Spätestens mit seinem Album „Idols“ ist YUNGBLUD endgültig zum Superstar avanciert. Unter dem bürgerlichen Namen Dominic Richard Harrison wurde er 1997 im englischen Doncaster geboren und zählt zu den markantesten Stimmen der modernen Rock- und Alternativszene. Mit einer Mischung aus Punk, Alternative Rock, Pop und Hip-Hop sprengt er bewusst Genregrenzen und schafft einen Sound, der ebenso roh wie emotional ist. Hier findet ihr unsere Fotos seines umjubelten Gigs beim SOUTHSIDE FESTIVAL 2026. Credit: Linda Riekers
Spätestens mit seinem Album „Idols“ ist YUNGBLUD endgültig zum Superstar avanciert. Unter dem bürgerlichen Namen Dominic Richard Harrison wurde er 1997 im englischen Doncaster geboren und zählt zu den markantesten Stimmen der modernen Rock- und Alternativszene. Schon früh kam er durch seine Familie mit Musik in Berührung, was seinen eigenwilligen Stil nachhaltig prägte. Mit einer Mischung aus Punk, Alternative Rock, Pop und Hip-Hop sprengt er bewusst Genregrenzen und schafft einen Sound, der ebenso roh wie emotional ist.
Besonders hervorzuheben ist Yungbluds künstlerische Haltung: Die Texte sind ehrlich, wütend, verletzlich und politisch. Sie thematisieren mentale Gesundheit, Identität, gesellschaftlichen Druck und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Genau dadurch wird er für viele junge Menschen zu einer wichtigen Identifikationsfigur. Er ermutigt sein Publikum, anders zu sein, laut zu sein und sich nicht für die eigene Persönlichkeit zu entschuldigen.
Auf der Bühne überzeugt Yungblud durch eine intensive Präsenz und echte Nähe zu seinen Fans. Er versteht Musik nicht nur als Unterhaltung, sondern als Sprachrohr und als Gemeinschaftsgefühl. Sein Engagement für Selbstakzeptanz, Diversität und Offenheit macht ihn weit über seine Musik hinaus zu einer bedeutenden Stimme seiner Generation. Seine Liveshows sind absolut beeindruckend!
Fast ein Jahr nach dem Erfolgsalbum ist nun mit „Idols 2“ ein zweiter Teil erschienen, der das Konzept seines aktuellen Projekts fortschreibt. Während es zunächst vor allem um das Zurückgewinnen seiner Identität und das Herauskommen aus der Dunkelheit ging, handeln die sechs neuen Stücke von Selbstakzeptanz und Lebendigkeit. Es geht darum, sich unbesiegbar zu fühlen, wenn man sich selbst wirklich spürt.
Die neuen Songs führen die Idee von „Idols“ grandios fort, wenn auch die echten Knallerhymnen wie „Hello Heaven, Hello“, „Ghosts“ und „The Greatest Parade“ fehlen. Der zweite Teil ist emotionaler und intimer. Es gibt akustische Klänge, aber auch Streicher und fetten Sound. „War Pt. II“ baut auf „War“ auf und liefert ein starkes Finale des Songs. Mit dabei ist zudem die neu interpretierte, GRAMMY-nominierte Version von „Zombie“ gemeinsam mit The Smashing Pumpkins.
Wer von „Idols“ begeistert war, bekommt hier ein solides Zwischenspiel, um die Zeit bis zum nächsten Werk zu überbrücken. YUNGBLUD gehört zu den besten und spannendsten Künstlern der Gegenwert. Das hat er jetzt einmal mehr bewiesen.
Yungbluds einzigartiges Festival, das in den vergangenen Jahren Fans aus aller Welt angezogen hat, findet zum ersten Mal außerhalb Großbritanniens statt. Vor einem Monat kündigte der Veranstalter RFP Concerts in Zusammenarbeit mit D Smack U Promotion die exklusive Premiere der Veranstaltung am 27. Juni im Park 360 in Hradec Králové an, wo neben Headliner Yungblud auch Acts wie Biffy Clyro, Primal Scream, Palaye Royale und die tschechische Künstlerin Pam Rabbit auftreten werden.
Eine weitere Neuerung ist das erweiterte Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten, das von voll ausgestatteten Glamping-Einheiten mit Premium-Annehmlichkeiten bis hin zum klassischen Camping mit eigener Ausrüstung reicht. Die Anreise für Besucher wird zudem durch eine direkte Busverbindung von Prag zum Veranstaltungsort erleichtert, ebenso wie durch die Tatsache, dass die Campingplätze von Freitag bis Sonntag geöffnet sind, um die An- und Abreise zu vereinfachen. Die ersten beiden Ticketkontingente waren innerhalb eines einzigen Tages ausverkauft, und das dritte Kontingent ist derzeit im Verkauf und geht ebenfalls schnell zur Neige.
Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen zeichnet sich das Bludfest durch einzigartige Elemente aus, die es innerhalb von nur zwei Jahren zu einem Phänomen in der europäischen Festivalszene gemacht haben. Seit seiner Gründung im Jahr 2024 stützt es sich nicht nur auf sein Line-up, sondern vor allem auf die Fan-Community des Black Hearts Club und die Idee, dass das Festival ein Ort sein soll, an dem sich die Menschen frei und sicher fühlen können. „Bludfest is different in many ways from most festivals, and it’s important for us as organizers to bring this concept here in the most authentic form possible. Our goal is therefore to create an environment where people feel safe, open, and naturally connected“, sagt Luděk Motyčka, Direktor von RFP Concerts.
Auch internationale Medien haben in den vergangenen Jahren die einzigartige Atmosphäre des Festivals hervorgehoben. BBC-Reporter stellten fest, dass Fans aus aller Welt zum Bludfest kommen und viele von ihnen dessen Offenheit und Erschwinglichkeit in einer Zeit betonen, in der die Preise für große Festivals deutlich steigen. „He represents a lot of us who get treated differently and he’s made me feel free to be myself“, sagte ein Festivalbesucher gegenüber der BBC. Das Magazin Kerrang! schrieb über das Bludfest: „With the festival gates heralding a smorgasbord of vaudevillian chaos – much like YUNGBLUD himself – and boasting pretty much anything and everything you can think of, Bludfest is a kaleidoscope of creativity.“
Auch das Konzept des Festivalgeländes ist einzigartig. Das Bludfest ist nicht nur ein Festival, sondern ein ganztägiges Erlebnis, das Musik, Kunst und Gemeinschaft vereint. Im Laufe eines einzigen Tages können Besucher mehrere Konzerte besuchen und gleichzeitig andere Teile der Festival-„Stadt“ erkunden – von der Bar und dem Merch-Bereich vor Ort bis hin zu kreativen Installationen und Gemeinschaftsräumen.
Eines der markantesten Merkmale der vergangenen Jahre war das „Make A Friend“-Zelt, das für Offenheit und Inklusivität steht. Es bietet Fans, die alleine kommen, einen Ort, an dem sie andere Besucher kennenlernen und Kontakte knüpfen können. Genau solche Momente machen das Bludfest zu einem Fest für eine neue Generation von Fans. Auch im dritten Jahr wird das Festival wieder zeigen, dass es bei seiner Kernphilosophie nicht nur um Musik geht, sondern vor allem um Gemeinschaft, Offenheit und die Gewissheit, dass niemand auf dem Festival allein ist. Yungblud selbst verspricht bereits, dass das Bludfest 2026 größer sein wird als je zuvor.
Der multifunktionale Park 360 (100 km östlich von Prag, 190 km von Breslau, 400 km von Berlin und 110 km von Wien entfernt) wird die Veranstaltung ausrichten, bei der der britische Superstar als Headliner auftreten wird.
Bestätigt sind die Rock-Größen Biffy Clyro und die Psychedelic-Ikonen Primal Scream, die Indie-Pop-Lieblinge Pale Waves, das Art-Rock-Trio Palaye Royale und der Rapper Destroy Lonely aus Atlanta. Hinzu kommen der irische „Ouija Pop”-Durchstarter Bambie Thug und die Londoner Band Leap. Jesse Jo Stark, der gerade mit Lil Yachty gearbeitet hat, steht ebenfalls auf dem Programm, ebenso wie die aufstrebenden Talente Nieve Ella und Pam Rabbit.
Über Yungblud:
Yungblud hat sich als einer der weltweit wichtigsten Musiker seiner Generation etabliert, der Einflüsse aus Rock und Punk zu einem monumentalen Effekt verbindet. Seine ausverkauften Konzerte haben ihn zu einem der elektrisierendsten Musikexporte der Welt gemacht. Er hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den MTV EMA und den O2 Silver Clef Award für den besten Live-Act.
Bekannt für seine energiegeladene Bühnenpräsenz und seine grenzüberschreitenden Texte, fordert Yungblud weiterhin Konventionen heraus und inspiriert Fans weltweit mit Botschaften der Authentizität und Akzeptanz.
