Am 29. Mai 2026 veröffentlichen Die Toten Hosen ihr lange erwartetes neues Studio-Album „Trink aus, wir müssen gehen!“ mit 16 neuen Liedern plus dem Bonusalbum „Alles muss raus!“ auf dem die Band 25 Songs, die sie lieben, von Freunden, von Vorbildern und von Menschen, deren Werk sie verehren, gecovert haben, jeweils mit den Originalsängern im Duett mit Campino.
„Schlechte Nachbarn“, wer kennt sie nicht? Das neue Lied der Toten Hosen gibt es ab sofort auf allen digitalen Plattformen zu hören und hier bei YouTube zum Ansehen:
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Mit Bayreuth meldet nun auch das letzte Konzert, das dieses Jahr im Rahmen der „TRINK AUS! WIR MÜSSEN GEHEN“-Tour stattfindet „AUSVERKAUFT!“ Die Band freut sich auf 900.000 Gäste diesen Sommer. Nur für das Clubkonzert, mit dem Die Toten Hosen am Vorabend des Erscheinens in Mailand gemeinsam mit den Fans in den Veröffentlichungstag des neuen Albums reinfeiern, gibt es noch Karten online bei der italienischen Vorverkaufsstelle.
Wie bekommt man verschlafene Festivalbesucher*innen am dritten Tag wieder wach? Dazu brauchte es einen ordentlichen Abriss. Und den lieferten Boysetsfire zu früher Stunde auf der Utopia Stage. Die Band hat sich dem Post-Hardcore und Emocore verschrieben und Sänger Nathan Gray glänzte mit seiner unglaublich klaren und starken Stimme. Das bemerkte man direkt beim ersten Song „After The Eulogy“, einem ihrer bekanntesten Stücke. Vor allem die Mischung aus harten und emotionalen Momenten rüttelte das Publikum wach. Symbolhaft prangte eine Regenbogenfahne in der Mitte der Bühne. Mit den Höhepunkten „Empire“ und „Rookie“, die schon lange im Repertoire sind, beendete man den Set. Die 1994 gegründete Band ist auch nach ihrer zeitweiligen Auflösung immer noch eine Wucht.
Boysetsfire – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Dann folgten mit Sum 41 und NOFX zwei altgediente Bands, die ihr Karriereende für die nächste Zeit angekündigt haben. Passt doch bestens, hier am Ring nochmal alles zu geben. Es gab Songs wie „Underclass Hero“ und „Walking Disaster“. Sänger Deryck Whibley von Sum 41 dirigierte die Menge wie ein menschliches Orchester und brachte ordentlich Stimmung in die Bude. Neben den eigenen Klassikern animierte man die Fans auch mit Auszügen aus „Smoke on the Water“ und „Seven Nation Army“. Später gab es zudem eine schnelle Punkversion von „We Will Rock“. Sum 41 zeigten wieder einmal, dass ihnen das Alter scheinbar nichts anhaben kann und man sich weiterhin auf Konzerte der Kanadier freuen darf – bis dann 2024 der endgültige Abschied erfolgt.
Sum 41 – Fotocredit: Rainer Keuenhof
NOFX sind jetzt vierzig Jahre nach Bandgründung ein echtes „altes Eisen“. Überaus passend startete man dann auch mit dem berühmten „Time Warp“ vom Band und jeder wusste, dass eine selige Zeitreise folgen wird, die mit AC/DCs „Riff Raff“ begann. Frontman Fat Mike (Mike Burkett) zeigte sich allerdings in Plauderlaune und so gab es eine – grausam lange – Kennenlernrunde mit dem Publikum, bevor es richtig los ging. „We can talk for one hour“, stellte er richtigerweise fest, aber dafür waren die Leute nicht gekommen. „Ihr Deutschen habt für alles ein extra Wort – Schadenfreude“, beendete er seine Kulturanalyse und endlich gab es einen umtriebigen Set mit immerhin zwanzig Stücken, was man gar nicht mehr vermutet hätte. Die Bandgeschichte wurde ausgiebig und vielseitig gewürdigt. Trompeten und Reggae-Sound mischten sich mit Punk und melodischem Hardcore. Es gab sogar eine gelungene Ska-Version von „Les Champs-Élysées“ und nach „Kill All The White Man“ erklang tatsächlich noch der Musicalsong „Schadenfreude“ vom Band.
