„Porta hoch drei“ in Trier – Tag 3: Michael Patrick Kelly – Fotos
Seht hier unsere Fotos vom Michael Patrick Kelly Open Air in Trier, Porta Nigra, 16.6.2018
Seht hier unsere Fotos vom Michael Patrick Kelly Open Air in Trier, Porta Nigra, 16.6.2018
Seht hier unsere Fotos vom Kontra K Open Air in Trier, Porta Nigra, 15.6.2018
Seht hier unsere Fotos vom Madsen Open Air in Trier, Porta Nigra, 14.6.2018
Seht hier unsere Jennifer Rostock Fotos vor der Porta Nigra Trier 2017
Seht hier unsere Fotos von Fury in the Slaughterhouse vor der Porta Nigra Trier am 15. und 16. Juni 2017, Porta hoch 3 Festival
Nach zwei Tagen Fury in the Slaughterhouse wurde es am Samstagabend lauter vor der Porta Nigra in Trier. Jennifer Weist, Hardrock-und Punkqueen aus Berlin, rockte den Vorplatz des altrömischen Stadttores mit ihrer Band, die sich Jennifer Rostock nennt. Zutaten dafür waren ein Hello Kitty-Keyboard, Einhornwichse, eine Regenbogenfahne und sehr viele Fickfinger. Doch dazu später.
Ich muss gestehen, dass ich am dritten „Porta hoch 3“ Abend etwas spät an war und die Punkrocker von Radio Havanna nur in der Endphase ihres Auftritts zu hören bekam. Locker vor dem Calchera sitzend mit einem Eisbecher in der Hand. Von dort verfolgte ich ein sehr gelungenes „Alles nur geklaut“ (Coversong von den Prinzen) und stimmungsvolle, gegen die AFD gerichtete Ansagen, die auf solchen Konzerten – mit Recht – einfach dazu gehören. Ein Bengalo-Feuer war zum Ende hin perfekte Bühnenbeleuchtung und brachte das Publikum zum Ausrasten.
Die halbstündige Pause wurde zum Abkühlen gebraucht, dann ging es fast pünktlich um 21.05 Uhr mit Jennifer Rostock weiter. Die Sängerin betrat die Bühne und zeigte zur Freude der Zuschauer fast alles: ihre Tattoos und viel Haut. Die Kleidung bestand aus Schuhen, Knieschonern, Hot Pants, einem Bustier und einer knappen Jeansjacke. So ist man das von Jennifer Weist gewohnt und so löste sie von Beginn an Jubelstürme aus.
Das Konzert ging mit „Baukräne“ gleich in die Vollen und sorgte für Ausgelassenheit vor und auf der Bühne. Songs wie „Kein Bock aber Gästeliste“ und „Kopf oder Zahl“ heizten ordentlich ein. Jennifer wies darauf hin, dass die Band die fantastische Kulisse der Porta Nigra während des Konzerts gar nicht sehen konnte („schön für euch“) und ging gleich mal in Kontakt zu den Zaungästen auf den umliegenden Balkons.
Jeder Song wurde laut rausgebrettert und es ging munter durch die fünf Studioalben der Band, allerdings mit deutlichem Schwerpunkt auf dem aktuellen Werk „Genau in diesem Ton“. Die Aussage ist stimmig und wurde schreiend mit starken Riffs und aggressiver Attitüde umgesetzt. Ein Pendeln zwischen Punk und deutschsprachigem Hardrock. So lieben wir die Band, die ursprünglich von der beschaulichen Insel Usedom stammt. Davon merkte man hier nichts mehr, wenn die laut vorgetragenen Vocals und ein wahres Bassgewitter auf den Hörer einprasselten.
Das Konzert war eine Riesenparty und meist wurden die Songs einfach raus gebrettert, zwischendurch mal wieder ein Schnaps getrunken und Nico (Sänger der deutschen Mathcore-Band War from a Harlots Mouth) als Shouter zur Verstärkung geholt.
Mittendrin gab es einen kleinen Akustik-Block, stilecht per Hello Kitty-Keyboard begleitet. „Irgendwo anders“ hieß der erste leise Song, und dann gab es Jennifers Herzenssong „Jenga“, der von ihrem Ex-Lover handelt und den sie dann prompt einem getrennten Pärchen aus der zweiten Reihe widmete, das immerhin noch gemeinsam zu ihrem Konzert gekommen war.
