Casper – die Show im Palladium Köln, Fotos vom 13.12.2022
Casper im Palladium Köln – seht hier unsre Fotos vom 13.12.2022
Casper im Palladium Köln – seht hier unsre Fotos vom 13.12.2022
Kraftklub sind wieder zurück – und das mit der gleichen Intensität wie vor der Pause, die im März dieses Jahres mit der Ankündigung des neuen Albums „Kargo“ endete. Seitdem sind die fünf Musiker aus Chemnitz wieder fleißig unterwegs und halten weiterhin am bewährten Konzept fest: Eingängige Songs mit einer Mischung aus (Indie-)Rock, Rap und einer Prise Punkrock gepaart mit gesellschaftskritischen Songs, die live bestens funktionieren.
So ist es auch keine Überraschung, dass die ausverkaufte Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf am Sonntagabend kocht. Insbesondere im letzten Drittel entstehen gleich mehrere Moshpits in der vollgepackten Halle. Eigentlich aber hüpft, tanzt und crowdsurfed die gesamte Menge ausgelassen zum Beat der alten Klassiker, aber auch zu den neuen Songs des aktuellen Albums.
Dabei hätte das Konzert bereits am 21. November stattfinden sollen, war aber kurzfristig abgesagt worden. Sänger Felix packt beim Nachholtermin, der gleichzeitig das Finale der Kargo-Tour darstellt, dann auch aus, weshalb man zwei Stunden vor Konzertbeginn doch nicht spielen konnte: „Obwohl wir uns jede erdenkliche Impfung in unsere ostdeutschen Astralkörper gepumpt haben, stellte sich bei einem Schnelltest vor dem Soundcheck raus: Vier von uns fünf haben Corona.“
Das wurde zum Glück scheinbar gut weggesteckt, denn Kraftklub lieferten locker eine über zweistündige Show ab – inklusive Gastmusikerinnen, Besuchen im Publikum und teils langatmigen Ansagen.
Wenn Kraftklub auf die Bühne kommt, merkt man inzwischen, dass die Band größer geworden ist. Die Entfernung zum Publikum ist minimal, im Graben gibt es direkt an den Absperrgittern Plattformen, damit die Musiker hin und wieder zum Greifen nah sein können. Statt einer breiten Bühne mit gerade Front setzen die Fünf auf eine deutlich schmalere, dafür ins Publikum hereinragende Bühne, die vor Beginn, während Umbaupausen und zum Schluss von drei Seiten von weißen Stoffbahnen verdeckt war. Viel Nebel, jede Menge Licht und Strobo gehören seit jeher zum Konzept der Band.
Bei insgesamt 26 gespielten Titeln kann man dann auch entsprechend der gleichnamigen Tour alle elf Songs von „Kargo“ spielen – wobei man im Verlauf des gesamten Konzerts bestaunen kann, wie gut diese Band live funktioniert. Insbesondere Felix Kummer, der Frontmann geradezu auf die Stirn geschrieben hat, bekommt auch diesen Platz von seinen Bandkollegen. Die zeigen zwar ebenfalls (vor allem musikalische) Präsenz, wortführend bleibt jedoch er. Wobei man merkt, dass die fünf Jahre Pause dem Quintett gutgetan haben: Die Chemnitzer scheinen gemeinsam eine sehr gute Zeit zu verbringen.
Obwohl Programm eindeutig ausreichend vorhanden ist, lässt man es sich nicht nehmen, ein Glücksrad mit einzubauen: Welcher Song mag wohl überraschenderweise gespielt werden? Wobei es zumindest so scheint, als sei die Auswahl beim Finale in Düsseldorf deutlich größer als sonst: „Normalerweise gibt es da vier Möglichkeiten – und eine davon ist die Zigarettenpause.“ Jetzt jedoch ist das gesamte Rad vollgeklebt mit alten Songtiteln. „Liebe zu Dritt“ erdrehen dann die beiden Fans Johanna und Lea, sehr zum Leidwesen der Band, die es mit dem Outro des Songs versucht, der auf der 2017er Platte „Keine Nacht für Niemanden“ zu finden war. Als Trost gab es eine „Zaubereinlage“ von Gitarrist und Keyboarder Steffen.
Support-Act Dilla hat anschließend mit dem Icona Pop-Cover „I Love it” einen kurzen Gastauftritt im Hauptset, direkt gefolgt von Mia Morgan, die live wie auf Platte den Song „Kein Gott, kein Staat, nur du“ mit Kraftklub gemeinsam performen darf. Sie war bei einigen vorherigen Konzerten als Vorband mit dabei.
