Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 hat Quicksand das Post-Hardcore-Genre maßgeblich geprägt. Mit dem Debütalbum „Slip“ (1993) setzte die Band einen Meilenstein, der bis heute nachhallt. Über drei Jahrzehnte Bandgeschichte, vier unverkennbare Alben und unzählige mächtige Shows – all das spürt man bei jedem ihrer Auftritte.
Walter Schreifels, Sergio Vega und Alan Cage sind Namen, die für eingefleischte Liebhaber:innen des Hardcore wie Musikgeschichte klingen. Schreifels prägte Bands wie Youth of Today, Rival Schools und Gorilla Biscuits, während Vega als Bassist bei den legendären Deftones spielte. Gemeinsam schufen sie Klangwelten aus dröhnenden Gitarrenwänden und wuchtigen Basslines, die 2021 mit dem Album „Distant Population“ einen neuen Höhepunkt erreichten. Der Song „Brushed“ schaffte es sogar in die RadioEins-Playlist.
Jetzt kommen Quicksand zurück auf deutsche Bühnen – mit explosiver Energie und einem Sound, der unter die Haut geht. Das Publikum darf sich auf ein intensives, dynamisches und kraftvolles Live Erlebnis freuen.
Da soll noch einer sagen, es gäbe nicht genügend Bands mit weiblichen Mitgliedern, um den heiligen Boden von „Rock am Ring“ mit starkem Hardrock und Metal zu füllen. Man muss sich nur mal Conquer Divide anhören. Die Band mit Mitgliedern aus Großbritannien, Kanada und den USA legt mit dem neuen Album „Slow Burn“ ein grandioses Metalbrett vor, das die Qualitäten von Metalcore und Post-Hardcore in sich vereint. Und die Besetzung ist komplett in Frauenhand: Kiarely Castillo (Vocals), Janel Duarte (Bass), Samantha Landa (Drums), Kristen Sturgis und Isabel Johnson (Gitarren) bilden das illustre Quartett.
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Mit Wechsel zum Label Mascot Records ist die Musik ein Stück melodischer geworden, ohne an Härte zu verlieren. Man nehme das starke „welcome2paradise“ mit seinem atmosphärischen Songaufbau, der einen Wechsel aus cleanen Passagen und aggressiven Growls inklusive einem gewaltigen Rap-Part liefert. So viel Crossover gab es lange nicht mehr. Oder „Invisible“ mit eindringlich gesungenen Passagen vor hartem metallischen Background. Eine grandiose Mischung aus schönen Melodien und schmetterndem Industrial. Nine Inch Nails und Ministry lassen grüßen.
Fotocredit: Jim Louvau
Inhaltlich geht es um Themen wie psychische Erkrankung und Depressionen, wie im Song „Paralyzed“, der den immerwährenden Kampf mit sich und der Umwelt beschreibt. „NEWHEAVEN“ spielt mit religiösen Metaphern und liefert im dazugehörigen Video und im Text ein Feuerwerk aus Bildern, die sich in aggressive Chöre steigern.
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„Slow Burn“ läutet eine neue Ära für Conquer Divide ein – eine Ära, die sich durch atemberaubende klangliche Raffinesse, sehr persönliche lyrische Erzählungen und eine nahtlose Balance zwischen knallhartem Modern Metal und unwiderstehlichen Melodien auszeichnet. “Slow Burn“ ist vollgepackt mit bekenntnishaften Äußerungen von Verletzlichkeit, Frustration und letztendlich Hoffnung. Jeder Song des Albums beschwört ganz neue Ebenen der Katharsis herauf. Und aus dem Feuer kann man gereinigt hervorgehen, wie das Cover in fantasy-hafter Schönheit zeigt.
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Was kommt dabei heraus, wenn der Wahnsinn von System of a Down auf das elektronische Chaos von Enter Shikari trifft, verpackt in der Produktion von Bring Me The Horizon? Man bekommt Awake Again.
Awake Again ist eine vierköpfige Alternative-Metal-Band aus Turku, Finnland, gegründet 2013, die jetzt nach einer Reihe von Single-Releases etwas verspätet ihr Debütalbum veröffentlicht. Musikalisch gibt es eine spannende Mischung aus Metal, Post-Hardcore und Pop.
