„Schattenlicht“ von Yasmin Shakarami erzählt die Geschichte von Billie, die für ihre große Liebe Jamie nach Kanada zieht. Für sie scheint Jamie der perfekte Verlobte zu sein und sie ist bereit, für ihn ihr ganzes Leben zu verändern. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in Maple Ridge merkt Billie, dass Jamie vielleicht doch nicht so perfekt ist, wie sie immer dachte. Gleichzeitig begegnet sie ihrem neuen Nachbarn Tristan, der von vielen nur „Zombie Boy“ genannt wird und der im Laufe der Geschichte immer wichtiger für sie wird.
Anfangs fiel es mir allerdings ziemlich schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Viele Situationen und Beziehungen wirkten zuerst so, als hätte man einen wichtigen Teil der Handlung verpasst. Gerade Billies Beziehung zu Jamie entwickelt sich sehr schnell und dadurch war ich anfangs etwas verwirrt.
Mit der Zeit wurde das Buch aber immer stärker. Besonders die Verbindung zwischen Billie und Tristan hat mir gefallen. Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und wirkt dabei authentisch und nachvollziehbar. Gerade weil Tristan zunächst eher geheimnisvoll und verschlossen wirkt, war es schön zu sehen, wie Billie ihn nach und nach besser kennenlernt.
Billie selbst ist insgesamt sehr authentisch geschrieben. Ihre Gedanken und Gefühle sind meistens gut verständlich und ihre Unsicherheit wirkte sehr realistisch. Manchmal war sie allerdings auch etwas nervig, weil sie vieles sehr impulsiv entscheidet und lange an ihrem Bild von Jamie festhält, obwohl man als Leser schon merkt, dass etwas nicht stimmt.
Das Buch zeigt auf eine schöne Weise, dass Vorurteile und gesellschaftlicher Status oft trügerisch sind. Vor allem bei Tristan merkt man schnell, dass hinter den Gerüchten und dem Bild, das andere von ihm haben, eigentlich ein ganz anderer Mensch steckt. Gleichzeitig beginnt auch Jamies perfekte Fassade immer mehr zu bröckeln.
Zum Ende hin werden die wichtigsten Konflikte und Geheimnisse sinnvoll aufgelöst und die Geschichte bekommt einen passenden Abschluss. Trotzdem wirkte das Ende auf mich etwas gehetzt, weil plötzlich sehr viele Dinge schnell hintereinander passieren. Insgesamt ist „Schattenlicht“ aber eine emotionale Geschichte über Liebe, Vorurteile und Selbstfindung, die mir trotz kleiner Schwächen gut gefallen hat.
















