Sechs Jahre lang hat Karsten Walter zusammen mit Feuerherz deutsche Schlagergeschichte geschrieben – mit über 30 Millionen Streams, 28 Millionen YouTube-Klicks, drei Top-Ten-Alben in Folge sowie ausverkauften Konzerten gehörte Feuerherz zu den ganz Großen ihres Genres.
Nun macht sich der charismatische Sänger Karsten Walter auf, die Herzen seiner Fans mit seinen energiegeladenen und verführerischen Songs zum Beben zu bringen. Greifbar. Hautnah. Wie eine Streicheleinheit, die Gänsehaut hervorruft. Karsten Walter kann genau diese Gefühle erzeugen und liefert mit seinem ersten Soloalbum „Komm näher“ (VÖ: 01.07.2022) den Beweis, dass man Musik nicht nur hören, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes fühlen kann.
Alleine schon der Songtitel der neuen Single „Lass die anderen reden“, die zeitgleich mit dem Album erscheint, erfüllt diesen Anspruch. Denn: Indem Karsten Walter und Marina Marx mit diesem Duett ein klares Statement gegen Hasskommentare und Mobbing setzen, sprechen sie Millionen Menschen aus der Seele. Seit die Beziehung der beiden öffentlich wurde, haben sie laut Karsten „mit sehr vielen negativen Meinungen und fiesen Kommentaren zu kämpfen“.
Doch die Antwort des Liebespaares ist stärker als jeder noch so feige Social-Media-Angriff, weil am Ende die Liebe immer siegen wird. „Lies‘ nicht die Zeilen, die man so schreibt. Denn du wirst sehen, sie verstauben mit der Zeit“, lautet die Schlussfolgerung des Schlager-Duos, das die gesammelten Erfahrungen nun Hand in Hand musikalisch verarbeitet – getragen von einer treibenden Melodie, modernen Elementen und einem ansteckend frischen Sound.
Dieser Titel ist die logische Fortsetzung des ersten Duetts „Fahr zur Hölle“, mit dem Karsten und Marina stolze vier Millionen Streams erreichten. Nie zuvor konnte man dem angesagten Sänger, Tänzer und Model näherkommen. „Lass die anderen reden“ untermauert diesen Eindruck ebenso wie der Song „Komm näher“, dem das Album letztlich seinen Namen zu verdanken hat. Bereits im September 2021 hatte Karsten diesen elektrisierenden Vorgeschmack veröffentlicht und mit heißen Rhythmen im Gepäck einen gefeierten Solo-Auftakt hingelegt.
Seine Cover-Version des 90er-Kult-Hits „The Rhythm Of The Night“ avancierte zum Ohrwurm. Mit der Freigabe der Original-Autoren im Gepäck, verpasste der 29-Jährige dem Eurodance-Klassiker ein persönliches Gewand. „Wie du dich bewegst, bewegt was in mir. Und wie ein Magnet ziehst du mich hin zu dir“, singt der Popschlager-Interpret, der für High-Quality-Shows und Entertainment vom Feinsten steht. „Komm, wir feiern‘ unseren Rhythmus dieser Nacht“, fordert das Multitalent seine Fans auf und löst damit eine Kettenreaktion aus – nicht zuletzt dank des mitreißenden Musikvideos, das in Zusammenarbeit mit dem Choreografen von Lady Gaga entstanden ist.
Produziert wurde das Debütalbum vom mit Gold und Platin ausgezeichneten Produzenten Roman Lüth, der u.a. für Helene Fischer, Kerstin Ott und Ben Zucker produzierte. Romantisch. Ekstatisch. Hautnah. All das ist Karsten Walter und all das transportiert sein neues Album. Es lohnt sich, dem vielseitigen Sänger näherzukommen, dessen Herz nach dem Ende des Kapitels Feuerherz mehr denn je für die Musik brennt.
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Der erste Teil des Doppelabums „Mercury“ erschien bereits im vergangenen Jahr und wir haben ihm HIER eine ausführliche Review gewidmet. Damals befanden sich IMAGINE DRAGONS in einem erklärten Selbstfindungsprozess, der durch einen fallenden Protagonisten auf dem Cover symbolisiert wurde. Inzwischen hat man sich wieder gefangen und die selbe Figur steigt wie Phönix aus der Asche in die Höhe.
Das zweite Album der Mercury-Serie, mit der Single „Bones“ an der Spitze, ist wieder produziert von der Musiklegende Rick Rubin – und allein das lässt aufhorchen. „Act 2“ zeichnet eine emotionale, euphorische und groovende Reise, in der Sänger Dan Reynolds mit sagenhaften 17 neuen Songs das Menschsein besingt und absolut kein Blatt vor den Mund nimmt.
“BONES ist eine Reflektion meiner konstanten Besessenheit mit der Endlichkeit und der Zerbrechlichkeit des Lebens. Ich bin immer auf der Suche nach Beweisen, die mich davon überzeugen, dass da noch etwas mehr ist – dass das Leben in gewissem Sinne wirklich unendlich ist. Da ich das aber noch nicht gefunden habe, versuche ich zumindest in Form eines Songs, davon zu träumen, wie es wäre, den Tod zu besiegen“, sagt der Sänger.
Vielleicht war es ein Fehler, den Kracher „Bones“ gleich an den Anfang zu setzen. Aber was soll’s. Die Dragons lassen auch im Anschluss nicht wirklich nach. Allein „Sharks“ ist ein ebenso mitreißender Song, auch wenn er rhythmisch in eine ganz andere Richtung geht. Klar ist einiges belanglos, wenn man 17 Tracks durchhört, doch für das eintönige „I Don’t Like Myself“ entschädigt umgehen die mitreißende Energie von „Blur“. Und auch die Hip-Hop-Einlagen in „Higher Ground“ überzeugen auf Anhieb im Wechsel mit dem aufrüttelnden Refrain.
Natürlich gibt es auch melancholische Herzschmerz-Songs. „Crushed“ fällt in diese Kategorie und wird mit weinerlich hoher Stimme sehr emotional interpretiert. Auch „I Wish“ und „They Don’t Know You Like I Do“ hauen in diese Kerbe. Manches wird fast schon zuviel, aber „Waves“ mit seiner akustischen Gitarre und den chorischen Passagen zeigt, dass Dan es drauf hat, auch aus sich raus zu gehen.
Wenn es darauf ankommt, eingängige Songs für ein Massenpublikum zu produzieren, sind Imagine Dragons stets ganz vorn dabei. „Mercury“ enthält jetzt ganze 31 Titel und diese könnte man zum größten Teil komplett ins Radio packen. Das mag manchen Fans der ersten Tage zu seicht sein, doch die hintergründigen Texte reichen weit über Mainstream-Massenware hinaus.
Man muss die beide Acts des Doppelalbums auf jeden Fall als Einheit betrachten. „Mercury“ ist ein Gesamtkunstwerk, getrieben von der Leidenschaft, in der Reynolds seine psychischen Probleme und die inneren Kämpfe musikalisch ausdrücken will. Das titelgebende Quecksilber steht für das ewige Auf und Ab – und wir gönnen es der Band, dass es im Jahr 2022 definitiv wieder nach oben geht!
