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Madeline Juno entdeckt ihre DNA

Madeline Juno  •  DNA
Veröffentlichungsdatum: 08.09.2017
Unsere Bewertung: 9 von 9 Punkten

Madeline Juno hatte schon bei “Salvation” zwei deutschsprachige Titel in das hauptsächlich englischsprachige Album geschleust. Und ihre emotionale Herangehensweise war gerade bei diesen Titeln ein Genuss – meine Meinung. Schlaue Idee, das noch weiter auszubauen. So durften sich die Fans mit der EP “Waldbrand” ein erstes Versuchskaninchen gönnen. Und daraus ist jetzt das erste vollständige Album “DNA” in ihrer Muttersprache geworden. Gut so!

Madeline wuchs in einer Musikerfamilie auf. Der Vater ist Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. Früh begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben, und stellte mit 14 Jahren die ersten Werke online („Melancholy Heartbeat“). Was folgte, ist die typische Erfolgsgeschichte der Neuzeit: Von Tag zu Tag wuchs die Schar ihrer Fans auf Facebook und anderen Portalen. Mit Songs wie „Error“, der als Titelsong des Kinohits „Fack ju Goethe“ begeisterte, und dem Clip, der über 2 Millionen Mal geklickt wurde, war Madeline Junos erstes Album „The Unknown“ ein absolutes Erfolgsdebüt. Der Nachfolger „Salvation“ erschien im Februar 2016, wurde weit über sechs Millionen Mal gestreamt und von einer ausgedehnten Deutschlandtour flankiert.

Die tiefgründigen Popballaden gibt es nun also in deutscher Sprache. Das ist der größte Unterschied. Ansonsten bleibt die Schwarzwälderin ganz sie selbst. Das Album hat sie mit ihrem kongenialen Partner Oliver Som komplett im Alleingang produziert. Es geht um die alltäglichen Beziehungsgeschichten und man spürt, wie die Sängerin ihre Seele öffnet – stärker, als dies bei den englischsprachigen Songs der Fall war.

Klanglich, textlich, stimmlich stimmt einfach alles. Die Melodien gehen ins Ohr und werden durch einen atmosphärischen Sound verfeinert. Nur selten sind die elektronischen Elemente einen Tic zu stark ausgeprägt, doch das stört den Gesamteindruck nicht. In “Phantomschmerz” singt Madeline von einem Schicksalsschlag, “Wenn ich angekommen bin” widmet sich mit Wortwitz den sozialen Medien. “Halt mich fest” groovt aus den Boxen und “Gift” ist ohrwurmartig tanzbar.

“Ich hatte die fixe Idee, in meiner Muttersprache Musik zu machen, weil ich wissen wollte, ob meine Songs auch auf Deutsch funktionieren und man sie dann extrem modern produzieren kann. Unser Ziel war es, auf Deutsch absolut international zu klingen – und das haben wir so konsequent wie nur irgend möglich umgesetzt”, sagt Madeline zum Vorgehen. Das ist auf jeden Fall gelungen. “DNA” ist ihr bisher bestes Album.

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