Erst kürzlich hat Madeline Juno bei „Sing meinen Song“ geglänzt und vielen Songs von Bosse („Mein Hurra“), Mia („Fallschirm“), Paddy Kelly („Wonders“) und den Fanta 4 („Ernten was wir säen“) ihren wundervollen Deutschpop-Stempel aufgedrückt. Seit sich die Offenburgerin entschieden hat, von der englischen zur deutschen Sprache zu wechseln, gehört sie zu meinen absoluten Favoritinnen in der poetischen Popmusik. Das war im Jahr 2017 mit dem Longplayer „DNA“ und inzwischen ist ihr fünftes Album mit deutschen Lyrics erschienen. Die Sängerin hat schon in jungen Jahren einen erstaunliche Werdegang durchgemacht. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf, der Vater ist Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. Früh begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben, und stellte mit 14 Jahren die ersten Werke online.
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Madeline Juno schreibt da weiter, wo andere aufhören. Ohne Eitelkeiten produziert sie scharfsinnige, sensible, selbstironische, tanzbare und gnadenlos ehrliche Songs. Sie hat schon seit Jahren eine abgeklärte Art, mit ihren Depressionen umzugehen, indem sie eindringliche Bilder für ihren Gemütszustand findet. Das neue Album handelt von Mut, Selbstvertrauen und dem Wunsch, sich nicht von äußeren Meinungen beeinflussen zu lassen. Maddie beschreibt „Anomalie“ als eine Abweichung von der Norm, ein Ausdruck ihrer Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten und sich selbst neu zu entdecken. Sie vereint klugen Pop, innovative Sounds und eine offene, ehrliche Haltung. Es ist eine Einladung, über das Leben nachzudenken, aber auch zum Tanzen und Feiern.
In „Mediocre“ geht es um die Angst, nicht besonders, sondern mittelmäßig zu sein. Ein Song über Selbstzweifel. In diese Richtung geht auch „Schlimmster Mensch der Welt“, das fehlendes Selbstvertrauen und verschwimmende Grenzen thematisiert. „Butterfly Effect“ erzählt von den seltsamen Wendungen des Lebens und mit „Hab ich dir je gesagt…“ sowie „Liebe in Spiegelschrift“ gibt es zwei ungewöhnliche Liebeslieder.
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Das alles verpackt Madeline in intelligente Popsongs, wundervoll und filigran arrangiert. Etwas Urban Pop, aber immer mit eindringlichen Vocals im Vordergrund. Die Vielfalt ihrer musikalischen Fähigkeiten ist bewundernswert, man höre nur das Wechselspiel zwischen tiefen und extrem hohen Tonlagen in ihrer Stimme. Madeline lebt stets im Wechselbad der Gefühle, was sich in der Vielfalt des Albums niederschlägt, und ist damit vielleicht die wichtigste weibliche Stimme der deutschsprachigen Popmusik. Ein großartiges neues Album!
Nach dem lauten und ausverkauften Konzertabend mit KETTCAR am Tag zuvor konnte es jetzt in der Garage Saarbrücken etwas ruhiger zugehen. Der vordere Teil des Konzertsaals war abgetrennt und locker gefüllt – vor allem mit weiblichem Publikum. Das allerdings war in froher Erwartung auf die Sängerin aus Offenburg und feierte bereits den Support revelle ordentlich ab.
Schon um 19.45 Uhr trat die junge Sängerin auf. Die Wahlberlinerin ist mittlerweile fester Bestandteil der Deutschpop-Playlisten. Sehr quirlig, sympathisch und frisch nahm sie das Publikum mit auf eine 30minütige Reise durch luftige, meist fröhliche Popsongs, die sie sehr reduziert zu Klavierbegleitung interpretierte. Man sah ihr die Freude über den Auftritt merklich an und die halbe Stunde verging wie im Flug.
„Ich wünschte du wärst meine erste Liebe, weil’s so viel leichter wär‘ dich einfach zu lieben“, singt revelle. Mit ihrem minimalistischen Stil trifft sie mit ehrlichen Texten mitten ins Herz einer ganzen Generation. Klare Worte von Gefühlen und dem Chaos, das aus ihnen entstehen kann, werden zum Mittelpunkt der Musik. revelle hat an diesem Abend sicher einige neue Fans im Saarland gewonnen. Schon bald wird man sie wieder in der Garage erleben können, da sie auch Florian Künstler am 28. April als Support begleitet.
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Um 20.45 Uhr war es dann Zeit für Madeline Juno. Vor einem halben Jahr hatte ich sie noch auf Acoustic Tour im Kammgarn Kaiserslautern gesehen. Auch ein großartiges Konzerterlebnis – doch es ist schon besser, wenn sie mit umfangreicher Band auftritt und einen grandiosen Sound auf die Bühne zaubert.
