Eigentlich ist Karsten Dusse ja Rechtsanwalt. Er hat in Bonn, Lausanne und Los Angeles studiert. Seit seinem ersten Roman „Achtsam morden“ hat er sich jedoch als Autor von humorvollen Krimis in die Bestseller-Listen gebracht, bei denen therapeutische und meditative Verfahren wie das Prinzip der Achtsamkeit im Mittelpunkt stehen. Die Verbindung dieser eigentlich buddhistischen Lehre mit einer Story um Morde und Mafia-Methoden machte die inzwischen fünf Bücher überaus erfolgreich. So sehr, dass Dusse neben dem Platz auf der Bestsellerliste auch den Deutschen Hörbuchpreis bekommen hat und das erste der Bücher gar in einer Netflix-Verfilmung weltweit erfolgreich war.
Doch nach der persiflierten Behandlung von Themen wie dem inneren Kind, dem Jakobsweg und der bewussten Ernährung ist die Geschichte um den umtriebigen Rechtsanwalt Björn Diemel inzwischen doch etwas ausgelutscht. Also gibt es im neuen Buch „Filmriss auf Immenhof“ eine gänzlich neue Geschichte, die stilistisch aber auf den bekannten Bahnen bleibt.
Der Immenhof wird vielen Freunden alter Heimat- und Pferdefilme ein Begriff sein. Auch wenn man viel später geboren ist, haben viele direkt das Bild des idyllischen Gutshofs vor Augen, auf dem die erste Trilogie aus den 50er Jahren spielt. Diese hat es auch als Illustration aufs Buchcover gebracht. Die Story spielt aber in der Gegenwart und ist eine echte Gangstergeschichte.
Zum Inhalt laut Klappentext: Die Kriminalpsychologin Sophia, geschieden, zweifache Teenager-Mutter und gerade wieder frisch getrennt, schenkt sich zum 45. Geburtstag ein Wochenende auf dem Immenhof. Das zum Hotel umgebaute Landgut ist für sie der Inbegriff von heiler Welt und Geborgenheit ihrer Kindheitsfilme. Nach einer Retro-Party mit Pony-Romantik und Wodka Red Bull wacht sie am nächsten Morgen allerdings mit einem Filmriss neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes auf. Sie hat keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist – weiß aber, dass sie am Tag vorher noch den perfekten Plan hatte, ihren Ex ohne Spuren zu ermorden. Zwischen Kindheitsidyll und schlechtem Gewissen rekonstruiert sie die Nacht – und findet dabei überraschend zu sich selbst zurück.
Die Leserschaft kann Sophie durch missglückte Liebesbeziehungen hin zur Auszeit an ihrem Sehnsuchtsort Immenhof folgen – und erleben, wie sie recht grausam in die Realität zurück geholt wird. Die Story, die sich daraus entwickelt, ist gewohnt kurios. Und wir gehen mit der Hauptfigur auf Entdeckungsreise, da das Geschehen vor, während und nach dem Filmriss sich erst nach und nach mittels detektivischer Arbeit erschließt. Und ganz nebenbei erfährt man noch Wissenswertes über die Psychologie des Mordens.
Fazit: Eine neue, sympathische Buchreihe, die noch viel Potential in weiteren Filmreihen vergangener Jahrzehnte bietet.