Ruhephase vorbei – Jennifer erinnerte an das 10jährige Jubiläum der Band, prophezeite noch einige Überraschungen bis Ende des Jahres und weiter ging es mit harten elektronischen Klängen, starken Growls und dem Song „I love you, but I’ve chosen Dispo“. Zum Titel „Neider machen Leute“ kam eine Schaumkanone zum Einsatz und brachte „Einhornwichse“ (O-Ton) unter die feiernde Menge. Solche Accessoires liebt die Sängerin. Sie holte dann prompt zu „Ein Schmerz und eine Kehle“ eine Regenbogenfahne auf die Bühne, um ein politisches Statement abzugeben, und dirigierte einen großen Circle Pit in den Zuschauerreihen.
Bereits nach 65 Minuten Verausgabung gab es mit „Wir waren hier“ den letzten Song vor der Pause. Die Zugaben boten wieder volles Programm von harten Riffs bis Hardrock-Röhre. Gastsänger Nico versuchte sich als Stagediver und wurde (wie übrigens auch viele Zuschauer) vom Security-Personal über die Absperrung gehievt. Auch Jennifer hatte einige Worte für die AFD übrig und forderte alle Zuschauer auf, diesen jetzt und immerdar den ausgestreckten Fickfinger zu zeigen: „Nazis raus, Schwanz rein“ war die Abschluss-Parole.
Nach 95 Minuten Dauer-Power beendete ein ausuferndes „Hengstin“ das vermutlich lauteste und aggressivste Konzert, das die Porta Nigra je erleben durfte. „Genau in diesem Ton“ passt hervorragend in unsere Zeit. Maul halten? Auf keinen Fall! Das überwiegend junge Publikum feierte jedenfalls noch lange weiter.
Die tolle durchsichtige Bühne bleibt noch bis zum Altstadtfest stehen und erlebt heute das Philharmonische Orchester des Theaters Trier mit einem Klassik-Programm. Toller Kontrast! Und auch das Bespielen antiker Stätten geht weiter, nämlich im Amphitheater Trier: Dort gibt es am 21.7.2017 die Beginner, am 22.7. In Extremo auf ihrer „Burgentour“ und am 23.7. den genialen Helge Schneider. Nix wie hin!
Setlist – Jennifer Rostock in Trier, 17.6.2017
Baukräne
K.B.A.G.
Kopf oder Zahl
Mein Mikrofon
Irgendwas ist immer
Kaleidoskop
Irgendwo anders (akustisch)
Jenga (akustisch)
I love you, but I’ve chosen Dispo
Neider machen Leute
Feuer
Ein Schmerz und eine Kehle
Deiche
Wir waren hier
Wir sind alle nicht von hier
Schlaflos
Es war nicht alles schlecht
Hengstin
Fury in the Slaughterhouse vor der altehrwürdigen Porta Nigra in Trier. Dass man das nochmal erleben darf! Genau dies haben sich viele neue und alte Fans aus dem Trirerer Umland gesagt und den Veranstaltern zwei ausverkaufte Abende beim „Porta hoch drei“ Festival beschert. Das besteht eigentlich (wie der Name schon sagt) traditionell aus drei Konzertabenden, doch der Fury-Freitag war so schnell ausverkauft, dass man die Gunst des Fronleichnam-Feiertags nutzte, um gleich noch ein Konzert auf den Donnerstag zu legen. So konnten also zusammen über 5.000 Zuschauer einen nostalgischen Abend vor antiker Kulisse genießen – und sie wurden nicht enttäuscht!