Vor kurzem erweiterte Yungblud seinen Einfluss, indem er sein eigenes kuratiertes Festival, das Bludfest, debütierte und sein erstes Buch veröffentlichte, das sofort auf Platz 1 der Sunday Times Bestsellerliste landete: „You Need to Exist: A Book to Love and Destroy”.
Der 28-jährige Multi-Instrumentalist, Songwriter und Performer wurde in Yorkshire, England, geboren, begann im Alter von zwei Jahren Gitarre zu spielen und schrieb mit 10 Jahren seine ersten eigenen Songs. Nach der Veröffentlichung seiner selbstbetitelten EP und seines Debütalbums „21st Century Liability“ (2018) erreichten seine folgenden drei Alben „Weird! (2020), Yungblud (2022) und IDOLS (2025) alle Platz 1 der offiziellen britischen Albumcharts. Seine Texte fanden bei Millionen von Menschen auf der ganzen Welt Anklang und bescherten ihm einen kometenhaften Erfolg. Seitdem hat er mehrere Millionen Follower, 8 Milliarden Streams und über 3 Millionen verkaufte Alben und 1 Million Konzertkarten vorzuweisen.
Das Jahr 2026 markierte einen historischen Meilenstein in seiner Karriere, als er als erster britischer Künstler drei Grammy-Nominierungen in den Rock-Kategorien in einem einzigen Jahr erhielt (Bestes Rock-Album, Bester Rock-Song und Beste Rock-Performance). Schließlich sicherte er sich seinen ersten Grammy für seine kraftvolle Interpretation von „Changes“, einer Hommage an seinen Mentor Ozzy Osbourne. Derzeit tourt Yungblud mit seiner ausverkauften IDOLS World Tour durch die Welt und präsentiert sein aktuelles Album.
Yungblud, bürgerlich Dominic Richard Harrison, wurde 1997 im englischen Doncaster geboren und zählt zu den markantesten Stimmen der modernen Rock- und Alternativszene. Schon früh kam er durch seine Familie mit Musik in Berührung, was seinen eigenwilligen Stil nachhaltig prägte. Mit einer Mischung aus Punk, Alternative Rock, Pop und Hip-Hop sprengt er bewusst Genregrenzen und schafft einen Sound, der ebenso roh wie emotional ist.
Besonders hervorzuheben ist Yungbluds künstlerische Haltung: Die Texte sind ehrlich, wütend, verletzlich und politisch. Sie thematisieren mentale Gesundheit, Identität, gesellschaftlichen Druck und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Genau dadurch wird er für viele junge Menschen zu einer wichtigen Identifikationsfigur. Er ermutigt sein Publikum, anders zu sein, laut zu sein und sich nicht für die eigene Persönlichkeit zu entschuldigen.
Auf der Bühne überzeugt Yungblud durch eine intensive Präsenz und echte Nähe zu seinen Fans. Er versteht Musik nicht nur als Unterhaltung, sondern als Sprachrohr und als Gemeinschaftsgefühl. Sein Engagement für Selbstakzeptanz, Diversität und Offenheit macht ihn weit über seine Musik hinaus zu einer bedeutenden Stimme seiner Generation. Seine Liveshows sind absolut beeindruckend!
So ist es absolut passend, dass er das Buch „You Need to Exist“ veröffentlicht hat. Es handelt sich um ein interaktives Mitmachbuch und richtet sich vor allem an Leser*innen, die sich intensiver mit sich selbst beschäftigen möchten. Dazu werden verschiedene kleine Aufgaben und Reflexionsfragen an den Leser gestellt. Diese werden aber auch schon vom Autor behandelt, womit für den Leser ein klarer Impuls gegeben wird.
Ziel dieses Buches ist vor allem die Selbstreflexion des Lesers. Wie der Titel schon sagt, möchte der Autor allen zu wissen geben, dass es wichtig ist, dass jeder einzelne von uns existiert. Deshalb gibt es vor allem Aufgaben, die uns selber anregen herauszufinden, wer wir sind. Beim Lesen lernt man also nicht nur Yungblud besser kennen, sondern vor allem sich selbst. Das Buch fordert immer wieder dazu auf, Erwartungen loszulassen, nicht alles kontrollieren zu wollen und sich selbst mehr Raum zu geben. Die kleinen Aufgaben sind schön gestaltet, leicht umzusetzen und nehmen nicht viel Zeit in Anspruch.