Fotocredit: Rainer Keuenhof
Anscheinen hatte es sich bis zur Mandora Stage rumgesprochen, dass ausgiebige Ansagen zum guten Ton gehören. Auch Michael Starr von Steel Panther war sehr gesprächig. Die Glam-Metaller hatten die ohnehin schon lila gehaltene Bühne komplett in dieses Farbschema getaucht. Und bunt war auch die Mischung aus Metal, Fun und Glamour. Man darf ohnehin nicht bierernst nehmen, was da geschieht. Starr überlegte, was die Amis an Deutschland lieben. Die Antwort: Audi, Scorpions und Titten. Nun ja. Als Tribute an Def Leppard spielte Drummer Stix Zadinia ein Stück mit unter dem Shirt verstecktem Arm – auch recht makaber. Songs wie „Asian Hooker“, „Death to all but Metal“ und die nostalgische Hymne „1987“ nahmen das Publikum aber gekonnt mit. Zum Ende hin klang man hymnisch wie Bon Jovi in den 80ern und holte allerlei Ladies auf die Bühne. Definitiv hatte die Band ihren Spaß.
Arch Enemy – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Dann sorgte die weibliche Frontfrau von Arch Enemy sowohl für optischen Genuss als auch (für diejenigen die Arch Enemy nicht kannten) unerwartete und überraschend harte Töne, denn sie growlte, was das Zeug hielt. Alissa White-Gluz ist eine Powerfrau im blauen Superheldinnenkostüm, mit blauen Haaren und einer starken Performance. Leider ging es zwanzig Minuten verspätet los – das ist wohl das Schicksal der Mandora Stage, bei der man die Pünktlichkeit nicht gerade erfunden hat. Egal. Die formidable Songzusammenstellung von „War Eternal“ über „The Eagle Flies Alone“ bis hin zu „Nemesis“ entschädigte für die Wartezeit.
Arch Enemy – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Auf der Hauptbühne war man nun bereit für Machine Gun Kelly alias Colson Baker – in den USA der Mann der Stunde. Seine Mischung aus HipHop, Rock und Punk machte die Performance einzigartig und der Hauptbühne würdig. Auch seine intensiven Rap-Skills waren neben der Rock-Performance absolut überzeugend. Dass Rap und Rock durchaus zusammen passen, bewies das Erscheinen von Oliver Sykes (Bring me the Horizon), der sich für „Maybe“ zu Kelly auf die Bühne gesellte. Zu Beginn gab es extrem viel Qualm auf der Bühne, so dass Machine Gun Kelly ganz nach oben auf die Pyramide aus LCD-Klötzen steigen musste, damit man ihn überhaupt noch sehen konnte. Extravagant war das Outfit mit silbernem Anzug und stachelig gegelten Haaren. Extraterrestrisch und damit passend zum Song „Concert for Aliens“.
Machine Gun Kelly und Oliver Sykes – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Die große Band lieferte hymnische Melodien, Metalgitarren und bisweilen auch Screams. MGK bewegte sich entspannt durch Songs wie „I think I’m okay“ und das Gorillaz-Cover „Feel Good Inc.“. Höhepunkt waren zweifellos sein Bad in der Menge und der Weg rauf auf einen Warsteiner-Stand. Hier konnte er posieren und „My Ex’s Best Friend“ ins Publikum schmettern. Seine Nähe zu den Fans wurde heftig bejubelt – der Ring schien definitiv nicht mit dem extravaganten Künstler zu fremdeln.
Machine Gun Kelly – Fotocredit: Rainer Keuenhof
Und dann war es endlich soweit. Darauf hatten Zigtausende gewartet: Die Fahnen wurden gehisst zum zweistündigen Konzert der Toten Hosen. Und was war das für eine Sause! Publikum und Band schenkten sich nichts. Er war ein Genuss vom ersten bis zum letzen Stück. Schon der Anfang mit „You’ll Never Walk Alone“ vom Band brachte die Stimmung zum Überkochen. Dann das Westernfilm-Intro „3 Akkorde für ein Halleluja!“ auf den überdemsionierten LCD-Wänden. Und endlich standen die Desperados auf der Utopia Stage bei Rock am Ring. Mal wieder. „Heimspiel“, wie Campino es ausdrückte.