Seit sich Madeline entschieden hat, von der englischen zur deutschen Sprache zu wechseln, gehört sie zu meinen absoluten Favoritinnen in der poetischen Popmusik. Das war im Jahr 2017 mit dem Longplayer „DNA“ der Fall und inzwischen ist mit „Nur zu Besuch“ schon ihr viertes Album mit deutschen Lyrics erschienen.
Der Abend startete ganz typisch mit „Sad Girl Shit“, „Lovesong“ und „Vermissen“, wobei sich die 28jährige Sängerin gerne mal selbst voll Ironie auf die Schippe nimmt. Oft geht es um Irrungen und Wirrungen ihres Beziehungslebens, aber auch um die schwierigen Themen Depression und Angststörung, die immer wieder eine Rolle spielen.
Der Klassiker „Grund genug“ wurde in einer neuen Version dargeboten und brachte das Publikum zum kollektiven Mitsingen. Madeline warnte vor ihren Tanzkünsten, legte dann aber im nahtlosen Übergang von „Gewissenlos“ zum rockigen „Schatten ohne Licht“ eine sehr ansehnliche Sohle aufs Parkett. Also alles gut.
Eine Zuschauerin hielt ein Plakat „A oder B“ in die Höhe und traf Madeline im wunden Punkt: „Ich kann sowas einfach nicht ignorieren.“ Sie fragte, was wohl damit gemeint ist, gab die Antwort B und wurde mit dem Wunsch nach einem alten Song „Drei Worte“ konfrontiert. Hektisch beriet sie sich mit ihrem Keyboarder, googelte den Text, lernte gar die ersten Zeilen neu per Spotify und sang dann zumindest den Refrain des Songs. Für solche Aktionen ist die Sängerin bekannt und das macht sie überaus sympathisch.
Den Zuhörer*innen war sie immer ganz nah und erzeugte stärkere Intimität mit zwei akustischen Songs, „Version von mir“ im Trio und dem bisher unveröffentlichten „Mediocre“ allein mit Ukulele. Letzteres als Antwort auf die bei Promoterminen immer wieder gestellte Frage, wie man sich denn so fühlt, wenn man nächstes Jahr 30 wird. „Männer werden das nie gefragt“, bemängelte sie. Aber vermutlich haben Frauen im Showgeschäft eine ganz andere Halbwertszeit.
Madeline Juno hat schon seit Jahren eine abgeklärte Art, mit ihren Depressionen umzugehen, indem sie eindringliche Bilder für ihren Gemütszustand findet. „Nur kurz glücklich“ zeigt deutlich die immer vorherrschende unsichere Gemütslage auf und „Murphy’s Law“ strotzt vor unnötigen Selbstzweifeln.
Zur Freude vieler gibt es das atmosphärische „Waldbrand“, das Startschuss von Madelines zweiter Karriere und „Breaking Point“ nach den englischsprachigen Alben war. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann“, erzählte sie. Sie lebt stets im Wechselbad der Gefühle, was sich in der Vielfalt der Songs niederschlägt. Dabei will sie nur das Beste für den Partner in einer Beziehung, was sie sehr gerne besingt – in Stücken wie „Was zu verlieren“, „Was weiß ich schon“ und „Versprich mir du gehst“. All das ist verpackt in mitreißende Songs, poppige Beats oder melancholische Melodien.
Es gab noch einen weiteren unveröffentlichten Song „Anomalie“ und zu „Obsolet“ konnte man Madeline erstmals am Bass erleben. Die Vielfalt ihrer musikalischen Fähigkeiten ist ohnehin bewundernswert, man denke nur an das Wechselspiel zwischen tiefen und extrem hohen Tonlagen in ihrer Stimme.
Zum Zugabenblock ab 22.25 Uhr erschien sie barfuß auf der Bühne, mit höllischen Blasen an den Füßen, da sie zu Konzertbeginn vergessen hatte, ihren Fersen mit Pflaster zu schützen. Da kennt die junge Frau keine Scham und erzählt solche Anekdoten frei von der Leber weg. Erfrischend und authentisch – wie ihre Songs. So gab es im Zugabenblock als erstes (und absolut passend) „99 Probleme“ ganz allein an der Gitarre und das beschwingte „Sommer, Sonne, Depression“ sowie „Nicht ich“ beendeten ein Konzert, das trotz auch schwerer Themen einfach glücklich machte.
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Seit sich die Offenburgerin Madeline Juno entschieden hat, von der englischen zur deutschen Sprache zu wechseln, gehört sie zu meinen absoluten Favoritinnen in der poetischen Popmusik. Das war im Jahr 2017 mit dem Longplayer „DNA“ und inzwischen ist mit „Nur zu Besuch“ schon ihr viertes Album mit deutschen Lyrics erschienen.
