Christmas Moments 2025 – Fotogalerie vom 23. Dezember, Arena Trier
Der krönende Abschluss der „Christmas Moments“ Tour 2025 fand am 23. Dezember in der SWT Arena statt. Hier unsere Fotos – Credit: Dietmar Schmitt
Der krönende Abschluss der „Christmas Moments“ Tour 2025 fand am 23. Dezember in der SWT Arena statt. Hier unsere Fotos – Credit: Dietmar Schmitt
Franz Schubert war ein äußerst fleißiger Komponist und hinterließ trotz seines frühen Todes ein reichhaltiges Werk. Bekannt sind vor allem seine Lieder und Sinfonien, allerdings hat er auch zahlreiche Stücke für mehrstimmigen Gesang geschrieben. Immerhin rund 130 Titel lassen sich der sogenannten weltlichen oder Gesellschaftsmusik zuordnen. Diese wurden bereits 1997 erstmals in einer umfassenden Sammlung veröffentlicht, eingesungen vom Arnold Schoenberg Chor und verschiedenen Solisten, und sind nun in einer Neuauflage als „Schubert: The Complete Secular Works“ wieder erhältlich.
Das Box-Set enthält sieben CDs, auf denen die Chorwerke nach Themen sortiert präsentiert werden – allerdings dem veröffentlichendem Verlag Warner Classics geschuldet in englischer Sprache betitelt. Auf „Transcience“ sind Stücke versammelt, die sich mit Abschied, Tod und Vergänglichkeit beschäftigen, „Love“ enthält sehnsuchtsvolle bis überschwängliche Liebeslieder, und die Werke auf „Eternity“ haben allesamt eine ewige, ja sogar meist göttliche Dimension. „Heroism“ spannt den Bogen von Jagdliedern bis hin zu Schlachtgesängen, „Nature“ versammelt Loblieder auf die Natur zu den verschiedensten Tages- und Jahreszeiten, und „Celebrations“ enthält Werke, die eigens zu besonderen festlichen Anlässen geschrieben wurden. Den Abschluss macht „Circle of Friends“ mit zahlreichen Tanz- und Trinkliedern.
Diese Sammlung zeigt gleichzeitig auch, wie vielfältig Werke für mehrstimmigen Gesang umgesetzt werden können. Von reinen Chorstücken, für Männer- Frauen- oder gemischten Chor, über opulente Titel mit Orchester- oder Bläserbegleitung bis hin zu solistisch besetzten Stücken ist hier alles vertreten. Und durchkomponierte Werke mit mehreren Sätzen wie die „Kantate zu Ehren von Joseph Spendou“ finden sich hier ebenso wie ein einfacher Kanon wie „Willkommen lieber schöner Mai“. Manche Stücke sind sogar in mehreren Versionen vertont worden, wie etwa „Das Grab ist tief und stille“ oder das Mailied „Grüner wird die Au“. Viele Titel hat Schubert übrigens gezielt für Sänger aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis geschrieben und sie entwickelten sich erst später zu beliebten Chorwerken.
Eine große Schwäche des klassischen mehrstimmigen Gesangs offenbart die Sammlung aber leider auch – das Textverständnis ist meist nicht optimal. Damit soll keineswegs die sängerische Leistung des Chores und der Solisten geschmälert werden, aber man muss sich schon sehr konzentrieren, um dem Inhalt der Lieder folgen zu können, zumal aus Platzgründen die Texte nicht abgedruckt wurden.
Insgesamt ist „Schubert: The Complete Secular Works“ eine durchaus beeindruckende Sammlung, die einige Stunden Hörgenuss verspricht und neben bekannten und oft aufgeführten Titeln wie „Das Dörfchen“ oder „Die Nacht“ auch einige selten gehörte Perlen und Überraschungen enthält.
Die Zeit kurz vor Weihnachten ist traditionell die Zeit für etwas ungewöhnliche CD-Besprechungen. Und damit meine ich nicht nur die x-te Xmas Veröffentlichung von Interpret*in Y und Band Z, sondern auch atmosphärische Neuveröffentlichungen wie wir sie unter anderem gerade von Nick Cave und Nicholas Lens aber auch von Sigur Rós erlebt haben. Werke von musikalischer Eleganz, die wie Weihnachtsengel um uns schweben. Dabei setzen die Poor Clares of Arundel noch einen drauf. Als jemand, der (außerhalb von Corona-Restriktionen) selbst in mehreren Chören singt, weiß ich diesen Release sehr zu schätzen. Zwar instrumental umspielt, aber mit reinen Stimmen gibt es hier eine Zusammenstellung kirchlicher Gesangsstücke. Sphärisch und berührend.
