Die studierte Germanistin Lucy van Kuhl verbindet ihre Liebe zur deutschen Sprache gekonnt mit ihrer Leidenschaft für Musik und ihrem Können am Piano. So ist sie quer durch die Republik erfolgreich als Klavier-Kabarettistin unterwegs. Seit 2018 ist sie bei Konstantin Weckers Label Sturm & Klang unter Vertrag, so dass man ihre Programme nicht nur live erleben, sondern auch auf CD erwerben kann. Aktuell erscheint mit „Geschickt verpackt“ das Album zu ihrem neuesten Programm.
Bereits mit dem Opener und Titelsong zeigt Lucy van Kuhl die große Bandbreite ihres Könnens. Sie beschreibt nicht nur äußerst humorvoll die Vor- und Nachteile verschiedener Verpackungen vom Reichstag über die Chipstüte bis zu Politikerphrasen, sondern präsentiert die einzelnen Strophen auch noch in verschiedensten musikalischen Genres – „Geschickt verpackt“ in jeder Hinsicht!
Und es geht sehr abwechslungsreich weiter, etwa mit dem gefährlichen Hobby „Punkte Sammeln“ oder der wilden „Ü80-Party“ im Mietshaus. Die „Deutsche Bahn“ mit ihren allseits bekannten Problemen wird kurzerhand zur Therapieeinrichtung erklärt – denn wo kann man besser Achtsamkeit und Geduld lernen? Übrigens lernt man bei so einer Bahnfahrt auch verschiedenste Menschen kennen und kann wunderbar seine eigenen „Vorurteile“ überdenken. Und in „Asterix & Obelix (FSK ab12) erfahren wir endlich die Wahrheit über die geheime Zutat des Zaubertranks.
Aber die Künstlerin aktiviert nicht nur unser Humorzentrum, sondern schlägt auch nachdenkliche und gefühlvolle Töne an. „Ich schweig so gern mit dir“ ist ein Liebeslied, das ganz ohne Pointe auskommt, und auch „Ich vermisse dich“ hat trotz der ziemlich übertriebenen Bewältigungs-Strategien nach einer gescheiterte Beziehung einen ersten Unterton – vor allem in der ruhigen Version am Ende des Albums. Besonders berührend ist „Im Himmel brennt noch Licht“, das Lucy für ihre Eltern geschrieben hat – mit der Ahnung, dass ihr Vater nicht mehr lange leben wird.
Wer Lucy vyn Kuhl live erleben will, hat dazu in diesem Jahr noch reichlich Gelegenheit. Sie ist sowohl mit „Geschickt verpackt“ als auch mit ihrem älteren Programm „Auf den zweiten Blick“ in ganz Deutschland unterwegs – Tourtermine findet ihr unter www.lucy-van-kuhl.de.
Konstantin Wecker ist auch mit 77 Jahren immer noch der nimmermüde Mahner, Erzähler und Kritiker, der am Puls der Zeit lebt und sich bewusst ins politische Geschehen einmischt. Manchmal muss man ihm fast eine hellseherische Ader zuschreiben. So gab es 2019 das orchestrale Livealbum „Weltenbrand“ mit authentischen Aussagen gegen jede Form von Kriegstreiberei und Faschismus sowie mitten in den Wirren von Corona das lichtblickende Werk „Utopia“.
Das aktuelle Programm „Lieder meines Lebens“ ist eine schöne Zeitreise durch Weckers Schaffen, wobei er die immer noch aktuellen politischen Songs mit neuen Stücken anreichert und seiner Poesie sowie den (von manchen linken Fans oft verpönten) romantischen Liebesliedern gegenüberstellt. Diese Konzerte sind stark und ergreifend – so spielt Konstantin eine alte Aufnahme von sich im Duett mit seinem Vater, und er lässt auch Hannes Waders „Es ist an der Zeit“ in seiner ganzen Dramatik neu erklingen.
Auf der neuen Live-Doppel-CD zu besagtem Programm präsentiert er sein kammermusikalisches Programm gemeinsam mit dem Pianisten und langjährigen Wegbegleiter Jo Barnikel. Es enthält seine persönlichen poetischen Highlights – von den Anfängen bis heute. Zu hören sind Klassiker wie „Ich singe, weil ich ein Lied hab“, „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, „Die weiße Rose“ sowie als Überraschungen auch viele schon fast vergessene Songs.
An diesem Album ist alles besonders und es zeigt, warum Konstantins Musik und seine Lyrik noch nie so wichtig waren wie heute, da rechte Parolen wieder Einzug in deutsche Parlamente halten. Die Gegenpole „Wut und Zärtlichkeit“ sowie „Poesie und Widerstand“ spielen seit Jahrzehnten eine große Rolle in Weckers Werken. Er kann gegen den Faschismus wettern und gleichzeitig vom Frieden träumen. Er findet mahnende Worte und vermischt diese mit romantischen Gedichten.
Das Liveprogramm, das für diese CD am 10.5.2024 in Gersthofen mitgeschnitten wurde, enthält alles davon. Lange Passagen mit Gedichten, eine Hommage an Hans-Peter Dürr und an Hanns Dieter Hüsch, viele bekannte Songs, Gedanken an sein wundervolles Elternhaus (inklusive einer Einspielung von „Parigi, o cara“, auf der man den kleinen Konstantin mit seinem Vater hört).
Ganz tief wird es zum Ende hin, wenn ein Radiomitschnitt von Ernst Toller die Dramatik der Weltkriege so anschaulich aufleben lässt, dass man in Tränen ausbrechen möchte. Stücke wie „Schäm dich Europa“ sind ebenso wichtig wie das sehnsuchtvolle „Wir werden weiter träumen“. Und der Abend endet grandios mit dem Gedicht „Jeder Augenblick ist ewig“.
Natürlich empfehle ich, die „Lieder meines Lebens“ live in einer Konzerthalle in eurer Nähe zu genießen, doch dieser Mitschnitt ist ein Ersatz für alle, die dazu keine Gelegenheit haben.
Auf der neuen Live-Doppel-CD „Lieder meines Lebens“ präsentiert Konstantin Wecker mit seinem kammermusikalischen Programm gemeinsam mit seinem Pianisten und langjährigen Wegbegleiter Jo Barnikel seine persönlichen poetischen Highlights – von den Anfängen bis heute. Zu hören sind Klassiker wie „Ich singe, weil ich ein Lied hab“, „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, „Die weiße Rose“ sowie als Überraschungen auch schon fast vergessene Songs. Das neue Album „Lieder meines Lebens“ (S&K 102) erscheint am 21. Februar 2025 beim Münchner Label „Sturm & Klang“ als Doppel-CD sowie als Download und im Stream.
Mit „Stillstand“ erscheint die nächste Singleauskopplung mit Video von kla:r (Sänger und Songwriter Sascha Klar) beim Label „Sturm & Klang“.
Wenn man an Altem festhält, gerät das Leben oft in einen Stillstand. Gelegentlich hilft loslassen. „Wie oft habt ihr schon die Worte „Lieber Gott“ genutzt? Vielleicht aus Verzweiflung, Wut, Angst, Hilfslosigkeit. Die Worte „Lieber Gott“ sind tatsächlich erst beim Einsingen des Songs „entstanden“ und sorgten für erste Verwirrungen beim Produzenten, aber auch bei mir. Es fühlte sich aber richtig an.“ , so Sascha Klar. Der MAGALIESBERG KINDERKOOR hat in Pretoria (Südafrika) die Chorstimmen eingesungen. Im Dezember kommt der Chor auf große Europa-Tour!