Nach einigen weiteren Songs kommen schließlich noch Nina und Lotta für „So Schön“ auf die Bühne. Beide sind zwei Drittel der Indie-Band Blond und die (Halb-)Schwestern von Felix und Till (Bass).
Eine kurze Pause erfolgt mit zwei ruhigeren Songs, bei denen es sich Kraftklub nicht nehmen lassen, diese direkt in der Menge zu performen: „Kein Liebeslied“ und das Kummer-Cover „Bei dir“ (Felix hat in der Kraftklub-Pause eine kurze, aber erfolgreiche Solo-Karriere verfolgt) erlebt das Publikum im Sitzen – und erhellt die gesamte Halle mit etlichen Handylichtern. Mit 500K geht es dann aber direkt voller Elan weiter; viel länger hätte sich ohnehin kaum jemand am Boden gehalten.
Zurück auf der Bühne folgen einige ältere Hits, Felix spricht sich dafür aus, Kritik auch dann zu üben, wenn man selbst nicht perfekt ist – und spielt damit auf die Klimaproteste an, die nur allzu oft mit vermeintlichen Doppelmoral-Anschuldigungen à la „Du stößt aber auch jeden Tag CO2 aus, da muss man sich gar nicht so aufspielen“ niedergebügelt werden. Der Song „Randale“ sei einer, so die Band, der ausschließlich live funktioniere, ein Überbleibsel aus der unbekannten Anfangszeit um 2009 herum, den eigentlich niemand kennt – außer das Live-Publikum, das ihn mit voller Ausgelassenheit feiert.
Drei Songs gibt es am Ende nochmal zur Zugabe, darunter „Ein Song reicht“, für den Kraftklub vor wenigen Tagen die 1Live-Krone als bester Alternative-Song gewonnen haben und natürlich den ewigen Klassiker „Songs für Liam“.
Für die ausverkaufte Halle war es ein Fest – dass das Finale der Kargo-Tour zudem noch Ausfall-bedingt nach Düsseldorf gelegt wurde, war ein Glückstreffer. Denn die fünf Kraftklub-Musiker wirkten gelöst und voller Vorfreude auf den nächsten Festivalsommer, wenn es dann wieder zurück auf die großen Bühnen geht.
Kraftklub waren auf „Kargo Tour“ in der Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf – Seht hier unsre Fotogalerie
Auf dem Rockolymp angekommen sind Biffy Clyro schon längst. Die Band aus Schottland gibt es bereits seit 1995 – und kann seit über zehn Jahren in diversen Ländern Charterfolge feiern. Vor allem aber kann das Trio Konzerte geben: Live auf der kleinen Clubbühne ist mittlerweile eher vorbei, stattdessen werden die Festivalflächen und Hallen gefüllt. 5000 Menschen haben es am Montagabend in die Mitsubishi Electric Halle nach Düsseldorf geschafft. Ganz ausverkauft war es damit nicht, aber am Wochenstart ist das sicherlich vertretbar. Gleichzeitig ist das Konzert wegen der Pandemie auch schon mehrfach verschoben worden; kein Wunder also, dass nicht alles rappelvoll war.
Diejenigen die da waren hatten dennoch einen hervorragenden Abend. Auf der Bühne haben Neil Simon (Gitarre, Gesang), Ben Johnston (Drums) und James Johnston (Bass) Unterstützung von einem weiteren Gitarristen, einem Keyboarder und zusätzlich zwei Violinistinnen dabei. Dem Sound kommt das natürlich zu Gute, auch wenn (zumindest mit Gehörschutz) die Violinen über weite Strecken kaum zu hören sind im Klanggewebe von Biffy Clyro.
Die Songs der Gruppe sind fast alle Hymnentauglich, funktionieren im Stadion ebenso wie im Kellerclub. Dabei kommen auf ihrer derzeitigen Europatour die Songs von sechs ihrer insgesamt neun Alben auf die Setlist. Die drei Erstlingswerke bleiben damit außen vor, erst ab der ersten Major-Platte „Puzzles“ legen die Schotten los.
