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Andrew Roachford: Man sieht sich immer zweimal

Andrew Roachford  •  Twice In A Lifetime
Veröffentlichungsdatum: 11.09.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Andrew Roachford ist so etwas wie der Inbegriff für gelebte Musik. Bereits siebenjährig wurden ihm erste Klavier-Lektionen erteilt, mit 14 ging er mit seinem Onkel Bill, einem renommierten Jazz-Saxophonisten, auf Tournee. In den 90ern war er als R&B-Sänger weit über Großbritannien hinweg bekannt, glänzte zunächst als Mastermind der Band Roachford und später dann auch solo mit den Alben “Heart Of The Matter” und “Word Of Mouth”, mit denen er aber nicht mehr an frühere Verkaufszahlen anknüpfen konnte. Damit teilt er das Schicksal vieler guter Sänger: tolle Stimme, in Ansätzen bekannter Name und dennoch kein kommerzieller Erfolg. Was fehlt, ist wohl der große Single-Hit. Roachford könnte viele Herzen erreichen, wenn man ihm denn die Chance dazu gäbe.

Er singt mit sanfter Stimme und lässt einige gekonnte Koloraturen einfließen. Verjazzter Pop, Soul und Blues mit funkigen Einlagen, dazu einige schöne Melodien. Es braucht nicht viel mehr als das, um zeitlose Popmusik zu schaffen. So entsteht ein gefühlvolles, ruhiges Album mit viel Seele, auf dem Roachford vor allem eines kann: Das Charisma seiner kraftvollen Stimme voll ausleben. Im Duett mit Beverly Knight (“What We Had”) kann er besonders glänzen. Und vor allem die Balladen liegen ihm sehr gut, wenn er seine warmen Vocals wie in “Won’t Think Twice” zum Einsatz bringt. Doch auch im Uptempo kann er mitreißen, wie “Love Remedy” beweist.

“Twice In A Lifetime” ist ein Album, das vor Musikalität und Seele nur so zu vibrieren scheint. Das Werk eines Künstlers auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens. Eines Musikers, der seine Kunst bis zur Perfektion vollendet hat. Mit anderen Worten: Ein Album, auf dessen Aufnahme sich Andrew Roachford MBE (der 2019 für seine außerordentlichen musikalischen Verdienste mit dem Most Excellent Order Of The British Empire – Abzeichen ausgezeichnet wurde) schon Jahrzehnte lang vorbereitet hat. Produziert wurden die Songs von Jimmy Hogarth, der sich durch seine Arbeit mit Paolo Nutini, Duffy und Amy Winehouse einen hervorragenden Namen gemacht hat. Als musikalische Verstärkung sind verschiedene Mitglieder aus Amy Winehouse’ früherer Band zu hören

Die Tatsache, dass Roachford seit neun Jahren als Sänger von Mike & The Mechanics unterwegs ist, gabt seiner Popularität in Deutschland neuen Auftrieb. Das hat er sich redlich verdient. Und wer die Stimme erst einmal lieb gewonnen hat, kann sich auch am neuen Soloalbum des Briten ergötzen.

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