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„kla:r“ (Sascha Klar) bleibt auch hier seinem roten Faden tiefgründiger, authentischer Texte treu und zeigt erneut, dass er sich in keine Schublade stecken lässt. „Meine Musik ist wie ein Poesiealbum, ehrlich und authentisch.“, so der Sänger über sein Debütalbum „Poesie“, welches am 18.10.2024 erschienen ist. Diesmal sticht der Sänger mit einem historischen Segelschiff in See. Die Musikvideos produziert Sascha Klar aufwendig in Eigenregie und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen.
„Das Leben schreibt oft traurige Bücher und manchmal auch so traurige Lieder… Vielleicht „nur“ eine Textzeile in einem Lied, aber auf jeden Fall ein Stück aus meinem Leben.“ so der Sänger und Songwriter Sascha Klar über seinen ersten Song „Ein zweimal“, den er seiner verstorbenen Mutter gewidmet hat. Mit diesem Song gewann er einen Songcontest und legte 2016 den Grundstein für Musik, die sich abseits des Mainstreams bewegt. „Ich wollte nicht auf einen fahrenden Zug aufspringen, um nachher feststellen zu müssen, dass er in die falsche Richtung fährt.“ Die Texte, tiefgründig und ehrlich, die Musik handgemacht. Das ist die Botschaft des deutschsprachigen Lyrikpop-Projektes.
Zusammen mit Produzent Dominik Heidinger (Sonic Storm Studio Würzburg) und Andreas Kümmert (The voice of germany Gewinner) entstand ein Album, welches sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt und das ganz bewusst. „Meine Musik ist ein Produkt der Seele und wie ein musikalisches Poesiealbum.“
Credit: Sturm und Klang
Die erste Singelauskopplung „Bruchteil von Sekunden“ erreichte bisher über 900.000 Streams bei Spotify und den 1. Platz der TOP50 2021 beim „MehrdavonRadio“. Die Single „Gelegentlich“ konnte darüber hinaus einige Chartplatzierungen beim Streamingdienst DEEZER erzielen.
Die in Eigenregie entstandenen Musikvideos erreichten bei Filmfestivals diverse Nominierungen und Auszeichnungen. Das Musikvideo zur neuen Singleauskopplung „Seelenbild“ gewann im Mai 2023 den „Best Munich Music Video-Award“ und gleich 4 Auszeichnungen beim „Euro Music Video Song Award“. Zudem wurde der Song bei der „Newcomer Top50 2022“ vom MehrDavonRadio auf Platz 1 gewählt.
2023 wurde auch Konstantin Wecker auf den Künstler aufmerksam und nahm ihn im Hause „Sturm & Klang“ auf. Hier wird sein erstes Album „Poesie“ im Herbst 2024 veröffentlicht. Vorab hat es drei Singleauskopplungen gegeben.
Sascha hat sich seit frühester Kindheit für Musik interessiert, sammelte erst als Keyboarder und später als Sänger viele Erfahrungen in verschiedenen Bandprojekten und als Darsteller in diversen Musicals. Neben der Musik ist es das bewegte Bild, mit dem Sascha Emotionen transportieren möchte. So wird seine Erstproduktion „oben“ erfolgreich in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt. „Mir ist es wichtig, musikalisch und visuell Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Deshalb lege ich großen Wert auf thematische Musikvideos.“
Derzeit arbeitet der Künstler an weiteren Musikvideos und an seinem ersten Spielfilm.
Die Musikvideos entstehen oft schon im Kopf während der Aufnahmen der Songs. Die Musikvideoproduktionen werden in Eigenregie mit einem kleinen, festen Team realisiert. Sascha steht nicht nur vor, sondern auch als Regisseur hinter der Kamera, entwickelt die Ideen, schreibt die Drehbücher, sucht Locations und kümmert sich auch um die Nachbearbeitung.
„In allem was ich mache steckt ein Teil von mir, denn nur wenn es authentisch ist, kann ich mich damit auch identifizieren.“
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Der Südtiroler Musiker und Liedermacher Dominik Plangger ist ein weiterer bemerkenswerter Künstler, dem Konstantin Wecker bei seinem Label Sturm und Klang ein Zuhause gegeben hat. Das siebte Studioalbum mit dem Titel „Limes“, aufgenommen im schönen Kritzendorf an der Donau bei Wien, vereint Vertrautes mit bisher unbekannten Seiten des Singer-Songwriters.
Zwölf Lieder erzählen von großen Gefühlen und scheinbar kleinen Alltagsmomenten, vom Heim- und Ankommen. Feste werden gefeiert und ein Stück Familiengeschichte enthüllt. Auch eine Hommage („Generale“) an den großen Cantautore Franceso de Gregori darf nicht fehlen.
So vielfältig wie die Lieder ist auch die musikalische Umsetzung. Dominik Plangger bleibt seinen Wurzeln im Folk mit virtuosem Fingerpicking auf der Gitarre treu, wagt aber mit einer Vielzahl musikalischer Wegbegleiter*innen und Instrumenten bisweilen ganz neue Klangwelten.
Textlich wird es an vielen Stellen sehr intensiv – man spürt, wie die Liedermacherszene mit Menschen wie Wecker und Wader den Weg des Österreichers geprägt hat. So erzählt von einem Ereignis in Rom im Jahr 1944 und den Spuren, die Krieg und Gewalt in seiner Familiengeschichte hinterlassen haben. Nach dem Tod seiner Großmutter im vergangenen Jahr wollte der Südtiroler mehr über seinen Urgroßvater erfahren, der bei einem Bombenanschlag in der Via Rasella ums Leben gekommen war. Im Zuge seiner Recherchen stellte sich heraus, dass ausgerechnet der italienische Komponist Ennio Morricone Zeuge dieses Attentats wurde. Dieser einzigartige Zufall inspirierte Plangger zu seiner eigenen Geschichte über diesen Tag und das schreckliche Massaker in den Ardeatinischen Höhlen am 24.März 1944.
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Auch die übrigen Songs bieten klare Worte und schöne Melodien. Er hat eine einzigartige Stimme und singt bei einem Stück im Südtiroler Dialekt („Es wäart ollz wieder guat“). Stimmungsvoll und sympathisch. Wenn man junge Songwriter wie den 44jährigen Dominik hört, muss man sich um die Zukunft der Liedermacherszene keine Sorgen machen.
Mit „Entfernt“ erscheint die nächste Singleauskopplung mit Video von kla:r (Sänger und Songwriter Sascha Klar) beim Label „Sturm & Klang“. Ursprünglich als Ballade geplant entwickelte sich der Song zu einem tanzbaren Duett im Funk & Disco-Gewand.
Trotzdem bleibt der Künstler „kla:r“ (Sascha Klar) seinem roten Faden tiefgründiger, authentischer Texte treu und zeigt erneut, dass er sich in keine Schublade stecken lässt. „Meine Musik ist wie ein Poesiealbum, ehrlich und authentisch.“, so der Sänger über sein Debütalbum „Poesie“, welches am 18.10.2024 erscheint. Diesmal sticht der Sänger mit einem historischen Segelschiff in See. Die Musikvideos produziert Sascha Klar aufwendig in Eigenregie und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen.