Die Zusammenstellung an Hits für alle Generationen war von Beginn an großartig. Bei „Altes Fieber“, „Bonnie & Clyde“ und „Liebeslied“ war Mitsingen (oder halt Grölen) angesagt. Die „alten Knacker aus Düsseldorf“ lieferten gnadenlos ab – und auch im Publikum gab man alles. Bengalos und Fußballfahnen, Circle Pits und Crowdsurfing. Völlig losgelöst feierten alle sich, die Hosen und den letzten Abend eines wundervollen Festivals. Dabei blieb auch Zeit für Dankesworte („112“ als Song für die Feuerwehr) und vehemente „Nazis raus“-Rufe, als Campino vor „Willkommen in Deutschland“ alle Rechten, Rechtspopulisten und den Umgang mit Flüchtlingen geißelte. So lieben wir unsere Hosen – und beim Ringpublikum konnte er ohnehin mit breiter Zustimmung rechnen.
Fotocredit: Rainer Keuenhof
Damit der Punk nicht zu kurz kommt, gab es „Forever Young“, das die Goldenen Zitronen mal „Forever Punk“ betitelt hatten, in einer schrillen Punkversion. Und auch „Halbstark“ (im Original von den Yankees) passte hier perfekt. Die Bengalos inmitten der Fans waren vielleicht nicht so gern gesehen, doch zu „Pushed Again“ platzierte man ein kontrolliertes Bengalofeuer auf der Bühne und auf allen Wellenbrechern. Das war ein starkes Bild und tauchte den Ring bis zurück zum Riesenrad in rotes Licht. Die Klassiker“Alles aus Liebe“, „Wünsch dir Wasser“ und „Hier kommt Alex“ beendeten den Hauptset.
Im ersten Zugabenblock deutete Campino ironisch an, dass er mit 60 für viele Medien schon zum Establishment gehört. Damit es aber nicht heißt, dass die Hosen jetzt sogar auf Sauflieder verzichten, gab es das kultige „Eisgekühlter Bommerlunder“. Der zwete Block war dann „den drei Würstchen aus Berlin“ gewidmet. Der in den 80ern obligatorische Konkurrenzkampf zwischen Hosen und Ärzten existiert schon lange nicht mehr. So gab es mit „Schrei nach Liebe“ ein kongeniales Cover und auch der Song „Freunde“ wurde den Ärzten gewidmet. Nach zwei Stunden machte Campino noch eindringlich Werbung für Thees Uhlmann und – es war ja schon Montag – entließ die Fans in die Woche.
Fotocredit: Rainer Keuenhof
Eigentlich war es jetzt Zeit für den Heimweg. Was sollte nach diesem Gig noch kommen? Aber natürlich war auch Thees Uhlmann auf der Orbit Stage noch einen kleinen Fußmarsch wert. Der Tomte-Sänger hatte zu Beginn nur ein kleines Publikum, das aber stetig anwuchs. Und tatsächlich waren plötzlich die Toten Hosen mit auf der Bühne und hatten auch noch Sammy Amara von den Broilers mitgebracht, den sie unterwegs wohl irgendwo backstage aufgabeln konnten. Wieder gab es das „Liebeslied“, diesmal mit noch größerer Liebe. Thees hatte schon davon erzählt, wie er vor 20 Jahren zum ersten Mal am Ring spielte und vor Aufregung einen Heulkrampf bekam. Getröstet hätte ihn damals Jacoby Shaddix von Papa Roach. Auch jetzt ist der Gig am Ring noch aufregend – doch Thees ganz souverän. So kommentierte er die Schreie von der Mandora Stage: „Jetzt wird da drüben schon wieder rum geschrien. Muss wohl was Wichtiges sein.“ Es gab geschmeidige Songs wie „Zugvögel“ und eine Hommage an „Avici“, außerdem den Tomte-Song „Ich sang die ganze Zeit von dir“ und das grandiose „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“.