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Seit 2004 ist die Band aus Balingen aktiv und hält die Fahne für Thrash Metal aus Deutschland aufrecht. 2009 nannte man sich in TRAITOR um, da die ursprünglichen Versuche Patricide und Premature Burial nicht gefruchtet hatten. Auf das vielbeachtete Debüt „Thrash Command“ (2012) und dem mindestens eben so starken Nachfolger „Venomizer“ folgte Anfang 2018 der dritte Streich „Knee-Deep In The Dead“. Die Albumtitel sind schon ein Hinweis, das man gerne auch mit einem Augenzwinkern arbeitet und sich wie in letzterem Fall an einem Videospiel orientiert.
Mit „Exiled To The Surface“ erscheint nun Album Nummer 4 wiederum mit exorbitant geilem Fantasy-Cover, bei dem man sich direkt eine Vinylausgabe in die Hände wünscht.
Allerdings muss gesagt werden, dass „Exiled To Surface“ kein homogenes neues Studioalbum ist. Es gibt nur vier gänzlich neue Tracks. Außerdem die vier Stücke, die 2019 auf der Werkschau „Decade Of Revival“ gemeinsam mit einer Anzahl starker Livetracks veröffentlicht wurden.
„Total Thrash“ ist der Titelsong der im Sommer in den Kinos laufenden Doku über deutschen Thrash Metal – mit Guestvocals der alten Meister Tom Angelripper (SODOM) und Holger Ziegler (ABANDONED), Und als ganz besonderes Schmankerl gibt es einen Coversong, den wohl niemand erwartet hätte: WHAMs „Careless Whisper“, allerdings nicht geschmachtet von George Michael, sondern brutal gegrowlt von Andreas Mozer.
Ist diese Zerstückelung ein Problem? Aber keineswegs! TRAITOR stellen ihre Vielseitigkeit unter Beweis und bieten ein krachendes Thrash-Metal-Brett voller genialer Riffs, Aggressionen und emotionaler Momente. Dieses Album trägt die Energie der 80er Jahre in sich und klingt doch nicht altbacken.
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Marco Pleil stammt aus Offenbach, lebt im hessischen Obertshausen und ist seit vielen Jahren Teil der Frankfurter Musikszene. Zunächst spielte er in der Band Cloudberry und brachte dann pünktlich zu Beginn der Pandemie sein Soloalbum „Die Spur des Kalenders“ heraus. War dies noch halbakustisch gehalten und ein Statement des Minimalismus, geht es nun mit „Keine Zeit“ in die Vollen. Hier finden sich zwölf fette Rocksongs, die dem Bass- und Gitarrenspiel huldigen.
„Keine Zeit“ scheint Programm zu sein, denn alles bewegt sich zwischen 2 und 3 Minuten Länge, so dass das Album mit unter einer halben Stunde Musik auskommen muss. Somit ist auch keine Zeit für Langeweile. Während „Aus dem Off“ noch träge und nachdenklich startet, kommt die erste Single „Depressive Komödianten“ wie ein College-Rocker à la R.E.M. zu ihren besten 80er Zeiten. Dabei macht die Wortgewandtheit des Rockpoeten allemal großen Spaß.
Mit einer breiten Gitarrenfront geht es in den Titelsong. Dazu kommt Marcos angenehme Stimme, die in „Das neue Kino“ ihre hochaktuelle Geschichte zu einer starken Rhythmusfraktion erzählt.
„Sohn des Zeus“ und „Der Riese“ wirken als eingängige Akustiksongs, während „Der letzte Mensch“ ein witziges Intro und verzerrte Vocals zu einer postapokalyptischen Story bietet. „Hundkatzemaus“ ist ein ungewöhnlicher Beziehungssong mit klirrendem Bass und klingt mehr als großartig.
Neben der akustischen und elektronischen Offensive wird auch gerne mal dem Punk gefrönt wie in „Schön dich zu sehen“. PLEIL kommt mal krachend, dann wieder poppig. Seine größte Stärke aber sind die Lyrics aus alltäglichen Beobachtungen und skurrilen Ideen. Nehmt euch Zeit für „Keine Zeit“!
Fotocredit: Soheyl Nassary
Produziert wurde“Keine Zeit“ im bandeigenen Bear Cave Studio der Kölner Band Locas in Love von Nicolas Epe (u.a. Peter Muffin Trio, Screenshots), Luis Müller-Wallraf (u.a. Giant Rooks, Die Realität) und Marco Pleil. Gemastert wurde das Album von Christian Bethge (Gewalt, Messer, Stella Sommer, Heim, Pleil).
Auf der Bonus-CD „Mehr Zeit“ befinden sich sechs frühere Pleil-Songs, erstmals erhältlich auf einem Silberling und neu gemastert von Christian Bethge: „Liebe Grüße! / Jazz ist keine Option“, erschien 2021 auf einer limitierten Vinyl-Single anlässlich der Aktion „Hessen kulturell neu eröffnen“. Die „Punkt.statt,Komma“-EP mit drei Songs war 2013 Pleils erste Veröffentlichung als Solo-Künstler und den „Gustav-Jäger-Remix“ gab es 2014 für kurze Zeit nur als Free Download.
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Mit dem Albumtitel „Covern ist scheiße“ nimmt man gleich mal allen Kritikern den Wind aus den Segeln. Das Debütalbum des SCHЯOTTI STAЯ OЯCHESTEЯ (nur echt mit dem umgedrehten Я) ist ein frischer Ritt durch die Welt des Pop und Indierock. Dabei wählt man aber nicht die üblichen Verdächtigen der 80er und 90er Jahre als Referenzen, sondern man startet gleich im neuen Jahrtausend – mit Songs von den Strokes und Bloc Party, von Casper, Moderat und The Notwist.
Dabei klingt schon der Opener „Reptilia“ mit seinem hektischen Synthiesound als hätte man die Strokes in die 80er katapultiert. Das ist der stilistische Trick, mit dem Marielle Sterra, Dominika Kocis und Dennis Depta die Stücke in ihr eigenes SCHЯOTTI-Universum aufnehmen. Das Trio arbeitet nach der Devise: Warum muss jedes Lied neu geschrieben werden, wenn so viele geniale Hits durch die Welt schwirren?
Man ergötze sich also an „Hospital Beds“ der Cold War Kids im Akkordeon-Sound, am Orgelspiel von „New Born“ (Muse) und an den elektronischen Glocken bei „Sam’s Town“ der Killers.
Die weiblichen Vocals sind jederzeit stimmig. Das wird vor allem dann deutlich, wenn auch das Original mit einer Frauenstimme im Ohr ist wie bei „Denkmal“. Sehr passend werden auch die mystisch-düsteren Klänge von Radioheads „Scatterbrain“ interpretiert. Im letzten Drittel läuft alles Richtung Computerspiel-Soundtrack, doch die größte Überraschung kommt zum Schluss: Caspers lyrische Höchstleistung „Im Ascheregen“ als NDW-Rap.
Beam me up, Schrotti. Ein Debütalbum, das nur einen Schluss zulässt: Covern ist geil!
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Mit “Loathing Light” liefern ONI ein Album ab, das mit einem noch massiveren, breitwandigeren Sound als ihr Debütwerk aufwartet. Es kommt mit Überzeugung, Leidenschaft und Tiefe daher und stürzt sich in einen wildes Wechselbad zwischen dominierenden, aber erhebenden Hymnen und dunklen, rohen und brennenden Bekenntnissen. ONIs zweites Album wird als ein prägendes, unverrückbares Werk in die Geschichte eingehen, als Mission Statement für die junge Band, die von Sänger und Texter Jake Oni und seinen engsten Verbündeten, Produzent Josh Wilbur (Megadeth, Trivium, Gojira) und Lamb Of God-Gitarrist Mark Morton, geschaffen wurde.