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„Das Leben schreibt oft traurige Bücher und manchmal auch so traurige Lieder… Vielleicht „nur“ eine Textzeile in einem Lied, aber auf jeden Fall ein Stück aus meinem Leben.“ so der Sänger und Songwriter Sascha Klar über seinen ersten Song „Ein zweimal“, den er seiner verstorbenen Mutter gewidmet hat. Mit diesem Song gewann er einen Songcontest und legte 2016 den Grundstein für Musik, die sich abseits des Mainstreams bewegt. „Ich wollte nicht auf einen fahrenden Zug aufspringen, um nachher feststellen zu müssen, dass er in die falsche Richtung fährt.“ Die Texte, tiefgründig und ehrlich, die Musik handgemacht. Das ist die Botschaft des deutschsprachigen Lyrikpop-Projektes.
Zusammen mit Produzent Dominik Heidinger (Sonic Storm Studio Würzburg) und Andreas Kümmert (The Voice of Germany Gewinner) entsteht ein Album, welches sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt und das ganz bewusst. „Meine Musik ist ein Produkt der Seele und wie ein musikalisches Poesiealbum.“
Die erste Singelauskopplung „Bruchteil von Sekunden“ erreichte bisher über 900.000 Streams bei Spotify und den 1. Platz der TOP50 2021 beim „MehrdavonRadio“. Die Single „Gelegentlich“ konnte darüber hinaus einige Chartplatzierungen beim Streamingdienst DEEZER erzielen.
Credit: Sascha Klar
Die in Eigenregie entstandenen Musikvideos erreichten bei Filmfestivals diverse Nominierungen und Auszeichnungen. Das Musikvideo zur neuen Singleauskopplung „Seelenbild“ gewann im Mai 2023 den „Best Munich Music Video-Award“ und gleich 4 Auszeichnungen beim „Euro Music Video Song Award“. Zudem wurde der Song bei der „Newcomer Top50 2022“ vom MehrDavonRadio auf Platz 1 gewählt.
2023 wurde auch Konstantin Wecker auf den Künstler aufmerksam und nahm ihn im Hause „Sturm & Klang“ auf. Hier wird sein erstes Album „Poesie“ im Herbst 2024 veröffentlicht. Vorab wird es noch 3 Singleauskopplungen geben.
Sascha hat sich seit frühester Kindheit für Musik interessiert, sammelte erst als Keyboarder und später als Sänger viele Erfahrungen in verschiedenen Bandprojekten und als Darsteller in diversen Musicals. Neben der Musik ist es das bewegte Bild, mit dem Sascha Emotionen transportieren möchte. So wird seine Erstproduktion „oben“ erfolgreich in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt. „Mir ist es wichtig, musikalisch und visuell Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Deshalb lege ich großen Wert auf thematische Musikvideos.“
Derzeit arbeitet der Künstler an weiteren Musikvideos und an seinem ersten Spielfilm.
Die Musikvideos entstehen oft schon im Kopf während der Aufnahmen der Songs. Die Musikvideoproduktionen werden in Eigenregie mit einem kleinen, festen Team realisiert. Sascha steht nicht nur vor, sondern auch als Regisseur hinter der Kamera, entwickelt die Ideen, schreibt die Drehbücher, sucht Locations und kümmert sich auch um die Nachbearbeitung.
„In allem was ich mache steckt ein Teil von mir, denn nur wenn es authentisch ist, kann ich mich damit auch identifizieren.“
Bekannt wurde Christian Maier als Teil der bayerischen Mundart-Kabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I. Mit frechen und hintersinnigen Texten gab er „da Huawa“ (den Huber). „Beste Zeiten“ ist sein erstes Soloalbum und erscheint auf Konstantin Weckers Label Sturm und Klang.
In eine Schublade hat sich der Künstler schon in seiner Zeit als „da Huawa“ nicht stecken lassen. Er schöpft musikalisch aus dem Vollen, singt im schönsten Bayrisch und schaut dabei auch oft über den weiß-blauen Tellerrand hinaus. Christian Maier bleibt immer authentisch, mit viel Witz und Tiefsinnigkeit zugleich. Er versteht es, seinem Publikum ein gutes Gefühl mitzugeben und (mindestens) für die Dauer eines Liedes, alle Sorgen vergessen zu machen.
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Mit besagtem Trio füllte Christian Maier bereits fünfmal den Circus Krone in München. Jetzt zeigt er sich von einer anderen, sehr persönlichen Seite als Liedermacher und Poet, ist aber nie in Gefahr, seine Bodenständigkeit und seinen Witz zu verlieren. Dabei macht er deutlich, dass Liedermacher wie Konstantin Wecker, Ludwig Hirsch und Wolfgang Ambros seine großen Vorbilder sind.
Von der ersten Sekunde an nimmt Christian Maier sein Publikum mit auf eine intensive musikalische Reise, die das Gefühl purer Lebensfreude wach werden lässt. Authentisch und voller Poesie wendet sich der Liedermacher nichts Geringerem als den ganz großen Themen des Lebens zu: der Liebe, dem Menschsein, dem Zusammenhalt und dem Vertrauen. Ohne Kitsch, aber mit viel Gefühl besingt Christian Maier das, worauf es im Leben wirklich ankommt, und wie wunderbar es sein kann, immer wieder allen Zwängen des Alltags zu entfliehen.
„Dein Lachen“ ist eine wundervolle Hymne auf die positiven Seiten im Leben. „Ans Meer“ nimmt uns atmosphärisch mit in die Ferne. „Oida Huat“ führt uns überraschend in Country-Gefilde und „Kinder“ füllt die Seele mit Melancholie. Christian Maier singt Geschichten aus dem Leben – mit Gitarre und Mundharmonika. Die musikalische Verwurzelung in seiner bayerischen Heimat gibt den Liedern einen unverwechselbaren, kraftvollen, archaischen Sound, der süchtig macht.
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Wenn man die aktuellen Liveprogramme von Konstantin Wecker betrachtet, scheint schon ein wenig Vergangenheitsbewältigung darin zu liegen. Aber keine Sorge – es sieht nicht so aus, als wolle sich der 77jährige in naher Zukunft zur Ruhe setzen. Er tut nur schon mal viel dafür, dass sein Erbe auch über die nächsten Jahrzehnte weiter lebt. So hat er 2013 das Plattenlabel Sturm & Klang veröffentlicht, in dem nicht nur seine eigenen Alben erscheinen, sondern auch Werke befreundeter Künstler*innen, die mit ihm auf einer Wellenlänge sind. Tamara Banez, Miriam Hanika, Sarah Straub; Simon Stadler und Jan Degenhardt, um nur einige zu nennen.
Das aktuelle Programm „Lieder meines Lebens“ ist eine schöne Zeitreise durch Weckers Schaffen, wobei er die immer noch aktuellen politischen Songs mit neuen Stücken anreichert und seiner Poesie sowie den (von manchen linken Fans oft verpönten) romantischen Liebesliedern gegenüberstellt. Diese Konzerte sind stark und ergreifend – so spielt Konstantin eine alte Aufnahme von sich im Duett mit seinem Vater, und er lässt auch Hannes Waders „Es ist an der Zeit“ in seiner ganzen Dramatik neu erklingen.