Fury haben Konzerte in der Region gegeben, so lange man sich erinnern kann. Ich denke da an die Anfänge in Zerf, St. Wendel, Losheim und Saarburg, aber auch an die grandiosen Gigs bei Rock am Ring. Thorsten Wingenfelder hat in Trier seine Frau kennen gelernt (wovon er gerne berichtet) und auch nach der Auflösung von Fury vor zehn Jahren sind die Brüder Wingenfelder den Fans im Südwesten treu geblieben und regelmäßig in der Garage Saarbrücken aufgetreten. Dort haben sie dann auch bei ihrem letzten Konzert die auf ein Jahr befristete Reunion von Fury in the Slaughterhouse in Beinahe-Originalbesetzung angekündigt und Jubelstürme ausgelöst. Es gab also nicht nur die großen Geburtstagsauftritte im Heimatort Hannover, sondern auch eine kleine Open Air Tour, die im Herbst sogar noch um eine Acoustic Tour erweitert werden wird, bevor das Pferd dann Ende 2017 wieder schlafen gelegt wird.
Das Publikum – gemischt aus allen Altersklassen – war gespannter Erwartung, als es am Donnerstag zunächst mit dem Jan Löchel Trio los ging. Als Songwriter ist er vor allem für seine Zusammenarbeit mit Pohlmann, den Söhnen Mannheims und Christina Stürmer bekannt. Wenn er selbst am Mikro steht, widmet er sich aber der englischen Sprache und bietet sanften akustischen Pop, begleitet von einer Violonistin, die ihn dazu gesanglich unterstützt, und dem Gitarrero Ulrich Rode, der durch seine Zusammenarbeit mit Gregor Meyle, BAP und von Brücken ein Begriff ist. Für das Publikum im Vorfeld des Fury-Gigs war die Musik zu filigran, das konnte man am Lautstärkepegel der Gespräche rundrum bemerken. Trotzdem bekam das Trio verdienten Achtungsapplaus.
Und pünktlich um 19.30 Uhr war kein Halten mehr, als das filmische Intro „It’s a Long Way to the Top“ die Bandgeschichte der Hannoveraner Revue passieren ließ. Höhen und Tiefen gab es ja einige, doch die schlechten Zeiten waren alle vergessen, als Kai und Thorsten Wingenfelder sowie der ewig jung gebliebene Christof Stein-Schneider die Mikros enterten und mit „Dance on the Frontline“ loslegten. Alles wie früher. Kai singt sich die Seele aus dem Leib und Christof trinkt ein Bitburger nach dem anderen, um sich dazwischen in lustigen Kommentaren zu versuchen, wenn er zum Beispiel die Porta Nigra als „tolle Burg“ bezeichnet und hofft, dass die Posaunen des Songs „Jericho“ diese nicht wegblasen mögen. Das tun sie auch nicht – höchstens im bildlichen Sinne. Denn auf der Leinwand erschien eine Karikatur von Donald Trump, dem zwei Posaunen von rechts und links die Haare verwehten. Ein netter Gag, der zu großem Applaus führte.
Zum 30. Geburtstag haben Fury eine Best of aufgelegt, die sechs neue Songs enthält. Davon gab es unter anderem „Words“ und „30 (It’s not easy)“ zu hören. Das Gros des Konzerts bestand aber aus den unvermeidbaren Mitsingstücken. „Radio Orchid“ war das erste dieser Art und man konnte die gelöste Stimmung im Publikum und auf der Bühne mit Händen greifen. Es funktioniert noch – Fury in the Slaughterhouse nahmen jeden mit. Auch die Youngster, die vielleicht ihr erstes Konzert der Band besuchten. Ziel war es, in 150 Minuten genau 30 Songs aus der Bandgeschichte zu singen. Das gelang an beiden Abenden punktgenau mit der jeweils gleichen Setlist.
Am Freitag startete man eine Stunde später, da wegen des Wochenendes die Genehmigung bis 23 Uhr erteilt war. Für die Show war das super, denn gerade zwischen 22 und 23 Uhr kam die großartige Lightshow vor der stimmungsvoll angestrahlten Porta am besten zu Geltung. Bevor die ganz großen Hits kamen, gab es drei Songs unplugged. Hier will ich vor allem das von Thorsten gesungene „Then She Said“ hervorheben. Normalerweise steht Kai am Mikro, aber wenn der Bruder mit sonorer und etwas kratziger Stimme übernimmt, habe ich jedes Mal Gänsehaut. Im Gegenzug nahm Kai zu „Bring Me Home“ ein ausgiebiges Bad in der Menge und schob sich gut gelaunt durchs Trierer Publikum, um den Fans genügend Selfie-Gelegenheiten zu geben.
