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Urheber/Fotograf: Tina Korhonen

New Model Army 23.03.2024 Garage / Saarbrücken

Stories from Brexit Island

Wenn New Model Army in der Saarbrücker Garage spielen, ist das natürlich ein Pflichttermin für geneigte Punk- und Independent-Fans aller Generationen. So war die kultige Location auch in Windeseile ausverkauft und man konnte sich dicht gedrängt auf das Konzert freuen, das nach dem Support Yagow pünktlich um 20 Uhr startete.

Die Band um den charismatischen Justin Sullivan ging mit „Coming or Going“ vom aktuellen Album „Unbroken“ gleich in die Vollen. Es war klar, dass NMA hier nicht irgendwelche alten Hits abnudeln wollten. Die Band aus dem britischen Bradford ist immer noch politisch relevant und hat etwas zu sagen. Gleich zu Beginn gab es mit „First Summer After“, „Language“, „If I Am Still Me“ und „Do You Really Want To Go There“ noch eine ganze Reihe neuer Titel.

Das neue Werk liefert altbewährte Klänge und neue Energie. Es ist voller heftigen Gitarren und setzt ein besonderes Augenmerk auf das rhythmische Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug. New Model Army verschieben dabei die Grenzen ihres einzigartigen Sounds, bleiben sich selbst jedoch treu. Das Album ist eine abwechslungsreiche Sammlung von Liedern mit sozial-politischer Message bis hin zu tief persönlichen Einblicken.

Doch natürlich haben es auch genügend Fan-Favoriten und Mitsing-Klassiker auf die Setlist geschafft. Schließlich wissen Army, wie man mit dem musikalischen Erbe umgeht – gab es dort in den letzten Jahren sowohl eine sehr ungewöhnliche Varianten mit 1000 Stimmen, die im Chor mitsangen, und eine orchestrale Version der größten Hits. So durften natürlich auch in Saarbrücken „Stormclouds“, „225“ und „Green and Grey“ nicht fehlen.

Justin war nicht so sehr in Plauderlaune, wie man dies von seinen Solo-Konzerten kennt, doch er hatte trotzdem einige „Stories from Brexit Island“ auf Lager, wetterte gegen Nationalismus und Kapitalismus, rief zu Solidarität auf. Auch mit fast 68 Jahren (der Geburtstag ist in gut zwei Wochen) bleibt Sullivan ganz der Alte.

Im Endpurt gab es grandiose Evergreens wie „Purity“ und „No Rest“. Im Publikum war eine fantastische Stimmung zu bemerken, auch wenn die Anzahl der choreografierten Performances auf den Schulter der Kolleg*innen bei weitem nicht mehr mit früheren Konzerten zu vergleichen ist. „Wonderful Way To Go“ und „Get Me Out“ funktionierten aber immer noch als Hymnen voller Energie, die Band und Publikum zielsicher verbanden.

Nach fast zwei Stunden war das Saallicht schon an, doch die Band kehrte zum düsteren „Betcha“ ein letztes Mal zurück. Die Geschichtenerzähler mit politischer Message haben viel zu berichten – vor allem, wenn sie in Europa unterwegs sind. Nächste Gelegenheit zum Konzertbesuch gibt es übrigens am 19. Juli 2024 in Trier. Die Open-Air-Location am Brunnenhof direkt neben der Porta Nigra ist definitiv einen Besuch wert.

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