Die Sängerin hat schon in jungen Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf, der Vater ist Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. Früh begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben, und stellte mit 14 Jahren die ersten Werke online. Inzwischen hat sie sich frei geschwommen und in gewissem Sinne neu entdeckt. Das aktuelle Album klingt absolut erwachsen und erzählt Geschichten einer bodenständigen Mittzwanzigerin, auch wenn vor allem ihre Lovesongs bisweilen sehr kurios sind.
Fotocredit: Ben Wolf
So geht es in „Sad Girl Shit“ um das Unglücklichsein und die Schwärze im Leben („wenn du am Boden bist, triffst du wahrscheinlich mich“). Madeline Juno hat schon seit Jahren eine abgeklärte Art, mit ihren Depressionen umzugehen, indem sie eindringliche Bilder für ihren Gemütszustand findet. „Lovesong“ berichtet in deutlichen Worten von einer toxischen Beziehung und „Murphy’s Law“ strotzt vor unnötigen Selbstzweifeln.
All das ist verpackt in mitreißende Songs, poppige Beats oder melancholische Melodien. Madeline lebt stets im Wechselbad der Gefühle, was sich in der Vielfalt des Albums niederschlägt. Dabei will sie nur das Beste für den Partner in einer Beziehung, was sie sehr gerne besingt – in Stücken wie „Was zu verlieren“, „Ich sterbe zuerst“ und „Versprich mir du gehst“.
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Gerne macht sie ihr Leben zum Thema, textet über „Life Goals“ und den existentiellen Zustand „Mitte zwanzig“. Das Titelstück „Nur zu Besuch“ beschreibt, wie sich das Verhältnis zur Familie über die Jahre geändert hat, in deren Räumen man nicht mehr so zuhause ist, wie das früher mal war. Ein Thema, in dem sich viele Hörer*innen sicher wiederfinden.
Schon immer waren Madeline Junos Songs Ausdruck von Selbsterkenntnis und therapeutischen Erfahrungen. Sie hat in jungen Jahren viel erlebt und bringt dies mit philosophischen, poetischen Worten zu Gehör. Im vergangenen Jahr war sie bereits auf Acoustic Tour und ich durfte das grandiose Halloween-Konzert in Kaiserslautern erleben. 2024 geht es mit „Nur zu Besuch“ in größere Hallen. Ein Besuch lohnt sich allemal!
Ein mieser Charakter ist auch bei 30 Grad im Schatten unangenehm – und wenn es irgendwo zwickt, spricht Madeline Juno das notfalls auch am Badesee an, bzw. schreibt einen Song darüber. Und so gehen wir diesen Sommer nicht nur mit den üblichen Happy-go-lucky-Tracks in den Urlaub, sondern auch mit einer mega lässigen Pop-Abfuhr an diesen Typen, der immer wieder auftaucht, aber nie bleibt und nur an sich denkt. Hinter wolkenlosem Sound und wohligem Chorus steckt also ganz sicher kein LOVESONG.
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Madeline Junos Anti-Liebeslied „Lovesong“ ist nach „Ich sterbe zuerst“ und „Murphy’s Law“ ihre dritte Single in 2023. Wie die beiden Vorgänger, erscheint auch „Lovesong“ (VÖ: 28.07.2023) mit dem passenden Musikvideo – in dem echte Maddy-Fans in jedem Fall die Parallele zu einem früheren Video entdecken können.
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Erst kürzlich hat Madeline Juno für das Frühjahr 2024 ihre TOUR ZU BESUCH angekündigt, der im Herbst eine Acoustic Tour vorangeht. Nun verkündet sie auch offiziell das Erscheinen ihres neuen Albums „Nur zu Besuch“ am 26. Januar 2024.
Es gab eine Zeit, da habe ich es immer bemängelt, wenn Künstler nicht genügend Material für ein neues Album hatten und den Fans eine „Extended Version“ des noch laufenden Studioalbums vorsetzten. Ja – das ist nervig. Und ja – man zieht damit der Fangemeinde das Geld aus der Tasche, wenn man sie zum „Zweitkauf“ nötigt. Aber irgendwie ist das heutzutage nicht mehr so schlimm. Grund ist die (in meinen Augen) allgemeine „Unsitte“, keine physischen CDs mehr zu kaufen, sondern das ganze aktuelle Material von diversen Portalen zu streamen. Da macht es ja nichts, wenn plötzlich ein paar Songs mehr dabei sind.
