Das Debütalbum „Heaven In A World So Cold“ machte Tom Gregory quasi über Nacht berühmt. Geboren im britischen Blackpool ist er bei „The Voice UK“ sehr früh ausgeschieden. Die Wende brachte erst der Plattendeal mit Kontor Records in Hamburg. Seine erste Single „Run To You“ und eine Tour mit a-ha gaben den nötigen Schub, um einen Platz 35 in den deutschen Charts zu erreichen.
„Things I Can’t Say Out Loud“ erscheint gerade mal ein Jahr später und zeigt den Sänger noch gereifter. Mit tiefer, sonorer Stimme trägt er eindringliche Pophymnen vor. Mal getragen wie „Lonely Heart“, dann mitreißend wie das rhythmische „River“.
Der Albumtitel entstammt dem Cover eines handgebundenen Notizbuches, welches Toms Vater gerne mit auf Reisen nahm. Als er nach Blackpool zurückkehrte, schenkte er dieses Buch seinem Sohn und sagte ihm, er solle anfangen, sein nächstes Kapitel zu schreiben. Tom gingen die Worte, die das Cover des Buches zierten, nicht mehr aus dem Kopf.
Gemeinsam mit einem großen Produzenten- und Songwriter-Team schuf Gregory ein Album herzlicher Balladen, die seine Geschichte erzählen, mal introvertiert, mal mitreißend sind.
Tom schaffte das, was nicht viele Künstler erreichen: Er kreierte seinen eigenen, unverkennbaren Sound und wurde prompt dafür belohnt. Getragen von seiner starken Stimme, die jederzeit im Vordergrund steht, schuf er ein facettenreiches zweites Album, das ihn in neue Sphären heben wird. Großartig!
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„Kin“ ist bereits das achte Album der US-amerikanischen Metalband aus Knoxville, Tennessee. Mit diesem Werk verabschieden sich Whitechapel noch ein Stück weiter vom Deathcore, für den sie in ihrer Anfangszeit standen. Stattdessen stehen nun viele melodische und cleane Momente im Vordergrund, die sich mit dem Hardcore alter Tage abwechseln. Damit führen Whitechapel die neu eingeschlagene Richtung von „The Valley“ (2019) konsequent fort. „Kin“ ist eine dynamische und vielfältige Sammlung, die den Sound der Band in neue Gefilde vorantreibt, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, was sie an diesen Punkt gebracht hat.
„Ich habe das Gefühl, dass wir bei jedem Album lernen, was beim Letzten am besten funktioniert hat, und versuchen, das beim Schreiben zu nutzen. Zu Beginn des Songwritings gab es einige Diskussionen darüber, dass das Album wie ‚The Valley‘ Teil II sein könnte, nicht wörtlich so genannt, aber so, wie die Songs klingen und fließen. Es ist ein sehr erzählerisches Album, so wie es ‚The Valley‘ war“, sagt Sänger Phil Bozeman. „Musikalisch wollen wir einfach das schaffen, was wir in dem jeweiligen Moment fühlen. Wir schreiben Musik, wie wir uns fühlen und nicht, was von uns erwartet wird, während textlich die Idee, die Geschichte von ‚The Valley‘ weiterzuführen, immer das Ziel war.“
Das Ergebnis ist ein Album, das viele klangliche und emotionale Bereiche auslotet, und zum ersten Mal kann man sagen, dass ein Whitechapel-Album ebenso sehr ein Rock- wie ein Metal-Album ist. Eine Behauptung, der auch Gitarrist Alex Wade zustimmt: „Es ist immer noch ein Metal-Album, aber es gibt Elemente auf der Platte, die eher einen rockigen und offenen Vibe haben. Wir wollten wirklich, dass diese Songs atmen und Leben haben und größer klingen als alles, was wir bisher gemacht haben. Wir haben auf ‚Kin‘ auch mehr Gesang ausprobiert. Es würde keinen Sinn machen, wenn die Mehrheit der Fangemeinde diesen Sound genießt und dann davor zurückschreckt.“
Der Opener „I Will Find You“ lebt dieses Konglomerat aus beiden Stilen exakt vor. Der Wechsel von akustischen zu verzerrten Gitarren erfolgt sehr abrupt und begeistert auf Anhieb. Nach cleanem Gesang gibt es aggressive Growls, die in „Lost Boy“ noch mehr Raum bekommen. Eine saubere Death Metal-Attacke, die zeigt, dass Whitechapel weiterhin zu Großem fähig sind. So entstehen Hymnen wie das blutrünstige „A Bloodsoaked Symphony“ und das eindringliche „The Ones That Made Us“.
Die Ballade „History Is Silent“ fällt da deutlich aus dem Rahmen, schafft aber eine geniale Atmosphäre und wildert fast schon in poppigen Gefilden. Macht aber nichts, denn Bozemans Stimme klingt hier einfach göttlich. Auch „Orphan“ und das Double „Without You / Without Us“ haben eine sehr melodische Seite zu bieten. Und wie ein Versprechen für zukünftige Werke schließt der Titelsong das Album ganz melancholisch ab.
Alles in allem ist „Kin“ ein sehr kontrastreiches Werk, das technisch perfekt umgesetzt ist und vor musikalischen Finessen nur so trotzt. Wem es stellenweise zu seicht wird, der hört sich halt „To The Wolves“ in Dauerschleife an – dann ist es wie in alten Zeiten.
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Die amerikanische Songwriterin Tori Amos gehört zwar zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihres Genres, aber sie hat es in den letzten beiden Jahrzehnten dem Publikum mit ihrer Musik und vor allem ihren Texten nicht ganz leicht gemacht. Sie ließ ihre Songs zu Graphic Novels und Musicals umarbeiten und produzierte im Laufe ihrer Karriere viele wegweisende Videos. Indem sie die Trends der damaligen Zeit sorgsam links liegen ließ, berührte die erstaunliche Sängerin dennoch Millionen von Menschen mit ihren hinreißenden Melodien, ihrer fesselnden Bühnenpräsenz sowie ihren persönlichen und aufrichtigen Texten.
Mit „Night Of Hunters“ bot sie Eigenkompositionen, die von klassischer Musik inspiriert waren. Ambitioniert und schwer verdaulich. „Gold Dust“ brachte dann eine Retrospektive der besonderen Art: ältere Songs, die neu arrangiert im orchestralen Gewand oder ganz einfach als leichtfüßige Pianosongs daher kamen. „Unrepentant Geraldines“ zeigte Tori Amos als Königin des Progressive Rock mit einer verträumten, zerbrechlichen Stimme, die jeden vom Hocker reißt.
Das neue Werk „Ocean To Ocean“ bietet weniger Piano und mehr Gitarre. Es ist ziemlich deutlich vom Lockdown beeinflusst und Tori sagte in Interviews auch selbst, dass sie nicht damit umgehen konnte, so zum Stillsitzen verdammt zu sein. Ohne Live-Musik, Reisen und überhaupt ohne viel zu beobachten, hatte Amos eine schwierige Zeit während der Pandemie. Sie verbarrikadierte sich in Cornwall und geriet in eine persönliche Krise, die jedem bekannt vorkommen mag.
So wurde „Ocean To Ocean“ zum sehr persönlichen Songwriter-Album, in dem sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Der Titelsong, dessen Drama sich an den Küsten des Vereinigten Königreichs und der USA abspielt, vermittelt ein Gefühl der geografischen und emotionalen Entwurzelung. Es ist ein Lied über Verwandtschaft und Liebe, über das Festhalten aneinander in zerstörerischen Zeiten mit einer melancholischen Dringlichkeit, die wir in ihren Werken von Anfang an gehört haben.
