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Ayreon: “Transitus” – Rockoper und Horrormusical

Ayreon  •  Transitus
Veröffentlichungsdatum: 25.09.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Mit seinem Prog-Projekt Ayreon stellt der Niederländer und Multiinstrumentalist Arjen Anthony Lucassen seit beinahe einem Vierteljahrhundert immer wieder packende Mammut-Musikepen wie „Into the Electric Castle” (1998), „The Human Equation” (2004), „01011001” (2008), „The Theory Of Everything” (2013) und zuletzt „The Source” (2017) auf die Beine, die mit Blick auf Produktion, Ausstattung, die Vielzahl und das Können der Beteiligten, sowie vor allem hinsichtlich der Strahlkraft der jeweiligen Kompositionen Maßstäbe setzen.

In der Vergangenheit zog Arjen Lucassen seine Inspiration häufig aus Wissenschaft und Science Fiction, doch hier ist es anders. Das „Transitus”-Konzept basiert auf einer mit Gothic- und Horror-Elementen angereichten, im Jahr 1884 spielenden Geschichte um Leben, Tod und allerlei übernatürliche Phänomene. Es geht um die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, in die es den Protagonisten verschlagen hat. Von hier aus erzählt er die Geschichte seiner verbotenen Liebe zur farbigen Dienerin Abby.

Mit rudimentären Englischkenntnissen ist es schwierig, der Story zu folgen. Und ich muss sagen, es ist ein Unding, dass der normalen 2CD-Version keine Texte, ja nicht einmal ein erklärendes Booklet beiliegen. Allein die Galerie der vielen prominente Mitwirkenden ist zu sehen. Wer also tiefer in die Materie einsteigen will, braucht das große Earbook, das sogar ein Comic des chilenischen Zeichners Felix Vega mit der Storyline enthält.

Als prominenter Storyteller fungiert der britische Schauspieler Tom Baker, der in den 1970er-Jahren als Star der von der BBC produzierten Kult-Fernsehserie „Dr. Who” Berühmtheit erlangte. Daneben erscheinen Solisten wie Cammy Gilbert (Oceans of Slumber) , Paul Manzi (Arena), Tommy Karevik (Seventh Wonder, Kamelot), Dee Snider (Twisted Sister), Johanne James (Threshold), Simone Simons (Epica) und Marcela Bovio (Mayan).

In der Musik spiegeln sich neben Einflüssen großartiger Komponisten wie John Carpenter, Ennio Morricone und Jerry Goldsmith auch solche aus Lucassens liebsten Rockopern wie „Jesus Christ Superstar”, „Tommy” und „Krieg der Welten” wider. Vor allem die Musical-Elemente nehmen diesmal großen Raum ein. Doch keine Sorge: Die Fans bekommen auch den üblichen Rundumschlag aus Hardrock, Metal, Folk, mittelalterlichen und orchestralen Elementen. Selbst gregorianische Choräle tauchen auf, um den gotischen Flair zu erzeugen. Also viel Bombast, der aber im Sinne der schaurigen Geschichte wirkt.

Arjen Lucassen beschreibt „Transitus” als sein bislang filmischstes und im postiven Sinne ungeheuerlichstes Oeuvre: „Der Spirit von Progressive Rock besteht darin, zu experimentieren und immer wieder Neuland zu betreten. Genau das hatte ich mit ‘Transitus’ im Sinn. Deshalb ist es anders geworden, als man es von Ayreon bisher kennt – theatralischer und ein bisschen wie ein Musical.” Dass das Album bei all dem wieder die von Ayreon-Fans so geliebte epische Wucht aufweist und über weite Strecken wonnevoll heftig rockt, versteht sich wohl fast von selbst.

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