Gamescom Festival 2014: James Hersey, Rockstah und Prinz Pi
Gamescom 2014 Fotos James Hersey, Rockstah und Prinz Pi am 15.08.2014 auf den Kölner Ringen in Köln.
Gamescom 2014 Fotos James Hersey, Rockstah und Prinz Pi am 15.08.2014 auf den Kölner Ringen in Köln.
Arkells Fotos 2014 Studio 672
The National spielen im Tanzbrunnen in Köln – hier gibt’s die Fotos dazu:
Dem Jungen geht’s gut. Gerade mal sechs Wochen nach der Knieverletzung von Jonas spielen OK Kid ihren Nachholtermin im Gloria. Das Knie ist tatsächlich wieder fit – jedenfalls springt der Herr wie eh und je. Überhaupt, vom Studio 672 über den Club Bahnhof Ehrenfeld und jetzt ins ausverkaufte Gloria, ist alles ziemlich gut für OK Kid. Da kann man auch schon mal gleich mit den Knallern eröffnen: „Stadt ohne Meer“, „Allein, zu zweit, zu dritt“ und „Kaffee warm“ tönen gleich zu Beginn von der Bühne. Im Vergleich zum letzten Konzert im CBE fällt besonders auf: Die Beats sind fetter und tanzbarer geworden, die dröhnen im Bauch und in den Beinen. „Hip Hop“ nennen die drei ihre Musik ja schon lange nicht mehr, „Pop“ ist ihnen lieber – auch wenn’s erst mal doof klingt.
Ob die Songs auf der neuen EP, die übrigens am 06. Juni erscheint, auch in die Richtung gehen? Der Live-Vorgeschmack von „Unterwasserliebe“, „Borderline“, „Februar“ und „Grundlos“ zeigt sich doch viel elektronischer als ihre Vorgänger. Live pusht das die Band und das Publikum gleich noch mehr. Jonas hat außerdem das Talent genau zu wissen, wie er die Menge mitnehmen muss – wann die Hände mitgehen sollen, wann er das Publikum springen lässt und wann aus tiefstem Herzen mitgesungen wird. Später gibt es sogar noch ein Moshpit und das kleine Bad in der Menge. Auf der Konzert-To-Do-Liste sind damit also die wichtigsten Punkte abgehakt.
Dass die fünf Jungs (live haben sie noch ein bisschen Hilfe) sehr gerne in Köln spielen, merkt man jedenfalls durch das ganze Konzert. Die Stadt ist ja mittlerweile ihre zweite Heimat geworden. Spannend bleibt, ob der Erfolg, den sie hier haben, sich weiter durch das Land zieht. „OK Kid kurz vorm Hit links abgebogen,“ singt Jonas in Borderline, „Halleluja, immer noch Luft nach oben.“ Hier im Gloria spielen sie wieder so lange, bis sie kein Material mehr haben. Als zweite Zugabe gibt es deshalb „Stadt ohne Meer“ gleich noch mal in einer anderen Version. Das gefällt dem Publikum auch. Den Jungs geht’s gut.
OK Kid spielen hier ihr Nachholkonzert aus dem April.
Wer von euch schon mal von Lake Street Dive gehört hat, kennt mit ziemlicher Sicherheit ihr wunderbares Cover von „I Want You Back“ der Jackson 5, aufgenommen an einer Straßenecke in Boston. Das Video flog letztes Jahr durch das Internet (nicht zuletzt nachdem der gute Kevin Bacon es twitterte). Dabei gibt es Lake Street Dive nun schon zehn Jahre. 2004 gründeten Rachael Price (Gesang), Mike „McDuck“ Olson (Trompete und Gitarre), Bridget Kearney (Kontrabass) und Mike Calabrese (Schlagzeug) gemeinsam die Band am New England Conservatory of Music in Boston, wo sie Jazz studierten.