“Ich habe mir vorgenommen, die Dinge so zu betrachten, dass ich zu mehr Selbststärkung komme“, sagt Tori. „Aber was ist eigentlich Stärke? Manchmal ist man noch nicht bereit, aufzustehen – man muss am Boden anfangen. Wir alle haben Momente erlebt, die uns zu Boden werfen können. Diese Platte begleitet dich da, wo du gerade bist, vor allem, wenn du gerade einen Verlust erlebst. Es fasziniert mich, wenn jemand eine Tragödie durchgemacht hat und wie er seine Trauer verarbeitet. Darin liegt das Gold. Wenn jemand tatsächlich an diesem Punkt ist und denkt: ‚Ich bin am Ende‘, wie erreicht man diese Person? Es geht nicht um eine Pille oder einen doppelten Schuss Tequila. Es geht darum, gemeinsam im Dreck zu sitzen. Und dort im Dreck werde ich dich treffen.“
Allerdings ist es kein düsteres Album geworden. Melodisch, sanft und eingängig führt uns Tori durch ihre Gefühls- und Gedankenwelt. So entsteht ein homogenes Album, das ganz von Toris wundervoller Stimme getragen ist und ohne viel Bombast hervorragend produziert wurde. Viel Gitarre, ein wenig Piano hier und da – das reicht völlig, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Vergleiche zu Kate Bush gab es schon zu ihren Anfangszeiten und sie bieten sich immer noch an. Tori verzichtet auf Elektronik und orchestralen Bombast. Stattdessen klingt alles zart und verspielt – irgendwo zwischen Folk und Pop. Tori Amos geht seit über 30 Jahren konsequent ihren eigenen Weg und hat inzwischen einige musikalische Überraschungen aus dem Hut gezaubert. „Ocean To Ocean“ ist eine Rückkehr zu den Wurzeln – kraftvoll und authentisch.
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Der Rostocker Marten Laciny lässt seine alter egos Marsimoto und Marteria auf den Studioalben seit 2006 in gewohnter Weise abwechselnd in Erscheinung treten. So ist „5. Dimension“ zwar schon sein zehntes Album, doch der Titel passt zugleich perfekt zum fünften Marteria-Release.
Marteria ist einer der größten und einflussreichsten Künstler*innen, die dieses Land je gesehen hat. Er hat mit so unterschiedlichen Artists wie Casper, Bausa, Haftbefehl, Trettmann, DJ Koze, Siriusmo, Miss Platnum, Udo Lindenberg oder Peter Fox zusammengearbeitet. Seine Alben haben Gold und Platin geholt, Echos und 1Live Kronen. Vor allem aber haben sie deutsche Popmusik verändert.
Wie niemand sonst versteht es Marteria, zukunftsweisende Beats zwischen Rave und Randale mit den ganz großen Melodien und Emotionen zu verbinden. Und wie niemand sonst schafft er es, mit nur wenigen Worten alles zu sagen, was es zu sagen gibt.
Mit „5. Dimension“ wollte Marteria eine Platte machen, die von der Nacht erzählt und das Feiern feiert. Herausgekommen ist eine Platte über das Leben. Und vielleicht ist das ja gar kein so großer Unterschied. Für Marteria war das Feiern immer mehr als nur Spaß und Eskapismus.
In der Nacht gehe es darum, etwas über sich selbst zu erfahren, hat er einmal gesagt: eine eigene Wahrheit zu suchen und auch zu erschaffen. “5. Dimension” ist das Album zu dieser Erkenntnis. Es handelt von grellen Verheißungen und finsteren Abgründen. Von Liebe und Lostness. Von der unbestimmten Suche nach Mehr und diesen Momenten der Gewissheit, in Wahrheit alles schon gefunden zu haben.
“Jeder Song ist etwas ganz Besonderes für mich. Es ist, als hätte ich mich selbst wieder gefunden. So will ich mich hören, und so soll ich in Erinnerung bleiben. Liebe.” So fasst Marteria das Ergebnis zusammen.
„Niemand bringt Marten um“ heißt es zum Einstieg. Eine launische Selbstanalyse. Danach wird es sehr elektronisch – mit Unterstützung von Freund*innen wie ÄTNA, Yasha, DJ Koze und Miss Platnum. Chillige Songs und Tanzhymnen geben sich die Klinke in die Hand. So beschreibt Marteria das Clubleben und ist dabei relativ ernst.
Wenn man noch den Konzertmitschnitt „Live im Ostseestadion“ im Ohr hat, fährt Marteria hier deutlich mit angezogener Handbremse. Dennoch ergänzen sich Stimme und Stimmung perfekt. Nicht sein bestes Album, aber ein solides fünftes Werk.
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Die Rockband aus Las Vegas ließ sich bisher nicht auf einen Stil festlegen – das bleibt auch so. Mit ihrem neuen Album bieten Imagine Dragons einen respektablen Mix aus Rock, Alt-Pop, Synthiepop und Dubstep. Dabei darf es auch gerne mal etwas aggressiver werden. Frontmann Dan Reynolds bemerkte dazu in Interviews, dass das Album zwei Seiten hat: eine organische Seite, die sich nach innen richtet, und eine aggressive, die sich nach außen richtet. So geht es einerseits um Verlust und Trauer, während man andererseits das Leben feiert. „Ich war auf vielen Beerdigungen“, fasst er seine Emotionen zusammen.
Vielleicht ist Rick Rubin als Produzent genau der Richtige, um solche Gegensätze aus einer Band heraus zu kitzeln. Auf der einen Seite stehen Drogensucht und psychische Probleme, auf der anderen Seite der ewige Kampf, um aus dieser Mühle heraus zu kommen. Sinnbildlich dafür ist auch der Titel „Mercury“. Quecksilber – diese instabile chemische Verbindung steht wohl für beide Pole des Menschseins, das ewige Auf und Ab, aber auch für die Band, der von Beginn an vorgeworfen wurde, keine eindeutige Stilrichtung zu haben. „Act I“ weist zumindest darauf hin, dass der Prozess einer Selbstfindung noch nicht abgeschlossen ist.
Der Opener „My Life“ ist eine eindringliche Ballade voller Selbstzweifel. „Lonely“ klingt viel beschwingter als es der Titel vermuten lässt. Die elektronischen Elemente von „Monday“ harmonieren gut mit Dans hohen Vocals während „#1“ und „Easy Come Easy Go“ der poppigen Seite freien Lauf lassen. Eine starke Energie kommt vor allem auf „Dull Knives“ und „Cutthroat“ zum Vorschein, wo bisweilen mehr geschrien als gesungen wird.
Man spürt die Leidenschaft, die das Album antreibt. Es ist hervorragend produziert und Rubin hat es geschafft, die dunklen Seiten der Protagonisten zu wecken. Die einzelnen Bandmitglieder berichten, wie dieser sie immer wieder gepusht habe, noch tiefer zu gehen und noch ehrlicher zu sein – das Ergebnis kann sich sehen (und vor allem hören) lassen.
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Betontod hatten schon immer ein Faible für gehaltvolle Albumtitel. „Hier kommt Ärger“ hieß es noch in den 90ern, dem Gründungsjahrzehnt der Band. Später ging es um „GlaubeLiebeHoffnung“, den „Traum von Freiheit“ und man wurde agiler: „Revolution“ sowie „Vamos!“ waren die Schlagworte 2017 und 2018, die dem Quintett Top-10-Plätze in den Charts bescherten.
