Casper und Marteria – Fotos von Rock am Ring 2019
Hier findet ihr unsere Fotos von Casper und Marteria bei Rock am Ring 2019.
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Hier findet ihr unsere Fotos von Slipknot bei Rock am Ring 2019.
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Hier findet ihr unsere Fotos von Tool bei Rock am Ring 2019.
Der Sonntag startete um 16 Uhr mit einer Pressekonferenz. Auf dem Podium hatten sich nur der regionale Polizeichef und André Lieberberg eingefunden. Ein gutes Zeichen – zeigte es doch, dass das Festival absolut friedlich abgelaufen war und kaum Vorfälle vermeldet werden mussten. 12 leichte Körperverletzungen, 13 glimpflich abgelaufene Verkehrsunfälle, wenige Diebstähle. Für eine Menge, die fast einer Großstadt entspricht, ein mehr als gemäßigtes Wochenende. Die hohen Windstärken hätten vor allem am Freitag ein Problem dargestellt, die Sicherheit der Zuschauer sei aber nie gefährdet gewesen.
Die größere Meldung war dann auch André Lieberbergs Hinweis auf „35 Jahre Rock am Ring“ vom 5. bis 7. Juni 2020 mit Präsentation des ganz Ring-nostalgisch angelegten Plakats. Der Vorverkauf zum Frühbucherpreis startet schon am Dienstag, 11.6.2019 um 12 Uhr. Die Vorfreude kann also beginnen!
Weiter zum dritten Festivaltag: ADAM ANGST begrüßten das Publikum um 16.40 Uhr auf der „Alterna Stage“ mit „Guten Morgen“ und erfreuten sich am beliebten Hände hoch Hände runter Spielchen. „Normalerweise machen wir sowas nicht, aber das macht Spaß“, sagte der umtriebige Frontmann. Außerdem war Gesellschaftskritik Trumpf. Die Stimme von Alexa startete im Dialog mit dem Publikum „Alle sprechen Deutsch“. Und auch „D.I.N.N.“ mit dem Mantra „Ich werde dich immer Nazi nennen“ wurde geboten. Es war eine geniale und gut besuchte Show der Punkrockband um Felix Schönfuss. Hier hatte man sicher einige neue Freunde gewinnen können.
AMON AMARTH hatten inzwischen die Hauptbühne mit einem exorbitantem Wikingerhelm ausgestattet. Sie lieferten eine gigantische Feuershow und heroische Vocals. Die Band aus einem Vorort von Stockholm bot einiges auf, um das Publikum zu unterhalten: Flammenwerfer, ständige Wechsel des Hintergrundbilds. Das fiel bei den Fans in Feierstimmung auf fruchtbaren Boden und das Konzert wurde zum Triumphzug. Es gab Kostümierte mit Schwert und Schild, die Kämpfe auf der Bühne inszenierten. „Wir erheben die Hörner auf euch“, skandierte man für die Trinkwütigen und es gab ein mehrstimmiges und von Herzen kommendes „Skål“. Zum Ende wurde gar Thors Hammer geschwungen – unterhaltsam und stimmig war das Ganze.
Alec und Sascha von THE BOSSHOSS mussten sich anstrengen, die Stimmung zu halten, schafften das aber mit einer sehr rockigen Show. Die beiden sind ja mit Wacken und früheren Ring-Auftritten schon mehrfach Metal-erprobt. Die Cowboys lebten ihre Show voller Coolness und die Instrumentalisten an Mundharmonika, Mandoline, Banjo sowie allerlei speziellen Country-Folk-Geräten taten das übrige dazu, um eine großartige Show abzuliefern. Der Sound der Band steckte an und die Livequalitäten voller Herzblut konnten sie bestens unter Beweis stellen.
Zugleich lieferte KONTRA K auf der „Crater Stage“ HipHop Klänge aus Berlin. Dafür brauchte er eine Showtreppe und viele LCD Wände. Mit enormer Power bewies er, dass er den großen amerikanischen Vorbildern in Nichts nachstehen muss. Von der Straße ganz nach oben – das ist seine Devise. Bekannte Samples wie „Love is a battlefield“ halfen dabei. Und natürlich das Publikum. Bei „Fame“ ließ er die Menge RAF Camoras Part singen. Natürlich gab er „Soldaten“ zum Besten und als Zugaben „Erfolg ist kein Glück“ und „Wölfe“.