Manchmal vergisst man darüber, was Konstantin Wecker noch alles gemacht hat – vor allem als Komponist und Interpret von Filmmusik. Das er schon immer ein Faible für Orchester und Sinfonien hatte, konnte man in der Vergangenheit leicht erkennen. Er selbst oder Jo Barnikel an Flügel und Piano, Fanny Kammerlander am Cello, solche Mitstreiter*innen sind gesetzt. Und dann war er ja auch mit der Bayerischen Philharmonie auf Tour.
Das Kammerorchester dieser Philharmonie ist jetzt wieder mit im Boot, wenn „Der Soundtrack meines Lebens“ aufgeführt wird. Damit sind die vielen Werke gemeint, die er zu Filmen und Serien beigetragen hat. Die neue Konzerttour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz ist für Konstantin Wecker eine echte Herzensangelegenheit. Auf der Bühne präsentiert der Münchner Musiker, Liedermacher, Poet und Filmkomponist den vielfältigen und opulenten Sound seiner großartigen Filmmusiken.
Fotocredit: Florian Moser
Wecker verneigt sich mit seinem Bühnenprogramm „Der Soundtrack meines Lebens“ zugleich vor berühmten Schauspieler*innen und Regisseur*innen der letzten 45 Jahre. Denn seine Kompositionen sind Teil der deutschen Filmgeschichte. Die wenigsten wissen bis heute, wie bedeutend der Münchner Musiker als Filmkomponist ist. Konstantin Wecker hat in den letzten Jahrzehnten dutzende Kinofilme, Serien und beliebte Fernsehfilme mit seiner Musik und seinen Kompositionen und unverwechselbaren Melodien geprägt. Wer kann die Titelmusik der Münchner Kultserie „Kir Royal“ von Helmut Dietl über den Klatsch-Reporter Baby Schimmerlos nicht mitpfeifen oder hat den Sound von „Schtonk“, einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilmsatiren aller Zeiten, nicht im Ohr, wenn er oder sie sich an die Groteske über die gefälschten Hitlertagebücher erinnert?
Am Anfang des neuen Projekts stand eine Vision. Die Idee für einen großen Galaabend mit einer Auswahl seiner Filmmusiken und Lieder mit Orchester und vielen Bildern. Doch das Konzert am 4. Juli 2023 in der großen Musik-Arena auf dem Sommer-Tollwood-Festival begeisterte nicht nur das Publikum und die vielen Stars aus dem Umfeld der Filme – auch in Konstantin reifte die Idee für eine komplette Tour mit diesem Programm. Für alle, die nicht dabei sein konnten, ist er hier auf zwei CDs live festgehalten.
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Da Konstantin bei der Liederliste möglichst chronologisch vorgeht und zwischen durch auch viele Anekdoten zu berichten hat, darf man sich ganz zu Anfang schon auf das schlüpfrige „Beim Jodeln juckt die Lederhose“ freuen. Dann wird es aber gleich hochwertiger mit „Schwestern oder die Balance des Glücks“ und „Die weiße Rose“. Viele Stücke wie das Titelstück des letztgenannten und „Es könnte schon gehen“ kennt man bereits aus dem Soloprogramm – und sie werden dort ebenso gefeiert wie jetzt von den anwesenden Mario Adorf und Friedrich von Thun.
Ron Williams ist als Gast mit dabei für „Hello Mr. Frieden“ und Elmira Karakhanova, eine russische Opernsängerin, liefert grandiose Melodien. Viele der Arrangements für den Abend stammen von Jo Barnikel. Am Ende der ersten CD ist man dann bei „Schtonk“ angelangt. Auf CD 2 folgen unter anderem die Fernsehreihe über die Ärzte Dr. Schwarz und Dr. Martin, der Film „Mit fünfzig küssen Männer anders“ und viele weitere Stücke, die Wecker mit kurzweiligen Erzählungen versieht. Die Mischung aus Ansagen und Musik funktioniert perfekt – er ist nun mal auch ein großartiger Entertainer.
Es gibt Stücke von Liesl Karlstadt und Karl Valentin – sowie ganz zum Schluss noch Konstantins ureigene Poesie mit „Jeder Augenblick ist ewig“. So beendet der „Morricone von der Isar“ einen wundervollen Konzertabend, den man dann ab Herbst in unterschiedlichen Konzerthallen live erleben darf. Absolut empfehlenswert!
Fotocredit: Florian Moser
Konstantin Wecker live 2024 – Der Soundtrack meines Lebens
Der neue Track des Mundart-Liedermachers erscheint am 03.05.2024 via Sturm & Klang. Dieser Titel „Ans Meer“ hat eine ganz besondere Geschichte: Christian Maier schrieb dieses Lied als Hochzeitsgeschenk für seine Frau und sang es dann zum allerersten Mal live auf seiner eigenen Hochzeit. Wunderschön episch und naturgewaltig ist der Song eine Hommage an die Liebe, an den Zusammenhalt und das Leben.
„Gib mir Deine Hand, ich bring Dich ans Meer“ ist der Leitgedanke dieses Liebesliedes, das den Zuhörer sofort entführt in die Weite der Welt, „wo sich Wellen und Horizont berühren.“
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Der Song „Ans Meer“ gehört zu Christian Maier’s neuem Album „Beste Zeiten“, das am 05. Juli diesen Jahres erscheinen wird. Es sind farbenfrohe, erdige und kurvenreiche Geschichten – Erkenntnisse daraus lassen beeindruckend klare Wahrheiten entstehen. Es sind spannende Lieder, geheimnisvoll, das Kind steckt drin, die Anarchie, das Gemüt – eigentlich die normalsten Dinge der Welt. Und so kommt es auch rüber – locker, lässig und legere. Die Lieder werden geführt von einer brillanten, variantenreichen Gitarre, die Christian Maier mit großer Zuneigung und freundlichem Respekt behandelt, sie tut wohl und passt exakt, reißt an, untermalt, bereichert. Ihre herrlich klar tropfenden Töne umrahmen seine ganz eigene Stimme. Sie kann düster sein, spröde, wohltönend dunkel, erzählend warm, in schönen, feinen Momenten schwingt sie sich auf und verliert sich in den Höhen wie ein feiner Dampf.
Christian Maier wurde bekannt mit der Formation „da Huawa, da Meier und i“, für die er viele Lieder und Moderationen schrieb. Jetzt geht er einen Schritt weiter. Auf neuen Wegen, die es zu entdecken gibt. Mit einem positiven Blick nach vorne: „Beste Zeiten“.
Wenn ich in der Vergangenheit die Musik von Miriam Hanika reviewt habe, standen vor allem ihre Stimme und ihre Lyrics im Mittelpunkt. Dabei war mir durchaus bewusst, dass sie vor allem eine grandiose Oboistin ist, denn sie begleitet viele Lieder selbst auf der Oboe. Ein klangvolles Alleinstellungsmerkmale in der Liedermacherszene, das ihren selbst geschriebenen Stücken eine emotionale Tiefe verleiht, die einzigartig ist. Kein Wunder, dass Konstantin Wecker sie für sein Label Sturm & Klang rekrutiert hat und sie schon mehrfach im Trio mit Sarah Straub und Tamara Banez aktiv war.
Es ist eine spannende Entscheidung der Liedermacherin, ihr neues Album „Schilflieder“ als reines Instrumentalalbum herauszubringen – und ebenso Konstantin hoch anzurechnen, dass das Werk ebenfalls bei Sturm und Klang erscheint. Absolut richtig, denn was Miriam hier liefert, ist ein grandioses Album voll stimmungsvoller Musik, bei der die Oboe die Stimme absolut gleichwertig ersetzt. Es geht nicht um das textliche Ausdrücken von Gefühlen – die Musikalität erfüllt hier den gleichen Zweck.
