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Urheber/Fotograf: Goldmann Verlag

Simon Mason "Das kalte Herz von Oxford"

Spannende Verwicklungen mitten in Oxford

Mit „Ein Mord im November“ hat Simon Mason ein grandioses Ermittler-Duo eingeführt, dass unterschiedlicher nicht sein könnte. Ryan und Ray Wilkins, die nur zufällig den gleichen Namen haben. Die beiden Charaktere sind so verschieden, dass jeder Konflikt schon vorprogrammiert ist und jede Aktion nur im Chaos enden kann. Zudem müssen sie ausgerechnet im versnobten Oxford ermitteln, wo der Autor selbst studiert hat. Er kennt also die Gegebenheiten und Empfindlichkeiten, von denen er schreibt. Nach dem ersten Fall wurde Ryan vom Dienst suspendiert, doch er kann es einfach nicht lassen, sich in die Polizeiarbeit einzumischen. Dabei wird er vor allem aus privaten Gründen aktiv.

Zum Inhalt: Für Rachel Clarke beginnen an einem strahlenden Sommertag in Oxford die dunkelsten Stunden ihres Lebens: Ihre vierjährige Tochter Poppy verschwindet, während Rachel kurz abgelenkt ist. Niemand will etwas gesehen haben. Sofort wird die Polizei eingeschaltet, und auch Ryan Wilkins nimmt Anteil an der Suche. Zwar ist er vom Dienst suspendiert, sodass nur sein Ex-Partner DI Ray Wilkins offiziell ermittelt, doch Ryan kann nicht tatenlos bleiben. Zumal ihn ein Ereignis in der Nacht nach der Tat nicht loslässt: »Mick Dick«, ein Kleinkrimineller, kommt bei einem Unfall ums Leben, nachdem ihn irgendetwas in Panik versetzt hatte. Ryan ahnt, dass Mick in Poppys Verschwinden verwickelt war. Und er nutzt seine Kontakte in Oxfords Unterwelt, um das Mädchen zu finden, bevor es zu spät ist …

Die größte Stärke des Romans ist auch hier, dass Mason die Stadt Oxford in all ihren Facetten zeigt. Nicht nur als als pittoreske Kulisse mit Colleges und Bibliotheken, sondern auch mit sozialen Brennpunkten, Obdachlosen, Trailerparks. Dazu passt das ungleiche Paar der beiden Ermittler: DI Ray Wilkins wirkt kultiviert, ist Oxford-Absolvent, stets geschniegelt und institutionell erfolgreich. DI Ryan Wilkins hingegen handelt impulsiv und aggressiv, chaotisch, stammt aus armen Verhältnissen, verfügt aber über brillante Instinkten. So sind Konflikte vorprogrammiert – Mason zeigt aber auch, wie beide sich ergänzen und gegenseitig brauchen.

Der Kriminalfall ist absolut spannend aufgebaut, auch wenn man schon früh eine Idee davon hat, wer hinter den Ereignissen steckt. Am Ende ist die Geschichte jedenfalls um einiges größer, als man zu Beginn noch denken sollte.  Wundervoll auch, wenn man in das unterschiedliche Privatleben der beiden Wilkins‘ Einblick nehmen darf. Ein hervorragender Roman, der vor allem von seinen Protagonist*innen lebt.

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