Dieses Buch ist auch keines, was man sich später ins Regal stellen kann oder sollte. Yungblud stellt schon von Anfang an klar, dass sein Buch verwendet werden soll und es am besten am Ende nicht annähernd so aussehen soll wie zuvor. Dieses Buch ist da, um bemalt, zerrissen, gestaltet und geliebt zu werden. Gefüllt mit exklusiven Gedichten und persönlichen Notizen des Sängers sowie einzigartig gestalteten Seiten für kreatives schreiben, kritzeln und mitmachen, wird es letztendlich zum unverwechselbaren Ausdruck deiner Persönlichkeit!
Insgesamt ist „You Need To Exist“ also ein sehr persönliches Buch für jeden einzelnen Leser. Jeder muss daraus sein eigenes mitnehmen und niemand wird beim Gestalten das gleiche erleben wie ein anderer. Doch damit macht Yungblud vor allem eines klar: Wir sind zwar alle unterschiedlich, aber trotzdem jeder einzelne auf seine eigene Art und Weise wertvoll.
Drei Tage Festival mit rund 25.000 Besucher – ein letztes Mal Rocco del Schlacko hat 2025 durchaus zu überzeugen gewusst. Dass es das letzte Mal sein würde – daran kam wohl kaum jemand vorbei. Schon einige Wochen vorher hatte Veranstalter und Rocco-Erfinder Thilo Ziegler die traurige Botschaft verkündet. Und auch auf der Bühne ließ es sich kaum eine Band nehmen, daran zu erinnern und ihre Bestürzung darüber auszudrücken. Das Publikum ließ sich davon nur wenig anmerken – oder glich es vielmehr aus, indem gefeiert wurde, als gäbe es kein Morgen mehr. Wer zwischendurch innehielt und seinen Blick über das Gelände schweifen ließ, mochte vielleicht von einer leisen Melancholie gepackt worden sein, aber für Traurigkeit sollte nach dem Festival auch noch genug Zeit bleiben.
Ein kurzer Rückblick: Das Rocco del Schlacko fand erstmals 1999 statt, damals noch auf dem Sportplatz in Püttlingen, 2004 dann für zwei Jahre auf dem Köllner Platz, bis ab 2006 das Festivalgelände Herchenbach, die „Sauwasen“, als idealer Veranstaltungsort auserkoren wurde und bis zum Ende bleiben sollte. Was als eintägiges Event begonnen hat, wurde 2006 schon zweitägig und 2010 dann zum dreitägigen Festival. Im Laufe der Jahre waren einige Größen der regionalen, nationalen und internationalen Musikwelt beim Rocco zu Gast – vor allem aus Rock, Punk, Pop, Indie, aber auch Rap und Electro.
Ein letztes Line-Up also für 2025: Was besonders auffällt, ist die hohe Anzahl an deutschsprachigen Bands. Ziegler hatte in seiner Begründung für das Aus des Festivals vor allen Dingen die Probleme beim Booking angegeben. Die großen Agenturen Eventim und Live Nation (Ticketmaster) nähmen demnach seit einigen Jahren immer mehr eine Monopolstellung ein, die es kleineren und mittelgroßen Festivals schwierig bis unmöglich mache, zu erschwinglichen Preisen namhafte Bands zu buchen – und für die Gäste ein angemessenes Ticketpreisniveau beizubehalten.
Dennoch war es für dieses Jahr möglich gewesen, noch einige hochkarätige Headliner an Land zu ziehen. KIZ wissen seit Jahren zu überzeugen und sind ein guter Garant für ein amüsantes Konzerterlebnis. Ihr Auftritt gehörte zu den Highlights am Donnerstag, unmittelbar davor gab es Kontrastprogramm auf der Sauwasen-Bühne mit der US-amerikanischen Metalcore/Post-Hardcore-Band I Prevail. Mehr Abwechslung? Besonders das jüngere Publikum feierte die Dresdner Rap-Crew 01099 – das Trio fügt sich nahtlos in den Zeitgeist-Rap ein, verzichtet auf offenen Sexismus und erzählt in erster Linie aus dem Alltag der Jungs. Außerdem auf der großen Bühne: Zartmann (Deutsch-Pop/Rap) und Drei Meter Feldweg (Punkrock). Auf der kleinen Bühne gab es auch gutes Programm; dort eröffnete die saarländische Band Alexis in Texas mit Metalcore das Festival, gefolgt von den ebenfalls aus dem Saarland stammenden Pop-Rock-Quartett MegaMensch. Betontod machen Punkrock und sind bereits seit 1990 aktiv – auf dem Rocco waren sie aber, wie mehrfach betont, in diesem Jahr zum ersten und wohl auch zum letzten Mal. Danach folgte mit Raum27 eine etwas jüngere Band; die beiden Bremer(havener) Tristan und Mathis machen seit 2017 Indie-Pop, sehr tanzbar, woke und modern. Den Donnerstags-Abschluss bildete Querbeat; die vielköpfige Brass-Band aus Bonn war bereits beim Rocco zu Gast und wusste nach KIZ mit ihrer Musik gut zu begeistern.