Mein erster Herzenssong war „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ und der kam wundervoll mit Begleitung an der Steelguitar, die dem neuen Arrangement sehr viel Wärme verlieh. „Cry It Out“ und „Are You Real?“ betonten dagegen die rockige Seite der Band und gingen bass-stark über die Bühne. Jan Löchel unterstützte die Band bei der Coverversion von „Boys don’t cry“ (The Cure). Grund: Er ist neuerdings musikalischer Leiter der Band und schreibt die Arrangements für Furys Acoustic Tour. Einen Eindruck konnte man anhand des Cure-Songs gewinnen, der ganz anders klang als das Original und trotzdem seine Energie behielt. So etwas ist auch für die Fury-Klassiker denkbar und lässt für den Herbst (18.11. – Neunkirchen im Saarland!) Schönes erwarten.
Fury sind niemals unpolitisch gewesen, aber manchmal besonders explizit, beispielsweise mit dem Herzenssong „Every Generation Got Its Own Disease“, den sie per Leinwand mit amerikanischer Flagge, Kriegsbildern und Aufnahmen bekannter Rechtspopulisten illustrierten. Ein wichtiges Statement an beiden Abenden. Im Anschluss endete der Hauptteil der Konzerte (und das an beiden Tagen bei allerbestem Wetter) mit „Won’t Forget This Days“. Ein Paradesong, den Kai kaum selbst singen musste. Das Publikum nahm den Text von Beginn an auf und trug ihn über die Pause bis zur Reprise im ersten Zugabenblock. Das sind Momente für die Ewigkeit vor dem antike Gemäuer.
Die Feierstimmung ging weiter mit einem strahlenden „Down There“, bei dem man die fehlenden Sterne durch Handydisplays ersetzte. Den zweiten Zugabenblock startete ein starkes „Revelation“ mit dampfender Lichtershow. Dann hatte Christof seine Solo-Zeilen zu „Kick It Out“ und es gab den ersten Fury-Hit „Time To Wonder“. Die Band kam auch zum dritten Mal raus und beendete den Set mit „Seconds To Fall“. Viele im Publikum lagen sich ausgelassen in den Armen und feierten noch lange weiter. So enden grandiose Konzerte in Trier.
Schön, dass die Stadt das Bespielen antiker Stätten zulässt. Das gibt es nicht überall. Und daher darf hier auch der Hinweis auf die Open Airs im Amphitheater Trier nicht fehlen. Dort gibt es nämlich am 21.7.2017 die Beginner, am 22.7. In Extremo auf ihrer „Burgentour“ und am 23.7. den genialen Helge Schneider. Nix wie hin!
Songliste – Fury in the Slaughterhouse, Porta Nigra Vorplatz Trier, 15.6. und 16.6.2017
Seht hier unsere Fotos von Mark Forster vor der Porta Nigra in Trier am 19. Juni 2016
Am Sonntagabend ging die zweite Auflage des Festivals „Porta hoch 3“ mit einem ausverkauften Auftritt von Mark Forster zu Ende. Und das bei strahlend blauem Himmel. Was will man mehr? Das Ambiente vor der Porta Nigra ist einfach einzigartig – mit entsprechender Beleuchtung ist das ein Bild, das man nicht so schnell vergisst.
Als Support war Lemo aus Österreich am Start. Zwei Männer, zwei Gitarren mit einschmeichelnder deutschsprachiger Musik. Der Gitarrenpop kam beim Publikum gut an und man nahm wohlwollend zu Kenntnis, dass das Duo am 9.11.2016 erneut in Trier auftritt – diesmal im Club Toni.
Mark Forster enterte um 21.15 Uhr zu den Klängen eines Musik-Tapes die Bühne. Passend zum neuen Album „Tape“, das im Verlauf des Abends in weiten Teilen präsentiert wurde. Schon nach zwei Songs erzählte er von seinem engen Bezug zu Trier, das ja auch gar nicht weit vom Heimatdorf Winnweiler in der Pfalz entfernt liegt. Und von der Ehre, vor dem schönsten Gebäude der Welt zu singen. Ein besonderer Gruß ging an die „Muppet Lounge“ – gemeint waren die Zaungäste an den Fenstern der angrenzenden Häuserzeile.