Mit Kapuzenmantel, spätestens nach dem ersten Viertel des Konzerts aber wie gewohnt oberkörperfrei führt Neil Simon durch den Abend – vor allem musizierend. Die kurzen Ansagen werden teils auf Deutsch gemacht, wobei es über Floskeln nicht hinausgeht. Der Vorteil davon dürfte sein, dass mehr Songs in das rund 100-minütige Konzert passen. „Mountains“, „Wolves of Winter“, „Biblical“ oder „Bubbles“ bleiben im Ohr. Große Emotionen gibt es nicht nur bei den beiden akustisch gespielten Liedern „Machines“ und „Re-Arrange“, sondern auch bei „Spaces“.
Obwohl viele für sich tanzen und vor allem mitsingen, sucht man allerdings Mosh- oder Circle-Pits eher vergebens oder lediglich in kleinerer Ausführung, auch Crowdsurfing bleibt aus. Das mag am Wochenanfang liegen, hergeben würde die Musik es. Biffy Clyro verstehen es seit Jahren eine Mischung aus melancholischen Balladen, ausgefeilten Alternative-Rock-Arrangements, die einem durchaus die Schuhe ausziehen können, vor allem aber ausgesprochen gekonnt dargeboten werden. Hier sitzt so ziemlich alles – die Woche hätte sicherlich kaum einen besseren Start haben können.
Biffy Clyro waren am 26.9.22 in der Mitsubishi Electric HALLE Düsseldorf. Hier unsere Fotogalerie.
Die Reeperbahn Festival Session von Betterov & Friends fand im Hamburger Michel statt. Manuel Bittorf aka Betterov hatte sich eine illustre Schar von Gästen eingeladen. Neben einem klassischen Ensemble gab es an den Vocals auch Novaa, Paula Hartmann, Fil Bo Riva und den sensationellen Olli Schulz.
Der Freitag auf dem Reeperbahn Festival hatte einige Highlights aus dem Newcomer-Bereich zu bieten. Batbait aus Zürich sind eine all female Band mit kantigem Punkrock. Laute, schrammelnde Gitarren beschallten den Spielbudenplatz.
Rund um den Spielbudenplatz wurde es musikalisch – wie immer beim Reeperbahn Festival – sehr vielseitig. Kurzfristig war Sebastian Madsen als Act eingesprungen und belebte den Bahnhof Pauli.
Auch der Donnerstag brachte einige Highlights beim Reeperbahn Festival. Die Schweden MANDO DIAO fanden sich zu einem kurzen aber intensiven Acoustic Gig im Saturn ein.
Das Reeperbahn Festval 2022 ist furios gestartet. Hier unsere zweite Fotogalerie mit ClockClock und Charles Watson (21.9.2022).
Mit „Brooklyn“ und „Sorry“ sind ClockClock natürlich die Band der Stunde. Im glanzvollen Spiegelzelt zeigte Sänger Bojan Kalajdzic eine große Nähe zum Publikum.
Das Reeperbahn Festval 2022 ist furios gestartet. Hier unsere erste Fotogalerie mit Kraftklub, Anaïs und Loyle Carner (21.9.2022).
Die wundervolle Anaïs betörte den Mojo Club.
Hin und wieder dauert es, bis man schlussendlich in den Genuss der Live-Version mancher Bands kommt. Bright Eyes beispielsweise gibt es schon seit über 20 Jahren, mit ruhenden Aktivitäten zwischen 2012 und 2019 schien es fast gar unwahrscheinlich, überhaupt jemals die Gelegenheit zu bekommen. Dann erschien zwar ein zehntes Studioalbum mit „Down in the Woods, Where the World Once was“, allerdings mitten in den ersten Pandemiemonaten. Eine Tournee rückte damit erstmal in weite Ferne und so dauerte es weitere zwei Jahre, bis Bright Eyes endlich ihre mehrfach verschobene Welttour in Angriff nehmen konnten.
Mit dabei: Vier Halte in Deutschland; Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln standen auf dem Plan. Am Dienstag spielte die Band um Singer-Songwriter Conor Oberst im Carlswerk Victoria in Köln. Ausverkauft war das Konzert nicht, aber gut gefüllt. Bei hohen Temperaturen lieferte die Band ein fast zweistündiges Konzert mit einem Querschnitt des Schaffens.