Erst 2012 erhielten sie durch ihre souligen Cover auf der EP „Fun Machine“ mehr Aufmerksamkeit. Mit dem neuen Album „Bad Self Portraits“ sind sie jetzt auf Tour und haben am 16.05. in der Kulturkirche in Nippes gespielt. Eine bessere Location hätten sich Lake Street Dive dabei kaum aussuchen können. Die intime Atmosphäre in der Kirche bringt den jazzigen Soulpop und die großartige Stimme von Rachael noch viel intensiver zusammen. Selten habe ich eine sympathischere und authentischere Band auf der Bühne gesehen. Und eines muss man ihnen lassen – die vier und ihre Musik sind sexy! In kürzester Zeit verwandeln sie den Kirchenraum in eine rauchige, schummrige Musikbar im Herzen Amerikas. Und diese Kneipenatmosphäre ist auch genau das, worauf sie hinaus wollen: Die „Dives“, auf die sie sich in ihrem Bandnamen beziehen, sind nämlich kleine Kneipen mit Bühnen für lokale Bands.
Aber auch die Songs selbst leisten ihren Beitrag zur intimen Schummeligkeit. „I think my neighbours are making love upstairs“, singt Rachael mit einem Augenzwinkern und Mike begleitet sie auf der Trompete. Überhaupt, ihre Instrumente beherrschen alle perfekt – da merkt man die klassische Ausbildung. Wie oft hört man schon Zwischenapplaus für ein Kontrabasssolo? Das Herausragendste ist trotzdem Rachaels Stimme. Auch wenn die Songs vom neuen Album insgesamt viel poppiger und tanzbarer sind, drängelt der ganze Soul und Jazz aus jedem Ton. Da tanzen auch schnell die ersten im Kirchengang. Lake Street Dive scheinen jedenfalls genauso viel Spaß wie das Publikum zu haben, und spendieren hin und wieder eines ihrer berühmten Cover, „Let Me Roll“ von Paul McCartney zum Beispiel und ganz als letztes Stück, in der Zugabe, auch „I Want You Back“.
Der New Yorker schrieb über die vier: „Man kann sich nicht vorstellen, dass Lake Street Dive nicht bald ins Epizentrum der Aufmerksamkeit rücken wird.“ In der Kulturkirche ist auch allen klar, dass sie da etwas Besonderes sehen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, diese Songs irgendwo anders zu hören als genau jetzt und hier. Das ist für das Konzert natürlich ganz hervorragend, ob sich das auch in größere Hallen übertragen lässt, werden wir sehen.
Lake Street Dive haben am Freitag, den 16.05.2014 in der Kulturkirche gespielt. Hier sind die Fotos dazu:
Die Blood Red Shoes spielen im Bürgerhaus Stollwerck ein wie gewohnt starkes Konzert. Trotz Nebel – hier unsere Fotogalerie:
Schon vor Start des Konzerts war die Spannung hoch. Dank dem kleinen Vermerk „Casper + Special Guest“ auf der Karte und einem Tweet wurde heftig spekuliert, wer denn nun für Casper die Show eröffnen darf. Cro? Die Orsons? Kraftklub? Da Casper sich nicht ausschließlich in der HipHop-Ecke aufhält und auch schon die großartigen Portugal, The Man als Support mitgenommen hat… wer? wer?! wer?!!
Überpünklich, noch vor dem offiziellen Konzertbeginn, traten dann KIZ auf die Bühne. Die Menge war nur so halb begeistert. KIZ polarisieren, auch hier. Die gute Nachricht: Wir sind nicht die ältesten auf dem Konzert. Auch wenn jeder, der morgen früh nicht zur Schule muss, den Altersdurchschnitt in die Höhe treibt.