Jetzt dreht es sich um immerwährenden Frieden. Hinzu kommt ein ausdrucksstarkes Albumcover in Regenbogenfarben. Damit sind die Themen gesetzt: gegen Homophobie, Rassismus, Radikalismus, Kindesmissbrauch durch kirchliche Institutionen, Verschwörungstheorien, Korruption und Umweltzerstörung. So liegt die ehemalige Schulband ganz im Trend der Zeit. Es gibt kaum noch bierselige Mitgröl-Nummern, sondern ernsthafte Themen, die man im Punk nicht außen vor lassen kann.
Die Geschichte von Betontod ist eine Geschichte von fünf Jungs vom Niederrhein, die sich mit Punkrock im Gepäck auf den Weg machten, um mit ihrer Musik das Land und die Herzen zu erobern. Mit ihrem explosiven Power-Mix aus Deutschpunk, Rock und Metal hat sich die Punkrock-Truppe aus dem nordrhein-westfälischen Rheinberg seit ihrer Gründung im Jahr 1990 den Status als eine der beliebtesten und erfolgreichsten Bands ihres Genres erarbeitet.
Sie verfügen über eine Live-Energie, die Betontod auch auf ihrem neuen Album „Pace Per Sempre“ eingefangen haben, wie Gitarrist und Co-Songwriter Frank „Eule“ Vohwinkel erklärt. „Nach dem Release unserer letzten Scheibe `Vamos!` haben wir uns die Frage gestellt, wie wir heute klingen wollen. Wir waren uns einig, die liebgewonnenen Ecken und Kanten in unserem Sound beizubehalten und vielleicht sogar noch auszubauen. Ich denke, die neuen Stücke sind viel Punkrock-lastiger ausgefallen, als die des Vorgängers. Wir haben uns schon immer als erklärte Liveband betrachtet, die eine entspannte Halle in Sekundenbruchteilen in einen ausrastenden Moshpit verwandelt“ – eine akustische Naturgewalt, die sich auf dem neuen Album auch ohne viel Vorstellungsvermögen ziemlich eindrucksvoll nachvollziehen lässt.
Seit jeher haben sich Betontod als kritische Chronisten ihrer Zeit gesehen. Als lautstarker Streetpunk-Spiegel der Gesellschaft, der bei allem Engagement auch das Feiern und die gute Laune nicht vernachlässigte. Auf „Pace Per Sempre“ verschweißt das Quintett beide Pole zu einer wasserdichten Einheit. Treibende Gitarrenriffs treffen auf sofort ins Ohr gehende Singalongs und die markanten Reibeisen-Vocals von Frontmann Oliver Meister, der seine Botschaften mal metaphorisch verpackt, mal mit einer knallharten Offenheit in die Welt feuert.
Der Song „Regenbogen“ steht sinnbildlich für die heutige Zeit. „Hinter den Wasserwerfern seh’ ich den Regenbogen“, heißt es da. „In diesen Zeiten wieder gepanzerte Wasserwerfer vor dem Reichstag auffahren zu sehen, ist ein wirklich verstörendes Bild“, so Vohwinkel.
„Hals-Maul-Arsch-Gesicht“ richtet sich deutlich gegen Querdenker und Stammtisch-Proleten. „Der nackte Kaiser“ weist auf die Probleme der Gegenwart hin, wo die Politik ihre Augen vor der Wahrheit verschließt. Es geht jederzeit schnell nach vorne. Und selbst wo es hymnisch wird – in „Wir feiern dich“ und „Fliegen“ – wird nie die Bremse angezogen.
Betontod vermitteln ihre Lebensweisheiten in bester Punk-Manier und geben hehre Ziele aus. Das klingt so, als hätten die Toten Hosen eine Verjüngungskur hinter sich: offen, authentisch und schonungslos.
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Der Film „Flag Day“ hatte im Juli 2021 beim Filmfestival von Cannes Premiere. Die Handlung in knappen Worten: Ein Vater führt ein Doppelleben als Fälscher, Bankräuber und Trickbetrüger, um auf diese Weise für ein Auskommen für seine Tochter zu sorgen.
Spannender als der Film, dessen deutscher Start noch aussteht, ist vermutlich sein Soundtrack, den kein Geringerer als Pearl Jams Eddie Vedder in Zusammenarbeit mit dem irischen Songwriter Glen Hansard und der amerikanischen Songwriterin Cat Power geschrieben hat.
Schon der Opener „My Father’s Daughter“ lässt aufhorchen, wird der melancholische Song doch von Vedders Tochter Olivia interpretiert. Später tritt sie gemeinsam mit ihrem Vater bei „There’s A Girl“ in Erscheinung. Auch die übrigen Tracks erklingen ruhig und stimmungsvoll. Glen und Eddie interpretieren den eindringlichen Titelsong und schwelgen in „Tender Mercies“ sowie „Rather Be Home“. Cat Powers singt beschauliche Balladen wie „I Will Follow“ und „Dream“.
Ganz stark gibt Eddie dem R.E.M. Klassiker „Drive“ eine ganz eigene Note mit. Allein für diese Coverversion lohnt es sich, dem Soundtrack ein Ohr zu leihen.
„Flag Day“ ist Vedders zweite Filmzusammenarbeit mit Sean Penn, dessen Tochter Dylan Penn ebenfalls im Cast ist und die weibliche Hauptrolle spielt. Die erste Kollaboration war 2007 „Into the Wild“, für die Vedder einen Golden Globe für den besten Song im Film gewann. Im selben Jahr spielte Hansard die Hauptrolle im Film „Once“ und schrieb die Musik dazu, was ihm einen Academy Award für den besten Originalsong („Falling Slowly“) einbrachte.
Sean und Dylan Penn als Vater-Tochter-Duo tragen den Film, Eddie und Olivia Vedder den Soundtrack. Letzterer funktioniert auch als melancholisches Songwriter-Album. Trotzdem würde man sich wünschen, den Film dazu sehen zu können. In Kinos und bei den bekannten Streaming-Anbietern ist momentan noch Fehlanzeige.
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Nach viereinhalb aufregenden Dekaden schloss sich im Jahr 2018 der Kreis für eine der bekanntesten und erfolgreichsten Formationen Schottlands: Runrig haben im Stirling City Park an zwei Abenden vor jeweils 25.000 Zuschauern und der beeindruckenden Kulisse des Stirling Castle ihren endgültigen Abschied gefeiert.
Runrig waren ein Folk-Rock-Phänomen. Gegründet von den Brüdern Rory und Calum McDonald (schottischer geht’s kaum) hat man natürlich viele Höhen und Tiefen erlebt, sich aber konsequent vom gälischen Folk hin zur Rockband entwickelt. Ein entscheidender Einschnitt war sicher der letztendlich erfolglose Wechsel des langjährigen Sängers Donnie Munro in die Politik. Aber darüber muss man eigentlich gar nicht mehr reden, denn mit Bruce Guthro hatte man 1998 einen adäquaten Ersatz gefunden, der zwar nicht das Stimmvolumen seines Vorgängers erreichte, ihm aber in punkto Bühnenpräsenz jederzeit das Wasser reichen konnte. Der Sänger aus Neuschottland in Kanada war für viele Fans zunächst ein Problem und wurde nicht gerade begeistert aufgenommen. Er hat sich aber in die Herzen der Runrig-Gemeinde gesungen und wurde ein mehr als würdiger Ersatz.
