Rock am Ring 2015 – Tag 1
Hier findet ihr unsere Fotos vom ersten Tag Rock am Ring am 05. Juni 2015 auf dem Flugplatz in Mendig
Hier findet ihr unsere Fotos vom ersten Tag Rock am Ring am 05. Juni 2015 auf dem Flugplatz in Mendig
Das Wetter hätte nicht besser sein können für dieses Open Air Konzert. Gemütlich sammelten sich die Besucher im Hof des ExHauses in Trier und genossen mit kühlem Bier die angenehme Abendsonne. Für einen Moment meinte man, der Aberglaube an Freitag den 13. könnte sich behaupten, als plötzlich noch vor Beginn des Konzerts einige Äste ohne große Vorwarnung mitten auf sitzend wartende Besucher herabstürzten. Nach einer Schrecksekunde, in der auch sofort die Security herbeieilte, wurde aber festgestellt, dass Gott sei Dank niemand verletzt wurde. Und kurz darauf ging es auch schon los.
Den Anfang machten Meg’n’Jez mit ihrem akustischen Punkrock. Das Duo besteht aus Meg, deren wunderschöne Stimme von Jez‘ Gitarre untermalt wird. Die beiden gaben sowohl gecoverte als auch eigene Songs zum Besten und unterstützen die Sommer-Chill-Atmosphäre die zu Beginn noch ganz klar in der Luft lag.
Danach verabschiedeten sie sich dankend, aber statt der erwarteten Umbaupause ging es Schlag auf Schlag weiter mit Scheiße Minelli. Der gespielte Hardcore Punk beendete die aufgekommene Biergartenstimmung und langsam aber sicher fing das Publikum an sich zu bewegen. Obwohl die Zuschauer anfangs nicht so recht wussten, was sie von den verrückten, hauptsächlich englisch sprechenden und laut musizierenden Männern halten sollten, konnten sie dann schnell überzeugt werden. Frontmann Sam blieb stets humorvoll und die Band mit einem der witzigsten Namen schaffte es auf jeden Fall dem Publikum etwas einzuheizen.
Die darauffolgende Terrorgruppe lehnte sich sehr an das Motto des Abends an und bezeichnete sich selbst als Zombiepriester und die Zuschauer als Zombies. Einerseits wurde das Motto auf witzige Art und Weise übermittelt während andererseits auch ganz klar auf die 10 jährige Auftrittspause der Berliner angespielt wurde, die erst vor knapp 3 Wochen endete. Archie und Johnny waren sympathisch wie eh und je und spielten Hits aus ihrer gesamten mittlerweile schon 20 jährigen Bandgeschichte. Zu jedem Lied wurde mit gegrölt und gefeiert was das Zeug hielt und jeder hatte Spaß. Archies Versuch sich eine Arschrakete zu zünden konnte leider nicht in die Tat umgesetzt werden, trug aber trotzdem reichlich zur allgemeinen Belustigung bei. Die erneute Zündung wurde auch immer wieder bis zum Ende der Show der DONOTS durch „Archie!“ Rufe gefordert, fand leider aber nicht statt.
Während danach die DONOTS die Bühne regierten, herrschte im Publikum ausgelassene Pogo Stimmung. Es war unmöglich ruhig stehen zu bleiben; man tanzte im Takt der Musik für sich oder mit anderen Konzertbesuchern im Moshpit. Die Band gab alles und war sichtlich begeistert von ihrem Publikum.
Als Special Guest durfte man sich über Vom Ritchie, den Schlagzeuger der Toten Hosen, freuen. Dieser nahm auch für einen Song den Platz von Eike hinter den Drums ein. Damit nicht genug – die DONOTS spielten einen Hit nach dem anderen und es wurde zu keiner Sekunde langweilig. Hier und da surften einige Zuschauer auf der Crowd, aber nichts übertraf Frontmann Ingo, der sich wortwörtlich von seinen Fans auf Händen tragen ließ. Fast ganz aufrecht stehend performte er auf dem Publikum.
Gegen 23:00 Uhr neigte sich das Konzert dann zum Ende, doch den Konzertbesuchern schien das weniger zu gefallen. Es wurde laut weiter gejubelt und weitere Songs gefordert. Den Wunsch konnten die DONOTS uns dann nicht abschlagen und gaben ohne Ermüdung Zugaben. Als Grande Finale bat Ingo die Fans einen Kreis zu bilden, in den er sich mit Alex stellte und inmitten des Publikums (nachdem Ingo das Saarland noch fleißig für den Einsatz lobte) einen allerletzten Song spielte. Geiles Konzert, geile Stimmung, keine Spur von Unglück an diesem Freitagabend!
Am Mittwochabend, den 03.05., feierten über 3000 Fans ihre Band „Billy Talent“. Schon Stunden vorher warteten die Fans vor dem Ruhr Congress in Bochum , um sich Plätze in den ersten Reihen zu sichern. Nicht nur die Kanadier waren zu Gast, auch die Vorband konnte sich mit den „Donots“ sehen lassen. Letztere heizten dem Publikum als Opener ein und brachten die Halle zum beben. Ihre Hits „Calling“ und „Dead Man Walking“ konnte auch der Besucher in der letzten Reihe mitbrüllen, als letzen Song gaben sie an diesem Abend „We’re not gonna take it“ zum Besten und verließen unter tobendem Applaus die Bühne.
Der Hauptact des Abends, Billy Talent, stand kurz vor halb zehn parat, und eröffneten ihr Set mit dem Song „Loney Road to Absolution“. Der Sänger der Band, Ben Kowalewicz, rockte über die Bühne und packte mit seinem jugendlichen Charme jede Frau im Publikum. An diesem Abend war das Publikum interessant gemischt, von alt bis jung war alles anwesend, und alle feierten mit.
Mit weiteren Hits wie „Rusted from the Rain“, „Stand up and run“ oder „Try Honesty” zeigten die Kanadier wieder ein Mal was sie drauf haben. Kowalewicz Stimme ist so prägnant, das sie die letzte Ecke erreicht und so einzigartig, das man sofot weiß, dass es sich um Billy Talent handelt. Was in der heutigen Zeit der austauschbaren Musiker ein riesiger Pluspunkt ist. Explosiv und mitreißend kann man ihre Show nennen, nach 17 Songs verabschiedete sich Billy Talent, um dann wieder die Bude mit „Devil on my Shoulder“ einzureißen. „Fallen leaves“, „Surprise, surprise“ und „Red Flag“ gehörten mit zur Zugabe und ließen auch die Oberränge mitfeiern.
Nach einem gelungenen Abend, bei dem sie bewiesen, was für eine grandiose Live Band sie sind, waren die Fans vollkommen zu frieden.