Inmitten vom Lärm und Hast des Weltgeschehens feiert ein Kloster in der britischen Marktstadt Arundel (Grafschaft West Sussex) den großen, wenn auch etwas unerwarteten Erfolg des vor Kurzem bei Decca Records erschienenen Debütalbums der Poor Clares of Arundel namens „Light For the World“. Die Klarissen von Arundel, eine Gemeinschaft von 23 Nonnen, schufen einen bewegenden Soundtrack, der zur Achtsamkeit anhält und innere Ruhe stiftet.
Die überwältigenden Reaktionen des Publikums kamen für Schwester Gabriel Davison überraschend: „Wir sind begeistert, dass unsere Musik die Herzen der Menschen berührt hat und auf Platz 1 der Klassik-Charts gelandet ist. Wir hoffen, dass ‚Light for the World‘ Euch Frieden, Freude und einen Moment der Ruhe in diesen schwierigen Zeiten, die von Einsamkeit und Stress geprägt sind, bringen wird.“
Tom Lewis, Co-Geschäftsführer von Decca Records, fügt hinzu: „Ich glaube nicht, dass wir jemals eine solche Reaktion erlebt haben. Wir hörten von Menschen, die unter Tränen ihre Autos anhielten, nachdem sie die Musik und die Botschaft der Klarissen gehört hatten. Es hat uns völlig überrascht und zwar in einem solchen Ausmaß, dass wir mit der Produktion nicht mehr hinterherkamen! Ihre Musik enthält eindeutig einen musikalischen Balsam, den die Menschen ausgerechnet jetzt nötig haben.“
Die Schwestern, denen ein Leben in Isolation nicht fremd ist, sind darüber erfreut, die Musik mit einem größeren Publikum zu teilen, die für sie eine ständige Quelle der Heilung und Reflexion war. Der Gesang nimmt einen vorrangigen Platz in ihrem Alltag ein. Sie leben, arbeiten, lachen und beten nach der Lebensform der heiligen Klara von Assisi, die diese 1253 von ihrem Kloster aus in der ländlichen Umgebung der Grafschaft Sussex nahe der Stadt Arundel entwarf. Das Album enthält wunderschön vertonte Schriften der Heiligen Klara und des Heiligen Franziskus, durch die Komponist*innen James Morgan und Juliette Pochin.
Schwester Gabriel fährt fort: „Die Aufnahme war ein großes Abenteuer und wir waren dermaßen von der Offenheit und dem Respekt beeindruckt, die uns seitens Decca entgegengebracht wurde, dass unsere Ängste und Bedenken, unsere Lieder und unsere Arbeit an die Öffentlichkeit zu bringen, schnell zerstreut wurden. Wir empfinden eine tiefe Freude an unseren Gesängen und hoffen nun, dass unsere Musik viele Menschen erreicht und allen, die zuhören, Frieden, Liebe und ein Wohlgefühl bringt.“
Ich kann mich den Lobeshymnen nur anschließen. Die Stimmen weben einen schönen mehrstimmigen Klangteppich. Zwar nicht in moderner A-cappella-Form sondern vielmehr in sich harmonisch überlagernden Stimmgruppen, die ein polyphon ausgewogenes Bild erzeugen, wie es uns die Gregorianik im Mittelalter vorgemacht hat. Dabei macht man sich die Akustik einer Kapelle zu nutze, um eine sehr ruhige und sanfte Stimmung zu schaffen. Mit der instrumentalen Begleitung war ich schnell versöhnt. Manchmal zwar etwas viel Elektronik (wie in „Ubi Caritas“), dann aber mit fantastischer Klavierbegleitung („Pange Lingua“) oder mit zarten Streichern versehen.
Das Booklet ist schön gestaltet – allein das Cover einer Schwester mit Kopfhörer im Stil eines Kirchenfensters gefällt mir sehr gut – und enthält viele der verwendeten Texte in lateinischer Originalsprache mit englischer Übersetzung.
Mit der Veröffentlichung von „Light For The World“ teilen die Schwestern ihr Ethos der Freundlichkeit, Ruhe und Meditation durch Musik und ermutigen die Zuhörer, zu den Wurzeln der Achtsamkeit zurückzukehren. Das Gruppenfoto im Booklet zeigt, dass viele der Sängerinnerinnen schon gesetzteren Alters sind. In der Musik klingen sie aber alle sehr jung. So wirkt guter Chorgesang! Ein Album zum Runterkommen, wenn der Weihnachtsstress mal wieder überhand nimmt.
Wer Viva Voce einmal live erlebt hat, wird die Show nicht mehr vergessen, denn das ist ihre große Stärke. Sie nehmen die Bühne ein: mit parodistischen Elementen, immer in Bewegung, frisch und unverbraucht. Ja, sie sind wahre Glücksbringer und die musikalische Perfektion begeistert alle Zuschauer. Leider sind Auftritte momentan rar gesät. Daher kommt die neue CD „Glücksbringer“ gerade recht, die das Quintett wenn schon nicht auf die Bühne, dann aber wenigstens in den heimischen CD-Player bringt. Eigentlich sollte das über Startnext im Crowdfunding finanzierte Album pünktlich zum Tourstart des neuen Programms erscheinen. Nun ist das Programm auf 2021 verschoben – die 13 fantastischen neuen Songs gibt es trotzdem.