Zurück zur Hauptbühne. Auf dem Weg zu Tenacious D lieferten KADAVAR eine Rockshow der alten Schule. Schlagzeug, zwei Gitarren, fertig. Damit waren sie quasi der perfekte Übergang, um sich auf Jack Black und Co. einzustellen.
Viele Schauspieler versuchen sich auch als Rockstars, aber Jack Black und Kyle Gass sind mit TENACIOUS D ganz vorne. Das komödiantische Rockduo glänzte mit Feierlaune und viel Groove. Jack, diese wundervolle, fast 50jährige Gesangskanone konnte mit hoher Rockstimme und entsprechendem Pathos überzeugen. Und auch die schauspielerischen Fähigkeiten der beiden kamen nicht zu kurz: Da wurde schon mal der Partner und Gitarrist Kyle Gass entnervt gefeuert, der daraufhin „You can’t fire me. I quit“ brüllte, nur damit Jack ein melancholisches „I miss you“ anstimmen konnte um ihn zurück zu holen. Kyle revanchierte sich mit einer rockigen Solo-Blockflöten-Einlage. So hätte es ewig weitergehen können, doch mit dem Scorpions-Snippet „Rock you like a hurricane“ und einem letzten Song für die Ladies („Fuck her gently“) war Schluss.
Jetzt hätte man sich noch ALLIGATOAH anschauen können, deer quasi sein komplettes Wohnzimmer auf der Bühne aufgebaut hatte, doch es war wichtiger, sich einen guten Platz für den letzten Topact zu sichern.
SLIPKNOT brauchten die längste Umbaupause des Festivals. Ein postapokalyptischer Bühnenaufbau und entsprechende Maskierung sind ihr Markenzeichen. Mit „People = Shit“ und „(sic)“ ging es umgehend zur Sache. Das Volk vor der Bühne rastete umgehend aus und zu einem Pyro-Stakkato lieferten die Heroen aus Iowa ihre fantastische Show ab. Bei so viel brachialer Gewalt und Power gönnten sich die Protagonisten immer mal wieder kurze Pausen, während denen es unheimlich still im weiten Rund des Nürburgrings wurde. Pünktlich um Mitternacht stand aber wieder die komplette Bühne in Flammen. Kurz vor Schluss gab es die Klassiker „Spit it out“ und „Surfacing“. Die Erschöpfung der Zuschauer war greifbar. Zum Relaxen gab es ein Feuerwerk über der Bühne und viele Ringrocker machten sich schon auf den Weg zu ihren Zelten.
Einige aber hatten noch nicht genug und über der „Crater Stage“ setzten MARTERIA und CASPER im Doppelpack mit eigenem Feuerwerk den Abend fort. Bei Tausenden Fans war noch genügend „Adrenalin“ vorhanden. Beide nutzen die gemeinsame Show neben den Titeln des Albums „1982“ auch für Einzelsongs der großen Karrieren und gegenseitige Respektsbekundungen. Damit keiner verloren auf der Bühne und für das komplette Publikum gut sichtbar war, gab es eine schräge Ebene und man konnte die Protagonisten von überall hervorragend sehen. Eine Show auf LCD-Wänden illuminierte das Geschehen. So vergingen die letzten 90 Showminuten des Festivals ebenfalls sehr schnell.
Was bleibt als Fazit? Überraschungen wie Fever 333. Überzeugungstäter wie Adam Angst, Halestorm und Beyond The Black. Hammershows Marke Tool, Amon Amarth, Bring me the Horizon und Slipknot. Rap-Überraschungen aus der Spaßrubrik und mit ernstem Hintergrund. Die Rückkehr der Ärzte, der Abschied von Slayer. Es waren nostalgische Momente und zukunftsweisende. Vielleicht wäre zum Jubiläum mal wieder ein hymnischer Pop-Rock-Act angesagt. Warum nicht Queen mit Adam Lambert. Mag aber auch sein, dass sich Metallica wieder mal die Ehre geben. Warum auch nicht? Es wird auf jeden Fall ein Fest – im Juni 2020.
Hier findet ihr unsere Fotos vom Sonntag bei Rock am Ring 2019.