Das Ergebnis sind 10 Tracks, die eine emotionale Bandbreite von totaler Brutalität bis hin zu introspektiver Verzweiflung abdecken. Songs wie „Against My Sins“ und „Heart To Stone“ würden in einer Playlist neben Of Mice & Men oder Linkin Park nicht fehl am Platz klingen. Doch die knüppelharte Technik, mit der ONI auf Tour mit den technischen Schwergewichten Gojira jede Menge neue Fans gewinnen konnte, ist geblieben und macht “Loathing Light” zu einem abwechslungsreichen Meilenstein-Album.
Jake und Mark hatten bereits bei Mark Mortons Debüt-Soloalbum “Anesthetic” zusammengearbeitet, bei dem Jake als Executive Producer und Co-Writer des #6 Active Rock Radio Hits „Cross Off“ gemeinsam mit Morton, Wilbur und dem verstorbenen Chester Bennington in Erscheinung trat.
Das neue Album „Loathing Light“ erscheint am 17. Juni über Ironshore Records!
Jake Oni, die kreative Kraft von ONI, über den neuen Song: „Heart To Stone zeigt eine andere Seite von mir und ist ein Song, der mich wirklich in eine neue Richtung gebracht hat, was ONI sein könnte. Ich liebe es, den Spagat zwischen Heavy- und Clean-Gesang zu schaffen. Ich kann es kaum erwarten, diesen Song live zu singen.“
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A.B.B. ist Celina Bostics erste Single ihres kommenden Albums “Nie wieder leise“. Mit leichtfüssiger Melancholie erzählt Celina von der Veränderung ihres Körpers nach der Geburt ihres ersten Kindes und die gesundheitlichen Einschränkungen mit denen sie bis heute zu kämpfen hat. Es ist eine herausfordernde und gleichzeitig liebevolle Reise hin zu mehr Akzeptanz und Selbstliebe für den eigenen After Baby Body und seine Veränderung. Produziert von Chriz Falk (GSGF, Yaenniver).
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Wer Musik liebt, sollte anfangen sich zu sorgen. Es ist gut möglich, dass Anne, Gunnar und Poki aka Baumann Bergmann Pokinsson versehentlich eine Delle hineinmachen.
Mit zusammengekniffenen Augen könnte man das Hamburger Trio um Deutschlands bekanntesten Game Designer für Point-and-Click-Adventures, Poki Pokinsson (Gitarre, Gesang, Wahnsinn), für eine Indie Rock Band halten, wie man sie unter jeder zweiten Autobahnbrücke vermutet. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass das attitüdenarme Auftreten, die doppelbödigen Texte und der kindische Spaß, mit bitterernsten Ideen zu zündeln, jedem Versuch trotzen, Anne Baumann (Bass, Gesang), Gunnar Bergmann (Schlagzeug, qualifizierte Zwischenrufe) und besagten Poki in eine Genre-Schublade zu stecken.
Alles an Baumann Bergmann Pokinsson ist verhaltensauffällig, irgendwie vertrauter als man es kennt, und vor allem: Im Do-it-yourself-Modus entstanden. Vom Cover-Artwork der ersten beiden Platten („Seltsame Vorkommnisse auf der Jahreshauptversammlung der Südpolfreunde“ und „Schnupperstunde „Kosmos – Jetzt!““) über schrullige Musikvideos wie die Zeichentrickcollage „Gordo“ bis hin zum Flyer für die aus eigener Kraft zusammengestellte, ausverkaufte Clubtour, ätzen sich Handschrift und Herzblut der Band durch jedes kleinste Nebenprodukt.
Die Songs zielen von hinten durchs Auge, um dann trotzdem wie durch Magie ins Herz zu treffen. Es ist High-Concept-Rock im Low-Effort-Pyjama, mal Partypunk für KulturpessimistInnen, mal Kuschelpop für Splatterfans. Doch immer sind es geisterfahrende Ohrwürmer mit clever konstruierten Texten, willkommene Einladungen zum Mitgrölen, Mitdenken, Mitfühlen – Hauptsache, man macht was mit.
Fotocredit: Poki Pokinsson
Die neue Single „Wenn’s so wär‘“ ist eine bitterböse Ballade, in der man sich vom bröckelnden Putz einer maroden Beziehungsfassade berieseln lassen kann.
Das markige Riff im Intro nimmt es bereits vorweg: Der Versuch, die Harmonie aus dem untersten Register einmal quer über das Griffbrett in die hohen Lagen zu verfrachten, ist in diesem Song genauso zum Scheitern verurteilt, wie die Beschwichtigungsversuche des Protagonisten, dem es über den Verlauf dieses Fünfeinhalbminüters immer weniger gelingt, zu verbergen, dass er im Grunde gar keine Kraft mehr hat, die Sorgen und Zweifel seines Partners kleinzureden. Mit jeder Variation seiner blumigen Verharmlosungsversuche schleicht sich mehr und mehr Verzweiflung über die tragische Erkenntnis in sein Timbre, dass ein Fels in der Brandung zu sein wohl hauptsächlich bedeutet, sich als letzter an etwas längst Kaputtem festzuhalten.
„Baumann Bergmann Pokinsson“ gelingt mit „Wenn’s so wär‘“ eine Gänsehaut-Hymne für Heile-Welt-Heuchler, ein versöhnliches Duett für Paare mit kraftraubenden Trennungsschmerz-Vermeidungsstrategien. Nachdem sie mit „Alles auf Anfang“ und „Gordo“ bereits zwei makroskopische upbeat-Blicke auf den aktuellen Stand unserer Gesellschaft geworfen haben, kehren Anne Baumann (Bass, Gesang), Gunnar Bergmann (Schlagzeug, qualifizierte Zwischenrufe) und Poki Pokinsson (Gitarre, Gesang) mit dieser bereits dritten Vorabveröffentlichung aus dem kommenden Album in die ihnen ebenfalls vertraute Ego-Perspektive der Innensicht zurück und finden auch hier Ungereimtheiten, auf die sie sich gerne einen Reim machen würden.
Das dritte, noch namenlose Album der Band erscheint im Oktober 2022. „Wenn’s so wär‘“ ist die dritte von sechs geplanten Singles, um den Fans die Wartezeit im anderthalb-Monatstakt zu verkürzen. Natürlich ist es ebenso möglich, dass sich die fleißigen drei Rock-Querulanten bis dahin totgeschuftet haben, aber …
„Wenn’s so wär‘, würdest du es wirklich wissen wollen? Ich glaube kaum.“
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Nach dem Überraschungserfolg der letzten Single „Endless Sleep“ (z.B. Heavy Rotation des Videos „Endless Sleep“ deutschlandweit im KING Channel) veröffentlicht Silverpark eine weitere Auskopplung aus dem anstehenden neuen Album „Endless Sleep“ (VÖ 23.09.2022): „Cities“ – eine wunderschöne, poetische und mit jedem Ton lebensbejahende Liebeserklärung an die Großstadt.