Nebenbei erzieht diese Vorgehensweise das junge Publikum dazu, keine kompletten Alben mehr zu hören, sondern nur noch die radiotauglichen Hits. Gerade bei Max Giesinger ist das sehr schade und ein absoluter Fehler, da seine Alben meist starke Konzeptwerke sind – aber das nur nebenbei. Max bietet immerhin gleich sieben (!) brandneue Songs für das erweiterte Album, das er wie in einem hübschen Abzählreim mit „Vier Einhalb“ betitelt hat. So entsteht doch ein Mehrwert, bei dem selbst CD-Käufer nicht meckern müssen. Anderes Popstars hätten diese gut 20 Minuten vielleicht mit drei Remixen aufgepeppt und als fünftes Studioalbum verkauft. Also in dem Sinn alles gut.
Was habe ich beim ersten Erscheinen vor einem halben Jahr geschrieben?
Im Prinzip folgen bisher alle Alben einem musikalischen Konzept, wobei sie aufeinander aufbauen. Das ist umso schöner in einer Zeit, da sich das Musikgeschäft vor allem auf Singlehits und Streamingerfolge stürzt, dabei aber das episch erzählende Format immer mehr aus den Augen verliert.
Bisher sang Max Giesinger stets vom Sichbewegen und Unterwegssein. “Laufen lernen”, “Der Junge, der rennt” und “Die Reise” hießen die Alben. Jetzt scheint Max irgendwie angekommen zu sein. Nicht an einem bestimmten Ort, aber bei sich selbst. Er hätte das neue Werk auch “Ankunft” nennen können, aber “Vier” passt ebenso gut.
Die Songs sind sehr persönlich. Das Album ist ein Blick nach innen – und es strahlt dabei Ruhe und Gelassenheit aus. Mir gefallen die sanften Stücke, mit denen Max seine Welt beschreibt. Aber auch die vorwärts treibenden Songs mit rhythmischen Beats passen in dieses introvertierte Schema, wenn er sich bei “Irgendwo da draußen” in einen anderen Menschen versetzt oder in “Der letzte Tag” ein stimmungsvolles Bild des Weltenendes zeichnet (“Wird uns dann klar, was eigentlich wichtig ist?”).
Natürlich sind die Songs zum größten Teil radiokompatibel, doch man nimmt Max Giesinger durchaus ab, dass er sie eigentlich gar nicht auseinander reißen will. Dass er eine Geschichte erzählt, die an einem bestimmten Punkt angekommen, aber noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Der mahnende Abschluss “Das letzte Prozent” macht deutlich, dass Stillstand nicht die Lösung ist. Es lebe das Albumformat!
Eben. Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt. Und weiter geht’s:
„Taxi“ ist einer der neuen Songs, einer, der wie eine gute Clubnacht klingt und auch die entsprechenden Beats mitbringt. Es ist Musik, die man beinahe riechen kann. Und ein Vorgeschmack auf eine Jahreszeit, die viel verspricht und hoffentlich noch mehr hält. Wenn’s nach Max geht, kann der Sommer kommen.
Der eingängige Lovesong „Was morgen ist“ funktioniert im Duett mit Mia Aegerter. Und das ist nicht die einzige Kollabo. Die wundervolle Madeline Juno darf mit ihrer zerbrechlichen Ausnahmestimme einen zweiten Song auf dem Album beitragen: „Nur kurz glücklich“ heißt die melancholische Ballade. Die Zusammenarbeit mit Quarterhead namens „Nichts mehr zu sagen“ ist hingegen ein echter rhythmischer Dancefloor-Track und schließt das Album ab.
Die zweite aktuelle Single heißt „Pulverfass“ und ist eine berührende Ansprache an unsere Kinder. Es ist ein Stück über Giesingers Gefühl, dass wir uns alle sehenden Auges unsere Existenzgrundlage unter den Füßen wegziehen. Max erzählt in einer gar nicht so fernen Zukunft seinem zukünftigen Kind davon, wie wir alles zugrunde gerichtet haben werden. „Wir haben das alles gewusst“, singt er im Refrain. Doch was, wenn die Apokalypse ausbleibt? Mit dem poppigen „Stell dir vor es wird gut“ stellt er dem düsteren Szenario auch eine positive Prognose entgegen. Und „Bis ich bei dir bin“ bringt uns natürlich den radiotauglichen Max Giesinger zurück, der ganz persönliche Geschichten erzählt.
Die sieben zusätzlichen Stücke sind zu 100 Prozent er, und das meiste davon ist bislang ungehört. Max Giesinger hat eine logische Fortführung für „Vier“ geschrieben – wie den erweiterten „Director’s Cut“ für einen wirklich guten Film. Vor allem seine Vielseitigkeit und der Ideenreichtum beeindrucken mich immer wieder. Max schreibt keine 08/15-Alben wie viele Kollegen. Er geht unbeirrt seinen Weg und erzählt, was es zu erzählen gibt. Natürlich bleibt die Höchstwertung für dieses Ausnahmealbum eines gereiften Künstlers – in der Hoffnung, dass ihm die Ideen nicht ausgehen und Album Nummer 5 möglichst bald folgt.