Der Samstag bot eine enorme Überraschung gleich zu Beginn: FEVER 333 lieferten auf der „Crater Stage“ eine dynamische Show ganz im Stil von Rage against the Machine und Public Enemy. Dafür sollten sie später am Abend noch von Slayers Tom Araya schwer gelobt und damit geadelt werden. Die Band aus Los Angeles hat mit Jason Butler einen fantastischen Frontmann, der mit viel Enthusiasmus politische Botschaften verbreitete und ständig in Bewegung war. Er erklomm kurzerhand das Dach des Mischpults, um Deutschland als Land zu loben, in dem einer sich um den anderen kümmert und kein Schwarzer sich ob seiner Hautfarbe vor Gewalt fürchten muss. Damit sprach er vielen Teilnehmern auf diesem friedlichen Festival aus der Seele.
Auf andere Art spannend wurde es mit SEILER UND SPEER auf der Hauptbühne. Die in ihrer Heimat sehr beliebte Band aus dem Komiker und Schauspieler Christopher Seiler sowie dem Filmemacher Bernhard Speer lieferte deftigen Rock aus Österreich. Dazu gab es solide Gitarren und österreichische Vocals. Musikalisch nicht ganz mein Fall – aber bei Rock am Ring wird ja kaum eine Band verhalten aufgenommen. Auch dieses Duo aus dem Nachbarland wurde gefeiert. Und es hatte die Lacher auf seiner Seite, als der Abgang zu den Klängen von „Going to Ibiza“ erfolgte.
Dann folgte die einstündige Wahnsinnsshow von FEINE SAHNE FISCHFILET. Sänger Monchi (Jan Gorkow) freute sich wie ein kleines Kind, als er von der jubelnden und tanzenden Menge empfangen wurde. Natürlich hatten zahlreiche Bengalos den Weg auf das Festivalgelände gefunden und die Menge wurde in rote und blaue Rauchschwaden gehüllt, wie Rock am Ring sie bisher noch nicht erlebt hatte. Das Publikum feierte den totalen Abriss. Gefühlt waren ALLE vor der „Volcano Stage“ (und das um 17.30 Uhr!) und keiner, der die großen Circle Pits und das kongeniale Abtanzen mitgemacht hatte, wird ohne blaue Flecken nach Hause gegangen sein. Es gab – wie erwartet – politische Botschaften en masse, beispielsweise ein offizielles „Fick dich“ an alle AFD Wähler und die Forderung nach Straffreiheit für Seenotrettung. Ja, solche Botschaften gehören an diesen Ort, auch wenn manche fordern, die Politik außen vor zu lassen. DIE ÄRZTE sollten es Monchi später am Abend gleichtun. Monchi forderte Menschlichkeit, nicht nur gegenüber Flüchtlingen. Er vergaß auch nicht den Dank an Feuerwehr und freiwillige Helfer bei Rock am Ring – und das Heimatgefühl für Dörfer, dem er mit „Geschichten aus Jarmen“ ein musikalisches Denkmal gesetzt hatte.
Im Anschluss waren die DROPKICK MURPHYS gute Kandidaten, um mit Akkordeon, Dudelsack und viel Spielfreude die gute Stimmung in den Abend mitzunehmen. Bei ihrem Celtic Punk aus Quincy in den USA, der so irisch klang, wie man sich das nur vorstellen kann, konnten auch ergiebige Regenschauer den Spaß nicht verderben.
Danach gab es auf der „Crater Stage“ die ARCHITECTS mit feinstem Metalcore. Was für eine Energie: Growls, Hysterie und formidable Circle Pits sorgten für Stimmung. Ein bedrohlich bewölkter Himmel schaffte die perfekte düstere Atmosphäre und Shouter Samuel David Carter zeigte sich beeindruckt, dass Leute bei diesem Festival sich vom Regen nicht die Stimmung verderben ließen. Er betonte, sich in Deutschland sehr daheim zu fühlen und man bekräftigte dies mit einer enormen Portion Pyrotechnik.
BRING ME THE HORIZON, die zum Teil sicher das gleiche Publikum ansprachen, spielten leider parallel mit einer ebenso starken Powershow. Diese war mit ansprechenden Videos versehen und es gab gar Tänzerinnen auf der Bühne. Als Cheerleader feuerten sie die Menge an. Wer schafft den größten Moshpit? Hier waren vermutlich Bring me the Horizon die Sieger – zumindest am Samstag. Obwohl es zwischendurch auch durchaus poppige Klänge zu hören gab, widmete Oliver Sykes die Show Slayer als den Heavy-Metal-Urvätern.