Das Rocco del Schlacko besticht insbesondere auf dem Festivalgelände durch kurze Wege zwischen den beiden Bühnen, aber vor allen Dingen auch mit wenigen Überschneidungen. Meist sind es nur fünf bis zehn Minuten, in denen parallel gespielt wird – wer den Ansporn hat, alle Bands des Festivals zu sehen, konnte das bei diesem Festival auf jeden Fall schaffen. In vielen anderen Fällen, insbesondere bei den Großen, ist es in aller Regel eine Frage von Entweder – Oder. Auch das hat das Rocco del Schlacko so sympathisch gemacht, auch wenn es auf dem Gelände selbst über die Jahre einige Änderungen gab und auch mal auf drei Bühnen gespielt worden ist, wo es dann zu mehr Überschneidungen kam. Dennoch: Hier konnte man für den Eintritt, den man zahlte, häufig ein Maximum herausziehen.
2025 wirkte der Freitag besonders Hip-Hop/Rap-lastig, obwohl einiges am Start war, das sich definitiv in anderen Gefilden bewegte: Team Scheisse (Punkrock) eröffnete die Sauwasen-Bühne, Screentime aus dem saarländischen Wadgassen mit Grunge und Punk auf der Ponyhof-Bühne, gefolgt von Lynne, ebenfalls aus dem Saarland, aber mit Indie-Rock unterwegs. Für viele ein Highlight am Nachmittag: Mehnersmoos (Hip-Hop) auf der großen Bühne. Madsen sind vielen ein Begriff, einige radiotaugliche Songs und eine gut laufende Karriere seit 2004 haben der Band Bekanntheit verschafft. Mit Indie-Rock/Punkrock legten die Musiker ein gutes Programm auf, bei dem so mancher Mosh- und Circlepit entstand. „Nutzt die Gelegenheit, rockiger wird’s heute nicht mehr“, behauptete jedenfalls Sänger Sebastian Madsen, womit er in großen Teilen Recht hat. Zwischendurch wurde Schlagzeuger Sascha Madsens Geburtstag mit Ständchen und Crowdsurfing gefeiert, Position gegen den Rechtsruck bezogen und insgesamt ein überzeugender Auftritt dargelegt.
Flankiert wurde Madsen, die auf der Sauwasen-Bühne spielten, von Revnoir, einer französischen Metal-Band, und 100 Kilo Herz, Punk aus Leipzig auf der Ponyhof-Bühne. Gerade bei Madsen und 100 Kilo Herz wurden auch einige Rauchfackeln eingesetzt, die durchaus zur Atmosphäre beitrugen. Jetzt aber zum Kontrast am Freitag: Schon über den ganzen Tag hinweg sah man auf dem Festivalgelände etliche Menschen mit Pappmasken herumlaufen. Darauf abgebildet: Das Konterfei von Tream. Der selbsternannte „erste Schlagerrapper Deutschlands“ kam bei Teilen des Publikums gut an. Stark aufgedrehter Bass und eine fast unangenehme Lautstärke, Partyhits, die jeder mitsingen kann, im „modernen“ Gewand, viele Konfettikanonen, Pyrotechnik – es wurde einiges aufgefahren, bei dem viele Menschen mitsingen konnten. Weniger partylastig als altbewährt, aber mit mindestens ebenso viel Pyro und Konfetti kam Kontra K daher, der mit solider Show auch in Püttlingen überzeugte. Den Abschluss des Freitags bildete die Berliner Rapperin Ikkimel auf dem Ponyhof.
Das Saarland ist bekannt für diverse kulinarische Spezialitäten: Beim Rocco gab es nicht nur „Fleischkäs-Weck“ von Globus, hier wurde auch geschwenkt auf besonders großen Schwenkern, die Pommesportionen ließen sicherlich keinen Raum zu meckern. Auch sonst gab es viel Fast-Food, wie auf Festivals übrig. Worüber man sich sicher aufregen kann: Sechs Euro für fünf Mini-Frühlingsrollen, ertränkt in süßsaurer Soße – das hat fast schon was Unanständiges. Allgemein, so der Eindruck, waren die Essenstände direkt zwischen Haupt- und Nebenbühne besonders fair, sowohl was Preise als auch Portionen anging, die Kollegen am Ponyhof waren da etwas teurer, aber auch knausriger. Alles in allem war wie immer das dabei, was man vom Festival erwartet. Von einigen bereits kritisiert: die hohe Präsenz von Zigaretten-Werbern von Partner JPS.