Die vorliegende 112minütige Dokumentation ist eine filmische Retrospektive auf die Geschichte der Band – von ihrer Gründung auf der Isle of Skye im Jahr 1973 über die Auftritte vor 50.000 Fans am Loch Lomond und ihrem letzten Auftritt im Stirling City Park 2018. Mit beispiellosem Zugang zu den persönlichen Archiven der Band ist der Film die endgültige Geschichte einer der beliebtesten Bands Schottlands. Neben nostalgischen Bildern und malerischen Impressionen aus Schottland gibt es auch aktuelle Interviews mit den beteiligten Musikern, allen voran die Brüder Rory und Calum Macdonald, die die Band gegründet haben.
There must be a place Under the sun Where hearts of olden glory Grow young
Die Zeilen, die der Doku des renommierten Produzententeams von Blazing Griffin ihren Namen gegeben haben, stammen vom Song „Hearts Of Olden Glory“ – einer der großen Hymnen, die für die Musik der Schotten stehen. Wenn dann Tausende Fans diesen Song mit Tränen in den Augen über die Highlands schmettern, bekommt man auch zuhause am Bildschirm eine Gänsehaut. „There Must Be A Place“ ist eine würdige Zusammenfassung einer großen musikalischen Geschichte. Eindrucksvoll und bewegend!
Fotocredit: Andrew King
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1975 gegründet waren Motörhead 40 Jahre lang bis zum Tod von Lemmy Kilmister das Maß aller Dinge. Punk, Hard Rock, Rock ’n’ Roll sowie Bluesrock vereinten sich hier zu einem unschlagbaren Konglomerat und die Band wurde zum Vorbild für eine Legion von Metalbands. Dazu kamen Lemmys energischer, rauer Gesang sowie dessen E-Bass, der den Musikstil der Band prägte und über lange Zeit zum Alleinstellungsmerkmal machte.
Motörhead – das war unbändige Lebenskraft, voller Energie. Eine Lebenseinstellung. Und die lauteste, schmutzigste und gemeinste Musik, die mit unglaublicher Kraft das 20. & 21. Jahrhundert durchzogen hat. Man überzog alles mit unbarmherziger, ohrenbetäubender Kraft. Motörhead und ihre Musik haben das Leben von Millionen Fans verändert und angeregt, den Spirit aufzusaugen und die Einstellung zum Leben und der Musik zu verändern.
Der Hit „Ace Of Spades“ wurde zur Hymne, die perfekt die Einstellung von Millionen eingefangen hat und die große Löcher in den Stereoboxen hinterließ. Nichts war härter, nichts war schneller, nichts war mehr vollgepackt mit Rauheit und sicherlich war nichts lauter. Dies hat Motörhead zum einem kulturellen Elixier gemacht, welches genreübergreifend war.
Es gab (natürlich) schon eine Reihe von Best-of-Zusammenstellungen. Aktuell kommt eine weitere hinzu. Diese Kollektion versteht sich als Zusammenstellung der Motörhead Songs, die das Phänomen kreiert haben und präsentiert die komplette Ära der Bandgeschichte vereint auf einer Veröffentlichung. Douglas Adams wäre stolz, denn genau 42 Songs sind zusammen gekommen, um das Leben, das Universum und den ganzen Rest zu erklären, darunter Klassiker wie „Ace Of Spades“, „The Game“ und „Killed By Death“. Verfügbar als 2CD, 2LP, 4LP, digitaler Download, Streaming und Sony 360° Audio.
Werdet ihr manchmal gefragt, was die Faszination von Lemmy und Motörhead ausmacht? Legt einfach „Everything Louder Forever“ auf und die Frage wird damit umgehend beantwortet.
Fotocredit: Robert John
CD1
01. Overkill
02. We Are Motörhead
03. Snaggletooth
04. Rock It
05. Orgasmatron
06. Brotherhood Of Man
07. In The Name Of Tragedy
08. Bomber
09. Sacrifice
10. The Thousand Names Of God
11. Love For Sale
12. Killed By Death
13. I’m So Bad (Baby I Don’t Care)
14. Smiling Like A Killer
15. Sharpshooter
16. Queen Of The Damned
17. Keys To The Kingdom
18. Cradle To The Grave
19. Lost Johnny
20. The Game
CD2
21. Ace Of Spades (40th Anniversary Master)
22. Burner
23. Stone Dead Forever
24. Bad Woman
25. Just Cos You Got The Power
26. Stay Out Of Jail
27. No Class
28. I Am The Sword
29. The Chase Is Better Than The Catch
30. God Save The Queen
31. R.A.M.O.N.E.S. (2006 Version)
32. Iron Fist
33. Rock Out
34. Dirty Love
35. Shine
36. Overnight Sensation
37. On Your Feet Or On Your Knees
38. I Ain’t No Nice Guy
39. Sucker
40. 1916
41. Choking On Your Screams
42. Motörhead
Am 30. November wird Heinz Rudolf Erich Arthur Kunze 65 Jahre alt. Ein guter Zeitpunkt, um seine Autobiographie zu verfassen. Und den Titel hat er sehr bewusst gewählt: „Werdegang“ erzählt von einem Weg, der den Jungen aus dem Flüchtlingslager in Westfalen zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Künstler machte. Seit über 40 Jahren gehört Kunze zu den wichtigsten politischen Songschreibern und Rockpoeten des Landes und ist mit 36 Studioalben, zahlreichen Büchern und unzähligen Konzerten unbestritten auch einer der produktivsten. Immer wieder erfindet er sich dabei neu, ist mit seinen Texten stets am Puls der Zeit und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Daran soll auch die Biographie nichts ändern.
Eine begleitend zum Buch erschienene CD zeigt, dass Kunze noch immer aktuell und relevant ist: 24 seiner Songs hat er für „Werdegang“ neu interpretiert. Die Stücke wurden im Vorfeld von 1000 Fans via Social Media ausgesucht. Zusammen mit einigen jungen Produzenten wurden sie schließlich neu arrangiert und aufgenommen. Kunze reiste dafür quer durch Deutschland, arbeitete mit Tim Tautorat in den Berliner Hansa Studios, in Hamburg mit Anne De Wolf und Ulrich Rode, Steffen Graef und Klaus Sahm, mit Jens Schneider und Jules Kalmbacher in Mannheim und mit seinem Freund Udo Rinklin in Stuttgart.
Das Buch beginnt mit der Offenbarung, dass HRK nie Tagebuch geführt hat und sich daher auf die Erinnerungen aus den Jahrzehnten verlassen muss. Manchmal sind es Menschen, über die er schreibt, wie Mick Franke und Siegfried Loch, die die Erinnerungen fließen lassen. Oder die Begegnungen mit Kollegen wie Udo Lindenberg, Joe Cocker und Peter Maffay. An anderen Stelle basieren die Erzählungen auf autobiographischen Songs wie „Vertriebener“, das den jungen Mann als Heimatlosen zeigt. Die Lyrics sind ebenso berührend wie die entsprechenden Passagen im Buch.
Kunze berichtet nicht wirklich chronologisch. Vielmehr gibt es Blitzlichter und Anekdoten zu bestimmten Ereignissen und Stationen seines Lebens, zum künstlerischen Werdegang und den politischen Ideen. Viele Farbfotos illustrieren das Geschehe. Sie zeigen Kunze auf der Bühne und zusammen mit den Menschen, die seinen Weg begleitet haben. Er erzählt von dem Hype, den es nach „Dein ist mein ganzes Herz“ gab. Auch von den Panikattacken, die ihn bis in die 90er Jahre plagten, und davon, wie es ist, für andere Künstler Musik zu schreiben.