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Die einzelnen Tracks erzählen wundersame Geschichten von Fabelwesen („Faun“), lassen in „Tide“ die Stimmung von Ebbe zu Flut wechseln, klingen ganz melancholisch („Cie“, „Grenadill“) oder schmiegen sich um melodische Pianoläufe („Firneis“). Auch wenn die Oboe fast immer im Mittelpunkt steht, gibt es eine Reihe beteiligter Musiker*innen mit Violine, Cello, Gitarre, Piano, Bass und Drums.
Manche Stücke wie „Wanderlust“ oder „Ruhe im Sturm“ sind bereits auf früheren Alben erschienen und wurden neu aufgenommen. Die Homogenität der Schilflieder wird dadurch nicht gestört. Miriam Hanika bietet hier knapp 40 Minuten grandioser, bedächtiger Instrumentalmusik voller Aussagekraft. Wundervoll!
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Am Anfang stand eine Vision. Die Idee für einen großen Galaabend mit einer Auswahl seiner eigenen Filmmusiken und Lieder mit Orchester: „Konstantin Wecker – Der Soundtrack meines Lebens“ feierte exklusiv auf dem Tollwood Sommerfestival 2023 seine Weltpremiere!
Es war ein unvergesslicher und atemberaubender Konzertabend: Konstantin Wecker präsentierte in einer dreistündigen Bühnenshow den einzigartigen und opulenten Sound seiner Filmmusiken, begleitet von seiner Band und dem Orchester der Bayerischen Philharmonie. Das Publikum und die vielen Schauspielstars, Regisseure und Musikerkollegen unter den Gästen waren begeistert: von Mario Adorf, Friedrich von Thun bis Jo Baier. Standing Ovations!
Jetzt erscheint der Mitschnitt dieses grandiosen Konzerts als Live-Album: „Konstantin Wecker – Der Soundtrack meines Lebens (Tollwood München – Live)“ ist ab 31. Mai 2024 im Handel als limitierte 3-LP, 2-CD und als Download und Stream erhältlich oder bestellbar über wecker.de und direkt beim Label: https://sturm-und-klang.de/shop. Zu hören und erleben sind über 30 Lieder und Filmmusiken sowie die Moderationen und Texte von Konstantin Wecker.
Für echte Wecker-Fans und alle Liebhaber des Films ist das neue Wecker-Album ein absolutes Muss: Denn Wecker verneigt sich mit diesem Live-Album zugleich vor berühmten Schauspieler*innen und Regisseur*innen der letzten 45 Jahre. Längst sind seine Kompositionen Teil der deutschen Filmgeschichte. Denn Wecker hat Filmmusiken geschrieben für Meisterwerke von Regielegenden wie Margarethe von Trotta, Michael Verhoeven, Peter Patzak, Marianne Rosenbaum oder Helmut Dietl.
Wer kann die Titelmusik der Münchner Kultserie Kir Royal von Helmut Dietl über den Klatsch-Reporter Baby Schimmerlos nicht mitpfeifen oder hat den Sound von Schtonk, einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilmsatiren aller Zeiten, nicht im Ohr, wenn er oder sie sich an die Groteske über die gefälschten Hitlertagebücher erinnert?
Konstantin Wecker (76) hat in den letzten Jahrzehnten dutzende Kinofilme, TV-Serien und beliebte Fernsehfilme mit seiner Musik und seinen Kompositionen und unverwechselbaren Melodien geprägt. Zum Beispiel Filme wie Schtonk, Die Weiße Rose, Peppermint Frieden, Schwestern oder die Balance des Glücks, Mit 50 küssen Männer anders, Liesl Karlstadt und Karl Valentin oder Apollonia.
Das Live-Album ist ein bewegendes Dokument der Filmmusik und nicht nur für die Fans des Sängers ein Muss, sondern auch für all diejenigen, die sich ganz einfach gemütlich zurücklehnen und noch einmal in die schillernde Filmwelt der vergangenen fünf Jahrzehnte eintauchen möchten.
Konstantin Wecker live 2024 – Der Soundtrack meines Lebens:
05.10.2024 München Circus Krone
07.10.2024 Berlin Philharmonie
08.10.2024 Dresden Kulturpalast
22.10.2024 Düsseldorf Tonhalle
23.10.2024 Köln Philharmonie
24.10.2024 Dortmund Konzerthaus
02.11.2024 Bremen Die Glocke
03.11.2024 Hamburg Laeiszhalle
04.11.2024 Hannover Theater am Aegi
12.11.2024 Leipzig Gewandhaus
02.12.2024 Freiburg Konzerthaus
03.12.2024 Stuttgart Liederhalle
08.12.2024 A – Wien Konzerthaus
10.12.2024 Frankfurt a. Main Alte Oper
Simon Stadler aus Österreich ist ein weiterer junger Liedermacher, den Konstantin Wecker für sein Label Sturm & Klang aufgetan hat. Gerade erst ist das Album „Okay“ erschienen, auf dem der 27jährige mit zehn neuen Liedern seine Weltanschauung präsentiert: eine Mischung aus Zuversicht, Sozial- & Selbstkritik und den Blick nach vorne.
Es ist bereits das dritte Album, nachdem Stadler 2020 mit Coversongs von Konstantin Wecker und Udo Jürgens begonnen hat, das Weckers Interesse weckte und zum Labeldebüt „Ohne Last“ (2022) führte.
„Okay“ dauert 33 Minuten und startet mit dem Gute-Laune-Song „Schönes Mädchen“. Simon hat eine mitreißende Stimme und vermeidet es durch beschwingte Arrangements, ins Schlager-Metier abzurutschen. „Auch Regen geht“ haut in die gleiche optimistische Kerbe und drückt unbändige Lebensfreude aus. Der Titelsong stellt schließlich gute und schlechte Zeiten einander gegenüber und erkennt den Wert von Fehlern an.
Credit: Sturm & Klang
Die Arrangements sind griffig und auf den Punkt, die Texte mutig und einfühlsam. Gleichberechtigung, Empathie und Revolution — das sind drei der vielen Themen, die Simon Stadler mit seiner Musik und seinem Text behandelt. So kann er auch für „Am Rande der Gesellschaft“ kritische Worte finden, aber meist geht es dann in Tracks wie „Heimat-Hafen-Ozean“ und „Manchmal“ um das übliche Gefühls- und Beziehungschaos.
„Palindrom“ singt er im Duett mit der hochgeschätzten Sturm & Klang-Kollegin Sarah Straub. Sarah und Simon verbindet nicht nur die Begeisterung für Konstantin Wecker und deutschsprachige Poesie. Die beiden lernten sich bei einem Event von Yamaha Music Europe kennen und bald war die Idee eines gemeinsamen Songs geboren, der mit wundervollen Pianoklängen besticht.
Die 33 Albumminuten gehen jedenfalls schnell vorbei und vor allem Simons Texte machen alles sehr kurzweilig. Ein Liedermacher, den man im Auge behalten muss.