Auf der Mandora Stage lieferten Bring Me The Horizon zwischenzeitlich eine starke visuelle Show auf drei Ebenen. Alle Instrumentalisten waren gut zu sehen, aber dennoch wirkte das sehr überfrachtet. Die Pausen zwischen den Songs waren stimmungskillend lang, doch der sphärische Aufbau war sehr gelungen. Die Briten waren gewohnt experimentierfreudig und bewegten sich zwischen Metalcore und Elektronik-Sounds. Für manche Ohren wohl zu viel des Guten, aber es war auch schon spät.
Fotocredit: Rainer Keuenhof
Was bleibt vom Ring 2023? Natürlich die fantastische Stimmung, die auch dem guten Wetter zu verdanken war. Durchgehend wolkenfreier Himmel – und trotzdem ein gelegentliches Lüftchen, damit die Sonne nicht zu sehr brannte. Nachts wurde es kalt, also hatte man im besten Fall Wechselkleidung für die Stunden ab 22 Uhr mit dabei.
Für mich persönlich gab es einige Überraschungen. Ich nenne mal die famose Show von Apache 207 am Freitag. Damit hätte ich nicht gerechnet. Auch Provinz waren eine enorme Bereicherung und K.I.Z viel besser als erwartet. Bei den Headlinern hatten Foo Fighters und die Hosen die Nasen vorn. Kings of Leon waren okay, aber das hart rockende Publikum hätte sich vermutlich mehr Power gewünscht. Insgesamt fand ich die Mischung jedoch stimmig. Man muss mit der Zeit gehen und ein junges Publikum anlocken, damit das Festival eine Zukunft hat. Früher beschwerte sich auch niemand über Fury in the Slaughterhouse und Alanis Morrisette. Wer auf das ROCK im Namen besteht, wurde zu jeder Zeit an einer der Bühnen fündig. Und so wird es ROCK AM RING trotz des leichten Zuschauerschwunds auch im Jahr 2024 geben. Der Termin wurde noch in der Nacht bekannt gemacht: Es geht weiter vom 7. bis 9. Juni 2024. ROCK ON!
An diesem Wochenende ist es endlich so weit: Die große Werkschau „Alles aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“, die die Band ihren Fans und sich selber zum Geburtstag schenkt, erscheint! Für Die Toten Hosen der geeignete Anlass, um sich in kleinem Rahmen gegenseitig Glück zu wünschen, die Torte anzuschneiden und endlich auch die Gelegenheit, um die persönlichen Präsente auszutauschen.
40 Jahre Die Toten Hosen: Gegründet Anfang 1982 von fünf Freunden, die sich unter anderem aus den versprengten Resten der damaligen Underground-Deutschpunk-Legende ZK rekrutierten. Die Prognosen aus ihrem Umfeld für die Lebensdauer der Band lauteten: Wenige Monate. Heute, 40 Jahre später, nach unzähligen Irrungen und Wirrungen, Hymen, Hits, Pleiten, Pech und Pannen sind Die Toten Hosen nicht nur eine der langlebigsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Bands, sondern gehören auch zum Kulturkanon der Bundesrepublik Deutschland.
„Wir haben uns das nicht ausgesucht, aber irgendjemand musste es ja machen“, so kommentiert Campino, Sänger und Frontmann der Band, die bislang drei Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin überlebte, dieses erstaunliche Jubiläum.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum runden Geburtstag gönnen sich Die Toten Hosen nicht nur eine große Tournee, sondern auch eine umfangreiche Werkschau, die in einer liebevoll gestalteten Vierfach-Vinyl-LP-Box, Doppel-CD und digital erscheint. Neben den wichtigsten Nummern aus den vier Jahrzehnten ihres Schaffens, haben es sich Andi, Breiti, Campino, Kuddel und Vom nicht nehmen lassen, zusammen mit ihrem langjährige Produzenten Vincent Sorg auch sieben brandneue Stücke einzuspielen. Darüber hinaus wurden mehrere bereits veröffentlichte Klassiker aus dem Repertoire der Band neu eingespielt und weitere mit einem Remix soundmäßig auf den neuesten Stand gebracht.