Silverpark wurde 2014 von Singer/Songwriter Claus Lehner ins Leben gerufen. Schon mit ihrem Debüt-Album ließ das Projekt mit einem entspannten, nur schwer einzuordnenden Sound aufhorchen. Obwohl sich Silverpark-Songs mit nahezu jeder Note auf die Traditionen des Folk und Singer/Songwriter-Genres berufen, greift der Begriff „retro“ dennochzu kurz. So fließen in das immer wieder an Leonard Cohen erinnernde Klangbild stets auch angesagte Soundsund Vibes ein–auch auf der neuen Single „Cities“. Verpackt in so eingängige wie überraschende Harmonien erzählt Lehner eine Geschichte von Landflucht –und dem verheißungsvoll pulsierenden Drive der Großstadt. Mit vielen kleinen, liebevoll ausgestalteten Miniaturen breitet er das Bild einer nächtlichen Metropole aus, in der unzählige Lichter noch mehr Chancen bieten: die Vorzüge der Anonymität. Die Freiheit des Individuums. Die urbane Feier des Lebens.
Zur Veröffentlichung wurde auch ein Lyric Video produziert. Verantwortlich für den Text dieser vollendeten Songwriter-Poesie ist Richard Palmer James. Der britische Musiker und Textdichter war Ende der 1960er Jahre Gründungsmitglied der Melodic-Rock-Legende „Supertramp“, später versorgte er die ikonische Progressive-Rock-Formation King Crimson mit erlesen-hintergründigen Lyrics (u.a. „Larks ́ Tongues In Aspic“). Nach seinem Umzug nach München arbeitete Palmer James für Hit-Acts wie Michel Cretu, Moti Special und Haddaway und er schrieb zahlreiche Soundtracks (u.a. für die Kult-Serie „Münchner Geschichten“).
Die Musik von „Cities“ stammt aus der Feder des Gitarristen von Silverpark, Erich Schachtner. „Cities“ ist die zweite Single-Auskopplung des am 23. September erscheinenden neuen Silverpark-Albums „Endless Sleep“. Die CD wurde in den Münchner LXK Studiosvon Alex Klier aufgenommen.
Zum Lineup der Formation gehören: Claus Lehner (voc, g), Alex Klier (b), Erich Schachtner (g), Emil Gross (perc)und Eva Jagun (voc).
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Bedeutet eine Trennung immer das Ende von allem? Setzt ein Neuanfang zwangsläufig vorheriges Scheitern voraus? Und halten wir nicht alle manchmal krampfhaft an Menschen und Bindungen fest, obwohl wir damit eigentlich unglücklich sind? Genau diese Gedanken thematisiert Malik Harris in seiner neuen Single „you & i“ (VÖ: 03.06.2022) und liefert ein musikalisches Plädoyer dafür, dass Trennungen nicht unmittelbar etwas Schlimmes sein müssen.
Malik Harris. Ein Künstler, der für Optimismus steht. Für Positivität. Einem lauten Ja zum Leben. Mit dieser Motivation ist der ESC-Finalist als „Sieger der Herzen“ von Turin zurück nach Deutschland gekehrt, wo seine Single „Rockstars“ die Top 10 der deutschen Charts geknackt hat und somit die beste Chart-Platzierung der diesjährigen ESC-Acts ist. Genau daran knüpft der 24-Jährige weiter an und lebt und liebt nicht nur weiter für seine große Leidenschaft – die Musik – sondern lässt in seinem neuen Song „you & i „seine positive und mitreißende Art, das Leben zu sehen, sprechen.
Fotocredit: Anna Maria Boshnakova
„Es mag etwas platt klingen, aber jedes Ende schafft einen neuen Anfang. Daher ist die Grundstimmung in ‚you & i‘ eher positiv – um ein Zeichen dafür zu setzen, sich in schweren Zeiten nicht komplett zu verlieren“, beschreibt der Singer-Songwriter aus Landsberg die Emotionen, aus denen der Track entstanden ist. Und Malik hat recht: Denn der Sound des Songs vermittelt alles andere als schwere Trennungsgefühle. Ganz im Gegenteil: ‚you & i‘ klingt locker. Leicht. Und weckt eher Erinnerungen an entspannte Urlaubsmomente als an traurige Rückschläge. Ein Zufall? Nein! Vielmehr eine klare Botschaft, denn indem Malik Harris die leichte Melodie mit einer starken Message koppelt, gelingt ihm ein Spagat, der ihn zu genau dem besonderen Künstler macht, der er ist.
Negative Episoden in etwas Positives umkehren – genau dafür steht Malik Harris. Sowohl als Mensch als auch als Künstler. Sein Song „Rockstars“ landete nicht nur auf Platz 4 der deutschen AirPlay-Charts, sondern hat in 21 Ländern die Top200 der Shazam-Charts geknackt (inzwischen sogar Platz 66 der weltweiten Shazam-Charts) und ist damit der zweitbeste ESC-Track nach dem Gewinner-Song aus der Ukraine. Und Malik wäre nicht Malik, wenn er sich für den furiosen Sieg der Ukrainer nicht aufrichtig freuen würde – denn genau das tut er. Exakt das ist Maliks Ansatz: zu zeigen, dass es nicht nur eine Seite der Medaille gibt. Dass Emotionen mehr sind als nur ein einziges Gefühl. Und dass gute und schlechte Gefühle genauso zusammengehören wie ein Ende und ein Anfang. Für das, was Malik Harris tun darf, ist er „unendlich dankbar“, wie er erzählt. Auf seinem Weg als Musiker lässt er sich nicht beirren. Vielmehr freut er sich auf alles, was kommt – denn Neues und Unvorhersehbares ist immerhin das, was das Leben so lebenswert macht, auch wenn das Schicksal uns hier und da mit ein paar Herausforderungen begegnet.
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Blue – alias Antony Costa, Duncan James, Lee Ryan und Simon Webbe – melden sich zurück und können es kaum erwarten, ihren Platz als eine der größten und erfolgreichsten Popbands Großbritanniens wieder einzunehmen. Mit „Haven’t Found You Yet“ (Audio/ Video) erschien kürzlich ihre brillante neue Single – erstes musikalisches Lebenszeichen seit sieben Jahren und gleichzeitig auch die erste Veröffentlichung auf ihrem neuen Label Tag8 Music / BMG.
Doch die vier Freunde werden nicht nur diese eine neue Single herausbringen, sondern haben sie sich zur Freude ihrer Fans für dieses Jahr Großes vorgenommen: So werden sie auf eine Arena-Tournee gehen, die musikalisch ihre gesamte Karriere abbildet und darüber hinaus auch ihr sechstes Album „Heart & Soul“ veröffentlichen. „Heart & Soul“ zelebriert nicht nur all das, was die Band auf dem höchsten Punkt ihrer bisherigen Karriere ausgezeichnet und besonders gemacht hat, sondern ist eine Verbeugung vor ihrer musikalischen Vergangenheit, während sie mit großen Schritten in die Zukunft eilen. So ist die erste Single „Haven’t Found You“ – ein klassischer Hit – inspiriert von einer Bandbreite von Sounds, die von Justin Bieber bis hin zu Coldplay reichen.