Vor einer solchen Kulisse aufzutreten, ist für Forster inzwischen selbstverständlich. Er kann noch viel größere Arenen füllen. Die Entwicklung ist aber auch beachtlich und man kann sie am Beispiel Trier festmachen: Im Februar 2013 spielte er als Newcomer vor einer Handvoll Menschen in der Tufa. Mit dem Debütalbum und dem kleinen Hit „Auf dem Weg“ startete seine Karriere gemächlich. Ein Jahr später war er schon als Sidekick von Sido in der Europahalle mit dabei. Eine Nebenrolle, die mit den Hits „Einer dieser Stein“ und „Au Revoir“ zum Sprungbrett werden sollte.
Jetzt ist es geschafft. Das dritte Album ist erst zwei Wochen alt und bereits in aller Munde. Immerhin enthält es den offiziellen EM-Song „Wir sind groß“ und viele weitere Perlen, die direkt ins Ohr gehen. Für die kleine Schwester, die in Trier studiert hat, schrieb er das Lied „Natalie“, das mit bewegender Geschichte vorgetragen wurde.
Mark Forster versteht es, zwischen großen und leisen Tönen zu wechseln. Die Show konnte bisweilen gigantisch sein – mit Bläsertrio in Ergänzung der Rockband, als laute Rockshow mit Rauchsäulen und HipHop-Moves. Doch auch die ruhigen Klänge wie „Selfie“ und „Einer dieser Steine“ kamen gut an. Die Harlem Gospel Singers wurden mit Augenzwinkern per Skype eingespielt und Forster ging mit „Auf dem Weg“, „Au Revoir“ und „Wir sind groß“ in die Zielgerade: „Die Welt ist klein und Trier ist groß“ war das Credo des Abends.
Zu später Stunde war die Lightshow vor der Porta Nigra absolut beeindruckend. Zum Finale gab es zwei weitere Songs des neuen Albums: „Willkommen zurück“ und „Chöre“ inklusive Streicher-Stakkato aus den Keyboards. Erstaunlich, wie textsicher das Publikum so kurz nach Erscheinen des Albums schon war. Den Abschluss machte nach 90 Minuten Konzertlänge „Bauch und Kopf“ – wie eine Erlösung für viele Wartende, die den Song feierten.
Das Festival „Porta hoch 3“ ging somit fulminant zu Ende. Mark Forster war ein mehr als würdiger Abschluss und es wird nicht überraschen, wenn sein nächster Auftritt in Trier in der Arena stattfindet. Ein sympathischer Kerl aus unserem Bundesland, der gerne noch öfter zu Besuch kommen darf.
Seht hier unsere Fotogalerie von Nils Landgren, Victoria Tolstoi und der Neuen Philharmonie Frankfurt am 18.6.2016 in Trier
Der Wettergott scheint mehr auf Nils Landgren und die Neue Philharmonie Frankfurt zu stehen als auf die revolutionären Thesen des Konstantin Wecker. Kein Wunder – im Himmel wird bekanntlich Posaune gespielt. Auf jeden Fall blieb der Abend regenfrei und die ca. 600 Zuschauer durften sich auf einen wundervollen Abend vor der altehrwürdigen Porta Nigra freuen.
Der Jazzposaunist aus Schweden kam diesmal mit aufwendigem Orchester, seinem Allstar-Quartett als Begleitband und der umwerfenden Victoria Tolstoi als Gesangspartnerin. Gemeinsam widmeten sie sich der Musik von Leonard Bernstein – denn das neue Album des renommierten Künstlers ist ein Tribute an den großen Musical-Komponisten.
Ursprünglich wurde das Album mit den Bochumer Symphonikern und Janis Siegel (Manhattan Transfer) eingespielt. Doch die Neue Philharmonie Frankfurt und Victoria Tolstoi machten einen ebenso guten Job und brachten einen Hauch von Broadway nach Trier.