Seine Einblicke in die Musikwelt sind spannend und vielfältig. Kaum jemand hat so viel zu erzählen von politischen und kulturellen Hintergründen. HRK hat seine Erinnerungen selbst gesammelt und wurde dabei unterstützt von Oliver Kobold, Literaturwissenschaftler, Lektor und Autor zahlreicher Sachbücher. Das Ergebnis liest sich flüssig und hält den interessierten Leser bei der Stange. Endet der „Werdegang“ nach 286 Seiten? Keineswegs. „Ein Ende des Gehens ist zum Glück noch nicht abzusehen“, schreibt er auf der letzten Seite, bevor eine Diskographie und eine Bibliographie das Werk abschließen.
Das Cover von Buch und CD zeigt eine Zeichnung von Heinz Rudolf Kunze, wie ihn jeder kennt – mit ernstem Blick und obligatorischer Brille. Im Innenteil gibt es das Porträt auch in Farbe. Die Aufmachung des Reclam-Hardcovers ist zwar ohne Schutzumschlag, aber dennoch sehr wertig. Ein Must-have für jeden Liebhaber deutschsprachiger Pop und Rockmusik.
Als Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 35 Jahren starb, war sein „Requiem“ noch unvollendet. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten geschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition im Jahr 1791. Da es sich um ein Auftragswerk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr das Werk, welches als „Requiem in d moll“ (KV 626) in die Musikgeschichte einging.
Das Requiem ist geschrieben für Orchester, Chor und vier Solisten. Eine legendäre Aufnahme entstand 1981 unter dem Dirigat von Nikolaus Harnoncourt, der vor fünf Jahren verstorben ist. Warner Classics legen diesen Klassiker jetzt frisch gemastert neu auf. Damit würdigt man mehrere Jubiläen zugleich: Vor 230 Jahren erklang zum ersten Mal Mozarts Requiem, im selben Jahr, noch vor dessen Vollendung, starb Wolfgang Amadeus Mozart – und vor genau 40 Jahren entstand schließlich die Aufnahme selbst. „Hier kann ich Mozarts eigener Stimme lauschen“, sagte Harnoncourt einst über das Requiem des großen Komponisten.
Damals bereits mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet, lebt die Aufzeichnung von der intensiven Emotionalität des Harnoncourtʼschen Musikstils. Und sie gibt Zeugnis für die Anfangszeit der historischen Aufführungspraxis, als noch der Bogen gespannt werden musste zwischen traditioneller Interpretation und neuen Forschungserkenntnissen. Es spielt das vom Dirigenten gegründete Originalklangensemble Concentus Musicus Wien, begleitet von einer Riege erstklassiger Namen jener Zeit: die französische Sopranistin Rachel Yakar, die Altistin Ortrun Wenkel, Oratoriensänger Kurt Equiluz und der mächtige Bass von Robert Holl. Der heimliche Star der Aufnahme ist aber der sensibel agierende Wiener Staatsopernchor.
Der beginnende November mit seinen Gedenktagen wie Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag ist der perfekte Monat, um dieses großartige Requiem zu genießen. Die vorliegende Aufnahme ist legendär – und hat durch das Remastering noch an Klarheit und feinem Klang der Stimmen gewonnen.
Die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. So auch die von FOOLS GARDEN, der Band, die TAKE THAT in den „Bravo“-Charts vom Thron stieß, sich mit JUSTIN TIMBERLAKE die Garderobe teilte und mit den SPICE GIRLS in Tokio Polonaise tanzte. In Kaliningrad war die Band beim 750-jährigen Stadtjubiläum vor 100.000 Zuschauern DER Topact. Bei einem vom chinesischen Fernsehen übertragenen Benefizkonzert in der 30 Millionen Metropole Chong Qing trat FOOLS GARDEN vor mehr TV-Zuschauern auf als Deutschland Einwohner hat.
Doch damit nicht genug. Im Moskauer Bolshoi-Theater stand FOOLS GARDEN bei der Verleihung des bedeutendsten Musikpreises in Russland mit NICOLE SCHERZINGER und ASHANTI auf der Bühne. Unzählige Gold- und Platinauszeichnungen in der ganzen Welt, Preise wie der Bambi, der Echo, die Goldene Europa und viele mehr säumen ihren Weg.
Klaus Voormann, der das legendäre Cover der Beatles-LP „Revolver“ entworfen hat, gestaltete das Artwork des Albums „Who Is Jo King“. Ein Ritterschlag für die Band. Viele der FOOLS GARDEN-Songs sind aus Funk und TV bekannt, aber auch aus der Werbung – nicht nur „Lemon Tree“. VW unterlegte die Polo-Werbung in Russland mit „Man Of Devotion“, „Welcome Sun“ lieferte den passenden Sound in einem englischen Mitsubishi-Werbespot mit JÜRGEN KLOPP und Casinos in Las Vegas nutzen denselben Titel für ihre Werbung.
Man könnte denken: Wer all dies erreicht und erlebt hat, kann sich in Ruhe zurücklehnen, die Füße hochlegen und sich auf dem Erreichten ausruhen … weit gefehlt: Die beiden Masterminds PETER FREUDENTHALER und VOLKER HINKEL verspüren nach wie vor eine unbändige Lust neue Songs zu schreiben, Alben aufzunehmen und auf Tour zu gehen. Über 140 Songs haben sie in ihrer 30-jährigen Bandgeschichte mittlerweile geschaffen.
CAPTAIN … COAST IS CLEAR heißt das neue und mittlerweile elfte Studioalbum. Musikalisch knüpft dieses an den Vorgänger RISE AND FALL von 2018 an, schenkt aber in seiner Gesamtheit auch neue, spannende, vielleicht ungewohnte Musikerlebnisse. „Es ist elektronischer ausgefallen“, meint HINKEL und stellt gewisse Reminiszenzen keineswegs in Abrede.
Gleichzeitig erforderte die Corona-Pandemie besondere Kreativität, da gemeinsame Aufnahmen der Songs „ja nicht gingen“, so HINKEL. „Wir haben uns einfach die Files hin- und hergeschickt und echt Spaß gehabt mit Sounds rumzuspielen – einfach mal weniger Gitarre, dafür mehr Synthies“, erklärt HINKEL weiter.
Ein kleiner Vorgeschmack auf das Resultat dieses Wirkens gewährt der bereits im Jahr 2020 veröffentliche, zeitlose Electro-Pop-Song „Outta Love“. Sozusagen der persönliche Soundtrack der Pandemie. Im Track „Electrify“, einem für FOOLS GARDEN durchaus überraschenden Stück Musik, erweisen die Herren keinem Geringeren als DAVID BOWIE die Ehre, indem sie einen inhaltlichen Bezug zu „Major Tom“ herstellen: „Remember when David cut the line, and everything went out of control”. FOOLS GARDENS neueste Kreation weist aber auch eine ruhigere, nachdenklichere Seite auf. Bei Titeln wie „Those We Lost At Sea“ oder „Home Again” zeigen FREUDENTHALER und HINKEL nicht nur ihr musikalisches Können, sondern begegnen dem Hörer mit Tiefe. Zusätzlich kommt der Zuhörer, in den Genuss von VOLKER HINKELS raffinierten Sound Layouts. Darin lässt er seine Kunst als Komponist von Filmmusiken einfließen und erzeugt eine einzigartige, musikalische Dramaturgie.