Schnell offenbart sich mit „Haven’t Found You Yet“ die Absichtserklärung der Band, wieder genau mit dem Sound anzutreten, mit dem sie ihre Popularität erlangt haben. Aus der gemeinsamen Feder von Antony und dem Produzenten Ronny Svendsen repräsentiert der Song die Mischung aus seidigem R&B und makellosem Pop, die ihnen weltweit mehr als 16 Millionen verkaufte Tonträger, zwei BRIT-Awards und elf Top-10-Hits in Großbritannien einbrachte – darunter sogar drei Nummer-1-Hits.
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Mit dem neuen Album „Heart & Soul“ wollten sie zu ihren Wurzeln zurückkehren und arbeiteten deshalb wieder mit der Branchenlegende und dem A&R-Magier Hugh Goldsmith zusammen, der sie vor 21 Jahren unter Vertrag genommen hatte. Blue erklären: „Mit ‚Haven’t Found You Yet‘ schließt sich der Kreis zu den Tagen im Studio mit ‚All Rise‘, als man deutlich diese Aufregung spüren konnte, dass etwas Neues und Großes entsteht. Und nun sind wir wieder hier und es herrscht genau der gleiche Vibe. Sobald wir den Song hörten und ihn Hugh vorspielten, wussten wir, dass wir den Maßstab für den Rest des Albums gesetzt hatten.“
Auf dem für September dieses Jahres geplanten Longplayer „Heart & Soul“ wird es insgesamt zehn Tracks geben (Tracklisting siehe unten), die ein Spektrum von frechen bis verspielten Pop-Songs und Dancefloor-Hits abdecken, aber auch Herzschmerzballaden und berauschende Midtempo-Nummern nicht missen lassen. Das Album kann ab sofort vorbestellt werden und wird sowohl als CD, als auch auf Vinyl und Kassette sowie allen digitalen Plattformen erhältlich sein.
Im Anschluss an die Albumveröffentlichung wird Blue auf eine insgesamt 12 Termine umfassende Arena-Tournee durch Großbritannien gehen und zweifelsohne eine spektakuläre Show liefern, die man nicht verpassen sollte. Special Guests, die die Band begleiten sowie weitere Details werden in Kürze bekanntgegeben.
Fotocredit: Alice Backham
Blue sind eine der erfolgreichsten britischen Bands der letzten zwei Jahrzehnte. Die vierköpfige Band, die zur Jahrtausendwende im Jahr 2000 in London gegründet wurde, hat phänomenale 16 Millionen Tonträger verkauft, mehrere Nummer-1-Hits gelandet, mit einigen der größten Weltstars wie Elton John und Stevie Wonderzusammengearbeitet, Großbritannien beim Eurovision Song Contest vertreten und zahlreiche begehrte Preise gewonnen – darunter zwei der prestigeträchtigen BRITs – einen für den besten britischen „Breakthrough Act“ und einen weiteren in der Kategorie „Bester britische Pop Act“.
„Heart & Soul“ Album-Tracklisting:
01. Haven’t Found You Yet
02. Dance With Me
03. This Could Be Love
04. Let’s Get Sad
05. Heart & Soul
06. Man Do
07. Magnetic
08. Gravity
09. Ultraviolet
10. Stop
Der Sohn der Kinderliederlegende Reinhard Horn steht für die neue Generation des Kinderliedes und prägt diese nachhaltig mit. Er blickt mittlerweile auf 10 Jahre Kinderliedermacher-Karriere zurück, hat über 100 Songs geschrieben und viele hunderte Konzerte gegeben. 2020, Mitten in der Pandemie, ist er Papa geworden. Beginnt mit dem Elternsein eine neue Zeitrechnung? Bestimmt, besonders, wenn man Sohn eines Kinderliedermachers ist, ausgebildeter Lehrer und selbst zu einem der wichtigsten Kindermusikern des Landes zählt.
Das Papasein war einer der Anlässe, traditionelle Kinderlieder unter die Lupe zu nehmen, sie in die heutige Zeit zu holen, umzudenken und Neues dazu zu dichten. „Vorwärts in die Vergangenheit“ ist herrH damit gereist und hat poppige, tanzbare und doch immer noch vertraute neue Werke geschaffen. Das fulminante Ergebnis „Kinderlieder – umgedacht und neu gemacht“ erscheint am 09. September.
Zur 1. Single:
Der Song DIE KATZE TANZT ALLEIN sorgt sowohl auf dem Album als auch in dem dazugehörigen Musikvideo für gute Laune und Partystimmung – und das nicht nur bei den Kleinen. Kurzum: Bei herrH tanzt und tanzt die Katze auf einem Bein und verwandelt jedes Kinderzimmer in eine Mini-Disco, in der gesungen, gerappt, gedanced wird. In eine Mini-Disco, in der Kinder Kind sein dürfen und bekannte Klassiker neu entdecken können.
Als Kindermusiker und Begründer der „Neuen Deutschen Kindermusik“ mit mehr als 100 veröffentlichten Songs und weit mehr als 100 Millionen Streams steht er schon lange auf den größten Bühnen und schafft es immer wieder, Kinderzimmer in Mini-Discos und Konzerte in Kuscheltier-Fancrowds zu verwandeln. Die Rede ist von herrH. Denn er sieht die Welt nicht nur durch Kinderaugen, er hört sie auch durch Kinderohren – und genau das macht sein Schaffen so einzigartig. herrH ist Musiker, Freund und der erste Star im Kinderzimmer. Und gewissermaßen ist herrH auch Zeitreisender. Denn für sein sechstes Album KINDERLIEDER – UMGEDACHT UND NEU GEMACHT (VÖ: 09.09.2022) ist er einmal in die Vergangenheit und wieder zurück gereist und hüllt bekannte Kinderliedklassiker in ein frisches Gewand.
Insgesamt 12 bekannte Kinderlieder hat herrH von seiner Zeitreise ins Hier und Jetzt mitgebracht. Dabei ist es dem jungen Papa nicht nur gelungen, diese Lieder mit zeitgemäßen Elementen zu versehen, sondern ein Album entstehen zu lassen, das zugleich Herzen und Tanzbeine der Kleinen – und Großen bewegt und Familien den perfekten Soundtrack für ihren Alltag beschert. Und so tanzt auf der Tracklist von KINDERLIEDER – UMGEDACHT UND NEU GEMACHT eine kleine Wanze „auf der Mauer, auf der Lauer“ in der coolen herrH-Neuauflage zur Gute-Laune-Party im Kinderzimmer, während in WAS MÜSSEN DAS FÜR BÄUME SEIN der heitere Elefantenmarsch einen Fuß vor den anderen setzt. Auch der Song DIE KATZE TANZT ALLEIN sorgt sowohl auf dem Album als auch in dem dazugehörigen Musikvideo für gute Laue und Partystimmung.
Mit KINDERLIEDER – UMGEDACHT UND NEU GEMACHT liefert herrH einen völlig neuen Zugang zu altbekannten Liedern. Zeitgemäße überarbeitete Lyrics, angepasste Melodien und moderne Stilistik vereinen Tradition und Moderne miteinander und lassen die Kids von heute auf Zeitreise gehen. Immer mit dabei und an ihrer Seite: herrH.
Ein Neustart? Im Alter von 73 Jahren ist Marius zum Label Sony Music gewechselt und darf auf dem Cover des 23. Studioalbums wieder seinen kompletten Namen Marius Müller-Westernhagen tragen. Soll man jetzt sagen: Es ist ein Alterswerk? Ehrlich gesagt habe ich mir mit jedem Album des Düsseldorfers nach „Halleluja“ und „Jaja“ recht schwer getan. Texte und Refrains waren nicht mehr so eingängig. Charakteristische Merkmale sind bisweilen wegproduziert worden. Das war gewiss so gewollt, doch es hat viele langjährige Fans verprellt.