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Der Singer/Songwriter Julian le Play heißt bürgerlich Julian Heidrich und ist der Sohn des Wiener Galeristen Gerald Hartinger. Seit 2012 hat er bereits drei Studioalben veröffentlicht, die zumindest in Österreich sehr erfolgreich waren. Kein Wunder, denn Julian hat eine betörende Stimme, die zwischen sonorer Tiefe und entspannten Klängen in der Höhe abwechselt.
Nach Überwindung einer Schreibblockade präsentiert sich der 29-Jährige auf seiner neuen Platte vielseitiger denn je. Indem er sich jeglicher Kooperation öffnete und sowohl mit Freunden als auch mit völlig Fremden gemeinsam schrieb, entstanden über Monate hinweg auf einer Tiroler Berghütte auf ganz ungezwungene, intuitive Weise Songs. Die Stücke sind so unterschiedlich wie die Konstellationen, in denen sie geschrieben wurden. Mal ist Julian nachdenklicher Singer-Songwriter, mal ist er experimentierfreudiger Beat-Bastler. Aber jedes Mal sind es Geschichten, die einem das Gefühl geben, selbst mit dabei zu sein.
Da sind Duette mit toksi und der wundervollen Madeline Juno. In „Sterne“ singt der 29-Jährige vom Heimkommen und Erinnern, vom Besuchen der Vergangenheit und ihrer Schauplätze – und vom Vermissen. Ebenso nachdenklich erklingt „Stein ins Meer“ als Anstoß, Dinge in Bewegung zu setzen.
Egal ob Julian den sanften Singer/Songwriter gibt oder mit elektronischen Beats experimentiert: Das ganze Album klingt sehr intensiv ohne sich aufzudrängen. Die soulige Stimme nimmt den Hörer mit in eine entspannte Zeit. Wer Neues von Philipp Poisel oder Andreas Bourani vermisst, könnte hier vielleicht eine gelungene Alternative finden.
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Der Singer/Songwriter Julian le Play heißt bürgerlich Julian Heidrich und ist der Sohn des Wiener Galeristen Gerald Hartinger. Seit 2012 hat er bereits drei Studioalben veröffentlicht, die zumindest in Österreich sehr erfolgreich waren. Kein Wunder, denn Julian hat eine betörende Stimme, die zwischen sonorer Tiefe und entspannten Klängen in der Höhe abwechselt.
Die EP „Sonne Mond Sterne“ soll die Wartezeit auf das neue Album verkürzen und enthält ein Duett mit der wundervollen Madeline Juno. Die neuen Songs sind sehr sphärisch gehalten und bieten entspannte elektronische Klänge im Hintergrund. Schon bei „Hurricane“ steht Julians Stimme ganz im Mittelpunkt und lädt trotz des wilden Titels zum verträumten Zurücklehnen ein. Auch „Ocean Highway“ erklingt in deutscher Sprache. Ein rhythmisches Stück wie ein musikalischer Roadtrip – sehr berührend und authentisch.
Drei Titel funktionieren als Trilogie: „Sonne & Mond“, ein gefühlvolles Duett mit der deutschen Musikerin Madeline Juno, handelt vom Auseinanderdriften einer Beziehung, von Ungleichgewichten, denen die Liebe nicht dauerhaft standhalten kann. In „Hurricane“ scheint der Befreiungsschlag gelungen, das Ego lebt auf – doch was, wenn das alles doch nur ein Traum war? „Ocean Highway“ setzt ganz entspannt zur Auflösung an, verrät dann aber doch nichts, denn wenn die Liebe eines beherrscht, dann sind es offene Enden.
Mit „Sterne“ wiederum ist auch eines der persönlichsten Stücke Julian le Plays auf der neuen EP zu Hause. Darin singt der 28-Jährige vom Heimkommen und Erinnern, vom Besuchen der Vergangenheit und ihrer Schauplätze – und vom Vermissen. Denn was, wenn mal die Eltern nicht mehr sind? Julian hat seine Antwort gefunden und in ein magisches Lied verwandelt.
Die vier angehängten Stücke der „Songpoeten Session“ zeigen, wie wundervoll diese Musik auch in akustischer Form funktioniert. „Hurricane“ mit Akustikgitarre, „Ocean Highway“ und „Sterne“ zu Pianobegleitung. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten und macht die Stücke für mich auf andere Weise intensiv.