Insgesamt scheint es, als ob die Band trotz – oder vielleicht gerade wegen – der pandemischen Herausforderungen geradezu zur Höchstform aufgelaufen ist und so, mit CAPTAIN … COAST IS CLEAR, ein Werk erschaffen hat, das tatsächlich für jeden Musikgeschmack etwas bietet. Daher kann es die Band kaum erwarten genau diese Songs, die während einer überaus geschichtsträchtigen Zeit entstanden sind, live auf die Bühne zu bringen, um sie dann mit Fans von Nah und Fern gemeinsam anzustimmen.
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Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, sich an einen Song der großen Joni Mitchell zu wagen – und diesen dann auch eigenhändig ins Deutsche zu übertragen. Doch wer, wenn nicht Wilhelmine, die sich in den jüngsten Jahren als eine der stärksten, mutigsten neuen Songwriterinnen im Deutschpop hervorgetan hat. Sie hat eine deutsche Version von „River“ (1971) erarbeitet, die den Titel „Fluss“ trägt.
In „River“ behandelt Joni Mitchell das Ende einer romantischen Beziehung und sucht nach einem Weg, ihren schmerzhaften emotionalen Bindungen zu entkommen. Wilhelmine findet in ihrer deutschen Interpretation ihre ganz eigenen Worte für die starken Emotionen des Songs: „Die Weihnachtszeit ist bald da / Sie fällen alle Tannen / Stellen alles auf / Und überall Gesang“, nimmt sie uns mit in diese Zeit des Jahres, die emotional besonders beglückend oder besonders niederschmetternd sein kann – je nachdem, wo man gerade steht. Wilhelmine steht, wie einst Joni Mitchell, allein da: „Mit mir ist es nicht leicht / Ich denke oft an mich / Jetzt bist du weg und alles Schöne nimmst du mit / Oh ich wünschte, ich hätte einen Fluss / Auf dem ich fortfließen kann“, singt sie, begleitet nur einem Klavier. Auch das offizielle Video zum Song ist eine Hommage an die Kanadierin.
Liebeskummer und Weihnachts-Sentimentalität, enttäuschte Hoffnungen und die Sehnsucht nach einem Neuanfang – all das kommt in „Fluss“ zusammen. Wilhelmine hat daraus eine bewegend schöne Ballade gemacht, die ihre Stimme hell erstrahlen lässt. „Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich einen Song von Joni Mitchell machen durfte, das ist Wahnsinn“, kommentiert die Berliner Musikerin. „Sie ist eine der besten Schreiber:innen unserer Zeit. Ich glaube, niemand schafft es, sich so berührende, echte, abwechslungsreiche, bewegende Sachen auszudenken, die in keine Schublade passen. Solche Menschen findet man vielleicht einmal unter vielen Millionen. Wo die Texte so klingen, als würden sie auf einer einsamen Insel ohne Einflüsse entstehen.“
Entsprechend bewusst war sich Wilhelmine, wessen Song sie da gerade ins Deutsche überträgt. „Ich glaube, das hat nur geklappt, weil ich wegignoriert habe, was ich da eigentlich tue“, berichtet sie. „Ich habe mir gedacht: ‚Okay, ich mache jetzt einfach meine Arbeit, ich tue das, was ich gut kann‘, und versucht, alles andere nach hinten zu schieben.“ Ihr Ansatz: „Wie ich schaffe ich es, die Bewegung, die dieses Lied in mir auslöst, ins Deutsche zu übersetzen?“ Aus „I wish I had a river / I could skate away on“ wurde so beispielsweise „Ich wünschte, ich hätte einen Fluss / Auf dem ich fortfließen kann“ – „was sehr dramatisch klingt, fast suizidal“, so Wilhelmine, „aber für mich fängt es das Gefühl ein, wenn man so verloren ist, dass man sich am liebsten auflösen will.“
„Fluss“ ist Wilhelmines erste Weihnachts-Single, und tatsächlich hat diese Jahreszeit auch für sie einen besonderen Stellenwert: „Weihnachten ist für mich immer ein geschützter Raum und mir sehr wichtig. Wenn ich an Weihnachten denke, denke ich an ein Wohnzimmer mit Menschen, die man liebt. Den Geruch von leckeren Sachen, die man gerne isst. Und, vor allen Dingen, an Entschleunigung und Wärme“, so Wilhelmine, die hinzufügt: „Für mich wird dieses Weihnachten ein ganz besonderes, weil ich das erste Mal in meinem Leben ein Wohnzimmer habe, in dem ich Menschen empfange. Das ist für mich ein richtiges Life Goal im Erwachsenwerden.“
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Der britische Künstler JamesGillespie veröffentlicht seinen neuen, nachdenklichen Popsong „Money Money”.
Nach der vergangenen Sommer erschienenen und von Eg White produzierten Perle „Foolish Love” präsentiert Gillespie nun eine Mischung aus nostalgischen Soul-Einflüssen auf einem Bett aus schwungvoller Percussion, einem verspielten Jam und als Gegengewicht dazu einen aufrichtigen Text über die Suche nach der wahren, spirituellen Liebe, der wirklich zu Herzen geht. Geprägt von seiner unverkennbaren, rauen Stimme und einer kraftvollen, mit Bläsern auftrumpfenden Produktion wird „Money Money” den Namen James Gillespie und sein Faible für astreine Poptracks mit Ecken und Kanten weiter in der globalen Musiklandschaft etablieren.
„Der Song dreht sich um das Gefühl der Erkenntnis, dass jemand nicht aus oberflächlichen Gründen bei dir ist. Und dass man den anderen nicht mit irgendwelchen funkelnden Geschenken beeindrucken muss. Es geht darum, wie man mit der anderen Person zusammenlebt und sie sich einfach darüber freut, in deiner Nähe zu sein. Egal, was du tust oder wo du bist. Wenn man das gemerkt und sich bewusstgemacht hat, ändert sich einfach alles.”
„Money Money” ist die zweite Auskopplung aus Gillespies mit Spannung erwartetem zweiten Album, welches Anfang nächsten Jahres erscheint. Begleitet wird die Single von einem kunstvollen Video von der Regisseurin Eva Pentel (Fotografin von Dizzee Rascal, Little Simz, Nick Jonas, Ne-Yo).
Die 4 Millionen monatlichen Hörer und mehr als 100 Millionen Streams insgesamt bisher zeigen, dass Gillespies Fans auf der ganzen Welt seit der Veröffentlichung seines Debüts 2019 einfach nicht genug von seinem ehrlichen und ungeschliffenen Sound kriegen können. Tastemaker wie COMPLEX, THE LINE OF BEST FIT und CLASH feiern den Künstler genauso wie Musiklegende SirEltonJohn(„einer meiner Toptipps für das kommende Jahr – behaltet ihn im Auge!”). Gillespies Performance zusammen mit und als Support von P!NK beim V Festival und bei ihrem Auftritt in Berlin zündete endgültig den Turbo bei seinem rasanten Aufstieg.
Aktuell bereitet sich der Künstler auf seine kommende US-Tour und weitere Veröffentlichungen für 2022 vor. “Money Money” verkörpert den Kern und die Essenz von James Gillespies Musik – aufrichtig, aufregend und von Herzen. Bleibt dran für weitere Neuigkeiten.