Vor acht Jahren gab es mit „Alphatier“ ein absolut respektables Album, das ich nach etwas Anlaufzeit sehr ins Herz geschlossen habe. Danach war zunächst einmal Vergangenheitsbewältigung angesagt: Ein „MTV unplugged“ feierte Hits aus mehreren Jahrzehnten und erweckte einige fast vergessene Klassiker zu neuem Leben. Auch „Das Pfefferminz-Experiment“ im Jahr 2019 schwelgte in uralten Zeiten und verpackte das Erfolgsalbum „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ in einen Sound aus Country und Blues. Sehr geil, aber nicht der Marius, den sich die Fans zurückgewünscht haben.
Jetzt gab es mit „Zeitgeist“ endlich mal wieder eine Single, die meinen musikalischen Nerv auf Anhieb getroffen hat. Ein starker Text – Westernhagen hat immer noch etwas zu sagen. Unverblümte Worte, die gesellschaftlich relevant sind. Mehr als viele der sogenannten neuen Deutschpoeten zu Papier bringen. Mit einer Bedeutung für mich und sicherlich viele Hörer. „Zeitgeist“ ist eine donnernde Ansage an eine laute Gesellschaft, die sich von einer Kultur der Oberflächlichkeit blenden lässt und die damit verbundenen Schattenseiten bereitwillig in Kauf nimmt. Die Single prangert eine zum Lebensprinzip erklärte Substanzlosigkeit an. Gnadenlos und mit starken Worten.
Das könnte ein positiver Ausreißer sein, doch das ganze Album ist aus diesem Holz geschnitzt! In “Das eine Leben” blickt Marius nicht nur auf seine ganz eigenen Erfahrungen in den letzten zwei Jahren zurück, sondern greift auch gesellschaftskritische Themen auf, die aus Sicht des Künstlers in der sogenannten Corona-Zeit noch radikaler freigelegt worden sind. Seine Sprache ist wieder deutlicher und klarer als auf früheren Alben, seine Texte zeigen seine Haltung und seinen ehrlichen Blick auf die Welt von heute.
Fotocredit: Olaf Heine
Der Opener „Ich will raus hier“ wird vielen aus der Seele sprechen, die sich lange genug ohne Ausweg im Hamsterrad der Pandemie bewegt haben. Und Westernhagens „Achterbahngedanken“ kann sicher jeder nachvollziehen, der bisweilen nächtliches Kopfkino hatte, wenn sich das Karussell aus Sorgen mal wieder endlos gedreht hat.
Das Album handelt von Liebe und Vergänglichkeit, von Angst und Überforderung, von Wut und Verzweiflung. Es verhandelt Politisches wie Privates, Beiläufiges wie Zwingendes. Elegant schlägt der Singer/Songwriter dabei immer wieder den Bogen vom Persönlichen zum Gesellschaftlichen. In „Ich will raus hier“ bekennt er zunächst freimütig: „Ich vermisse New York City, ich vermisse auch Paris, ich vermisse Rome so pretty, gottverdammte Pandemie.“ Als engagierter Ausnahmekünstler, der er ist, belässt er es aber natürlich nicht bei seinem ganz individuellen Verzicht. Sich auf exklusive Befindlichkeiten zu verlegen wäre ihm schlichtweg zu banal. Deshalb beklagt er schon wenige Zeilen darauf: „Ich vermisse Mitgefühl mit denen, die noch vielmehr leiden, die leben müssen arm, bescheiden für die Kultur der Prahlerei.“
Doch es geht nicht nur um die vermaledeite Pandemie. „Schnee von gestern“ ist ein starkes Statement der Vergangenheitsbewältigung, das zugleich einen Blick auf die Gegenwart wirft: „Jedem, dem in diesen Zeiten noch ein Hirn geblieben, kann sich nur nur besaufen und alle Menschen lieben.“ Und mit „Spieglein, Spieglein an der Wand“ kann er sich zum einen selbst meinen, wenn es sich um Überheblichkeit und Selbstüberschätzung, um Macht und Größenwahn dreht, doch vielmehr geht es wohl um Menschen wie seinen ehemaligen Freund Gerhard Schröder, dem manche Zeilen auf den Leib geschneidert scheinen: „Die Frucht des Deals hast du genossen / man hat halt nur das eine Leben / wenn’s Plündern anfàngt wird geschossen“.
In „Die Wahrheit“ (einer von Piano und Streichern getragenen Ballade) geht es sehr in die Tiefen der eigenen Philosophie und „Dunkle Phantasien“ sind eine durchaus düstere Ansprache an die dunkle Seite der eigenen Persönlichkeit. Kann man mit 73 gerne mal offen aussprechen. Der letzte Song „Wenn wir über den Berg sind“ spinnt die Gedanken weiter in eine mystische Zukunft – und die Hoffnung, dass das ganze Leben nicht eine einzige Lebenslüge war.
Lange hat man auf ein neues, wirklich krasses und bewegendes Liebeslied von Marius gewartet. Dass er das kann, hat sich durch die ganzen Veröffentlichungen der 80er gezogen. Jetzt ist es mit „Ich werde dich lieben bis in den Tod“ endlich wieder soweit.Schaurig schön mit seiner schnoddrigen, verlebten Stimme. Und da fällt auch das „Abschiedslied“ ein, das keineswegs ein Abgesang auf die eigene Karriere ist, sondern ein weiterer Lovesong.
Für die Aufnahmen ist Westernhagen mal wieder eigens in die USA gereist. Dort ging er mit einer Handvoll Musiker um den Grammy-prämierten Produzenten und Multi-Instrumentalisten Larry Campbell ins Studio. Es ist nicht das erste Mal, dass Westernhagen mit Campbell gemeinsame Sache macht. 2009 lernten sich die beiden bei den Aufnahmen zu Westernhagens Blues-Album „Williamsburg“ kennen. Und auch beim Pfefferminz-Experiment arbeiteten sie zusammen. Campbell, der jahrelang für Bob Dylan spielte, gilt als einer der besten Gitarristen der Welt. Und weil er sich niemandem mehr beweisen muss, spielt er ausschließlich für den Song – und damit ganz in Westernhagens Sinne: „Gute Musiker spielen mit Demut und Bescheidenheit. Das ist einfach berührender und ehrlicher.“
Und so ist „Das eine Leben“ mehr als eine reine Momentaufnahme, mehr als Westernhagens ganz persönliches Covid-Tagebuch. Es ist das musikalische Psychogramm eines Ausnahmekünstlers, dessen Einzigartigkeit für sich steht und dessen Werk mit seinem Anspruch auf Relevanz über jeden Zweifel erhaben ist. Wir haben den alten Marius zurück, der sich nicht den Konventionen des Musikgeschäfts unterordnen muss. Die abwehrende Haltung auf dem Albumcover spricht Bände. Er setzt sich nicht in Pose. Da gibt es keine Eitelkeiten, keinen Armani-Rocker, keinen affigen Hut mit Krempe. So will ich meinen Marius – mit charismatischer Stimme, die mit 73 Jahren so stark und verlebt erklingt wie damals Ende der 70er. Mit einer Begleitband, die den Bluesrock lebt und eine fantastische Produktion an den Tag legt!