Als Casper die Bühne betritt, ist die Halle nicht voll ausverkauft, aber gut gefüllt. Mit den ersten Songs macht er gleich klar, in welchem Tempo er sich den Abend vorstellt: Im Ascheregen und Alles endet. Die Leute tanzen und springen so wild, dass ich mir fast Sorgen um die Tribüne mache. Immer wieder macht er Pause zwischen den Stücken, um ein bisschen zu erzählen und von seinem eigenen Getanze und Gehüpfe durchzuatmen. Vom Gloria im letzten Jahr schwärmt er noch ein bisschen – der Sprung von 800 Menschen zu jetzt fast 20.000 ist ja auch enorm. Was auffällt – die Menge ist äußerst textlicher und singt wirklich alles mit. Bei so vielen Menschen ist das schon beeindruckend. Überhaupt ist Casper oft überwältigt von der Anzahl der Leute, die ihm da zuhören. Und als er „Lux Lisbon“ beendet (auf der Platte mit Editors Sänger Tom Smith), eines der persönlichsten und emotionalsten Stücke des aktuellen Albums, hat er Pipi in den Augen.
Am Ende, nach fast zwei Stunden mit einer langen Zugabe, lässt er uns zu „Jambalaya“ noch einmal ausflippen und bedankt sich danach ordentlich für den tollen Abend. Während wir die Halle verlassen, stimmen einige vereinzelt noch mal den „oh-e-oh“- Chor von „Hinterland“ an. Das ist schön. So sollten Abende enden.
Selbst wenn man sie noch nie auf der Bühne gesehen hat, hat man dieses sicher schon gehört: Maximo Park sind eine unglaublich gute Live-Band! Ihr Ruf eilt ihnen voraus. Und auch die Setlist mit 24 Titeln hält, was sie verspricht. Bei Maximo Park kommen die Punkwurzeln durch. Die meisten Stücke sind schnell und intensiv, anderthalb Stunden lang fegen besonders Sänger Paul Smith und Keyborder Lukas Wooller über die Bühne, als wäre es das letzte Konzert, das sie spielen dürfen.
Die fünf Engländer präsentieren uns in der Live Music Hall ihr fünftes Studioalbum „Too Much Information“, spielen aber insgesamt eine bunte Mischung aus allen Alben. „Hips And Lips“, „A Fortnight’s Time“, „Graffiti“, „Lydia“, „The Ink Will Never Dry“, „Books From Boxes“, „Girls Who Play Guitars“, „Apply Some Pressure“ – alles dabei, alles laut. Der Mann mit Hut gibt von der ersten Sekunde an Gas. Er schreit, zieht Grimassen, animiert das Publikum, tanzt und wirbelt über die Bühne. Das Jackett muss zwar schon nach zwei Songs weichen, sonst tritt er aber keinen Moment auf die Bremse. Nur in den Pausen zwischen den Stücken, wenn er uns mit seinem guten Deutsch bezaubert, keucht er ein wenig – wie wir übrigens auch. Kaum einer kann hier die Beine still halten. Der Hut bleibt, Maximo Park liefern wie erwartet eine großartige Show.
Setlist:
Bombay Bicycle Club Fotos im Kölner Luxor 2014
Adam Green Fotos 2014 aus Köln
Wer daran gezweifelt hatte, dass die Editors ein besonderes Live-Erlebnis sind, konnte sich am Sonntag im Kölner E-Werk eines Besseren belehren lassen.
Das letzte Album „The Weight of your Love“ war von der Fachpresse eher kritisch beäugt worden und einzelne Stimmen zweifelten schon, ob nun auch bei den Editors der Weg zum Mainstreamrock geebnet wurde. Doch obwohl sie in so viele Fettnäpfchen hätten treten können (Stadionrock! Weltschmerz! Die große Liebe!), spielten sie routiniert und wahnsinnig intensiv das Publikum auf ihre Seite.
Gleich zu Beginn war klar, was die Zuschauer erwarten konnten: wildes Tanzen, große Gesten, Stroboskop-Wellen, und das alles im ersten Song! Energiegeladen und charismatisch, bei „Eat Raw Meat = Blood Drool“ das erste mal auf dem Piano kletternd, hatte Tom das Publikum in der Hand. Wenn er es wollte, raunten wir den Text, tanzten beschwingt, hielten minutenlang die Arme oben, oder hörten einfach ehrfürchtig zu. Dabei brauchte er gar nicht viele Worte, sondern war der Geschichtenerzähler, der fast ausschließlich die Texte für sich sprechen ließ.