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Für die diesjährige Weihnachtskampagne der amerikanischen Modemarke GAP, „ALL TOGETHER NOW“, hat Katy Perry den Beatles-Klassiker „All You Need Is Love“ neu verpackt. Bereits gestern ist ihre Version offiziell erschienen. Gemeinsam mit dem Popstar will GAP mit der Kampagne dafür sorgen, in der Vorweihnachtszeit Werte wie Liebe, Güte und gegenseitige Akzeptanz wieder stärker zu verankern und ein stärkeres Miteinander zu schaffen. Seit jeher setzt die Modemarke in ihren Kampagnen auf einen starken Storytelling-Ansatz in Verbindung mit Musik.
Für jeden generierten Spotify-Stream von Katy Perrys „All You Need Is Love“ spendet GAP 1 US Dollar an die Organisation Baby2Baby, die Kinder aus prekären Verhältnissen mit dem Nötigsten versorgt. Auch Perry selbst unterstützt die Organisation seit langem.
“I’m always excited to work with brands that are going the extra mile to make this world a better, happier place”, berichtet Katy Perry über die Zusammenarbeit mit GAP. “Reimagining one of the most recognizable and emotional songs of our time with an iconic brand like Gap, having such a special and important message, has been a dream. And what better reason to partner than bringing people together to spread joy for the holidays and raise money for Baby2Baby, a charity that’s close to my heart. Children are our future. We need to lift kids and help them find their value, self-worth and self-respect”, führt sie weiter aus.
Schaut Euch den Werbespot für die Kampagne mit Katy Perry in der Hauptrolle hier an:
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Nach der Veröffentlichung seines Duetts mit Demi Lovato auf „What Other People Say“ und der international erfolgreichen Hit-Single „This City“ hat Sam Fischer seine neue Single „Hopeless Romantic“ veröffentlicht.
Der Song trägt in echtem Sam Fischer Stil sein Herz auf der Zunge und diskutiert die Kämpfe, denen Sam als Künstler begegnet ist, und romantisiert, wie das alltägliche Leben sein sollte. Während der Text tiefgründig und emotional ist, ist es musikalisch ein melodischer und erhebender Popsong, der sich zu einem eingängigen und mutigen Refrain aufbaut.
„In den letzten zwei Jahren gab es Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, dass ich nie die Dinge tun würde, von denen ich als Künstler immer geträumt habe. Jeder virtuelle Auftritt, der mit einem tiefen Schweigen meiner Möbel endete, machte mich wirklich traurig und gleichzeitig schuldig, weil ich das, was ich habe, überhaupt nicht zu schätzen wusste. Ich weigerte mich aktiv, die Realität zu akzeptieren, und romantisierte stattdessen eine Version des Lebens, die einfach nicht existierte. Und genau darum geht es in „Hopeless Romantic“. Allerdings muss ich sagen, dass ich gerade von meiner ersten Headline-Tour komme, bei der ich zum ersten Mal meine Fans kennengelernt habe, die mir dieses Leben ermöglichen, und dass es mir jetzt viel besser geht“, so Sam Fischer über seine neue Single.
Sams Debütsingle „This City“ steht derzeit bei über 500 Millionen weltweiten Streams und hielt sich 11 Wochen lang in den UK Top 20 und erhielt Gold- und Platinauszeichnungen in UK und USA, in Australien sogar Doppelplatin. Sam trat mit dem Song auch im US-Fernsehen auf, unter anderem bei Ellen, Jimmy Kimmel und The Late Late Show With James Corden. Kürzlich beendete er seine erste Live-Tournee in Großbritannien, bei der er unter anderem in der ausverkauften London Garage auftrat, und wird im Januar 2022 auch in den USA zu sehen sein.
Der in Australien geborene Sam Fischer stellte sich erstmals mit seiner „Not A Hobby“ EP vor und hat mit seiner gefühlvollen Stimme und seinen zu Herzen gehenden Texten unglaubliche und wohlverdiente Aufmerksamkeit erlangt. Als er mit seinem Freund Lewis Capaldi durch Nordamerika tourte, begeisterte er das Publikum mit seiner lebhaften Persönlichkeit und seiner Liebe und seinem Talent zum Songwriting. Heute lebt er in L.A. und wird nicht nur für seine eigene Arbeit gelobt, sondern festigt seinen Platz als einer der angesagtesten Songschreiber der Gegenwart. Er hat mit globalen Pop-Superstars wie Ciara, Lennon Stella, Louis Tomlinson, Elle King, Jessie J, Virginia To Vegas und vielen anderen gearbeitet.
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Heute präsentiert die aufstrebende, junge Künstlerin Lizzy McAlpine ihren neuen Song “doomsday”. Bei dem dazugehörigen Video führte Gus Black die Regie. Das Skript stammt von Lizzy McAlpine selbst. Es handelt sich bei dem Track um ihren ersten Solo-Release des Jahres – und einen Vorboten dessen, was demnächst auf uns zukommt.
“Es geht in dem Song um Beziehungen, die so toxisch sind, dass man eigentlich ahnt, dass sie zum Scheitern verurteilt ist, und sich innerlich schon auf diese Möglichkeit vorbereitet”, erklärt Mc Alpine. “Es finden sich ziemlich viele sprachliche Bilder aus der Welt der Beerdigungen in dem Song, denn für mich ist ein gebrochenes Herz wie Sterben. So kam ich auch auf den Skelett-Look des Videos. Außerdem steht der Song für ein neues Kapitel für mich und meinen Sound. Es ist total spannend für mich, aus der ‚Give Me A Minute‘-Box ausbrechen und eine neue, reifere Version von mir als Künstlerin vorstellen zu können.”
Zeitgleich mit der heutigen Veröffentlichung bestätigt McAlpine eine ausgedehnte Nordamerikatour mit Dodie. Sie beginnt Anfang 2022 und führt sie unter Anderem nach New York, wo sie im Kings Theatre auftritt, außerdem ins Ryman Auditorium in Nashville, das Riviera Theater in Chicago, The Fillmore in Philadelphia sowie mehrere Shows im Theatre at Ace Hotel in Los Angeles. Die vollständigen Termine stehen unten.
McAlpine stammt aus einem Vorort von Philadelphia und die Musik übt schon lange eine Faszination auf sie aus, eigentlich schon seit sie groß genug war, auf dem Klavier ihrer Großeltern herumzuhämmern. Es dauerte nicht lange, bis ihre unkoordinierten Experimente klarere Strukturen annahmen. Ihre Kompositionen und Coverversionen teilte sie auf Soundcloud und YouTube.
Mit ihren bisher 90 Millionen Streams insgesamt auf allen Plattformen konnte sich McAlpine in den sozialen Medien sogar die Unterstützung von Stars wie Shawn Mendez, Finneas, Phoebe Bridgers, Jacob Collier, Camila Cabello, Lennon Stella, Ben Platt, Jeremy Zucker und einigen anderen sichern.
2020 veröffentlichte McAlpine ihr Debütalbum „Give Me A Minute“, welches den Anfang vom Ende einer Liebesbeziehung nachzeichnet. Sie schrieb es während eines Auslandsaufenthalts zum Studium in Spanien und produzierte es gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Philip Etherington vom Berklee College of Music. Nach dem Release präsentierte das Magazin American Songwriter McAlpine in seiner “Acts You Need To Know”-Liste.
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Mit ihrer dritten Vorab-Single „Oktober“, des für 2022 geplanten Albums, führen Odeville ihre Zuhörerschaft langsam in die dunklen Tage des Jahres 2021 und vielleicht auch ein wenig aufs Glatteis.