Das neue Album wird am 13. März 2020 erscheinen. Die Vorfreude steigt mit dieser EP ungemein!
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Am 27.10.2019 war Madeline Juno gar nicht so weit von ihrer Heimat Offenburg entfernt – und doch hat sie sich Sorgen gemacht, ob in Frankenthal genügend Karten verkauft werden, weil sie noch nie in der Gegend gespielt hat. Aber auch dort hat sich inzwischen herumgesprochen, wie stark und atmosphärisch die Konzerte der jungen Schwarzwälderin sind. Vor allem nachdem sie sich entschieden hat, nur noch in deutscher Sprache zu singen. Das Gleis 4 in Frankenthal war dementsprechend bestens gefüllt. Okay – dort gehen nur gut 200 Leute rein, aber für die Stimmung des Abends war es fantastisch. Und wenn man die Berichterstattung zur Tour verfolgt, weiß man, dass sie auch durchaus größere Hallen füllen kann.
Aufgrund der in der Nacht zuvor erfolgten Zeitumstellung hatte man (sehr rücksichtsvoll) die Startzeit 19 Uhr gewählt, um den kuschelig verteilten Zuschauern den EU-Jetlag zu ersparen. So stand die Band Varley aus Berlin als Support bereits um 19 Uhr auf der Bühne. Mit Sängerin Claire-Ann Varley, verstärkt durch Joschka Bender und Matze Heising, bot man schönen international gefärbten Indiepop. Stilistisch sehr nahe an dem, womit Madeline Juno auch mal angefangen hat. Songs wie „Phantom Studies“, „Lonely Were The Days“ und „Disease“ – die aktuelle Single, die just heute erscheint – drehen sich um melancholische Themen wie die Einsamkeit in einer fremden Stadt. Doch man muss sich keine Gedanken machen – es ging Sängerin Varley sichtlich gut und sie beendete den 30minütigen Set mit einem breiten Grinsen.
Um 19.50 Uhr kam der Moment von Madeline Juno. Die Sängerin hat schon in jungen Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf. Der Vater ist Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. Früh begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben, und stellte mit 14 Jahren die ersten Werke online. Davon erzählte sie auch im Konzertverlauf und schaute durchaus kritisch auf das jüngere Selbst. Schon das zweite (noch englischsprachige) Album klang wie von einem anderen Stern – und die Musik wirkte sehr, sehr britisch. Ein radikaler Wandel vollzog sich mit der EP „Waldbrand“. Dieses erste Versuchskaninchen führte zum Album „DNA“ (2017) und tiefgründigen Popballaden in deutscher Sprache. Das aktuelle Werk „Was bleibt“ ist erst seit September auf dem Markt, wurde von den Fans aber sehr textsicher mitgesungen.
Wer allerdings ob der erwähnten Balladenlastigkeit glaubt, dass es sich um ein ruhiges Konzert handelte, liegt falsch. Schon der Start erfolgte mit sehr rockigen und vor allem lauten Klängen. Der Song „New York“ passte perfekt als Opener, gefolgt von „Anfangen aufzuhören“ und „Gift“. Damit war klar, dass zwar ein Schwerpunkt auf dem aktuellen Album lag, aber auch die älteren Gassenhauer zu Wort kommen. Madeline animierte die Masse mit Sätzen wie: „Singt mit. Ich tanze ja auch wie ein Vollhorst hier vorne rum“, was nicht einmal übertrieben war. Voll Strahlkraft nahm sie die Bühne für sich ein und war in ihren Bewegungen genauso quirlig wie in den Ansagen.
Madeline sprach viel über sich und davon, wie sich die Bedeutung eines Songs wie „Geliehen“ mit der Zeit ändern kann. Sie erzählte, wie sie mit 16 einen sehr naiven Song über einen Typen geschrieben hat („Herzchen“) und trug diesen dann auch unverwunden und belustigt per Ukulele vor. Im Anschluss folgte der aktuellere Titel „Ohne Kleider“ über den gleichen Typen – durchaus reflektierter und mit philosophischer Aussage. So verändern sich Songs mit dem Menschen.
Foto: Danny Jungslund
Stark fand ich die Momente, in denen Madeline ihre psychische Erkrankung anklingen ließ. Sie sang von „Borderline“ und im Song „Automatisch“ von Depressionen, die sie immer wieder befallen. Viel Aufhebens musste sie darum nicht machen – es klang einfach authentisch, wie sie ihre Verfassung beschrieb und deutlich machte, dass „Melancholie nun mal ihre Lieblingsstimmung“ sei. Das wurde dann auch mit einigen Akustiksongs gefeiert, die sie ganz allein an der Gitarre vortrug.