Die bekanntesten Stücke stammten logischerweise aus der West Side Story. „Maria“ – und ein Seufzen ging durch die Menge. Zu „Somewhere“ gab es eine leidenschaftliche Ansprache des Meisters: Es gibt so viele Menschen, denen es nicht so gut geht. „Wir haben alles, sie haben nichts“. Landgren unterhielt sein Publikum in deutscher Sprache.
Ganz im Vordergrund stand sein feines, oft dezentes Posaunenspiel mit dem roten Instrument. Da liefen Schauer über den Rücken. Kein Regen, sondern Gänsehaut. Es gab viele orchestrale Momente, doch die Musik funktionierte auch allein mit Piano und Kontrabass. Victoria und Nils sangen „Something Is Coming“ im Duett. Ein wunderbar harmonischer Zusammenklang. Und dazu gab es ein energisch swingendes Orchester.
Landgren gab das Heft nie aus der Hand und seine charismatischen Vocals beherrschten jeden Song, sobald er loslegte. Jazz-Arrangements und Posaunen-Klänge gaben den Stücken eine erstaunliche Ruhe und Gelassenheit. An natürlicher Coolness ist der Protagonist ohnehin nicht zu überbieten.
Auch die Musicals „On The Town“ und „Wonderful Town“ hielten Einzug ins Konzerterlebnis. „Lonely Town“ erklang zu feinen Jazzpiano-Anschlägen, „Quiet Girl“ mit großem Orchester und filigranem Einsatz der Harfe. Ein besonderer Zauber entfaltete sich stets, wenn Landgren selbst sang – rauchig, wundervoll, und manchmal so leise, dass man nur um sich schauen musste, um viele verträumte Gesichter mit geschlossenen Augen zu sehen.
Leider war das großartige Konzerterlebnis bereits nach 90 Minuten zu Ende. Es gab im Zugabenblock den Hit „Same Old Story“ im New Orleans Style und danach ein Kabinettstück, das Landgrens ganzes Können zeigte: In einem „schwedischen“ Posaunensolo hörte man Bären und röhrende Hirsche, Rock-Fragmente wie „Smoke On The Water“ und eine stabile Mouthpercussion, wenn Landgren das Instrument mal kurzerhand auseinander baute. Dafür konnte er nur Standing Ovations ernten und das Publikum ging fasziniert hinaus in die Trierer Nacht.
Am letzten Tag der „Porta hoch 3“-Reihe wird die Philharmonie gegen Pop-Klänge ausgetauscht. Wir freuen uns schon auf Mark Forster vor der Porta Nigra in Deutschlands ältester Stadt. Leider keine Chance für Spätentschlossene: Die Veranstaltung ist schon seit langem ausverkauft.
Seht hier unsere Fotos von Konstantin Wecker bei Porta hoch 3 in Trier am 17.6.2016
Die Reihe „Porta hoch 3“ findet nun schon zum zweiten Mal statt und hat sich in Deutschlands ältester Stadt gut etabliert. Drei musikalisch sehr verschiedene Abende werden geboten. Am Freitag lud Konstantin Wecker zur Revolution. Äußerst passend in der Geburtsstadt von Karl Marx. Über den verlor er dann aber am Abend kein Wort.
Die 800 Zuschauer machten sich erst einmal Sorgen ums Wetter. Ist der Sitz trocken? Hab ich das Regencape griffbereit? Aufgrund der immer wiederkehrenden Regenschauer trudelte das Publikum nur sehr schleppend ein und es gab eine lange Schlange am Einlass. Zum Glück wurde der Konzertbeginn um 15 Minuten nach hinten verschoben.
Pünktlich zum Ende der Tagesschau startete Konstantin Wecker mit „Ich singe, weil ich ein Lied hab“. Einem Titel, der schon über 40 Jahre alt ist und der seit Jahrzehnten das Lebensmotto für den Münchner vorgibt. Nicht weil es uns gefällt und nicht weil wir’s bestellt… Er hat sich noch nie verbiegen lassen. Das muss jedem klar werden, der sich seinen Lebenslauf ansieht.
Früh im Konzert kommt Wecker schon zu den großen Themen. Er klagt an, dass die Nazi-Thematik, die er seit so langer Zeit besingt, immer noch aktuelles Thema ist. „Vaterland“ aus dem Jahr 1979 handelt vom Krieg, den KZs und der Feigheit der Menschen. „An meine Kinder“ enthält die eindringliche Bitte: „trag nie eine Uniform“. Ironisch tanzt Wecker den „Waffenhändlertango“.