Ein orchestrales Intro und Choräle vom Band kündigten SABATON und ihre Bombastshow an. Songs wie „Ghost Division“ wurden mit einer gewaltigen Knalleffekt-Pyro versehen. Dazu lieferten die Schweden heroischen Gesang und einen ordentlichen Klangteppich. So wurden epische und gewaltige Schlachten auf der Bühne geschlagen.
Währenddessen konnten einem die Protagonisten auf der „Alterna Stage“ fast leid tun. Vor recht überschaubarem Publikum durfte man die feinen und doch sehr stimmgewaltigen Töne von KOVACS genießen. Solch verkopfte Popmusik scheint bei RAR keine Rolle mehr zu spielen. Schade eigentlich, konnte man hier doch vor einer Dekade noch umtriebige Sängerinnen wie Kate Nash und Ellie Goulding abfeiern. Sharon Kovacs betörte die Anwesenden mit verspielt poppigen Melodien und zwei Backgroundsängerinnen.
Auf der Hauptbühne kam endlich der große Moment, auf den 85.000 Fans gewartet hatten. Die Bühne war schwarz verhangen für DIE ÄRZTE. Es gab ein „Drei ???“-Intro und der Vorhang fiel. Fuck – noch ein Vorhang! „Country Roads“ erklang und die Menge sang den „take me home“-Part, der augenscheinlich dem Nürburgring gewidmet war, begeistert mit. Farin, Bela und Rod starteten dann mit „Unrockbar“ durch und gaben recht bald das Motto des Abends vor: Du bist immer dann am besten, wenn’s dir eigentlich egal ist („Lied vom Scheitern“). Besonders umjubelt wurden Klassiker wie „2000 Mädchen“ und moderne Klassiker wie „Lasse redn“. Es gab eine zünftige La Ola gegen die Kälte und man drückte sein Bedauern darüber aus, dass man parallel zu Slayer spielt – doch die Welt kann nicht „Perfekt“ sein.
Für mich dann aber der willkommene Anlass, mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Bühne zu wechseln. Es war einfach Ehrensache, auch die fulminante Abschiedsshow von SLAYER zu genießen. Mit Flammenwerfern auf der Bühne präsentierten die Veteranen eine heiße Show. Von Müdigkeit war absolut nichts zu spüren. Fast ohne Ansagen folgte Klassiker auf Klassiker und es war ein Traum, diese gigantische Show zu sehen.
Da Slayer nur 70 Minuten spielten, war ich pünktlich zum „Schrei nach Liebe“ zurück bei der ärztlichen Versorgung an der „Volcano Stage“. BelaFarinRod hatten ja auf eigenen Wunsch 150 Minuten zur Verfügung und vertrödelten diese nicht nur mit ihren Hits, sondern auch mit einer dialoglastigen Comedyshow und diversen Späßen. Wenn es wirklich die letzte Tour der Ärzte sein sollte (was natürlich keiner glaubt und hoffentlich nur aus Marketingzwecken befeuert wird), haben sie hier am Ring eines der besten Konzerte ihrer Karriere geboten. Es gab „Westerland“ als Karaoke Version vom Publikum, „Zu spät“ im Handy Lichtermeer und „Du willst mich küssen“ wurde zumindest angespielt. Wie schon erwähnt war auch Zeit für politische Botschaften. Und man warnte vor den neuen Nazis, die keine Skinheads mehr sind, sondern Dackel-Krawatten tragen.
Das Feiern wollte kaum ein Ende nehmen. Alles fror in der Eifelnacht, doch keiner wollte das spüren. „Junge“ konnte man im Zugabenblock entspannt eröffnen – dann wurde wieder zünftig Party gemacht. Doch irgendwann fielen auch die letzten Partybiester in ihre Zelte.
Hier findet ihr unsere Fotos vom zweiten Tag Rock am Ring 2019.
Es ist die Mutter aller Rockfestivals in Deutschland. 1985 bebte der Nürburgring zum ersten Mal. In 2020 wird ein Jubiläum „35 Jahre Rock am Ring“ gefeiert. Das Zwischenspiel auf dem Gelände in Mendig war vielleicht von der Location her nicht berauschend, doch immerhin hat es dem Festival letztlich das Leben gerettet. Und um so größer ist jetzt die Freude, jedes Jahr wieder an den geliebten Ring mit seiner Grünen Hölle, der Nordschleife und den übrigen Kultstätten zurückzukehren.