Die Toten Hosen: „Ehrensache, dass wir zu unserem runden Geburtstag und zu den dazu angesetzten Konzertterminen, auf die wir uns ganz besonders freuen, den Menschen neue Musik mitgeben wollten. Und wo wir schon einmal im Studio waren, haben wir uns den Luxus gegönnt, ein paar Nummern zu überarbeiten oder auf Stand zu bringen, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen am Herzen lagen. In erster Linie als Geschenk an uns, aber wir freuen uns natürlich auch, wenn es auch anderen Spaß macht“.
Die großen Geburtstagspartys starten demnächst:
ALLES AUS LIEBE – 40 JAHRE DIE TOTEN HOSEN
07.06.22 Flensburg – Flens – Arena
10.06.22 Köln – RheinEnergieSTADION – Ausverkauft
15.06.22 Rostock – IGA Park
18.06.22 München – Olympiastadion
24.06.22 Düsseldorf – Merkur Spiel-Arena – Ausverkauft
25.06.22 Düsseldorf – Merkur Spiel-Arena – Ausverkauft
30.06.22 Kassel – Auestadion
02.07.22 Wien – Krieau Open Air
09.07.22 Leipzig – Festwiese
14.07.22 Hamburg – Open Air am Volkspark
16.07.22 Stuttgart – Cannstatter Wasen – Ausverkauft
17.07.22 Zürich – Letzigrund Stadion
20.07.22 Locarno – Moon&Stars
23.07.22 Freiburg – Messeplatz
24.07.22 Mannheim – Maimarktgelände
20.08.22 Berlin – Flughafen Tempelhof – Ausverkauft
27.08.22 Bremen – Bürgerweide – Ausverkauft
03.09.22 Konstanz – Bodensee Stadion
10.09.22 Minden – Weserufer Kanzlers Weide – Ausverkauft
Im Dezember 1981 haben die Toten Hosen angefangen miteinander zu proben, der genaue Tag verlor sich im Nebel der Zeit. Deshalb ist das Datum ihres ersten Konzertes am 10.04.1982 im Bremer „Schlachthof“ der offizieller Bandgeburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums veröffentlicht die Band als Überraschung für Fans und Wegbegleiter ihr „Wort zum Sonntag“ als Neuaufnahme im „70 ist die neue 60, ihr Lutscher!“-Mix und ein bewegendes Video, das 40 Jahre Bandgeschichte Revue passieren lässt.
Die Toten Hosen: „40 Jahre sind eine lange Zeit und wir sind einfach nur dankbar, was wir alles erleben und zum Teil auch überleben durften. An diesem Tag denken wir an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben, vor allem an diejenigen, die heute nicht mehr bei uns sein können und an Euch! Welches Lied könnte dafür passender sein, als ein Song, der wie kein zweiter als das ‚Glaubensbekenntnis‘ der Toten Hosen gilt? Wir wünschen Euch viel Vergnügen! Happy Birthday to all of us!“.
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Lange haben ihre Fans darauf gewartet: Endlich veröffentlichen Die Toten Hosen wieder neue Musik! „SCHEISS WESSIS“ heißt das frisch eingespielte Lied, das am 25.3.22 als auf 4.000 Stück limitierte 7“ Single in bundesgrünem Vinyl, als Download und Stream erscheint.
Am 10.6. startet die Band ihre große „Alles aus Liebe – 40 Jahre Die Toten Hosen“-Jubiläums-Tournee, bei der sie in 17 Städten zusammen mit über einer halben Million Gästen ihren Geburtstag feiern wird.
