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SIDO und keine Maske: Statements für die Radio-Playlist

Sido  •  Ich & keine Maske
Veröffentlichungsdatum: 27.09.2019
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Mit Recht bemängeln viele Fans, dass das nicht mehr “ihr” Sido ist. Dieser im Mainstream verhaftete Superstar, der von Fernsehsendung zu Fernsehsendung tingelt und neuerdings als Coach bei The Voice of Germany von sich reden macht. Mag sein, dass Paul Hartmut Würdig in der Gesellschaft angekommen ist. Statt Maske nun also öffentliche Statements, die vom breiten Publikum gehört werden. Aber ist das nicht schon länger so? Vielleicht seit er Aggro Berlin verlassen hat, aber spätestens seit er die Maske abgelegt hat und veritable Massenhits wie “Der Himmel soll warten” (2010), “Bilder im Kopf” (2012) und “Astronaut” (2015) schreibt. Das Flirten mit dem Deutschpop gibt es also schon lange – und das neue Album “Ich & keine Maske” ist die konsequente Weiterentwicklung.

Es ist das achte Soloalbum und sehr persönlich ausgerichtet. “Wie Papa” richtet sich selbstbeweihräuchernd sowohl an den Nachwuchs als auch an die Mitbewerber in der Rapwelt. Diesbezüglich ist alles beim Alten. “Junge von der Straße” klingt berührend autobiographisch und beschreibt (vielleicht) den kleinen Paul in seiner Herkunftswelt. In die gleiche Kerbe schlägt “2002”, das einen Blick auf die Zeit vor der Solokarriere wirft.

“Leben vor dem Tod” und “Beste Zeit” zeigen die Aufbruchsstimmung der jungen Jahre und “Papu” ist eine Hommage an den einflussreichen Großvater, der anscheinend eine große Bedeutung für Sido hatte. Nicht rührselig, sondern konsequent ehrlich. Im Hier und Jetzt angekommen dürfen wir auf “Jedes Geheimnis” die an Sido gerichteten Kinderfragen erleben und ihn als guten Papa bewundern.

Natürlich gibt es massenweise Features: Beka, Monchi, Apache, Samra, Kool Savas, Nico Santos und Casper – um nur einige zu nennen. Der obligatorische Popsong “Pyramiden”, diesmal mit Johannes Oerding an der Melodie, folgt ganz zum Schluss.

Ein starker Beat und perfekter Flow in den Texten machen dieses Album ebenso aus wie die Vorgänger. Hier macht keiner Sido was vor. Er ist allerdings auf einer neuen Stufe angekommen. Schadet ja nichts, wenn die Lyrics neuerdings mehr Sinn haben.

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