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Orange Blue mit Doppelalbum in englischer und deutscher Sprache

Orange Blue  •  White / Weiss
Veröffentlichungsdatum: 14.02.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Die Debütsingle “She’s Got That Light” katapultierte Orange Blue im Jahr 2000 aus dem Nichts in die europäischen Charts und ist bis heute nicht aus den Playlisten der Popsender verschwunden. Vince Bahrdt und Volkan Baydar, die beiden Köpfe hinter diesem Duo-Projekt, sind beide 1971 geboren. Und es gibt noch weitere Parallelen: Beide begannen mit 6 Jahren Klavier zu spielen, beide entdeckten früh ihre Leidenschaft, eigene Songs zu schreiben. Beide kauften sich von ihrem ersten selbst verdienten Geld einen 4-Spur-Rekorder und ein Keyboard, um ihre ersten Kompositionen festzuhalten. 1992 lernten sie sich dann über eine Musikanzeige in einem Hamburger Szenemagazin kennen und gründeten verschiedene Bands, mit denen sie in diversen Bars und Clubs auftraten. In gemeinsamen Urlauben wurde zusammen komponiert und getextet. Nach acht Jahren veröffentlichten Vince und Volkan als ORANGE BLUE mit “She’s Got That Light” ihre erste Single. Sie verkaufte sich über 450.000 Mal und hielt sich länger als acht Monate in den Deutschen Charts.

Diesen Riesenerfolg konnten sie danach nicht mehr wiederholen, doch es gab drei weitere solide Popalben bis zum Jahr 2007. Den Neustart nach langer Pause wagen die beiden nun mit einem Experiment: Das Doppelabum “White / Weiss” enthält Songs in englischer und deutscher Sprache. Beide Multiinstrumentalisten verewigen in diesem Werk 35 Tracks, die sie in den letzten fünf Jahren geschrieben und selbst produziert haben. In der heutigen Zeit mit einem 35 Songs umfassenden Album in die Öffentlichkeit zu treten mag ungewöhnlich anmuten – doch Bahrdt und Baydar unterstreichen damit ihren an sich selbst gestellten Anspruch: ein Werk wird erst veröffentlicht, wenn es sich gut anfühlt.

Auf dem ersten Teil, dem englischen “White”, beweisen Sie einmal mehr ihre große musikalische Klasse und bewegen sich leichten Fußes in der Welt der internationalen Popmusik. Der Start mit “Love is here” mutet gleich wie ein Nachfolger des legendären “She’s got that light” aus dem Jahr 2000 an. Eine Hymne, die mit Baydars ausdrucksstarkem Gesang in eine außergewöhnliche Intensität hineinwächst. Überhaupt sind die Songs auf der englischen Seite sehr hymnisch gehalten und wahren die Größe guter Popmusik. Ob mit Akustikgitarre oder Flügelhorn – die beiden schaffen hier eingängige und große Popsongs, die teilweise Jazzcharakter entwickeln.  Die Neuauflagen der beiden größten Hits “She’s got that light” und “Can somebody tell me who I am” werden jeweils nur mit Klavier und Orchester interpretiert, was ihnen neuen Glanz verleiht.

Auf dem deutschen “Weiss” ragt energetisch die aktuelle Radio-Single “Die Welt steht still” hervor. Deren textliches Ansinnen erschafft eine stimmgewaltige Momentaufnahme unserer aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation. Letzterer Titeltrack wird vorgetragen vom markanten Schauspieler Ben Becker mit seiner sonoren, unverwechselbaren Stimme, die in dem von Streichern unterlegten, lyrischen Gedicht den Hörer von der ersten Sekunde an einfängt. Darüber hinaus erlebe ich diese zweite CD ganz anders als die erste. Die deutschen Texte sind sehr eindringlich und mahnend. Stimmlich und musikalisch werde ich an die guten Alben von Laith Al-Deen und Adel Tawil erinnert.

“White” und “Weiss” sind zwei starke Alben, die auch jeweils ganz für sich stehen könnten. Das Duo hat viel geschafft in den letzten Jahren und bietet einige ergreifende Momente. Chapeau!

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