Firneis, das ist die Vorstufe zu Gletschereis, gefrorener Schnee, an dem das Tauwetter des letzten Jahres vorübergezogen ist. „Firneis“ ist auch der Titel der ersten Single von Miriam Hanikas Album „Schilflieder“ (Sturm & Klang, Mai 2024). Die Musikerin malt mit dem Englischhorn, der großen Schwester der Oboe, und ihrem Ensemble eine meditative, gefrorene Landschaft. Tibetische Klangschalen (Simon Popp) klirren wie Eiskristalle. Der warme Klang von Englischhorn, Klavier (Misha Antonov) und Kontrabass (Peter Cudek) wärmt wie Sonnenstrahlen den Schnee, der geduldig darauf wartet ein Gletscher zu werden.
Fotocredit: Robin Lambercht
Miriam Hanika ist die „Meisterin der leisen Töne“ (folker), eine „herausragende Dichterin“ (WDR 4) aber vor allem ist die Oboistin Miriam Hanika eine Pionierin. Nun widmet die „musikalische Ausnahme-Erscheinung“ (GoodTimes) mit „Schilflieder“ ein ganzes Album ihrem besonderen Instrument. Ihre Lieder aus dem Schilf sind eine Hymne an die Farbigkeit der Natur und die Oboe selbst, die mit ihrem elysischen Ton unerforschtes Terrain betritt. Herausgeschält aus ihrem zugewiesenen Kontext klassischer Musik, strahlt sie mal mit Band und Streichern, mal mit einer E-Gitarre um die Wette und lässt den ihr zugewiesenen Platz im Orchestergraben vergessen. Miriam Hanikas Schilflieder führen in ein beispielloses Klangspektrum zwischen Kammermusik, Jazz und Folk. Verträumt, virtuos, anders vertraut.
Die vielfach ausgezeichnete Multiinstrumentalistin ist als klassische Oboistin und als Solokünstlerin Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe (u.A. Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung 23/24, internationalen Ars Ventus Wettbewerb für Kammermusik 2019, Stipendium für Musik der Stadt München). Seit 2019 erscheinen ihre Alben bei Konstantin Weckers Label Sturm und Klang. Ihr zweites Album Louise (2021) wurde für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung Wurzeln & Flügel (2023) ist sie zurzeit deutschlandweit auf Tour.
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Konstantin Wecker – „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ – Der Konzertfilm zur Jubiläumstour im Circus Krone ist ab 26.12.2023 erhältlich bei Prime Video, iTunes und Google Play.
„Wenn du fort bist“ – dieses Lied von Konstantin Wecker beflügelt und ist eine großartige musikalische Ode an die Liebe und das Leben. Auf seiner Jubiläumstour „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ – 75 Jahre Konstantin Wecker durfte das Lied deshalb auf keinen Fall fehlen und wurde auf den Konzerten im Herbst und Winter 2022 vom Publikum begeistert gefeiert, wie bei seiner Premiere vor 30 Jahren!
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Zum ersten Mal veröffentlichte Konstantin Wecker das Lied „Wenn du fort bist“ 1994 auf seinem gleichnamigen Album. Schon damals wirkten Jo Barnikel (Keyboards) und Norbert Nagel (Saxophon und Klarinette) bei den Aufnahmen mit und bei den gefeierten Konzerten auf der nach dem Album benannten Tournee im Herbst 1994. Bis Ende der 1990er Jahre blieb das Lied im ständigen Wecker-Repertoire.
Die Single „Wenn du fort bist“ ist nach über 20 Jahren eine eindrucksvolle, bewegende und fulminante Neu- und Wiederbegegnung mit dem Lied und grandiosen Musikern: Mit diesem Lied und dem gesamten Programm der Jubiläumstour feierten Konstantin Wecker und der Saxophonist Norbert Nagel nach vielen Jahren Pause mit der gesamten Wecker-Band ein musikalisches Fest der Freude.
Fotocredit: Thomas Steinborn
Die Single „Wenn du fort bist“ bietet aber auch einen überzeugenden Vorgeschmack auf den Film zur Tour: Ab 26. Dezember 2023 lässt der Musikfilm „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ diese unvergesslichen Konzerte noch einmal lebendig werden für alle, die die Konzerte live gesehen haben und für alle, die damals nicht dabei sein konnten.
Der Film zeigt das großartige Programm der Geburtstagskonzerte mit Liedern aus 50 Jahren aus beeindruckenden Kameraperspektiven, aufgenommen an drei Konzertabenden im Circus Krone in München mit Konstantin Wecker und seinen Musiker*innen Jo Barnikel, Fany Kammerlander, Norbert Nagel und Jürgen Spitschka. Der Film von Regisseur und Produzent Florian Moser macht weckerswelt in brillanten Aufnahmen mit einem hervorragenden Sound lebendig – selbstverständlich auch mit der einzigartigen Wecker-Ode an die Liebe „Wenn du fort bist“.
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Diese Single ist für Reinhard Mey und Konstantin Wecker eine echte Herzensangelegenheit: Die beiden Liedermacher haben am 5. Juli 2023 im Mastermix Studio in München Unterföhring das berühmte Antikriegslied „Es ist an der Zeit“ zusammen neu aufgenommen „für unseren Freund Hannes Wader“. Begleitet und arrangiert von Konstantin Weckers Freund Jo Barnikel und mit freundlicher Genehmigung von Universal/Polydor.
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„Wir halten es gerade in diesen schrecklichen Zeiten von Kriegen, Massakern an Zivilist*innen und angesichts eines drohenden großen Krieges für notwendig, dieses wichtige und schöne Lied unseres Freundes Hannes Wader wieder zu singen. Immer und immer wieder. Wir werden uns unsere Hoffnung auf eine gerechtere und friedlichere Welt für alle Menschen nicht nehmen lassen“, sagt Konstantin Wecker: „Dafür ist Empathie nötig mit den betroffenen Menschen von Krieg und Terror.“
Hannes Waders Bearbeitung und Übersetzung des Liedes von 1980 wurde zu einer Hymne der Friedens- und Antikriegsbewegung. Millionen Menschen sangen das Lied auf unzähligen Demonstrationen der letzten 40 Jahre. Erstmals sangen Reinhard Mey und Konstantin Wecker „Es ist an der Zeit“ gemeinsam mit ihrem Freund Hannes Wader zu dessen 60. Geburtstag 2002 in Bielefeld. Und ein Jahr später am 15. Februar 2003 in Berlin auf einer großen Demonstration gegen den drohenden Irak-Krieg. Auch auf ihrem gemeinsamen Album Songs an einem Sommerabend von 2014 ist das Lied enthalten.
Fotocredit: Florian Moser
„Es ist an der Zeit“ ist die von Hannes Wader getextete und gesungene Version von Eric Bogles „No Man’s Land“ (1976), das auch unter den Titeln „The Green Fields of France“ und „Willie McBride“ bekannt ist. Es spielt am Grab eines jungen Mannes, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Reinhard Mey und Konstantin Wecker haben die Neuaufnahme ihrer verstorbenen Freundin Antje Voller (31. Mai 1943 – 15. März 2023) gewidmet.