Bei „Formaldehyde“ explodiert die Halle das erste Mal, was sofort durch „A ton of love“ sogar noch getoppt wurde. Danach ging es mit den bekanntesten Stücken und auch kleinen Nummern weiter. Die Editors spielten in über zwei Stunden das E-Werk platt. Sie sind eine der wenigen Bands, bei denen ich sage: MEHR! GRÖßER! Ich will sie in der Arena sehen und mit noch mehr Power von tausenden Leuten diese Texte hören. Ganz ohne Ausverkauf und weichgespühltem Stadionrock.
Großartig, egal in welcher Größe, war es auf jeden Fall.
Das Wetter in Köln hat sich der Heimat von Kings of Leon anscheinend angepasst – es ist so schwül wie in Nashville. Mindestens. Ein paar Monate vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums hoffe ich natürlich auf ein paar Kostproben. Und insgeheim hoffe ich auch auf ein paar der alten Songs – „Marry’s Chamber“, „Charmer“ etc.
Um 20 Uhr geht’s los. Ausverkauft ist die Arena nicht ganz, und zur Vorband ist vielleicht die Hälfte der Zuschauer drinnen. Wenn die alle wüssten, was sie verpassen. Auch wenn Kings of Leon richtig schlecht gewesen wären (keine Sorge: waren sie nicht), für die Vorband The Weeks hätte sich der Besuch schon gelohnt – sie klingen wie Kings of Leon vor 15 Jahren.
Dann füllt sich die Arena plötzlich ganz schnell. Es wird dunkel, die vier kommen zügig raus. Bis dahin alles unspektakulär. Dann packt Matthew seine Gitarre aus und beginnt das Konzert, indem er das Intro von „Closer“ mit dem Mund spielt. Da will jemand beweisen, dass er’s drauf hat. Das Besondere ist außerdem: Die Monitore an den Seiten zeigen nicht einfach nur das Geschehen auf der Bühne, sondern lassen es gleich wie ein Musikvideo wirken. Nahaufnahmen in dreckigem schwarz/weiß, zerkratzte Effekte, Überblendungen mit dem Publikum.
Die Songs sind durchgängig gut, spätestens bei „Back Down South“ haben sich Kings of Leon richtig eingespielt. Es gibt eine gute Mischung aus allen Alben. Das Publikum wartet auf jeden Song vom Erfolgsalbum „Only By The Night“. Insgesamt interagieren die Jungs wenig mit dem Publikum und legen den Fokus ganz auf die Musik. Nicht nur Calebs Stimme macht Kings of Leon zu einer der größten und beeindruckendsten Rockbands unserer Zeit. Obwohl er sich entschuldigt, weil er heute ein bisschen angeschlagen ist, ist er live perfekt, klingt fast besser als auf Platte. Damit die restlichen Bandmitglieder nicht Gefahr laufen, hinter dieser Stimme zu verschwinden, gibt es genug Songs in der Playlist, die die Stärken von allen hervorheben. Bei „Holy Roller Novocaine“ z.B. kracht das Schlagzeug und schlägt der Bass herrlich.
Im Laufe des Konzerts wird deutlich, dass besonders die harten und schnellen Songs der Band heute besonders Spaß machen. Ist das ein Vorgeschmack auf das neue Album? Gegen Ende bringen sie das Publikum mit „Knocked Up“ und dann endlich „Sex On Fire“ noch einmal richtig in Bewegung. Spätestens an dieser Stelle muss jeder zugeben, was den Charme einer großen Arena ausmacht: Die Power, wenn ca. 15.000 Menschen zusammen mit Kings of Leon den Refrain zu „Sex On Fire“ gröhlen, ist beeindruckend.
Es gibt eine Zugabe. Die Menschen sind inzwischen so euphorisch und laut, dass die Band die restlichen drei Songs kaum noch mitzusingen braucht. „Radioaktive“, „Use Somebody“, „Black Thumbnail“, sie beenden das Set also auch mit einem härteren Stück…
Kings of Leon Fotos Lanxess Arena / Köln am 20.06.2013 gibt’s hier!
