In diesem Jahr gibt es einiges zu feiern: Wolfgang Niedecken fzelebrierte kürzlich seinen 75. Geburtstag und BAP als Band wird 50 Jahre alt. Das Jubiläumskonzert findet am 10. Juli im Kölner RheinEnergieStadion (besser bekannt als Müngersdorfer Stadion) statt. Um sich darauf vorzubereiten, wärmt man sich an kleineren Locations ordentlich auf – und den Anfang machte der gestrige Gig in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen.

Die Veranstalter hatten am neunten Tag der Rekord-Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad vorgesorgt und die Halle im wahrsten Sinn des Wortes geöffnet: Der Einlass fand schon weiträumig um die Zugänge herum statt und man hatte die Tore nach hinten offen gelassen, sodass viele Zuschauer*innen einfach draußen blieben und das Konzert verfolgten. Drinnen gab es also kein Gedränge, sondern man konnte locker stehen. Zudem gab es Stationen mit kostenlosem Wasser. Ein Lob an die perfekte Organisation!

Niedecken und Co. hatten schon einige Tage in der Halle geprobt, um sich auf die Tour vorzubereiten. Irgendwie hieß es, die Warm-Up-Konzerte seien „intim und ohne großen Firlefanz“. Ja, intim waren sie wirklich und man konnte sich freuen, BAP nochmal in Club-Atmosphäre zu sehen. Doch die Show war schon relativ groß aufgefahren, mit dem Leoparden als Bühnenbild, mit großartiger Lightshow, mit Saxofon, Trompete, Posaune, Geige und Cello zusätzlich zur üblichen Bandbesetzung. Eines Jubiläums absolut würdig.

Vor zwei Jahren war man noch auf „Zeitreise“-Tour und brachte nur Stücke, die älter als 40 Jahre sind. Jetzt aber schöpfte man wieder aus dem kompletten Repertoire. Niedecken mit 70 manchmal sitzend, meist aber stehend. Die Show startete um 19.30 Uhr (megapünktlich) und sollte fast drei Stunden umfassen – wie in alten Zeiten.
Nach dem Intro „Ruby Tuesday“ gab es als Opener „Hück ess sing Band en der Stadt“, passend für die Fans aus allen Generationen, die zum Teil sicher schon BAPs legendären Auftritt in St. Wendel erlebt hatten. Niedecken sprach dann auch vom „Heimspiel im Saarland“, während Klassiker wie „Nemm mech met“ und „Nix wie bessher“ ordentlich einheizten.

Mitsing-Nummern hielten das Publikum bei der Stange: „Alexandra, nit nur do“, „Müsli Män“, „Aff un zo“. Das wollte die Menge hören. Hinzu kamen Cover von Zeltinger („Müngersdorfer Stadion“) und Dylan („Leopardenfellhoot“). Später natürlich auch „Wahnsinn“. Man tanzte befreit zu „Waschsalon“ und „Ne schöne Jrooß“.
Politische Statements wurden in einen Viererblock gepackt: „Widderlich“, um den Ekel vor allen Nazis und Rechtspopulisten auszudrücken, „Kristallnacht“ ausnahmsweise auf Hochdeutsch (damit jeder den wichtigen Text versteht), „Ruhe vor’m Sturm“ und natürlich die Motivationshymne „Arsch huh, Zäng ussenander“.

Mehrere Balladen wurden in einen Akustik-Block gepackt: „Helfe kann dir keiner“, „Paar Daach fröher“ und „Do kanns zaubere“ ließen die letzten Herzen dahinschmelzen. Die Hymnen „Verdamp lang her“ und „Frau, ich freu mich“ läuteten das Finale ein. Die sechs Zugaben waren dann nicht die großen Klassiker, stattdessen gab es unter anderem Springsteens „Hungry Heart“ und ganz zum Schluss den Ohrwurm „Jraaduss“.
Neunkirchen feierte die Band – Premiere geglückt. Wir dürfen uns auf eine fantastische Jubiläumstour freuen, die durch Arenen und Stadien führen wird. Ein großer Spaß für Fans wie Nostalgiker!

(Credit für alle Fotos: Atelier3Bären)