„Oktober“ beschäftigt sich mit dem vermeintlichen Druck der Gesellschaft, ein Bild von sich in den sozialen Netzwerken zu kreieren, das nach außen immer perfekt zu sein scheint.
Menschen lügen
Menschen frieren
Decken zu und inszenieren
Wollen Schnee sein
Einfach Schnee sein
In „Oktober“ steht der Schnee als das Sinnbild für Reinheit und Perfektion. Aber die große Frage bleibt dann noch immer:
Was siehst du, wenn das Eis am Ende taut
Was bleibt dir, wenn du nicht mehr an dich glaubst
Die Lage für Künstler:innen und Bands hat sich insbesondere in der Corona-Pandemie verschärft. Der künstlerische Austausch konnte über die vergangenen 1½ Jahre fast nur online stattfinden. Viele Kunstschaffende fühl(t)en sich erschlagen vom Druck, dabei tagein tagaus Inhalte für soziale Medien zu produzieren, in dem sie der Öffentlichkeit weiterhin präsentiert haben „dass ja eigentlich trotzdem alles cool ist“. Der digitale Burnout ist vorprogrammiert.
Alles schön
Alles Schein
Alle Spuren sind verweht
Für das Songwriting besuchten die drei Hamburger diesmal die Hit-Schmiede von Peter Jordan, der auch unter anderem schon für „Alle Farben“, „Tim Benzko“ oder „Namika“ geschrieben und produziert hat. Aus den neu gesammelten Erfahrungen haben sie zusammen mit Arne Neurand ein warmes Gewand aus Synthesizern, Glockenspiel und Gitarre gebaut, das gleichzeitig nach den 80ern schreit und doch nach einer „Bosse“ Stadionshow klingt. Ist das überhaupt noch Rock? Nein! Ist es belangloser Radio-Pop? Natürlich nicht! Es ist der Beweis dafür, dass Odeville kontinuierlich und genreübergreifend ausgeklügelte „Singalongs“ schreiben können. Es ist der Beweis dafür, dass sich hinter den romantischen Texten von Sänger Hauke Horeis bei näherer Betrachtung immer gesellschaftskritische Themen verbergen. Es ist der Beweis, dass auch in 2021 Hamburg Rockcity genauso aufregend ist wie vor der Pandemie.
„Oktober“ findet man ab sofort auf allen gängigen Portalen, wie Spotify, iTunes, Deezer & Co. h
Außerdem spielen ODEVILLE eine Show in Hamburg: Samstag, 27.11.2021 Bambule mit den Boys – Die Hebebühne
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Die Liedermacherin Sarah Straub veröffentlicht mit Duettpartner Konstantin Wecker die Single „Schwalben“. Das Lied ist allen Angehörigen von Demenz-Erkrankten gewidmet.
Sarah ist erfolgreiche Liedermacherin, regelmäßige musikalische Partnerin von Konstantin Wecker – und Demenzexpertin. Mit ihrer aktuellen Single „Schwalben“ verbindet sie nun ihre beiden Lebenswelten miteinander und schenkt in diesem Song allen pflegenden Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen eine Stimme. Allein in Deutschland sind etwa 1,6 Millionen von der Krankheit betroffen. Und jeden Tag kommen rund 900 dazu.
Als Sarah Straubs Großmutter dement wurde, veränderte das auch das Leben der damals 20-jährigen Enkelin. Als pflegende Angehörige erfuhr sie am eigenen Leib, mit welchen Herausforderungen Betroffene und ihre Familien jeden Tag leben müssen. Sarah Straub wollte diese Erfahrungen nutzen und beschloss, anderen Menschen zu helfen, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie. Neben ihrer bereits gestarteten Musikkarriere studierte sie Psychologie, promovierte über das Thema Demenz und arbeitet nun bereits seit zehn Jahren mit Demenzpatienten und deren Familien.
Vor kurzem veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Wie meine Großmutter ihr Ich verlor“, in dem sie beschreibt, was es bedeutet, wenn aus Vergesslichkeit Demenz wird. Auch für „Schwalben“ holte sich Sarah Straub den deutschen Liedermacher als Duettpartner ins Studio, der von diesem Lied so berührt war, dass er es in der BR-Fernsehsendung „Z‘am rocken“ selbst gesungen hatte.
„Schwalben“ erschien am 22. Oktober im Münchner Label „Sturm & Klang“, das im Sommer auch Sarah Straubs aktuelles Mini-Album „Tacheles“ veröffentlichte. Mit ihm schaffte die Musikerin auf Anhieb den Sprung in die deutschen und österreichischen Charts.
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Bisher war mir Hape Kerkeling als Schlagersänger eher in Gestalt der alternden Diva Uschi Blum bekannt. Ebenso unvergessen wie deren Performaces sind der Ulksong „Hurz“ und seine wundervolle Interpretation skurriler letzter Plätze im Eurovision Song Contest, die er im Programm „Wieder auf Tour“ zum besten gab. Was soll man also erwarten, wenn der Star aus Recklinghausen ein komplettes neues Album auf den Markt bringt? Ulk oder Ernsthaftigkeit?
In den letzten Jahren war es recht ruhig um Kerkeling als Komiker. Seinen Abschied von der Bühne hat er sehr offensiv propagiert. Stattdessen gab es Bucherfolge wie „Ich bin dann mal weg“, „Der Junge muss an die frische Luft“ und ganz aktuell „Pfoten vom Tisch!“. Trotz der Ernsthaftigkeit in den autobiographischen Werken kommt auch das Material zum Schmunzeln nie zu kurz. Da mag man durchaus Parallelen zum Album „Mal unter uns…“ ziehen, das auf dem Cover als „das persönlichste Album seines Lebens“ beworben wird.
Und tatsächlich ist es ein ziemlich ernsthaftes Schlageralbum geworden, mit oftmals biografischen und nachdenklichen Songs. Man nehme nur „Der Weg nach Haus“, das sich ziemlich deutlich auf Hapes Reise auf dem Jakobsweg bezieht. Oder „Ich leb den Traum“, der zurück auf ein bewegtes Leben blickt und vielleicht den Grund liefert, warum Kerkelings Abschied aus der Medienwelt doch nicht so endgültig war (nach dem Album wird es in Kürze auch eine Doku-Reihe „Hape und die 7 Zwergstaaten“ bei VOX geben).
Natürlich gibt es nicht nur Nachdenkliches. Das beschwingte „Sexy wenn ich tanz“ kommt mit großem Augenzwinkern daher und die Hommage an „Gudrun“ klingt auch eher parodistisch. Ernsthaft wird es dann wieder in Lovesongs wie „Darf ich dann zu dir“ und vor allem „Amsterdam“, in dem authentisch und unaufgeregt die Homosexualität zum Thema gemacht wird.
Apropos Holland: Die Originalsongs, die dem Album zugrunde liegen, stammen aus den Niederlanden und Hape hat sie mit deutschen Texten versehen. Da schließt sich doch der Kreis zu seinem legendären Auftritt 1991 als Königin Beatrix.
In den 14 Songs reflektiert Hape Kerkeling das Leben, die Liebe und Vieles, was nicht nur ihn, sondern auch seine Fans bewegt. Es sind ehrliche und beseelte Schlager, die er da singt. Vielleicht werden wir ihn bald als Hape auf Florians Schlagerbühnen sehen – und nicht als Uschi Blum.