Sie wollte das Publikum mitnehmen auf eine innere Reise und erklären, dass sie auch mal „scheiße glücklich sein kann“, wie der Titel „Vor dir“ beweist. Aber die Beziehung habe nicht gehalten – man müsse sich also auch weiterhin auf traurige Lieder einstellen. Macht nichts, denn das macht die Songs von Madeline Juno so besonders.
Nach 85 Minuten begann ein intensiver Zugabenblock mit dem Titel „Halt mich fest“, der vom zerbrechenden Kartenhaus erzählt. Zudem gab es mit „Waldbrand“ den Titel, den Madeline selbst als „ihren wichtigsten Song“ bezeichnet und mit dem ihre deutschsprachige Karriere begann. Und „Grund genug“ war für mich der passende Abschluss, weil diese Pophymne in einfachen Worten beschreibt, wofür Madelines Musik steht: Er handelt vom Loslassen und zu sich selbst finden.
Wenn die junge Künstlerin so weitermacht, wird es noch viele geniale Songs geben, in denen sie aus dem Nähkästchen ihres Liebeslebens und ihrer Gedankenwelt plaudert. Ich zumindest freue mich auf jedes neue Album und machte mich wie viele andere Zuhörer um 21.30 Uhr beseelt auf den Heimweg.
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Man mag sich gar nicht mehr vorstellen, dass Madeline Juno zu Beginn ihrer Karriere englischsprachigen Pop gesungen hat. Schon damals klang sie extrem introvertiert und ganz in sich versunken, doch erst mit der „Waldbrand“ EP (2016) wurde erkennbar, welches Potential wirklich in den Songs steckt. In der Muttersprache kann sie die philosophischen Gedankengänge und ihre Gefühlswelt viel besser ausdrücken. So ist „Was bleibt“ schon das zweite rein deutschsprachige Album – und Madeline tut gut daran, diesen Weg fortzusetzen.
Was wir hören, sind weiterhin tiefgründige Popballaden mit großen Emotionen und einer bisweilen vernuschelten Gesangsstimme, die Madeline zu einer Art weiblichem Philipp Poisel macht. So gelingt es ihr, die deutschen Texte ohne Plattheiten an den Hörer zu bringen. Ein Kunststück.
„Grund genug“ handelt vom Loslassen und zu sich selbst finden. Damit ist nicht etwa eine Beziehung gemeint, sondern eine schmerzliche berufliche Trennung („verschwende jemand andern“). So kehrt Madeline viel von ihrem Innersten nach außen. Ebenso in „Borderline“, das aufrüttelnd persönlich von den zwei Seiten ihres Wesens berichtet. Die Melodien sind eingängig und aufrüttelnd. Das Rhythmus-Konzept ist trotz aller Melancholie meist energisch nach vorne gerichtet.
„Gib doch nach“ erzählt in dramatischen Worten von Verlustängsten und der depressiven Persönlichkeit. Man kann sich einfühlen in ihre Gedanken. Was hier noch offensichtlich ist, wird in „Automatisch“ zum Trugschluss. Das Stück klingt nach tanzbarem Lovesong, doch in Wahrheit beschreibt es, was die Depression aus der Sängerin macht.
Neben diesen Selbstoffenbarungen gibt es mit „Vor dir“ auch ein echtes Liebeslied („wir leuchten zu zweit heller als alleine“). „New York“ zeichnet eine fröhliche Zukunftsvision und „Wenn es dich gibt“ setzt sich in ehrlichen Worten mit dem Thema Religion auseinander.
Es imponiert mir sehr, wie offen Madeline Juno mit ihrer Depression umgeht und wie sie aus der Erkrankung ein wundervolles Album wachsen lässt. Alle Songs stammen ganz oder teilweise aus ihrer Feder und sie zeigt sich als hervorragende Songwriterin, die hier ein thematisch sehr reifes Album aus einem Guss vorlegt – mit einer frappierenden Ehrlichkeit, die den aufmerksamen Hörer staunend zurücklässt.
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Madeline Juno hatte schon bei „Salvation“ zwei deutschsprachige Titel in das hauptsächlich englischsprachige Album geschleust. Und ihre emotionale Herangehensweise war gerade bei diesen Titeln ein Genuss – meine Meinung. Schlaue Idee, das noch weiter auszubauen. So durften sich die Fans mit der EP „Waldbrand“ ein erstes Versuchskaninchen gönnen. Und daraus ist jetzt das erste vollständige Album „DNA“ in ihrer Muttersprache geworden. Gut so!