Bekannt für ihre riesigen und eingängigen Songs und ihre bombastischen Live-Auftritte, haben Awake Again in der finnischen Metal-Szene einen stetigen Aufstieg erlebt. Mit über 100 Shows hat die Band kleinere und größere Bühnen mit ihrer ungezügelten Energie erobert. Vor allem gewannen sie 2018 das Wacken Metal Battle Finnland und konnten ihren Alternative-Metal-Wahnsinn beim internationalen Finale auf dem Wacken Open Air zeigen.
Fotocredit: Kalle Lehto
Das Frühjahr 2022 hat ein neues Kapitel in der Karriere von Awake Again aufgeschlagen, als die Band ihr mit Spannung erwartetes Debütalbum veröffentlichte. Größer, schwerer und melodischer als je zuvor ist Awake Again bereit, die Herzen von Metalfans auf der ganzen Welt zu erobern.
Die Review zum Album „No Matter How the World Turns“ kommt etwas verspätet. Ich muss nämlich gestehen, dass mir das Album aufgrund des recht unscheinbaren Covers – das irgendwie an das Superman Logo erinnert – zunächst in den falschen Stapel gerutscht ist. Die Musik ist allerdings alles andere als unscheinbar. Was für ein geniales Brett!
Das Album ist voll mit hämmernden Riffs, aggressiven Vocals und großen, eingängigen Refrains. Thematisch dreht es sich um die verschiedenen Aspekte der menschlichen Psyche und Herausforderungen, denen wir in der Welt gegenüberstehen. Auch wenn es textlich oft etwas düster ist, weigern sich Awake Again, in Verzweiflung zu verfallen. Wie der Titel des Albums schon sagt: „No Matter How The World Turns“ – es kommt immer ein neuer Tag.
Es gibt packende Hooks und – ja – auch poppige Avancen. Doch Sänger Matti Österman hat die Lage stets im Griff und schwankt zwischen solidem Klargesang und heftigen Growls. Die Songs stammen zum Teil von Komponisten, die nicht zur Band gehören, doch problematisch ist das nicht. „Es war wirklich ein Privileg, mit diesen großartigen Profis zu arbeiten, und aus diesen Sessions haben wir wirklich viel gelernt und das Selbstvertrauen bekommen, unsere eigenen Ideen weiterzuentwickeln“, sagt Gitarrist Kasper Hellström.
Zehn Tracks in 38 Minuten Albumlänge bieten trotz der jahrelangen Hinwendung zu Single-Releases ein geschlossenes Ganzes. Und ein Gast wie Lena Scissorhands von der Band Infected Rain bietet im Duett mit dem Frontmann im Song „Busy Doing Nothing“ ein eindrucksvolles Erlebnis.
Das Quartett versteht sein Handwerk – da gibt es nichts zu meckern. Die Ausflüge in die Welten von Nu Metal und Pop stehen der Band wirklich gut. Der nächste Topact aus Finnland steht.
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In den letzten Jahren waren es vor allem ruhige Klänge, die uns Singer/Songwriter Frank Turner bescherte. So stand noch 2019 „No Man’s Land“ im Mittelpunkt – ein Album, das er 13 Frauen widmete, die nur aufgrund ihres Geschlechts zum Teil vollkommen unbekannt sind. Ein Album im Stil der alten amerikanischen Haudegen mit leichten Country-Einflüssen und wenig Folkrock (HIER unsere Review).
Damals war die Welt noch in Ordnung. Und als sie aufhörte, sich in der Maschinerie aus Livekonzerten zu drehen, begann er mit einer wöchentlichen Reihe von akustischen Livestreams von seinem Haus aus, die er „Independent Venue Love“ nannte und mit denen er Geld für von der Pandemie kommerziell bedrohte Veranstaltungsorte sammelte. Ein gänzlich neuer Track in dieser Reihe war „The Gathering“, ein Song über die Sehnsucht nach der Rückkehr von Livemusik.
Mit „FTHC“ erscheint nun ein Album, das sich wieder der aggressiven und rohen Seite des Musikers widmet. Nach dem elektronischen und folklastigen Material der letzten Jahre gibt es – vor allem in der ersten Albumhälfte – eine Rückkehr zum Punk. Der Albumtitel „FTHC“ steht für „Frank Turner Hardcore“ und impliziert gar eine retrograde Hinwendung zum Hardcore-Punk von Million Dead, doch so krass kommt es dann doch nicht.