Foals, die britische Indierock-Band aus Oxford, haben sich einiges vorgenommen. Spielten sie vor ein paar Jahren noch im relativ kleinen Kölner Luxor, haben sie sich jetzt schon in die Live Music Hall vorgewagt und sollten damit recht bekommen.
Komplett ausverkauft drängte sich hier ein überaus gemischtes Publikum zur Bühne: 15jährige, schmachtende Mädchen, 20-jährige Überhipster, Mittzwanziger, die garantiert noch bewusstseinserweiterndere Substanzen zu sich genommen hatten als das angebotende Bier, und Altrocker mit langer Mähne, die später beim wilden Headbangen und Luftgitarre-Spielen noch zum Einsatz kommen sollte.
Eröffnet wurde der Abend von der Band Jagwar Ma, deren Melodien so eingängig waren, dass wir den kompletten Auftritt über fieberhaft darüber nachdachten, woher wir die Jungs denn wohl schon kennen. Das kam uns alles sehr bekannt vor. Die Elektrobeats brachten das Publikum jedenfalls schon ein wenig in Stimmung, auch wenn der Auftritt der drei Australier mehr Elan hatte als ihre Musik selbst.
Nach der üblichen halben Stunde Umbau war es dann endlich so weit: langsam und lässig betrat jedes Bandmitglied einzeln die Bühne, stellte sich im Dunkeln an sein Instrument und wartete kurz, bis alle schließlich gemeinsam mit dem Titelsong ihres zweiten Albums Total Life Forever mit der Show starten konnten.
Vor uns in der ersten Reihe diskutierten die mitgereisten englischen Fans ausgiebig darüber, welchen Song die Band nun wann anders, besser oder überhaupt gespielt hatte, und vergaßen dabei vor lauter Aufregung fast zu tanzen. Spätestens aber ab dem vierten Song des Abends, der Single My Number aus dem aktuellen Album Holy Fire, konnte niemand mehr still stehen und die Stimmung war perfekt. Was das in einer ausverkauften Live Music Hall bedeutet, wissen regelmäßige Besucher nur allzu gut: Der Sauerstoff schwand von Song zu Song. Band und Publikum schwitzten also gemeinsam und freuten sich an einer von Beginn an unglaublich energiegeladenen Show. Die Hitze hielt Leadsänger Yannis Philippakis auch nicht davon ab, zweimal engen Kontakt mit dem Publikum zu suchen.
An dieser Stelle muss ich mich dann wohl auch offiziell bei ihm entschuldigen: Bei einem seiner Ausflüge ins Publikum konnte ich nicht sehen, wo er steckte und hielt ihn dann schließlich, als er mich von hinten anrempelte, um wieder auf die Bühne zu kommen, für einen übertrieben enthusiastischen Fan. Aber: während dem ganzen Hin und Her und Klettern über Absperrungen spielte er ohne Unterbrechung weiter auf seiner Gitarre – das muss man ihm auch erst mal nachmachen.
Und überhaupt – live sind die Foals wirklich eine Wucht. Zwischen „Die sind so süüüß!“-Rufen entzückter Teenager und den Luftgitarre-Künstlern gleich dahinter war wirklich jeder angetan. Besser als auf Platte! Die Jungs aus Oxford wechselten zwischen rockigen Gitarren-Einlagen und tanzbaren Beats und machten aus dem Konzert eine einzige Party.
Der Schwerpunkt lag dabei natürlich auf den Liedern ihres neuen, im Februar dieses Jahres erschienenen Albums, aber auch Fans des Vorgängers Total Life Forever kamen nicht zu kurz. Und mit Olympic Airways, Balloons und der Zugabe Two Steps, Twice fanden sogar noch ein paar Songs ihres Debütalbums Antidotes (2008) Platz auf der Setliste. Seine softe Seite zeigte Yannis am Ende dann auch noch, als er in der Zugabe Moon (ebenfalls vom aktuellen Album), nur von Jimmy Smith am Klavier begleitet, sang – schön!
