Wenn man heute hört, ein Künstler veröffentlicht den ersten Teil eines Doppelabums, geht man meist von einer vielleicht 20-25minütigen EP-Länge aus. Doch Clueso macht keine halben Sachen: „Deja Vu 1/2“ umfasst 14 neue Songs in einer knappen Dreiviertelstunde. Das ist doch schon mal eine Hausnummer.
Was wir in dieser Albumlänge bekommen, sind fast ausschließlich Balladen, so wie wir das von dem Singer-Songwriter-Songpoeten aus Erfurt lieben. Clueso macht hier Musik, die sich anfühlt, als würde er sie nur für einen selbst singen. So nah, intim und aufrichtig klingen diese neuen Lieder. Sein zehntes Album steckt voller tiefgründiger Emotionalität, Sehnsucht und moderner Indierock-Elemente.
„Gib mir was Echtes“ leitet die musikalische Reise also Mottosong ein. Anklänge in Richtung Bruce Springsteen kommen nicht von ungefähr, denn die Musik ist trotz ihrer ruhigen Klänge mitreißend und euphorisch. Es geht um echte Gefühle und Menschlichkeit. Allerdings wird ebenso die Plastik-Fake-Welt der Gegenwart angeprangert.
„Minimum“ bietet echten Arena-Rock und das emotionale „Ballon“ ist Cluesos Vater gewidmet. „Freier Fall“ liefert pulsierend-rockige Töne. „Dieses Leben“ handelt von Depressionen, verpassten Gelegenheiten und der Kostbarkeit des Augenblicks. „Plattenladen“ ist eine Hommage an romantische Spinnerideen in selbstoptimierten Zeiten, bevor das Album mit der mächtigen Ballade „Spinner finden sich“ endet.
Clueso bietet mal wieder ein extrem vielseitiges Album, das mit der smart groovenden Stimme ein Alleinstellungsmerkmal in der Deutschpop-Szene hat. 2026 kehrt Clueso mit seiner »Deja Vu«-Tour in die Arenen zurück und spielt seine bislang größte Tournee überhaupt.















