verfolgen können. Das Stück dauert zweimal knapp 70 Minuten mit einer 20minütigen Pause. In der zweiten Hälfte ging es von Paris nach London. Abweichend von der Buchvorlage ging die Inszenierung mit der Zeit und brachte sowohl iPhone als auch Chat GPT in die Handlung mit ein. Künstlerische Kniffe wie Rückblicke, Traumsequenzen und eine Szene in Zeitlupe bereicherten das Geschehen.

Die Saarlandhalle war nicht voll besetzt, doch alle die da waren, zeigten am Ende ihre Begeisterung. Den Machern und dem Ensemble ist hier ein großartiges Stück gelungen, das den Geist von Dan Brown meisterhaft auf die Bühne bringt und in meinen Augen mehr Spannung erzeugt als der bekannte Kinofilm. Absolute Empfehlung, wenn es demnächst eine Aufführung in eurer Nähe gibt!
(Credit für alle Fotos: Nico Moser – Pressefotos SHOWLOT)
TERMINE
20.03.-22.03.2026 Duisburg, Theater am Marientor
01.04.-05.04.2026 Köln, Motorworld
15.04.-18.04.2026 Bremen, Metropol Theater
21.04.-03.05.2026 München, Deutsches Theater
19.05.-20.05.2026 Dresden, Messe
23.05.-25.05.2026 Nürnberg, Meistersingerhalle
28.05.-31.05.2026 Graz (AT), Helmut List Halle
03.06.-07.06.2026 Stuttgart, Theaterhaus
13.06.-28.06.2026 Berlin, BlueMax Theater
(Weitere Infos HIER beim Tour-Veranstalter SHOWSLOT!)