Alles in allem lieferten die fünf Briten eine tolle, abwechslungsreiche Show. Alle Fotos von Foals gibt es hier. Und nicht traurig sein – im November sind die Foals schon wieder in Köln. Diesmal im E-Werk.
– Mona Ricken
In Köln wird es Frühling, zumindest für eine Woche. Wie passend, dass hier genau jetzt Walk the Moon Station machen – eine Band, die vor allem dafür bekannt ist, einen der besten Sommerhits des letzten Jahres veröffentlicht zu haben. Die Single Anna Sun stieg im Sommer hoch in die US-Charts ein und wurde vom Esquire-Magazin unter die „30 summer songs every man should listen to“ gewählt.Was dieser Abend verspricht – und auch hält – ist genau das: Indiepop voller Energie, Lebensfreude, Spaß!
Zu Beginn müssen wir aber zusammen die Vorband überstehen. The Rubens sind so langweilig und lieblos bei der Sache, wie man es von so einer jungen Band kaum erwarten kann. Im Gegensatz zu Walk the Moon wirken sie alt und verstaubt, und als hätten sie nach langer Tour gar keine Lust mehr auf der Bühne zu stehen. Das Publikum anheizen geht definitiv anders.
Beim Umbau kämpfe ich mich für die Fotos in die erste Reihe – und treffe auf ein Teenfest. Junge Mädchen, die sich wie die Band mit Kriegsbemalung geschmückt haben und laut überlegen, wer der süßeste der Band ist, sehe ich eher selten im Gebäude 9. In den Reihen dahinter stehen die Tänzer – gut so. In Sachen Enegie und Getanze kann trotzdem niemand mit Walk the Moon mithalten. Als die vier Jungs aus Cincinnati pünktlich um 22 Uhr die Bühne stürmen, sprudelt die Energie nur so aus ihnen hinaus. Wir sehen wilde Tanzeinlagen (keine Boyband-Choreografien), die authentisch und erfrischend sind.
Schon ab dem zweiten Song Next in Line ist dann auch das Publikum nicht mehr zu halten. Walk the moon haben sich nicht ohne Grund einen Ruf als außergewöhnlich energetische Live-Band erspielt. Erfolgreich meisterten sie bereits Auftritte beim SXSW-Festival sowie im Vorprogramm von Weezer, Panic At The Disco oder den Kaiser Chiefs. Dass die Konzerte keine Routine werden sollen, unterstreichen sie auch mit der im Publikum schon gesehenen Kriegsbemalung. „Das hier ist ein sicherer Raum“, verkündet Sänger Nicholas Petricca auf der Bühne. „Vergesst alles, was da draußen ist und flippt richtig aus.“
Die Tanzaufforderungen zwischendurch verfehlen nicht ihre Wirkung. „Shiver Shiver“, Tightrope“ und „Jenny“ werden gleichberechtigt gefeiert. Bei „Iscariot“ halten wir inne und lauschen auch den ruhigen Klängen. Und auch wenn das Publikum heimlich natürlich auf den Hit „Anna Sun“ wartet, den die Band ganz zum Schluss spielt, um die Spannung zu halten, verbreitet Walk the Moon eine Ausgelassenheit, die ansteckend ist. Dazu trägt vor allem bei, dass die Songs einfach gut sind. Nicholas Petricca (Gesang, Keyboards), Kevin Ray (Bass), Eli Maiman (Gitarre) und Sean Waugaman (Drums) tänzeln durch die Playlist ihres Albums und mischen 2 Songs der neuen EP „Tightrope“ ein. Außergewöhnlich gut ist dabei Petriccas Stimme, die er von mehrstimmigem Falsett bis laut-krächzenden Hymnen beherrscht.
Was man am Ende über wenige Band sagen kann: Walk the Moon brauchen größere Hallen. Wer so frischen, authentischen und jungen Indiepop macht, sollte sich vor Fans nicht retten können. Genug Energie, um viel größere Hallen zu füllen, haben sie allemal.
Alle Fotos Walk the Moon im Gebäude 9 gibt es hier.