Die neue Single Es ist an der Zeit von Reinhard Mey und Konstantin Wecker ist ein rein karitatives Projekt: Alle Einnahmen werden gespendet an das Internationale Friedensdorf e.V. Weitere Infos unter: https://friedensdorf.de/
Liegt es nur an meiner Wahrnehmung, oder sind tatsächlich in der deutschen Musikszene immer mehr talentierte Frauen unterwegs? Die Songwriterin Nadine Fingerhut gehört jedenfalls zu den besonderen Talenten, wenn es um poetische deutschsprachige Texte geht – und sie ist tatsächlich schon einige Zeit musikalisch aktiv, auch wenn die große Masse sie eher noch nicht auf dem Schirm hat. Mit „Hafen & Meer“ veröffentlicht sie aktuell bereits ihr viertes Studioalbum.
Der Titelsong erzählt in wunderschönen neuen Worten von der uralten Sehnsucht der Menschen, Sicherheit und Heimat zu haben und sich gleichzeitig frei entfalten zu können. Und da die Metapher vom sicheren Hafen und der Freiheit auf dem Meer so schön ist, spielt Nadine Fingerhut auch im folgenden „Karte von Meer“ noch einmal mit diesen Bildern.
Eine ordentliche Prise Ironieund ein Ohrwurmrefrain machen „Irgendwas ist immer“ aus –ein Song über die vielen alltäglichen Katastrophen, die das Leben so schwer machen. Aber Nadine hat auch das Gegenmittel parat, wenn sie „Für einen Tag“ dem Alltag entflieht und sich dabei im Refrain inhaltlich bei David Bowie bedient.
Die Sängerin schöpft aus ihren eigenen Erfahrungen und wird dabei mit „Blatt im Wind“ oder „Weck mich nicht auf“ auch mal sehr nachdenklich. Sie hat aber ebenfalls einen guten Blick auf Menschen, die nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen. So wendet sie sich im eindrücklichen „Frühstücksraum“ den oftmals vergessenen alten Menschen in unserer Gesellschaft zu, und mit „Kleines Mädchen“ macht sie allen heranwachsenden Mut, ihren eigenen Weg zu gehen und sich selbst als wertvoll zu erleben. Mit „Warten auf Licht“ schließlich spricht sie allen Menschen aus der Seele, die sich angesichts der vielen aktuellen Krisen hilflos fühlen – aber sie zeigt auch eine mögliche Lösung auf.
Ihre wunderbar poetischen Texte packt die Songwriterin in eingängige Melodien und wohltuende, überwiegende akustische Arrangements. Getragen werden alle Songs aber hauptsächlich von ihrer warmen, gefühlvollen Stimme. Und wenn Nadine Fingerhut zum Abschluss des Albums mit „Mama“ ein ganz besonderes Liebes- und Dankeslied singt, bleibt beim Hörer auf jeden Fall ein warmes Gefühl im Bauch zurück.
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Das Musikprojekt BOXI BARRÉ, um den Songschreiber und Sänger Heiko Heat, wurde 2013 aus der Taufe gehoben und sollte seitdem, mit vielen verschiedenen und häufig wechselnden Musikern, als Straßen-Band im Friedrichshainer Südkiez für nachbarschaftliche Unterhaltung sorgen. Marcus Werner (Gitarre), Bernd Kuchenbäcker (Bass) und Heiko Heat (Gesang) fingen im Jahr 2018 noch mal ganz frisch an – als Trio im Namen der Liebe. Humor ist ihr ständiger Begleiter und so musizieren die drei Lokalpatrioten und geborene Berliner, bis im Jahre 2020 der Schlagzeuger Alexander Schlott das Quartett BOXI BARRÉ komplett macht.
Das Quartett liefert poetisch-ironische Zeilen zu knackigem Südkiez Swing für eine bessere Welt, also Kinderlieder für Erwachsene – zum Anfassen, Tanzen und Mitsingen. Hört sich cool an, ist aber nicht immer einfach zu konsumieren. „Goldener Hahn“ führt den Swing der 1920er Jahre in die Gegenwart. Es geht mit sonorer Stimme gesellschaftskritisch weiter zu „Das Ende vom Lied“. Der „Fernsehkoch“ wird ebenso besungen wie die titelgebende „Ilona“.
„Wenn der Bass einsetzt“ liefert schnellen tanzbaren Sing und eine geniale Titelzeile: „Glück ist, wenn der Bass einsetzt“. Tiefe Männerstimmen dürfte der Text glücklich machen. Dass Bässe gar nicht so gern das Tanzbein schwingen, sei hier mal übersehen. „Ein Wunder“ funktioniert als märchenhafte Chanson-Erzählung, die eine schöne aber unwahre Utopie aufzeigt. „Tanzdrang“ erinnert an die großen Choreografien von „Babylon Berlin“ und „Die Liebe“ ist ein schön lakonisches Liebeslied mit ironischem Charme.
In 35 Minuten Albumlänge wird eine nostalgische, oft unwirkliche Welt besungen. Grußes Plus sind die akustische Besetzung und der allgegenwärtige Kontrabass. Für Konstantin Weckers Label Sturm & Klang etwas ungewöhnlich, aber solide umgesetzt.
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Sarah Straub ist nicht nur eine begnadete Liedermacherin und Sängerin, sondern auch Psychologin und Autorin. Im Bereich der Demenzforschung hat sie sich inzwischen einen Namen gemacht und ein bewegendes Buch über die Demenzerkrankung ihrer Großmutter geschrieben. Bei Vorträgen verbindet sie die Liebe zur Musik mit dem Thema – und tut sehr gut daran. Vor einigen Monaten durfte ich eine Veranstaltung mit ihr in Trier besuchen und fand die Verbindung zwischen der Musik – in diesem Fall sang sie Stücke ihres Mentors Konstantin Wecker – und den Erzählungen aus ihrem Privat- sowie ihrem Arbeitsalltag sehr authentisch und berührend. Ohnehin weiß man inzwischen, dass Musik (und dabei vor allem bekannte Lieder aus der Vergangenheit) demenzkranke Menschen ein Stück weit aus ihrer entrückten Welt heraus holen kann.
Im neuen Album von Sarah geht es aber eher um Angst. Oder besser: „Keine Angst“. Auch hier wird gleich eine Assoziation geliefert, denn wer erinnert sich nicht an das Summen im dunklen Keller oder das berühmte „Pfeifen im Walde“, wenn man sich in einer Situation unwohl fühlt. Und gerade in der heutigen Zeit spielt Angst wieder eine große Rolle. Angst vor Krankheit, vor Krieg, vor Klimawandel, vor Einschränkungen im Leben. Dramatisch kommt hinzu, dass Parteien, die vermeintlich einfache Antworten auf diese Ängste geben, großen Zulauf bekommen.
Sarah möchte nun keine Angst machen, sondern Mut. Beim Schreiben ihrer dreizehn neuen Lieder wurde ihr klar, dass es im Leben keinen wahren Grund gibt, sich seinen Ängsten hinzugeben. Vielmehr sollte man sie liebevoll umarmen und ziehen lassen. Auf ihrem nunmehr sechsten Album finden sich einfühlsame und wütende Songs, mit denen sie sich mit dem Leben hoffnungsfroh versöhnt. Mit Titeln wie „Schokoeis mit Sahne“, „Du bist so schön, wenn Du lachst“, „Bumerang“ oder „D`Zeit hoilt alle Wunda“ packt sie beherzt die Themen Tod, Einsamkeit, Ungerechtigkeit und auch Missbrauch an. Dinge, die sie enttabuisieren möchte, mit tiefen Blicken in ihre Seele, mit gnadenlos offenen Worten, die sie mit den schönsten Melodien in die Freiheit entlässt.