ALLES AUS LIEBE – 40 JAHRE DIE TOTEN HOSEN
10.06.22 Köln – RheinEnergieSTADION – Ausverkauft
15.06.22 Rostock – IGA Park
18.06.22 München – Olympiastadion
24.06.22 Düsseldorf – Merkur Spiel-Arena – Ausverkauft
25.06.22 Düsseldorf – Merkur Spiel-Arena – Ausverkauft
30.06.22 Kassel – Auestadion
02.07.22 Wien – Krieau Open Air
09.07.22 Großpösna – Störmthaler See (bei Leipzig)
14.07.22 Hamburg – Open Air am Volkspark
16.07.22 Stuttgart – Cannstatter Wasen – Ausverkauft
17.07.22 Zürich – Letzigrund Stadion
20.07.22 Locarno – Moon&Stars
23.07.22 Freiburg – Messeplatz
24.07.22 Mannheim – Maimarktgelände
20.08.22 Berlin – Flughafen Tempelhof
27.08.22 Bremen – Bürgerweide – Ausverkauft
03.09.22 Konstanz – Bodensee Stadion
10.09.22 Minden – Weserufer Kanzlers Weide – Ausverkauft
2005 ließen Die Toten Hosen schon einmal ihre Verstärker ruhen und veröffentlichten mit „Nur zu Besuch – Unplugged im Wiener Burgtheater“ ein rein akustisches Konzert. Vierzehn Jahre und einige Aufführungen mit dem Symphonieorchester der Musikhochschule Düsseldorf später reifte dann innerhalb der Band die Idee ihren alten Stücken ein neues Gewand im Big Band Sound zu verpassen. Diesmal sollte es aber nicht nur um reduzierte, unverstärkte Versionen der eigenen Songs gehen, sondern vielmehr um das Einbringen neuer Instrumente und neuer Interpretationen des bekannten Materials. Das Ergebnis feierte schließlich im Sommer 2019 unter dem Motto „Mit Pauken und Trompeten“ bei zwei Auftritten in der Düsseldorfer Tonhalle seine Premiere, die es nun mit dem noch schöneren Titel „Alles ohne Strom“ in Form einer CD und DVD/Blu-ray (erhältlich ab dem 22.11.) auch für das heimische Wohnzimmer gibt.
Laut Campino wollten Die Toten Hosen von Beginn an eigentlich immer eine Big Band sein, was angesichts ihrer wilden Punkvergangenheit getrost als Scherz verstanden werden darf. Trotzdem sind sie dieser Idee vermutlich noch nie so nahe gekommen wie auf „Alles ohne Strom“. 21 Songs haben es auf den Live-Mitschnitt geschafft und bis auf den Uralt-Klassiker „Hier kommt Alex“ sind es allesamt Songs, die es auf der „Unplugged“-Scheibe von 2005 nicht zu hören gab. Klangqualität und –tiefe lassen keine Wünsche offen und ein geschmackvolles Artwork mit einem 28 Seiten starken Booklet im aufklappbaren Digipak runden die Geschichte auch optisch ab.
Musikalisch machen die 79 Minuten fast durchgehend Spass. Der beginnt mit dem A capella-mäßigen Opener „Entschuldigung, es tut uns leid!“ und endet mit einer intensiven Version des schon im Original intensiven „Tage wie diese“. „Hört her und öffnet eure Ohr’n, wir sind zurück wie neu gebor’n“, singt Campino in „Strom“ und die Zeile könnte gut als Überschrift über dem gesamten Album stehen. Neu sind auf jeden Fall die liebevoll-melancholische Hymne „Kamikaze“, „Sorgenbrecher (Auf Euch)“, in dem die Band die Freundschaft und die Liebe feiert, „Feiern im Regen“ und das aus Sicht einer Auschwitz-Überlebenden geschriebene „Schwere(-los)“. Man darf gespannt sein welches Stück davon sich auf dem nächsten regulären Hosen-Album wiederfindet. Bei „Kamikaze“ und „Schwere(-los)“ hätte ich nichts dagegen.
Hinzu kommen ein paar Coverversionen. „Ohne dich“ von Rammstein ist verzichtbar, „Politische Lieder“ von Funny van Dannen akzeptabel und „Everlong“ von den Foo Fighters eine gelungene Gotteslästerung. Musikalisch mit Violine und Bläsern durchaus ungewöhnlich interpretiert, kommt Campino gesanglich natürlich nicht an Dave Grohl heran. Aber wer schafft das schon? Ansonsten bildet sein kehliger Gesang, der nach Straße, Kippen und Bier klingt einen Kontrapunkt zu den oftmals warmen Songarrangements, wodurch „Alles ohne Strom“ durchgängig an Spannung gewinnt. Insgesamt stehen Die Toten Hosen als 17-köpfige Combo auf der Bühne und lassen sich von Jazzanleihen, Polkarhythmen und Ska durch ihre über 35-jährige Bandgeschichte treiben. An der ein oder anderen Stelle schielen sogar die Beatles und Bob Marley um die Ecke. Die Fans honorieren „Alles ohne Strom“ mit Sprechchören und Gesängen und man muss nicht erst die DVD/Blu-ray abwarten, um sich die grossartige Stimmung in der Tonhalle bildlich vorstellen zu können.