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Die größte Freude und das schlimmste Leid wird uns von der Liebe ins Leben gespült. Die meisten von uns wissen das und stürzen trotzdem – oder gerade deshalb – sehenden Auges wieder in die nächste Achterbahnfahrt. Die 26-jährige Singer-Songwriterin LOTTE meldet sich mit zwei neuen Songs zurück, die die beiden Seiten dieser Medaille auf schillernde Weise illustrieren und unterschiedlicher nicht sein könnten.
Kurz bevor ihr Album „Woran hältst du dich fest, wenn alles zerbricht“ am 27.05 erscheint, veröffentlicht LOTTE gleich zwei neue Singles: „FUCK BABY I’M IN LOVE“ & „DUNKELROT ZU SCHWARZ“.
Wie Liebe süchtig machen kann und was passiert, wenn man erst viel zu spät merkt, abhängig oder ko-abhängig zu sein, davon erzählt DUNKELROT ZU SCHWARZ. Mit starken Sprachbildern aus der Welt der Upper und Downer, der Opiate und Amphetamine, lernen wir eine Beziehung kennen, in der die Sehnsucht auf den nächsten Kick ewig lauert. Eine Dynamik des Leidens und Helfens und einander-zu-Boden-ziehens, in der sich die Erzählerin auf giftige Weise lebendig fühlt und gleichzeitig merkt: Scheiße, das ist doch nicht gesund.
Viele kennen diese Beziehungsmuster und dennoch kann es immer noch schamvoll sein, darüber zu sprechen. Wie ist es, mit einem Partner zu leben, der mit Dämonen zu kämpfen hat, mit Manien und Depressionen? LOTTE hat es erfahren und bringt uns ihre Geschichte mit eindrucksvollen Metaphern nahe: “Ich nehm dich in den Arm” singt sie und lässt uns an Nadeln denken, an Körper, die von den vielen Hochs und Tiefs nur noch ausgemergelt wirken: “Damit sie uns nicht so sehen, verschließ’ ich alle Türen / Zwei Schatten, die nie mehr den Boden berühren / Du sagst, ohne mich wärst du längst nicht mehr hier”, so die versteckte und schreckliche Drohung eines Ertrinkenden, der sich an seine Retterin klammert und sie gleichzeitig mitreißt.
Von dieser Paradoxie handelt FUCK BABY I’M IN LOVE. Ein hedonistische Hymne, die betont, dass Frauen sich und ihre Freiheit ausleben dürfen sollten, genau wie Männer das seit Jahrhunderten tun. Daten, flirten, herausfinden und experimentieren, die eigenen Impulse genießen und sich und die eigene Sexualität entdecken.
Das Gefühl, dass man einfach nur Spaß haben will, ohne Motiv oder Hintergedanken, ohne Strategie – und dass das okay und manchmal auch schlichtweg notwendig ist, webt LOTTE in ein Plädoyer für die Freiheit, das besonders bei Frauen Anklang finden wird, die in der Vergangenheit oft Gegenteiliges hören mussten. Heute lernen wir: Wir sind keine unvollständigen Wesen, die das Puzzleteil eines Partners brauchen, um ganz zu sein. Wir sind vollständig und fertig, so wie wir sind und das ist gut so.
Aber was passiert, wenn du gerade erst den Zustand des Ganzseins erreicht hast, wenn du eigentlich niemanden brauchst – und plötzlich kommt eine Person in dein Leben, mit der es einfach klickt? F*CK! Jetzt wird’s gefährlich:
“Dabei hab ich mir geschworen, dass mir das nicht mehr passiert / Weil sich das Ding mit dem Herz am Ende eh nie rentiert / Und jetzt sitz’ ich hier und schreibe diesen Song für dich / Warum fehlst du mir? / Mann, ich will das nicht”.
Kendrick Lamar, der einflussreichste MC unserer Zeit, meldete sich letzte Woche mit seinem ersten Doppelalbum zurück: Das fünfte Studioalbum „Mr. Morale & The Big Steppers“ ist seitdem überall im Stream verfügbar. Gut fünf Jahre nach seinem letzten Statement in Albumlänge – er selbst spricht im Eröffnungstrack von „1.855 days““–, präsentiert der 34-jährige Westcoast-Rapper, der als erster Hip-Hop-Artist den Pulitzer Prize gewinnen konnte, zur wichtigsten Stimme von Black Lives Matter avancieren sollte und längst zu den wenigen Hip-Hop-Icons gehört, die genreübergreifend maximalen Respekt genießen, ein jahrelang gereiftes Werk, das dementsprechend monumental und gewichtig daherkommt.
Nachdem er für den gefeierten „DAMN.“-Vorgänger (2017) gleich fünf GRAMMYs gewinnen konnte, beendete Kendrick die lange Wartezeit schon Anfang der Woche mit Part 5 seiner „The Heart“-Serie – und läutete mit einem spektakulären Deepfake-Video zum Standalone-Track, der nicht auf dem neuen Album vertreten ist, den Countdown ein. Postwendend Platz #4 in den globalen Spotify-Charts und auch hierzulande flächendeckend für seine Komplexität gefeiert, ist der heutige Freitag nun schon der zweite Tag dieser Woche, an dem die Musikwelt kollektiv den Atem anhält.
Hinter dem wenige Stunden zuvor veröffentlichten Albumcover – s.o.: Kendrick als fürsorglicher (und vorsorglich bewaffneter) Hood-Familienvater mit Dornenkrone, geschossen von Renell Medrano – verbirgt sich ein extrem persönliches Werk, in dessen Verlauf Kendrick Lamar Einblicke in seine Weltsicht und seine Philosophie, popkulturelle Referenzen und politische Ansagen, spirituelle Selbstreflektion (zwischen der Bibel und Eckhart Tolle) und klassisches Flexen am Mic zu einer Einheit verschnürt. Vor allem geht er immer wieder mit sich selbst ins Gericht und übernimmt volle Verantwortung für sein bisheriges Handeln, wenn er die Themenpalette (u.a. sein Verhältnis zu Geld, Eltern, Partnerinnen…) immer weiter auffächert. Zu den zahllosen Inspirationsquellen während der langen Reifephase zählten dabei auch morgendliche Radtouren (vorwiegend auf alten Beach-Cruisern), wie Lamar schon letzten Sommer im Zuge der Albumankündigung durchblicken ließ.
Am 03. Juni erscheint „Mr. Morale & The Big Steppers“ auch auf CD!
Im Verlauf der 18 Stücke von Mr. Morale & The Big Steppers – bestehend aus zwei Parts zu je neun Tracks – bekommt er Unterstützung von ganz unterschiedlichen Gästen: Neben Summer Walker & Ghostface Killah („Purple Hearts“), Baby Keem & Sam Dew („Savior“) und Blxst & Amanda Reifer („Die Hard“) teilt er sich das Mikrofon auch mit Kodak Black („Silent Hill“) und dem Briten Sampha, der die Hook zu „Father Time“ beisteuert. Für den knallharten Verbalschlagabtausch von „We Cry Together“ nimmt die Schauspielerin Taylour Paige (Hit The Floor, Zola) kein Blatt vor den Mund und lässt die Situation immer weiter eskalieren.