Viele Fans reisen bekanntlich schon Tage vorher an. Umso mehr muss man die Organisatoren dafür loben, wie reibungslos letztlich alles abläuft. Die Belegung der Park- und Zeltplätze, die Ausgabe der Bändchen. Klar kommt es zu Wartezeiten, aber es wäre ja auch ein Wunder, wenn alle Besucher sich auf die Minute genau in Zeitpläne verteilen. Die Logistik ist schon ein Gewaltakt. Ein Heer von Ordnern, der festivaleigene LIDL-Store, neuerdings das „Experience“ Camping ganz nah am Konzertgelände. Man könnte einiges nennen – oder einfach sichergehen: Bei Rock am Ring gibt es ALLES.
Ich reiste am Freitagvormittag an. Es herrschte noch eine entspannte Leere auf dem riesigen Konzertgelände. ein feiner Kontrast zu den gigantischen Abendveranstaltungen. Und doch konnte man schon am frühen Nachmittag coole Bands genießen. Um 14.30 Uhr hatten BADFLOWER aus Los Angeles großen Spaß, die Hauptbühne „Volcano Stage“ zu eröffnen. Sie waren nach eigenen Angaben erst zum zweiten Mal in Deutschland und heizten den Fans ordentlich ein. Das war auch dringend erforderlich, denn es war noch bewölkt und 19 Grad kühl.
Pünktlich ging es zur „Crater Stage“. Hier boten DRANGSAL eine kuriose Mischung aus Pop, NDW und Hardrock Gitarren. Aus Herxheim stammend hatte Max Albin Gruber als exzentrischer Frontmann ein Heimspiel in Rheinland-Pfalz, auch wenn die Fans aus NRW sich stärker bemerkbar machten. Englische Titel wie „Love me or leave me alone“ bot er mit feiner New Wave Attitüde. Doch zum größten Teil gab es deutschsprachige Titel, vor allem vom aktuellen Album mit dem hübschen pfälzischen Titel „Zores“.
Etwas Wasser, das von oben kam, machte den Ringrockern nichts aus. Vor der Hauptbühne boten HALESTORM Feierstimmung nach dem Regenguss. Die stimmgewaltige Frontfrau Lzzy Hale zeigte mit ihrer ganzen Persönlichkeit, wie sie im männerdominierten Hardrock- und Metalgenre bestehen kann. Die Performance war der Centerstage absolut würdig und hätte gerne noch länger dauern dürfen.
Nach 50 Minuten mussten Lzzy und Arejay Hale aber Platz machen für ALICE IN CHAINS. Der Vierer aus Seattle bot mit Vokalist Jerry Cantrell ein hartes Brett aus Grunge und Metal. Es gab große Scheinwerferwände, die auch zur noch frühen Uhrzeit eine ordentliche Lichtshow boten. Im Mittelpunkt stand das sechste Studioalbum „Rainier Fog“. Und es war amtlich, dass diese Rockband mit modernem Sound von den Fans ordentlich abgefeiert wurde.
Beschaulicher ging es da bei WELSHLY ARMS zu, die parallel auf der „Crater Stage“ weilten. Hier gab es zur willkommenen Abwechslung gepflegten Bluesrock aus Cleveland, der mehrstimmig mit rockigen Gospel-Anleihen erklang. Beschwingtes Tanzen statt Circle Pit war angesagt. Und der Radiohit „Legendary“ machte auch dem letzten Zuschauer klar, warum ihm die Stimme von Sam Getz so bekannt vorkam.
BEYOND THE BLACK eroberten die „Alterna Stage“ mit orchestralen Einspielern und der ersten ordentlichen Pyroshow des Tages. Die Teilnahme von Jennifer Haben bei der diesjährigen Staffel von „Sing meinen Song“ hat den Bekanntheitsgrad der Mannheimer Band enorm gesteigert. Von vielen Hardrockern werden sie aufgrund des Symphonic Metal gerne mal belächelt, doch an diesem Freitag dürften sie Überzeugungsarbeit auch in der Metalgemeinde geleistet haben.