Schließlich jedoch war er da, der allerletzte Festivaltag des Rocco del Schlacko. Viel schneller als erwartet und wusste ein letztes Mal zu überzeugen. Los ging es mit Melodic Metal von Roggen aus dem Saarland. Danach Still Talk aus Köln mit Indie-Rock. Und dann startete auch das Programm auf der Sauwasen-Bühne. Mit The Butcher Sisters gab es direkt in der prallen Nachmittagssonne, vor der viele in den Rand und Schatten flüchteten, eine ausgesprochen Bier- und Klamauklastige Show, auf die man sich wohl einfach einlassen musste. Metal-Jesus und ein anderer Gast durften im Bier-Wetttrinken um einen Sack voll Pfand der Band spielen (Jesus gewann nicht nur knapp beim Trinken, sondern auch beim anschließenden Stein-Schere-Papier). Als Trostpreis für den Verlierer gab es noch ein Bier und eine Bananenschale. Mit Bosse (Pop), wurde es dann direkt auch wieder ruhiger auf der Bühne, eine Jagd zwischen Ritter und Drachen wie bei TBS gab es bei dem Braunschweiger jedenfalls nicht. Der Platz vor der Bühne füllte sich jedenfalls immer mehr, die Mitsing-Quote war gut. Der Berliner Rapper UFO361, eingerahmt von Coldrain (Metalcore aus Japan) und den Hippie-Poppigen Maël & Jonas, füllte als einziger Hip-Hop-Künstler das Samstags-Lineup.
Enter Shikari hatten einen der begehrten Slots am Abend auf der großen Bühne und lieferte entsprechend ab. Die britische Post-Hardcore Band hatte nicht nur ein schönes Bühnenbild, sondern auch einen wahren Blickfang – sofern man denn folgen konnte. Sänger Roughton Reynolds erweckte den Eindruck eines menschlichen Flummis, sprang, rannte und tanzte über die Bühne, ließ sich davon aber auch nicht einschränken. Die Band ist bekannt dafür, in ihren Sets immer auch aktuelle (klima-) politische Themen anzusprechen und diese auch in ihrem Bühnenbild zu integrieren. Das mag bei großen Teilen des Publikums nicht ganz angekommen sein, vielleicht auch ein leichter Dämpfer gewesen sein, doch es bleibt beeindruckend und wichtig, dass auch solche Themen weiter angesprochen werden. Den Abschluss auf der Hauptbühne bildete der britische Alternative-Rocker Yungblud. Viel Feuer, viel Konfetti, viel „I love you“ auf deutsch oder englisch (was nach dem zehnten Mal etwas nervig wurde) – insgesamt sicherlich kein schlechtes Konzert. Eine junge Frau aus dem Publikum hatte die Ehre, einen Song lang Gitarre zu spielen. Dennoch leerte sich vor allem zum Ende des Konzerts hin der Platz vor der Bühne merklich. Denn auf der Ponyhof-Bühne wurde noch ein letztes Mal Gas gegeben. Blond, ein Indie-Pop-Trio aus Chemnitz spielte direkt nach Yungblud, mit mehreren Kostümwechseln (vom opulenten Ballkleid bei Nina (Gesang/Gitarre) und Lotta Kummer (Schlagzeug, Gesang) hin zum eher knappen Outfit) und interagierte deutlich kreativer mit der Menge, inklusive diverser feministischer Statements.
Zum wirklich allerletzten Gig kam es dann um 1.45 Uhr: Die Donots spielten eine letzte Runde auf dem Rocco del Schlacko. So ziemlich von Beginn an waren sie bei dem Festival dabei, insgesamt kommen sie nun auf zehn Auftritte – und haben sich nach der Kunde vom Aus des Rocco spontan für diesen letzten Besuch entschieden. So gab es kein Feuerwerk, keinen großen Knall in dem Sinne. Vielmehr wurde das Rocco von den Donots „mit Schmackes zu Grabe getragen“, wie Ingo Donot es treffend formulierte. Eine Setlist mit vielen Klassikern brachte den gesamten Hügel vor der Bühne zum Beben, es gab etliche Circle-Pits, einen Heiratsantrag, einige rührselige Worte vom Veranstalter Thilo Ziegler und den Donots.
Kurzum: Es war das perfekte Ende für ein Festival, das viele Saarländer*innen über lange Jahre begleitet hat, sie für ein paar Tage in die Heimat gelockt hat, das Erlebnisse und Erinnerungen geschaffen hat und dessen Verlust eine Lücke in die saarländische Kulturlandschaft reißen wird.