Bright Eyes ist vor allem geprägt durch die Texte und Stimme von Oberst, seine beiden langjährigen Partner Nate Walcott (Arrangements, Kompositionen, Trompete und Piano) und Multiinstrumentalist und Produzent Mike Mogis sind aber genauso wenig wegzudenken. Live liefern sie in Kombination mit der Begleitband eine vielschichtige musikalische Darbietung. Von Schlagzeug und Percussions hin zur Violine, Saxophon oder Pedal Steel Guitar und einiges mehr fand in den Arrangements genügend Platz. Oberst selbst nahm mal die Akustik- oder E-Gitarre zur Hand, hin und wieder an den Tasten und ab und an – etwa beim Opener „Dane and Sing“ – passenderweise nur am Mikrofon Platz. Leicht ungelenk tanzte er über die Bühne und präsentierte sich gesprächig. Dass dabei viel Kauderwelsch, der noch dazu arg verwaschen klang, aus seinem Munde kam, mag auch dem Wein geschuldet sein – der auf Anraten der Tourmanagerin immerhin mit etwa der gleichen Menge Wasser ausgeglichen wurde. Größere Aussetzer, die es auch in der Vergangenheit schon gegeben hat, blieben in Köln aus, Lyrics saßen meist und die zittrige, leicht brüchige Singstimme zeichnet Oberst eigentlich ohnehin aus.
Insofern ist es kaum ungewöhnlich, dass ein solcher Abend voll nostalgischer Erinnerungen an die Jugendzeit bestimmt ist, an Zeiten, in denen Conor Oberst als musikalisches Wunderkind, neuer Bob Dylan und „Voice of a Generation“ betitelt wurde. Und auch das neue, apokalyptisch anklingende Album macht es schwer, nicht von dem Talent des inzwischen 42-Jährigen angetan zu sein. Nur Live ist es eine Mischung aus Faszination, leichter Ernüchterung und ein kleines bisschen Fremdscham, ihm bei seiner öffentlichen Demontage zuzusehen, auch wenn es bereits schlimmer gewirkt haben mag. Ganz ehrlich kommen seine Beteuerungen, sich zu freuen, endlich hier zu sein, nicht in allen Reihen an, teils wirkt er demotiviert, teils auch etwas derangiert.
Schon immer lebte die Musik von den poetischen Texten, der Melancholie, all dem Herzschmerz, Unglück, dem Weltuntergangsfeeling und der leichten Hoffnung, die dann ab und an doch durchblickt. Dabei mäandert Bright Eyes stilistisch zwischen Folk, Americana, Indie, teils mit elektronischen Einschüben. Vom etwas positiveren Album „Cassadega“ war in der Kölner Playlist nichts zu finden. „First Day of my Life“ hingegen wurde live mit Violine neu arrangiert. “One for you, One for me“, auf das sich die Band nach Oberst Angaben besonders
gefreut hat, ist jedenfalls kein letzter Song, der im Gedächtnis bleibt und zeigt sich als schwächste Entscheidung in der sonst sehr guten Setlist. Bei zehn Alben bleiben allerdings auch immer Wünsche offen. Doch allgemein gingen die Meinungen weit auseinander, hörte man auf die Stimmen nach dem Konzert: Von „absolut beschissen“ zu „unfassbar angetan und überzeugt“, ist die Bandbreite voll abgedeckt, an Emotionen, die Oberst und Band hervorgerufen hat.
Was bleibt, ist dennoch eine leichte Zufriedenheit, das Live-Erlebnis damit erfahren zu haben, eine gewisse Sorge um den fragil wirkenden Sänger hallt im Hinterkopf nach und mit ihr die Hoffnung, dass er genügend Menschen hat, die auf ihn aufpassen. Denn trotz allem zeigte sich Conor Oberst seit seiner frühen Teenager-Jahre äußerst produktiv, hat etliche Alben und Projekte geschrieben und vorangetrieben. Und auch mit all dem Weltschmerz in seinen Liedern hofft man doch, dass dieser auch in Zukunft noch weiterhin transportiert wird und man vielleicht noch eine weitere Facette des Musikers kennenlernen kann.
Hier unsere Fotos von BRIGHT EYES am 23.8.2022 im Carlswerk Victoria Köln!
The Slow Show waren im Rahmen ihrer Tour 2022 am 14.08.2022 zu Gast im Kölner Gloria Theater.
Unseren Bericht zum Slow Show Konzert im Kölner Gloria findet ihr hier!
Es war ein langer Weg bis zu dieser Tour – und doch fühlt es sich an, als „wäre man in einem großen, wunderbaren Wohnzimmer“, wie Sänger Rob Goodwin bei dem Konzert im Gloria in Köln feststellt. Über zwei Jahre mussten die Gigs von The Slow Show corona-bedingt immer wieder verschoben werden. Umso intensiver war das Erlebnis für alle Beteiligten, nun endlich wieder live spielen und erleben zu können.