Während „Non Serviam“ noch heftig reinhaut, „My Bad“ mit dem Hardcore-Genre flirtet und „The Gathering“ durch seinen starken Sprechgesang besticht, gibt es daneben einige solide Punk-Nummern vom Feinsten.
Ruhiger wird es mit dem beeindruckenden Song „Miranda“, der in bewegenden Worten die Geschichte von Turners Vater erzählt, der inzwischen als Transgender-Frau lebt, womit Turner sich erst versöhnen musste. Die Ballade „A Wave Across The Bay“ ist Turners Freund Scott Hutchison gewidmet, dem Sänger der Band Frightened Rabbit, der im Mai 2018 Suizid begangen hatte. Auch „Fatherless““ zählt zu den Kernstücken des Albums, denn hier geht’s um ein Trauma aus seiner Kindheit.
Der abschließende Spoken-Words-Song „Farewell To My City“ verhandelt eindringlich Turners Umzug aus der Metropole London an die Küste von Essex – nach immerhin 7300 Tagen, die er in der Stadt gelebt hat. Wie eine Mini-Autobiografie funktioniert dieser Recap-Song, der letztlich in die Einsicht mündet, dass es an der Zeit ist, die Sachen zu packen und weiterzuziehen.
„FTHC“ ist ein Hardcore-Album, ein Punk-Album, ein sehr persönlicher, reflektierender Einblick in ein bewegtes Leben. Ein Album für den Blick in die Vergangenheit und zugleich ein Neustart. Genau richtig in der heutigen Zeit des Umbruchs.
Auf der Deluxe CD gibt es außerdem noch sechs Bonus-Songs:
Mit „Below“ hat es die Hardcore-Band aus Ohio erstmals in die Top 10 der deutschen Charts geschafft. Ohnehin sind sie hier kommerziell erfolgreicher als in den USA – und das haben sie sich mit starken Liveauftritten verdient, beispielsweise bei Rock am Ring 2019, als sie mit einer fulminanten Attacke die Alterna Stage in Schutt und Asche legten.
Beartooth wurden 2012 gegründet. Die Mischung aus Metalcore, Thrash und Hardrock war schon ihr Markenzeichen, als die EP „Sick“ auf den Markt kam. Ein Jahr später gab es das Albumdebüt „Disgusting“ und damit ein Statement für die Ewigkeit. Der ehemalige Attack Attack!-Sänger Caleb Shomo zeigt sich bis heute stimmgewaltig mit durch und durch wütender Attitüde. Inzwischen wird auch gerne mal die melodische Seite gezeigt oder es gibt spannende Punk-Anleihen, doch derlei Experimente sind nie Selbstzweck sondern bleiben stets songdienlich.
„Below“ ist ein weiteres hartes und brutales Album. Da gibt es kein Vertun. Wer Befürchtungen hatte, dass Beartooth weicher werden und sich dem Mainstream annähern, wird eines Besseren belehrt. Schon das Albumcover mit Death Metal-Ausrichtung macht deutlich, dass hier keine Kompromisse zu erwarten sind. Selbst ein melodischer Track wie „Skin“ hat noch einen ordentlichen Härtegrad. Und ein Song wie „Fed Up“ lebt den Rock’n’Roll in seiner härtesten Spielrichtung.
„Skin ist der Easy Listening-Song auf dem Album“, sagt Caleb. „Er ist definitiv melodieorientierter, ein bisschen poppiger, ein bisschen mehr vibe. Aber textlich bedeutet er mir sehr viel, und musikalisch war ich sehr zufrieden mit der Komposition, und er hat dem Album einfach eine neue Note gegeben.“
„Fed Up wurde mitten im Lockdowns geschrieben“, erzählt Caleb weiter. „Ich wusste wirklich nicht, worüber ich schreiben sollte, also überlegte ich ‚Wovon habe ich im Leben gerade die Nase voll?‘ und schrieb es auf. Der Vibe dieses Songs ist Garage gepaart mit unserem Sound. Wir mischten das mit dem eher poppigen Gesang, und das ergab einen wirklich besonderen Track.“
Wer mehr zur Story des Album wissen will, darf sich über eine Besonderheit freuen: Die Graphic Novel „The Journey Below“ von New York Times-Bestsellerautor Tony Lee erzählt eine kraftvolle Geschichte, die uns an die lebenswichtige Kraft erinnert, die in jedem Akkord und Beat eines Songs steckt.
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