Zum letzten Mal ROCCO DEL SCHLACKO in Püttlingen!
Seht hier unsere Fotos von YUNGBLUD und Maël & Jonas. Datum: Samstag, 9. August 2025, Fotocredit: Julia Nemesheimer
ROCK AM RING 2023, Freitag, 2.6.2023 – hier unsere Fotos vom Festivalgelände mit Flogging Molly, Jinjer, Mehnersmoos, Olaf, Yungblud, Badmómzjay, Rise Against – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Nachdem Flogging Molly mit ihrem irischen Punk-Tanzabend das Festival eröffnet hatten, waren erst einmal harte Klänge angesagt. Jinjer stammen aus Kiew und hatten im Bühnenhintergrund ein Symbol in ukrainischen Nationalfarben, das zugleich Friedenssymbol und Wurfscheibe war. So widersprüchlich war dann auch die Musik, bei der Rockröhre Tatiana Shmayluk ganz im Mittelpunkt stand. Sie bot energischen Klargesang und Growls – begleitet von starken Metalriffs und lautem Geknüppel am Schlagwerk.
JINJER – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Fever 333 liefertem mit wuchtigen Bassklängen eine dynamische Show ganz im Stil von Rage against the Machine und Public Enemy. Die Band aus Los Angeles hat mit Jason Butler einen fantastischen Frontmann, der mit viel Enthusiasmus politische Botschaften verbreitete und ständig in Bewegung war. Zum Ende hin erschien er plötzlich ganz oben auf der Boxengasse (das Publikum hatte schon angefangen „Scheiß Tribüne“ zu skandieren) und ließ sich dort oben ordentlich feiern. Für die Menschen im Behindertenbereich war es sicher grandios, als der Sänger alle Absperrungen überkletterte und mit ihnen hautnah abrockte.
Fotocredit: Rainer Keuenhof
Und dann das für den Ring so typische Wechselbad der Gefühle: Ein „Special Guest“ wurde angekündigt – doch wer hätte gedacht, dass nach zwei Hardcore Acts plötzlich Olaf, der Flipper auf der Bühne steht? Im letzten Jahr war „Wir sagen Dankeschön“ die ultimative Hymne aller Zeltplätze. Es gab im Anschluss gar eine Petition, die Flippers zum Ring zu holen. Und tatsächlich haben die Veranstalter Olaf für schlagerhafte 15 Minuten verpflichtet. „40 Jahre die Flippers“ rahmte den kurzen Gig ein, bei dem Olaf live zu Playback sang und Hits wie „Lotusblume“ und „Mona Lisa“ zu Gehör brachte. Das Publikum war erstaunlich textsicher und feierte eine regelrechte Schlagerparty.
Olaf, der Flipper – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Yungblud (alias Dominic Harrison) ist in den USA eine große Nummer – und das zu Recht. Sein Crossover aus Pop, Alternative Rock und Rap mit einer Prise Glamour animierte die Zuschauer*innen zu Circle Pits und exzessivem Stagediving. Dabei ging der Fronter immer wieder auf Tuchfühlung zum Publikum. Yungblud schleimte sich gut ein, lobte das ekstatische Publikum und wünschte sich, bald einmal Headliner zu sein. Wenn er weiter so durchstartet, dürfte der Wunsch bald in Erfüllung gehen. Yungblud bot starken Alternative Rock mit Vocals, die nicht von ungefähr an Billy Idol erinnern. Er trägt viel Energie in sich und versteht es, diese zu vermitteln. Den weltweiten Durchbruch hat er durch seine Liveauftritte geschafft und ROCK AM RING dürfte eine wichtige Station auf seinem weiteren Weg gewesen sein. Der Freitagnachmittag wurde durch ihn fulminant ausgeläutet.
Kaum war Yungblud für Rock am Ring 2023 bestätigt, war das Geschrei groß: Was das denn bitteschön mit Rock zu tun habe, wurde gefragt. Dabei muss man sich nur das aktuelle, selbst betitelte Album des Briten aus Doncaster anhören, um die Antwort zu kennen.