Musikalisch sprang er von den 70er Jahren in die Gegenwart und wieder zurück. „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ (1976) passte zum Abend und den Regenschauern. Und es gab romantische, nachdenkliche Lieder. Weil die Revolution viel Liebe braucht, sang er ein „Liebeslied im alten Stil“. Zur Auflockerung gründete die fantastische Begleitband eine „iPhone Band“ nur mit Smartphone-Musikinstrumenten und verwöhnte das Publikum mit elektronischen Klängen.
Dann wurde es wieder ernst: „Der Krieg“ ist die Vertonung eines Gedichts von Georg Heym, das Wecker 2015 textlich fortgeführt hat. „Zweimal kam der große Krieg mit Macht, und sie sind zum dritten Mal nicht aufgewacht.“ Die Botschaften sind stark und deutlich.
Eigentlich hätte nun eine Pause folgen sollen, doch Konstantin Wecker fragte kurzerhand das Publikum, ob es vielleicht aufgrund der Wetterlage (es war doch ungewöhnlich feucht-kalt) darauf verzichten will. Die Antwort per Applaus war eindeutig und das Konzert wurde mit stimmlicher Unterstützung des Publikum fortgesetzt: „Die Gedanken sind frei“ in Weckers erweiterter Version wurde von einem großen Regenbogen über der Porta begleitet.
Der Künstler philosophierte über sich und sein Leben. Wie er vom Anarchisten zum Frühromantiker geworden ist. Und wie schön es doch wäre, wenn nur noch Rilke und Brecht statt Söder und Seehofer zu hören seien. Im Lauf des Abends wurde das musikalische Geschehen rockiger. Neben Flügel und Cello kam vermehrt die E-Gitarre zum Einsatz. „Sage nein“ und „Empört euch“ trug Wecker mit viel Energie vor und riss das Publikum mit.
Dann erzählte er von der Willkommenskultur im Deutschland des Jahres 2015, die Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammen führt. Er zitierte aus seinem Büchlein „Dann denkt mit dem Herzen“ und hielt ein Plädoyer für den Gutmenschen. Verstand allein führt nicht zum Guten. Er muss angebunden sein ans Gefühl, ans Menschsein. Der Song „Ich habe einen Traum“ war die Essenz daraus. Der Traum von offenen Grenzen, dem Teilen und der Gemeinschaft aller Menschen ohne ideologische Hindernisse.
Standing Ovations waren dem Liedermacher jetzt schon sicher – und es sollte noch ein langer Zugabenblock folgen. Das Publikum bewegte sich im Stehen näher an die Bühne. Es gab den Titelsong der Tour „Revolution“ mit original Trierer Glockengeläut, das Wecker als göttliche Zustimmung deutete. Er nahm das obligatorische Bad in der Menge und ließ sich von vielen Frauen umarmen. Dann rief er alle zur Umarmung des Nachbarn auf. Ein großes Happening.
150 Minuten reine Konzertlänge waren schon vergangen, als der Titelsong des aktuellen Albums ertönte. Warum heißt es „Ohne Warum“? Die Antwort findet sich in einem über 300 Jahre alten Gedicht von Angelus Silesius: „Die Ros ist ohn Warum, sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.“ Damit schloss sich der Kreis zum ersten Song des Abends. Vom Künstler, der sein Tun um der Kunst willen betreibt.
Das Publikum schien es Wecker angetan zu haben. Genau wie kaum einer dem trüben Wetter entfliehen wollte, blieb auch Konstantin der Große standfest auf der Bühne. Da noch einige Minuten Zeit waren bis zur musikalischen Sperrstunde um 23 Uhr („und die Trierer sind da sehr streng“) gab es ein Gute-Nacht-Lied als Rausschmeißer. Er hatte das Publikum im Sturm erobert und die Anwesenden werden vermutlich noch lange von diesem Abend reden. Am Samstag folgt Nils Landgren mit philharmonischem Orchester und den Abschluss macht am Sonntag Mark Forster.