Danach brachte SLASH im Ozzy Osbourne-Shirt ein wenig Guns n‘ Roses Feeling auf den Ring. Auch wenn der Sänger Myles Kennedy (von Alter Bridge) im Mittelpunkt stand, denn die beiden arbeiten seit 2009 zusammen und haben erst kürzlich das Album „Living The Dream“ veröffentlichen. Kennedy zeigte sich als unglaublich starker und sehr präsenter Frontmann. Er rückte keineswegs in den Hintergrund neben Slash, der aber auch genügend Raum bekam, um seine Solo-Einlagen zu zelebrieren.
Die FOALS aus Oxford waren dann das Kontrastprogramm auf der „Crater Stage“. Es gab eine fröhlich verspielte Indieshow mit hellen Klängen. Dabei zeigte sich, dass Math-Rock gar nicht so komplex und dissonant klingen muss, wie hartgesottene Progger das gerne haben. Für das Ring-Publikum hatten Foals eine spannende Mischung aufgelegt.
Auch wenn die Bühnen auf dem Gelände recht weit auseinander liegen und die Fußmärsche durch die Menge durchaus nervig sein können, musste ich doch ganz nostalgisch zu den SMASHING PUMPKINS und Meister Billy Corgan. Das Intro zur Show auf der „Volcano Stage“ erklang so theatralisch wie die Vocals des Sängers und Songschreibers aus Chicago. Im Slot der untergehenden Sonne bot man vertrackte Rhythmen und eine Mega-Rockshow.
Etwas versetzt aber wollte ich unbedingt SDP auf der „Crater Stage“ genießen. SDP schafften das, was der SPD momentan nicht mehr gelingt: die Massen zu begeistern. „Die besteste Show mit der bekanntesten unbekannten Band der Welt.“ So betitelten sie sich selbst und hätten damit vor dreißig Jahren locker als Ärzte-Klone durchgehen können. Heute aber steht das Duo aus Berlin für absolut spaßige Rock- und Rapmusik mit einem hohen Faktor an Selbstironie.
Kurz vor 23 Uhr war der Moment, da man auf drei genialen Konzerten zugleich hätte sein können. Während SDP einen „Schrei nach Liebe“ anstimmten, legten BEARTOOTH mit einer Hardcore-Attacke die „Alterna Stage“ in Schutt und Asche. Zugleich starteten TOOL ihre perfekte Klang-Show.
TOOL bestachen mit glasklarem Sound und surrealen Videos. Die waren allein schon deshalb erforderlich, weil sich Sänger (von Frontmann kann man nun wirklich nicht sprechen) Maynard James Keenan ebenso wie seine Kollegen nicht filmen ließen und überhaupt komplett im Hintergrund standen. Ausschweifende Instrumentalparts spielten die Hauptrolle und hinzu kamen bisweilen emotional-düstere Vocals. Es war schon gewagt, diese Vertreter des Psychedelic Metal als Headliner zu buchen, doch sie hatten diesen Platz absolut verdient. Obwohl ein eisiger Wind über die Rennbahn wehte, wollte sich kaum einer dieses Erlebnis musikalischer Perfektion entgehen lassen. TOOL boten einen spannenden Gegenpol zum traditionell doch so dreckigen Metal. Die verstörenden Videobilder taten ihr Übriges dazu und ließen manchen Festivalbesucher sicher nachdenklich zurück.
Seht hier unsere Fotogalerie von Tag 1 des Rock am Ring Festival 2019 beim Nürburgring.
Hier findet ihr unsere Fotos vom dritten und letzten Tag des Rock am Ring Festivals am 03. Juni 2018 am Nürburgring.
Hier findet ihr unsere Fotos vom zweiten Tag von Rock am Ring am 02. Juni 2018 am Nürburgring.
Hier findet ihr unsere Fotos vom ersten Tag des Rock am Ring Festival am 01. Juni 2018 am Nürburgring.
Hier findet ihr unsere Fotos von System of a Down am 04. Juni 2017 bei Rock am Ring.
Hier findet ihr unsere Fotos von Prophets of the Rage am 04. Juni 2017 bei Rock am Ring.
Hier findet ihr unsere Fotos vom dritten – und letzten – Tag Rock am Ring 2017.
Hier findet ihr unsere Fotos vom zweiten Tag von Rock am Ring am 03. Juni 2017 am Nürburgring.
Hier findet ihr unsere Fotos vom ersten Tag des Rock am Ring Festival am 02. Juni 2017 auf dem Nürburgring in Nürburg.
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Hier findet ihr Fotos vom Volbeat Konzert am 03. Juni 2016 bei Rock am Ring.