Innerhalb kürzester Zeit ist Dominic Richard Harrison – so sein bürgerlicher Name – vom unbekannten Nobody zum Aushängeschild der Generation Z geworden und gilt seither als Sprachrohr der Weirdos, Freaks und Außenseiter. Mit seinem dritten Studioalbum “YUNGBLUD” eroberte der Sänger, Songwriter und Musiker jetzt Platz 3 in den offiziellen Deutschen Albumcharts und toppte damit alle seine bisherigen Veröffentlichungen.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Das bisherige Jahr war wild für Yungblud: Er hat den Ku’damm in Berlin mit einer Überraschungsperformance lahmgelegt, das Studio von “Late Night Berlin” in eine Abrissparty mit 65 Fans verwandelt, wurde am selben Abend symbolisch zum CEO von TikTok gekürt und ging kurze Zeit später auf ausverkaufte Deutschlandtournee. Kein Geringerer als Ozzy Osbourne erklärte sich bereit, in einem seiner Musikvideos mitzuspielen, und vom legendären Mick Jagger bekam er eine Gitarre geschenkt.
Yungblud bietet starken Alternative Rock mit Vocals, die nicht von ungefähr an Billy Idol erinnern. Energisch hangelt er sich durch zwölf starke Songs mit Ohrwurmcharakter. Der Opener „Funeral“ erzählt mit typisch sarkastischem Text von einem Traum, bei der der Protagonist auf seiner eigenen Beerdigung tanzt, bei der er der einzige Gast ist. Das mag Hinweis auf seine depressive Erkrankung sein – und doch lässt er sich nicht in Melancholie aus sondern liefert großartige Uptempo-Songs.
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In „Tissues“ lässt er sich zu Tanzrhythmen aus und bei „Memories“ wird er von Sängerin Willow unterstützt. Das klingt nach stürmischem New Wave der 80er Jahre. Erst mit der Rockballade „Cruel Kids“ wird es in Ansätzen ruhiger und auch „I Cry 2“ zeigt den Songwriter mit sanfter Stimme, die trotzdem nicht gerade smart, sondern verlebt und sehr erwachsen klingt.
„Sweet Heroine“ ist seiner Freundin gewidmet, die ihm aus einer dunklen Lebensphase rausgeholfen hat. „Sex Not Violence“ klingt, als träfen Green Day auf Coldplay – und das mit expliziten Texten, die eine beliebte Nebenbeschäftigung besingen. „Don’t Go“ bewegt sich überzeugend in Richtung Punk und erweitert gekonnt die rockige Palette, die mit „Don’t Feel Like Feeling Sad Today“ im Stil der Ramones weiter geführt wird und sein Rezept beschreibt, mit depressiven Phasen fertig zu werden.
Der Abschluss „The Boy in the Black Dress“ ist mit über vier Minuten der längste Track und schließt das Album sehr persönlich ab, geht es doch um Schlüsselmomente seines Lebens: das erste Mal, dass er geschlagen wurde, das erste Mal, als er von einem Lehrer wegen seines Make-ups verspottet wurde, das erste Mal, als er einen Shitstorm im Internet erlebte.
Yungblud trägt viel Energie in sich und versteht es, diese zu vermitteln. Den weltweiten Durchbruch hat er durch seine Liveauftritte geschafft – und das dritte Album beschreibt die dahinter stehende Lebensphilosophie.
Seit heute ist Yungbluds drittes Studioalbum „YUNGBLUD“ überall erhältlich, das unter anderem die bereits veröffentlichten Singles und Fan-Favoriten „The Funeral“, „Don’t Feel Like Feeling Sad Today“, „Memories ft. Willow“ sowie das am vergangenen Dienstag veröffentlichte „Tissues“ enthält. Seit gestern Abend hat „Tissues“ auch ein offizielles Musikvideo!
Gedreht wurde der Clip in London, Regie führte Charlie Sarsfield. Mit dem Video will Yungblud ganz offiziell eine neue Ära einläuten: Erstmalig sehen wir ihn ausgelassen tanzen – seine Performance lässt unweigerlich Erinnerungen an den King Of Pop wach werden. Was den Track außerdem so besonders macht? Er enthält ein Sample von The Cures „Close To Me”, das von Robert Smith höchstpersönlich freigegeben wurde!
“This is a new era for YUNGBLUD, I wanted to dance, I wanted to move, and I wanted to really personify in the video what this song means. It’s happiness and it’s euphoria and it’s letting the fuck go.” – Yungblud
Schaut Euch das Video zur neuen Yungblud-Hymne hier an:
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Am kommenden Donnerstag, den 08. September wird Yungblud den Sunset Strip in L.A. unsicher machen und in eine riesige Party verwandeln: Er spielt an diesem Abend drei Shows in drei legendären Venues auf dem Strip, dem Whisky A Go Go, dem Viper Room und dem Roxy. Das Ganze wird live via Amazon Twitch gestreamt!
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