Seit 22 Jahren schon mischt die Band aus Ansbach die deutsche A-cappella-Szene mächtig auf. Sie wurde von Mitgliedern des renommierten Windsbacher Knabenchors gegründet. Zwei davon (Bastian Hupfer und David Lugert) sind bis heute mit dabei, ein drittes Gründungsmitglied (Thomas Schimm) kümmert sich ums Management. Jörg Schwartzmanns und Heiko Benjes stießen im Lauf der Jahre hinzu – und seit kurzem ist Matthias Hofmann neu dabei. Wenn mich jemand fragt, was nun unter all den vielen A-cappella-Gruppen das Besondere an Viva Voce ist, dann sind es vor allem ihre Vielseitigkeit, die grandiosen Stimmen und die immer neuen Ideen.
Das Album heißt sehr passend „Glücksbringer“, denn Glück kann man nicht planen. Ob beim Autofahren, im Alltag, an Silvester oder bei der Klassenarbeit: nicht selten hofft man auf Unterstützung durch Schornsteinfeger, Marienkäfer, Kleeblätter, 1-Cent-Münzen oder sogar rote Unterwäsche. Aber zum Erfolg braucht es letztendlich das eigene Zutun. Auch das neue Studioalbum von Viva Voce – das erste nach vier Jahren – entstand ungeplant glücklich in einer eigentlichen Unglückszeit.
Anfang 2020 machten sich die fünf Herren unter anderem in Zusammenarbeit mit dem befreundeten Textdichter Tobias Reitz beim Songwriting für das neue Live-Programm auf die musikalische Suche nach dem Glück. Wenige Wochen später mussten sie jedoch schmerzlich erfahren, wie nah Glück und Unglück doch manchmal beieinander liegen. Überrumpelt – wie ziemlich jede*r von den Ausmaßen und Auswirkungen der Corona Pandemie – wurden auch für die Ansbacher Stimmakrobaten alle Liveauftritte abgesagt.
„Wenn Du nicht weißt, wie Dir geschieht, weil Du so gar nicht lustig bist dann kommt von irgendwo ein Lied, das ganz und gar akustisch ist“, so heißt es im Track „Der A-cappella-Song“. Man machte also aus der Not eine Tugend und widmete sich dem Schreiben eines neuen Studioalbums. Und die große Fangemeinde trug ihren Teil dazu bei. Über eine Crowdfunding-Plattform hatten die treuen Fans der Band in der Lockdown-Phase die Möglichkeit, im Vorfeld die Produktion zu unterstützen, wodurch das Album vorfinanziert und so überhaupt möglich gemacht werden konnte.
Bei so viel positiver Energie während der schwierigen Entstehungszeit des Albums, wundert es nicht, dass es das bisher tiefsinnigste und doch heiterste Album in der 20-jährigen Bühnenkarriere von Viva Voce geworden ist. Allein die musikalische Suche nach dem Glück im Großen, Kleinen und auch in uns selbst verspricht schon Glücksgefühle. Die dreizehn Songs erwärmen dazu jeden trüben Gedanken und bringen Momente zum Leuchten.
„Der A-cappella-Song“ beispielsweise bringt als erster Vorbote bereits Zuversicht und so manches Lächeln zu den Menschen. Mit dem nötigen Augenzwinkern verdeutlichen Viva Voce, dass Musik in jeder Lebenslage helfen kann – vor allem wenn sie in so gekonnter A Cappella-Manier vorgetragen wird. Unterstützt wird der Song an der Gute Laune-Front von dem schmissigen „Catch me if you can“ und dem eingängigen Ohrwurm „Nimm es nicht so ernst“. Nachdenkliche Töne geben dem durchwegs positiven Album die nötige Bodenhaftung. „Wurzeln und Flügel“ erzählt vom sorgensüßen Glück des Elternseins, „Der Gedanke“ und „Zwischen uns der Himmel“ loten die Weite und Nähe zwischenmenschlicher Beziehungen aus.
Ein urkomischer, liebevoller Seitenhieb auf die boomende Seemannspop-Fangemeinde ist „Die Ratten verlassen das singende Schiff“, während „Namaste, Anand!“ einen Ausflug in die fernöstliche Glücksphilosophie macht. Sehr gelungen auch die Liebeserklärung ans gemeinsame Älterwerden: „Bis dass man Brot uns schneidet“.
„Glücksbringer“ erfüllt seine Mission – mit lustigen, authentischen und bisweilen nachdenklichen Texten. Die Arrangements sind sehr stimmig und man sieht die fünf quasi vor sich, beim Verbreiten von guter Laune und 5stimmigem Wohlklang.