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Urheber/Fotograf: recordJet/EDEL

I Want Poetry "Future Selves"

Unsere Wertung: 7 von 9 Punkten.

Schöne neue Elektro-Welt

Seit acht Jahren machen die Sängerin Tine von Bergen und der Pianist Till Moritz gemeinsam Musik mit ihrer Elektro-Indie-Pop-Band I WANT POETRY. Der Name, den sich das Duo gegeben hat, stammt als Zitat aus dem Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley, in dem eine negative Utopie über 500 Jahre in der Zukunft beschrieben wird. Nun nimmt man sich fürs dritte Album „Future Selves“ ebenfalls der Zukunft an und stellt sich existentielle Fragen: Wer wollen wir sein? Wie möchten wir leben? Und wie soll unsere Zukunft aussehen?

Die Antworten sind verpackt in ein schimmerndes Kaleidoskop aus schwebenden Synthesizern, pulsierenden Beats und mitreißenden Hooks, mit dem die Formation von einer utopischen Welt von morgen erzählt. So entstehen tanzbare Geschichten über die Kraft der Manifestation, über Transformation und den Mut, das eigene Schicksal selbst zu gestalten.

Das Bandprojekt hat sich seit langem den Ruf als eine der spannendsten Formationen innerhalb der europäischen Indie-Pop-Szene erarbeitet. Der Weg des dritten Longplayers führt es gleichzeitig zu einer Form von Retro-Pop mit Disco-Klängen, liefert aber vor allem futuristische Klänge. Ich liebe die Bandbreite von Tines Stimme und ihren erzählenden Charakter. Umrahmt werden die Texte meist von einem mystischen Klangteppich aber auch, beispielsweise in „Apology“, von Pianoklängen.

In der Review zum ersten Album „Human Touch“ (HIER nachzulesen) habe ich noch das Fehlen von Farbklecksen innerhalb der homogenen Tracklist bedauert. Da haben I WANT POETRY jetzt deutlich nachgebessert und legen ein elektronisches Album vor, wie es vielseitiger kaum sein könnte. Verträumt und aufrüttelnd zugleich.

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