Im Grunde ist das, was Die Toten Hosen machen ja schon lange kein Punk mehr. Dennoch darf man an dieser Stelle den Hut vor der Experimentierfreude der Band ziehen. Bevor sie sich endgültig in Belanglosigkeiten und ewiger Wiederholung verliert, schafft sie es auf „Alles ohne Strom“ eine Spielfreude zu entwickeln, von der sich andere Kollegen gerne eine dicke Scheibe abschneiden dürfen.
Das ist doch mal ein schönes Konzept, das gleich zwei Seiten in den Mittelpunkt stellt: In der neuen Musikbibliothek des KiWi Verlags schreiben bekannte Persönlichkeiten über ihre musikalischen Lieblinge.
Thees Uhlmann, selbst Künstler und Frontmann von Tomte, erzählt von seiner Liebe zu den Toten Hosen. Ein Buch voller Anekdoten, das aus zutiefst subjektiver Sicht eine dreißig Jahre andauernde Liebe beschreibt und eine dicke Freundschaft, die daraus entstanden ist. Mit so viel Herzblut geschrieben, dass man ihm jedes Wort abnimmt.
Die bekannte Journalistin Anja Rützel schreibt über Take That – und spricht mir aus der Seele. Es geht um die bitteren Momente, als Robbie die Band verließ, und um die schönen, als es zur Neuformierung und Wiedervereinigung kam. Mit persönlichen Worten und dem ureigenen Herzschmerz.
Schriftsteller Tino Hanekamp liefert einen wunderbaren erzählerischen Trip zu Nick Cave, der Vergangenheit und Gegenwart vereint. Ein Roadtrip als Liebeserklärung an den großen Star.
Die Radiomoderatorin Sophie Passmann widmet sich schließlich dem kalifornischen Songwriter Frank Ocean. Sie erzählt, warum dieser den Soundtrack ihres Lebens geschrieben hat. Ihre Depressionen und den Sturz in die Extreme beschreibt sie mit schonungsloser Offenheit.
Passend zu der Lektüre kann man sich übrigens zu jedem Buch eine Spotify-Playlist als Hintergrundmusik abspielen. Der KiWi Verlag hat einfach an alles gedacht und liefert hier zunächst vier sehr schöne Büchlein im handlichen Format, die Leseratten und Musikliebhaber vereinen. Hoffentlich werden dem noch viele Bände folgen.
Seit Jahren bringt uns die Reihe „MTV unplugged“ intime Konzert-Atmosphäre direkt ins Wohnzimmer. Und das ist mehr als ein Regelwerk, beispielsweise sitzend vor Publikum zu spielen, Gastmusiker auftreten zu lassen und eigene sowie fremde Songs neu zu interpretieren. Es ist vor allem das Vermitteln eines musikalischen Lebensgefühls durch Geschichten.
Es gibt Gänsehautmomente, wenn die Scorpions in 300 Metern Höhe in einem Freilufttheater in Athen spielen – und zugleich damit MTV unplugged-Geschichte schreiben. Eine Entführung in die Unwirklichkeit, wenn die Klänge der Fantastischen Vier von den Mauern einer Tropfsteinhöhle im Sauerland widerhallen. Da sind Menschen, die mit ihrer Heimat verbunden sind, so wie Rapper Sido, der für sein Unplugged Konzert zu den Wurzeln zurückkehrte und im Märkischen Viertel in Berlin performte. Menschen, die ihre Ängste überwinden, so wie Westernhagen, den es sage und schreibe 20 Jahre kostete, bis er sich traute, sein Unplugged aufzunehmen.
Die Songauswahl für diesen Sampler könnte passender nicht sein. Westernhagen macht den Anfang mit „Freiheit“. Die Toten Hosen liefern den Hit aus ihrem Horrorshow-Konzeptalbum „Hier kommt Alex“. Udo Lindenbergs Beitrag ist sein formidabler Comeback-Hit „Cello“ im Duett mit Clueso. Wir dürfen uns auf das melancholisch-schrille „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller freuen und auf fantastischen Rap von den Fantas, von Max Herre, von Samy Deluxe, von Cro und von den Söhnen Mannheims.