Das erste Mal live erlebt habe ich Gregor Meyle 2009 im Lottoforum auf dem Trierer Petrisberg, gemeinsam mit vielleicht 50 anderen Fans der ersten Stunde. Am Sonntag spielte der sympathische Songwriter nun zum zweiten Mal in Trier, diesmal vor der Porta Nigra vor fast 2000 begeisterten Menschen. Für Gregor hat sich in den 6 Jahren dazwischen einiges getan, vor allem seit er durch seine Teilnahme an der TV-Show „Sing meinen Song“ zu einem der beliebtesten deutschsprachigen Sänger avanciert ist. Unverändert ist aber seine Leidenschaft für die Musik und die Begeisterung, mit der er seiner Songs präsentiert – egal ob nun vor 50 oder 2000 Leuten.
Das Wetter meint es gut mit dem Trierern und auch die besondere Location mit der transparenten Bühne vor dem berühmten Stadttor sowie die einwandfrei Beschallung tragen zur guten Stimmung an diesem Abend bei. Von dem Moment an, an dem Gregor mit seiner 6-köpfigen Band die Bühne betritt, hat er das Publikum fest im Griff und bringt es schon mit den ersten Songs „Ich glaub an Dich“ und „Hier spricht dein Herz“ zum Mitsingen. Die erste große Animation zum Zwischenteil-Chor bei „Ganz normale Leute“ gelingt ebenso problemlos, genau wie die Fitnessübungen für die Menschen mit Sitzplätzen auf den Rängen.
Live beweist Gregor nicht nur seine Songwriter-Qualitäten, sondern offenbart sich auch als wahrer Entertainer, der mit humorvollen Ansagen unterhält, mit seinen Bandkollegen Scherze macht und sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Da wird mal Udo Lindeberg parodiert, „Schau mich nicht so an“ bekommt ein Volkslied-Intro verpasst, und in „Wunder“ fällt ihm auf, dass sich auf die Harmonien des Refrains auch „Don´t Worry – Be Happy“ und „What´s Up“ singen lassen – wozu er natürlich wieder das Publikum einspannt.
Es gelingt Gregor aber auch immer wieder, von schwungvoller Ausgelassenheit zu ruhigen und nachdenklichen Songs wie „Nichts ohne Grund“ oder „Und dann kamst Du“ überzuleiten und magische Momente zu schaffen, wenn er etwa zu „Du bist das Licht“ tausende Handy-Lichter und Feuerzeuge im Publikum leuchten. Unterstützt wird er von seinen talentierten Musikern, die jedem Song den perfekten Sound verpassen. Ein besonderer Gewinn ist dabei der Geigenspieler Christian Herzberger, der mit furiosen Soli begeistert, aber auch den Liebesliedern eine extra Portion Romantik verleiht. Großartig auch Laura Bellon, die Gregor sich zusammen mit Gitarrist Markus Vollmer aus Xavier Naidoos Fernsehband ausgeliehen hat und die als Backgroundsängerin, Duettpartnerin und zweite Geige überzeugt.
Nach über zwei Stunden Programm, das neben Liedern aus dem aktuellen Album „New York-Stintino“ einen Querschnitt durch Gregors gesamtes Werk bietet, verabschiedet sich der Sänger mit „Hätt nix dagegen“ zum ersten Mal von der Bühne. Aber natürlich lässt ihn das Trier Publikum nicht ohne Zugaben gehen und kommt noch in den Genuss von „Keine ist wie Du“ in reduzierter Besetzung und Gregors allerster Single „Niemand“. Mit der eindringlichen Ballade „Kleines Lied“, die ganz akustisch und in der Bühnenmitte zusammengekuschelt präsentiert wird, klingt ein wunderbarer Abend schließlich aus. Bleibt zu hoffen, dass es bis zum nächsten Konzert in Trier nicht wieder 6 Jahre dauert.
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Seht hier unsere Fotos von Gregor Meyle am 21.06.2015 vor der Porta Nigra in Trier
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Seht hier unsere Fotos von The Night Of Classic And Pop am 20.06.2015 vor der Porta Nigra in Trier
Seht hier unsere Fotos von Gentleman am 19.06.2015 vor der Porta Nigra in Trier