Reckless Love rocken im Kölner Underground – Support: Rebellious Spirit und Hollywood Burnouts

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Wer an Finnland denkt, sollte nicht nur blonde Frauen, große Seen und wunderschöne Landschaften mit dem nordischen Land assoziieren, sondern auch guten Rock und Metal. Mit Reckless Love schicken die Skandinavier eine Sleaze Rock Band ins Rennen, die das Publikum zu begeistern vermag, wie sie an diesem Montagabend im Kölner Underground unter Beweis stellt. Mit im Gepäck die deutschen Bands Rebellious Spirit und Hollywood Burnouts.

Die Nachwuchsrocker von Rebellious Spirit eröffnen den Ausflug in die Welt des Spandex und Haarsprays der 80er Jahre. Die Jungspunde zelebrieren den Sound und Look des 80er Jahre Hard/Glamrock auf der Bühne trotz ihres zarten Alters erstaunlich glaubhaft. Seine Entertainerqualitäten beweist Gitarrist und Sänger Jannik, indem er wie ein Wirbelwind über die Bühne fegt, während sein Bruder und Bassist Jens mit allerlei Glamrock Posen für die tiefen Töne des Auftritts sorgt. Eher unbeholfen, aber sympathisch wirkt Gitarrist Corvin bei seinen Versuchen das Publikum zu animieren und auch der Gesang der Truppe lässt stellenweise zu wünschen übrig. Alles in allem liefern die Jungs aber eine partystimmungserzeugende Show ab und bereiten nicht nur mit ihrer neuen Single „Lights Out“ und ihrer sehr eigenwilligen Version von „Sweet Child O´ Mine“ das Publikum auf die nachfolgenden Auftritte vor.

Weiter geht der Trip in das Jahrzehnt der auftoupierten Haare und Animal-Prints mit den vier Musikern der 2008 gegründeten Band Hollywood Burnouts aus Augsburg. Sehr authentisch und souverän liefern sie eine solide Sleaze- Show ab. Mit viel Rock begeistern sie das Publikum. Nicht nur dank ihrer Outfits, sondern auch wegen ihrer musikalischen Qualitäten hinterlassen sie einen bleibenden Eindruck. Ihre Liebe zum Hairmetal a la Mötley Crüe, Poison, Ratt und vielen anderen bleibt dabei nicht unerkannt, wobei sie aber doch besonders durch ihren ganz eigenen Sound glänzen. Eine durch und durch professionelle Show mit tollen Frisuren und eingängigen Songs wie „Roll The Dice“ oder „Kings Of Sin“, die eindeutig Lust auf mehr gemacht hat.

Höhepunkt der Reise sind dann Reckless Love, die dank ihres Frontmanns Oli Hermann eine eindrucksvolle Show abliefern. Während er zu Songs wie „Animal Attraction“, „Romance“ und „Beautiful Bomb“ wie ein Funkemariechen Beine schwingend über die Bühne wirbelt und jede Stripperin wegen seines lasziven Hüftschwungs vor Neid erblassen würde, überzeugt die Band an ihren Instrumenten. Stolz das Underground mit 170 Leuten gefüllt zu haben bei ihrem allerersten Auftritt in Deutschland, legt sich die Band richtig ins Zeug. Hessu Maxx, der Drummer bearbeitet sein Schlagzeug in einer beachtlichen Geschwindigkeit, der Gitarrist Pepe flirtet mit dem Publikum und Jalle Verne wirft sich am Bass in die verschiedensten Posen. Dass Oli Hermann für die Bühne geboren wurde, beweist die Rampensau durchweg. Immer in Bewegung, aber niemals atmenlos, singt er, meist mit der Unterstützung des textsicheren Publikums, alle Songs mit einer beeindruckenden stimmlichen Leistung und animiert die Leute immer wieder ihn zu begleiten. Seine körperbetonte Performance lässt die Bühne des Undergrounds noch kleiner als sonst erscheinen und man wünscht sich, er hätte mehr Platz zur Verfügung gehabt, um sich auszutoben. Als den beliebtesten Song des Abends kann man reinen Gewissens wohl „Hot“ bezeichnen, zu dem das Publikum der Band den Refrain regelrecht entgegenschmettert.

Als das Publikum fast schon ein wenig wehmütig die Welt aus Spandex, Haarspray, Glitzer und Nieten verlässt, um ins Jahr 2012 zurückzukehren, hallen diese Worte wohl auch noch immer durch die Köpfe: Hot, Hot, Hotter than Hell.

Setlist:

  • Animal Attraction
  • Speedin’
  • Badass
  • Born To Break Your Heart
  • Beautiful Bomb
  • Dance
  • Back To Paradise
  • Coconuts
  • Push
  • Romance
  • On The Radio
  • Wild Touch
  • ———-
  • Hot
  • One More Time