Andreas Gabalier und Max Giesinger, Peter Maffay und Johannes Oerding, Sido und Adel Tawil gibt es im Doppelpack. Oerding ist gleich mit zwei Features vertreten, da er auch Revolverheld unterstützt. So bietet die Compilation das Beste aus deutschen Landen bis hin zu den altehrwürdigen Scorpions. Und die Tracklist ist eine feine Bestandsaufnahme der letzten drei Musik-Jahrzehnte.
Etwas unpassend finde ich das „Auffüllen“ der Songliste durch a-ha, Mando Diao und Placebo. Auch sehr geile Titel, aber es stört das „German Sessions“-Konzept. Was soll’s. Wer hier zuschlägt, bekommt einen starken Hit-Sampler voll filigraner Arrangements. MTV unplugged ist und bleibt eine Bank.
Auf ihrer kurzen Tour im Sommer 2015 hatten die Toten Hosen Teile des Sinfonieorchesters der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf mit dabei, um auf ihr Projekt „Entartete Musik“ hinzuweisen. In einer Zeit, in der der rechte Rand der Gesellschaft verstärkt an Aufmerksamkeit gewinnt, war es eine bewegende Ansage, die Campino zu den entsprechenden Musikstücken machte.
Im Oktober 2013 veranstalteten Die Toten Hosen und das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf drei Konzerte in der Tonhalle Düsseldorf. Unter dem Titel „Willkommen in Deutschland“ wollten die Musiker an die Reichsmusiktage und die Ausstellung „Entartete Musik“ im Düsseldorfer Ehrenhof 75 Jahre zuvor erinnern. Mit dem Etikett „entartet“ stigmatisierten die Nationalsozialisten jede unerwünschte Form von Musik, vor allem jüdischer Künstler und Vertretern der Avantgarde und des Jazz. Dieser Hass gipfelte 1938 in der Ausstellung „Entartete Musik“, die nach dem Vorbild der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ den vermeintlichen Einfluss des „Jüdischen“ und des „Undeutschen“ dokumentieren sollte.
Mit „Willkommen in Deutschland“ stellten die Toten Hosen und die Robert Schumann Hochschule die von den Nationalsozialisten verfemte Musik in den Mittelpunkt eines Konzertabends. Das Programm, das von der Band und der Hochschule gemeinsam ausgewählt wurde, zeigt das ganze breite Spektrum, sogenannter „entarteter“ Musik. Es reicht von unterhaltsamer Filmmusik über Kompositionen von den Comedian Harmonists und Kurt Weill bis hin zu Schönbergs dramatischem Werk „Ein Überlebender aus Warschau“. Auch aktuellere Lieder, die damals sicher in Ungnade gefallen wären, wurden aufgeführt und so sind auch mehrere Songs der Toten Hosen dabei, die speziell für diesen Abend neu arrangiert wurden.
Die CD/DVD zum Konzert hält nun diese besonderen Stunden aus dem Jahr 2013 für die Nachwelt fest. Die Aufnahme entstand in der Düsseldorfer Tonhalle und bietet atmosphärische Musik für verschiedene Geschmäcker. Da sind die Orchesterstücke, beispielsweise von Max Bruch, Auszüge aus der „Dreigroschenoper“, Stücke wie „Die Moorsoldaten“ und „Einen großen Nazi hat sie“. Campino und die Hosen zeigen sich hier von einer ganz neuen Seite, die man ihnen aber ohne Weiteres abnimmt. Selbst eigene Stücke („Willkommen in Deutschland“, „Sascha… ein aufrechter Deutscher“, „Europa“, „Das Mädchen aus Rottweil“) wurden behutsam neu arrangiert, um sie dem besonderen Ambiente des Konzerts anzupassen.
Das Ergebnis ist ein atmosphärischer Konzertabend auf zwei CDs und einer erläuternden Begleit-DVD. Alle an den Konzerten künstlerisch beteiligten Mitwirkenden verzichten auf ihre Gage und auch das Label JKP auf sämtliche Gewinne. Der ganze Gewinn aus diesem Projekt wird zur Unterstützung von Stipendiaten und Konzertprojekten der Robert Schumann Hochschule zur Verfügung gestellt.