Sarah Straub hat eine sehr facettenreiche Stimme. Sie kann einfühlsam und aggressiv sein. Tief ins Innere der Emotionen vorstoßen, aber wichtige Dinge auch so ganz nebenher erzählen. So ist es im Opener herzerfrischend, mit welchem Optimismus sie die Menschen anspricht und zum befreienden Lachen bewegt. Das „Einmachglas“ steht als Sinnbild für verborgene Sehnsüchte. „Ich dreh mich um dich“ ist die Versicherung des sich kümmernden Menschen an den Ängstlichen. „Lego“ beschäftigt sich mit der Seele unserer Kinder. Das „Liebeslied im alten Stil“ setzt einen Gegenpol zu Tik Tok und Instagram-Stories.
Gerne legt Sarah auch den Finger in die Wunde. Der „Pandemiewalzer“ zeichnet das melancholische Bild einer unwirklichen Welt, in der alles auf den Kopf gestellt war. Auch hier vergisst die Liedermacherin nicht die Einsamen, die im emotionsfreien Raum untergehen. Einige schöne Schmankerl tun sich in der Songliste auf. So gibt es „Das Spiel“ in der fantastischen Version, die schon auf dem Trio-Album von Miriam Hanika, Sarah Straub und Tamara Banez erschienen ist. „D’Zeit hoilt alle Wunda“ singt Sarah in der Mundart ihrer schwäbischen Heimat, wobei es um das sehr tiefgehende Thema sexueller Belästigung geht. Und ganz zum Schluss gibt es eine wunderschöne Liveversion des Stückes „Mein Glück“ mit Jo Barnikel am Piano, den viele aus seinem Zusammenspiel mit Konstantin Wecker kennen werden.
Fast eine Stunde wundervoller, emotionaler Musik bietet die Liedermacherin. Fast immer am Piano dargeboten, dabei aber gerne auch mal rhythmisch vertrackt wie bei „Bumerang“, wo Themen wie Demenz mit energischem Lamento behandelt werden. Sarah Straub spricht die schwierigen Themen an wie Konstantin Wecker und zeigt sich als große Liedermacherin. Es klang gut, wenn sie auf einem Album den Liedern Weckers zu neuer Blüte verhalf, doch ihre eigenen Stücke sind ebenso wertvoll. Ein einzigartiges Album!
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„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ lautet eines der berühmten Zitate aus Goethes „Faust“, die längst in den allgemeinen Wortschatz übergegangen sind. Es ist Margarete, die diese Frage stellt, darum nennt man sie auch „Gretchenfrage“. Religion kann dabei als Sammelbegriff für alle Gewissensfragen gelten, die sich im Alltag so stellen können und auf die man oft ausweichend antwortet. Dabei muss man gar nicht so sehr in die Tiefe gehen. Fragen nach Schlagermusik, Dieter Bohlen oder dem Eurovision Song Contest können auch zu ausweichenden Antworten führen. Und natürlich: „Wie hast du’s mit dem Volkslied?“. Eine Antwort darauf gibt das vorliegende Album.
Die Band Gretchens Pudel hat sich nach dem „Faust“ benannt – heißt es da doch „Das also war des Pudels Kern!“, als es um die Auflösung des großen Rätsels geht. So entpuppt sich das Tier in der Tragödie als der finstere Mephisto. Und warum jetzt so viel Goethe? Weil es der Band um Sänger Ralf Eßwein gelungen ist, altbekanntes deutsches Liedgut zu entstauben und auf ihren Kern zurück zu führen. Das tut das Quintett mit einer jazzigen Herangehensweise und sehr schönen neuen Arrangements.
Da sind die Volkslieder „Du, Du, Du“ und das Titelstück „Kein schöner Land“ in peppigen Swingversionen. Zu „Beide Augen zu“ kommt wieder Johann Wolfgang v. Goethe ins Spiel und es gibt einen poetischen Text, der von Bigband-Melodien umspielt wird. Der ohnehin schon grauselige „Augustin“ wird in der neuen Version mit erzählter Einleitung zur schaurigen Moritat.
Großartig auch „Fuchs“, das den Kindervers „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ zum Charleston verwandelt und dem Text eine ganz neue, sehr frivole Bedeutung verleiht. Johannes Brahms ist mit dem 3. Satz seiner 3. Sinfonie vertreten und auch dieses Stück wird zum veritablen Jazz-Instrumental.
„Die Gedanken sind frei“ erklingt sehr eindringlich, „Weißt du wieviel? Du weißt nichts!“ bezieht sich natürlich auf die berühmten Sternlein, bekommt aber in diesem Chanson eine ganz neue, gesellschaftskritische Bedeutung. Endlich kommt bei „Horch was kommt von draußen rein“ der tragische Hintergrund der Geschichte zur Geltung und versteckt sich nicht mehr hinter einer fröhlichen Melodie. Vom umtriebigen „Männlein“ mit dem purpurroten Mantel gar nicht zu reden, das ganz auf soziale Medien verzichtet und in Verschwörungstheorien eingebunden wird.
Das Ganze ist bei Konstantin Weckers Label Sturm & Klang erschienen. Wie gewohnt wird dann der Meister auch selbst aktiv und trägt zu „Wunderliches Wort“ einen Text von Rainer Maria Rilke vor, der von Jan Kamps melancholischer Posaune umspielt wird. Ebenfalls ein großartiges Stück!
Den Ideenreichtum und die Konsequenz in der Umsetzung kann man bei Gretchens Pudel nur bewundern. Jan Kappes aus Stuttgart am Kontrabass, Julian Losigkeit aus Mannheim am Schlagzeug, Pianist, Komponist und Bandleader Adrian Rinck aus Landau, Sänger Ralf Eßwein aus Germersheim und Posaunist Jan Kamp an der Posaune legen hier ein fantastisches Album vor, das altbekannte Melodien in ein frisches Gewand kleidet, neu interpretiert, mit weiter gehenden Texten versieht und einem Jazzpublikum gekonnt vermittelt. Das Ergebnis dürfte nicht nur Jazzfreunden gefallen.
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Wer kennt es nicht – das Gefühl, dass einem das eigene Leben über den Kopf wächst und alles zu viel, zu schnell, zu laut wird? Eine Lösung dafür hat Erwin R. nicht. Aber er lässt uns teilhaben an seinem unwiderstehlichen Traum vom Loslassen und von der Gemeinschaft, und das tut schon unglaublich gut.
Mit seiner neuen Single „Kalender“ liefert der österreichische Musiker eine Hymne an die Lebensfreude. In typisch charmanter Art und sympathischen Dialekt verbindet er dabei einmal mehr Tiefgang mit Pop-Appeal.
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Die Geschichten für seine Songs hat Erwin R. als Weltenbummler, Entwicklungshelfer, Profimusiker, Umweltaktivist und Buchautor gesammelt. Nach hunderten Konzerten als Begleitmusiker hat er sich dem Liedermachen im österreichischen Dialekt verschrieben und seitdem durch fünf Alben, zahlreiche Konzerte und Medienpräsenz für Aufmerksamkeit gesorgt.
M.&T.: Erwin Reisinger, Rene Steiner (Schlagzeug), Toti Denaro (Perkussion), Alexander Meister (Keyboard), Max Bieder (Mix, Co-Produktion), Martin Scheer (Mastering), Erwin Reisinger (Bass, Gitarren, Gesang, Produktion).