Der Name der Band ist dabei Programm: The Slow Show entschleunigen deutlich und lassen für gut anderthalb Stunden vieles vergessen. Es wird einem aber auch einfach gemacht: Die sonore Baritonstimme von Rob Goodwin entführt leicht in andere Sphären und die Arrangements der Band unterstützen dies auf ihre Weise. Dabei kommt The Slow Show mittlerweile schon seit einigen Jahren ohne Bassisten aus. Stattdessen leistet Chris Hough am Schlagzeug einiges; ist an den richtigen Stellen im Hintergrund, fast schon sanft, um kurz darauf kräftige Höhepunkte zu setzen. Frederik t’Kindt sorgt am Keyboard für die passende Untermalung, während Joel Byrne-McCullough entsprechende Gitarrensounds liefert. Live ist bei dem Konzert zudem Olivia Sawano dabei, die nicht nur an den Tasten für Bläser- und Streichersounds sowie andere Zusätze sorgt, sondern zudem den gesanglichen Gegenpart zu Rob Goodwin bildet. Manchem könnte sie vom Rundfunk Tanzorchester Ehrenfeld bekannt sein.
Alles zusammen ergibt den typischen Slow-Show-Sound: minimalistisch, mit einer dichten Atmosphäre; gleichzeitig mit einem teilweise bombastischen, fast schon pathetischen Sound, der sich um den Gesang und die Rezitationen Goodwins legt. Thematisch geht es um Liebe, Leiden, Leben und Tod, Verlust und Gewinn, aber auch um politische Aspekte, wobei die Lyrics betont poetisch, aber einfach gehalten sind. Durch alles schimmert ein Funke Hoffnung hindurch, der für verzückte Gesichter sorgt. Blickt man sich im vollgepackten Gloria um, sieht man lächelnde Münder, geschlossene Augen und mal ein leichtes Mitwiegen zum Klang, mal ein ausgelasseneres Tanzen. Dabei ist es erstaunlich ruhig im Saal: Aller Augen (und oft auch Smartphones) sind auf die Bühne gerichtet, zwischen den Songs braust der Applaus auf, begleitet von einigen wenigen Rufen und Jubeltönen, als würde niemand die aufgebaute Atmosphäre stören wollen.
Dabei ist auch schon im Vorfeld des Auftritts die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Solo-Künstlerin gerichtet: Jenny Thiele, vielen als Keyboarderin der Kölner Band Fortuna Ehrenfeld bekannt, läutet mit einem rund 30-minütigen Set den Abend ein. Sie switcht gekonnt zwischen Tasten und Gitarre, begleitet vom Drum-Loop; zwischendurch kommt auch der gesamte Sound aus der Konserve, was der Darbietung aber sicherlich keinen Abbruch tut. Die Musikerin, deren neues Soloalbum in Kürze erscheint, überzeugt mit englischsprachigen Songs inklusive Tanzeinlagen in Overall und Discokugel-Helm. Im Herbst/Winter ist sie nicht nur mit Fortuna Ehrenfeld, sondern auch Solo auf Tour.
Anderthalb Stunden lang geht das Set von The Slow Show, die damit auch einen Querschnitt ihres bisherigen Werks liefern: Alle vier Alben und einige frühe Songs des Quartetts aus Manchester sind mit vertreten. Dabei verliert Rob Goodwin nur wenige Worte zwischen den Songs, doch der gesamten Band merkt man Spielfreude und Dankbarkeit für die nun endlich stattfindende Tournee deutlich an. Man könnte auch sagen: Das lange Warten hat sich eindeutig gelohnt.
Unsere Fotos zum The Slow Show Konzert 2022 im Kölner Gloria gibt es hier.
Monuments waren am 6. August 2022 im MTC Köln – Seht hier unsere Fotogalerie!
The Dali Thundering Concept waren am 6.8.22 im MTC Köln – Seht hier unsere Fotogalerie!
ROCK AM RING – Seht hier unsre Fotogalerie von A Day To Remember, 5.6.2022
ROCK AM RING – Seht hier unsre Fotogalerie von Drangsal, 5.6.2022
ROCK AM RING – Seht hier unsere Fotogalerie von The Linda Lindas, 4.6.2022