Madeline wuchs in einer Musikerfamilie auf. Der Vater ist Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. Früh begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben, und stellte mit 14 Jahren die ersten Werke online („Melancholy Heartbeat“). Was folgte, ist die typische Erfolgsgeschichte der Neuzeit: Von Tag zu Tag wuchs die Schar ihrer Fans auf Facebook und anderen Portalen. Mit Songs wie „Error“, der als Titelsong des Kinohits „Fack ju Goethe“ begeisterte, und dem Clip, der über 2 Millionen Mal geklickt wurde, war Madeline Junos erstes Album „The Unknown“ ein absolutes Erfolgsdebüt. Der Nachfolger „Salvation“ erschien im Februar 2016, wurde weit über sechs Millionen Mal gestreamt und von einer ausgedehnten Deutschlandtour flankiert.
Die tiefgründigen Popballaden gibt es nun also in deutscher Sprache. Das ist der größte Unterschied. Ansonsten bleibt die Schwarzwälderin ganz sie selbst. Das Album hat sie mit ihrem kongenialen Partner Oliver Som komplett im Alleingang produziert. Es geht um die alltäglichen Beziehungsgeschichten und man spürt, wie die Sängerin ihre Seele öffnet – stärker, als dies bei den englischsprachigen Songs der Fall war.
Klanglich, textlich, stimmlich stimmt einfach alles. Die Melodien gehen ins Ohr und werden durch einen atmosphärischen Sound verfeinert. Nur selten sind die elektronischen Elemente einen Tic zu stark ausgeprägt, doch das stört den Gesamteindruck nicht. In „Phantomschmerz“ singt Madeline von einem Schicksalsschlag, „Wenn ich angekommen bin“ widmet sich mit Wortwitz den sozialen Medien. „Halt mich fest“ groovt aus den Boxen und „Gift“ ist ohrwurmartig tanzbar.
„Ich hatte die fixe Idee, in meiner Muttersprache Musik zu machen, weil ich wissen wollte, ob meine Songs auch auf Deutsch funktionieren und man sie dann extrem modern produzieren kann. Unser Ziel war es, auf Deutsch absolut international zu klingen – und das haben wir so konsequent wie nur irgend möglich umgesetzt“, sagt Madeline zum Vorgehen. Das ist auf jeden Fall gelungen. „DNA“ ist ihr bisher bestes Album.
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Madeline Juno ist gerade mal zwanzig Jahre alt und stammt aus Deutschland. Genauer gesagt aus Offenburg am Rande des Schwarzwalds. Warum man das erwähnen muss? Weil ihre Musik so sehr nach britischem Songwriter-Pop klingt, dass man sich da nochmal vergewissern muss. Zumindest bis man die Bonustracks des zweiten Albums „Salvation“ hört. Hier singt sie nämlich zwei Titel in deutscher Sprache und klingt plötzlich so anders. Noch emotionaler, noch introvertierter als dies schon bei ihren englischsprachigen Songs der Fall ist.
Mit Singles wie „Error“, das als Titelsong des Kinohits „Fack ju Goethe“ begeisterte und dem dazugehörigen Video, das über zwei Millionen Mal geklickt wurde, war Madeline Junos Debütalbum „The Unknown“ im Jahr 2014 ein voller Erfolg. Egal ob allein und beschaulich mit Akustikgitarre oder in groß arrangierten Songs – die junge Künstlerin wusste zu bestehen und legte einen beachtlichen Erstling vor.
„Salvation“ zeigt Madeline Juno noch selbstbewusster und erwachsener. Sie ist eine hervorragende Geschichtenerzählerin und geht unbeirrt ihren Weg. Poppige Balladen mit emotionaler Tiefe bestimmen das ganze Album. „Stupid Girl“ als kleiner Ausflug in tanzbare Gefilde passt da trotzdem ganz gut mit rein, weil hier nichts verkrampft wirkt. Madeline singt drauf los und bestimmt die Richtung von Ton zu Ton selbst. Ihre hohe Stimme erinnert an Ellie Goulding, doch inhaltlich ist Juno viel stärker.
Im Vergleich zum Debüt nimmt die Elektronik breiteren Raum ein. Das mag für den internationalen Markt ganz gut sein. Trotzdem bleibt Madeline Juno Singer/Songwriterin und gibt jedem Track den typischen akustischen Touch mit, auch wenn die Produktionen größer ausfallen. Der Titeltrack „Salvation“, der ruhige Opener „Into The Night“ oder das abwechslungsreiche „No Words“ sind ganz großes Kino. Zum Ende hin scheinen die Ideen etwas ausgegangen zu sein. Alles klingt ziemlich ähnlich und orientiert sich an Vorbildern wie Taylor Swift. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Vor allem mit den beiden deutschen Titeln macht Madeline Juno ihr Zweitwerk zum Ausnahmealbum. Davon würde ich gern mehr hören!
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