Auf dem zweiten Teil der Doppelalbums tritt schließlich sogar Beth Gibbons von Portishead mit ans Mic (für den Standout-Track „Mother I Sober“). Mit Tanna Leone („Mr. Morale“) ist auch ein Neuzugang von Kendricks Label-Plattform pgLang mit von der Partie. Während Sounwave, Duval Timothy (dessen Piano-Minimalismus immer wieder anklingt), Boi−1DA und Kendrick selbst (als OKLAMA) den Großteil der Produktion beisteuern, zählen auch Pharrell („Mr. Morale“), The Alchemist („We Cry Together“) oder auch Thundercat zu den Producern und Co-Autoren des Longplayers, der längst als Anwärter fürs Album des Jahres gehandelt wird.
MR. MORALE & THE BIG STEPPERS Tracklist:
Vol. 1: BIG STEPPERS
1. United In Grief
2. N95
3. Worldwide Steppers
4. Die Hard ft. Blxst & Amanda Reifer
5. Father Time ft. Sampha
6. Rich (Interlude)
7. Rich Spirit
8. We Cry Together ft. Taylour Paige
9. Purple Hearts ft. Summer Walker & Ghostface Killah
Vol. 2: MR. MORALE
1. Count Me Out
2. Crown
3. Silent Hill ft. Kodak Black
4. Savior (Interlude)
5. Savior ft. Baby Keem & Sam Dew
6. Auntie Diaries
7. Mr. Morale ft. Tanna Leone
8. Mother I Sober ft. Beth Gibbons of Portishead
9. Mirror
Da hat sich der aufstrebende 17jährige Pianist Yoav Levanon ein interessantes Thema für seine CD „A Monument for Beethoven“ ausgesucht. Bei dem Titel sollte man ja davon ausgehen, dass es sich um Klavierstücke des großen Komponisten handelt, für den die Jahre 2020 und 2021 zum 250. Geburtstag als „Beethovenjahr“ ausgerufen wurden.
Doch das ist keineswegs der Fall. Vielmehr finden sich hier Werke von von Franz Liszt, Frédéric Chopin, Felix Mendelssohn und Robert Schumann. Die Auswahl versteht der junge israelische Pianist als Referenz vor der Solidarität unter Musikern: Um die Errichtung der Bonner Beethoven-Statue zu ermöglichen, spendeten jene vier berühmten Romantiker einst die Erlöse ihrer Kompositionen.
So entstanden Felix Mendelssohns virtuoses Meisterwerk „Variations sérieuse op. 54“ und Robert Schumanns schwelgerische „Fantasie op. 17“. Beide Werke nehmen auch musikalisch Bezug auf Beethoven und spinnen so sein Erbe lebendig fort. Franz Liszts „Sonate in h-Moll“ wiederum führt spannungsreich Gegensätze zusammen und gilt als eine seiner beeindruckendsten Kompositionen.
Yoav Levanon schätzt die ausgewählten Klavierwerke besonders wegen ihrer „überwältigenden Ansammlung tiefer Gefühle in einem breiten und dynamischen Farbspektrum und mitreißender Virtuosität“. Das Programm führte der junge Pianist bereits in Toulouse und Paris auf.
Auch wenn er noch ganz am Beginn seiner Karriere steht, so ist diese CD doch schon recht beeindruckend. Sehr sanft und gefühlvoll spielt er die schwierigen Stücke und verbindet sie zu einem großen Ganzen – als Hommage an den guten alten Ludwig van. Bemerkenswert!
Den Schauspieler Wotan Wilke Möhring kennt man inzwischen vor allem als Kommissar Thorsten Falke im Tatort. Doch auch musikalisch war und ist er überaus aktiv – vor allem mit Punk und Filmmusik. Cineasten kennen ihn zudem aus Filmen wie „Otto, der Katastrofenfilm“, „Das Experiment“ und „Männerherzen“.
Mit Sönke Möhring hat Wotan Wilke einen fünf Jahre jüngeren Bruder, der ebenfalls das Schauspielfach gewählt hat. Spätestens seit seiner Rolle in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ ist er seinem großen Bruder ein Stück weit ebenbürtig. Ob das einen Konkurrenzkampf aufheizt? Zumindest sind die beiden auf dem Cover ihrer gemeinsamen Biografie „Rausch & Freiheit“ in gequälter Eintracht zu besichtigen. Der Untertitel „Über das Leben, die Nacht und das Brüdersein“ spricht Bände.
Definitiv sind es zwei Persönlichkeiten, die mich sehr interessieren. So macht es absolut Sinn, sich diesem Buch zu widmen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich anfangs damit sehr schwer getan habe. Zunächst beschreiben die beiden einen gemeinsamen Sommer in New York, später dann das Leben in Berlin. Das alles wirkt bisweilen sehr konfus und ich hatte häufig Mühe, den roten Faden nicht zu verlieren.
Es geht um Höhepunkte, Niederlagen, Brüche und Versöhnungen: Wie sie im Ratinger Hof in Düsseldorf gemeinsam feiern, Autos knacken, wie sie in den USA in einer Kleinstadt in einem Sozialprojekt arbeiten, in New York die Geburtsstunde der House-Musik erlebten und Sönke dort bei einem LSD-Trip fast ums Leben kommt. Sie erzählen von der Zeit beim Bund als Fallschirmjäger und von dem Rausch im freien Fall und wie sie ins Techno-Berlin der 1990er Jahre eintauchen. Diese Geschichten sind ein Trip durch die Popkultur und erzählen zugleich vom Leben zweier Brüder, die ihren Weg suchen – einzeln und gemeinsam.
Man erfährt sehr wenig von Hintergründen aus dem Filmgeschäft, aber viel aus dem Alltag zweier bisweilen recht chaotischer Menschen, verknüpft mit dem Konkurrenzkampf zweier Brüder, die sich gegenseitig übertreffen wollen. So ist es ein kluger Schachzug, eine Doppel-Biografie zu schreiben. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das gleiche Ereignis werden gekonnt als Stilmittel eingesetzt und machen die Erzählung an manchen Stellen sehr spannend.
„Bei Drehbüchern heißt es immer: Du musst die Geschichte in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen können. Ich versuch das mal für dieses Buch: Es ist ein Brüderbuch – die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die, jeder auf seine Art, ihre eigenen Grenzen sprengen, und dabei den Wert des anderen erkennen. So in der Art. Oder vielleicht auch ganz anders.“ Diesen beschreibenden Worten von Wotan Wilke Möhring ist nichts mehr hinzuzufügen.
Der Londoner Sänger und Gitarrist Oscar Jerome veröffentlicht mit „Sweet Isolation“ eine neue Single samt Video. Geschrieben wurde der Song von Oscar und produziert von Beni Giles. Oscars liebliche Stimme wird von Kaida Akinnibi (Tom Misch & Blue Lab Beats) in ein üppiges Saxophon gehüllt, welches uns tief in deren musikalisches Universum zieht.
Im dazugehörigen Video zeigt Oscar seine chaotische Persönlichkeit vor ländlicher, isländischen Kulisse. Gedreht von seinem Bruder Alfie Laurence und Mathias Gontard.
Oscars mit Spannung erwartete Rückkehr in die Londoner Jazzszene spiegelt eine neue Ära seines sich ständig weiterentwickelnden künstlerischen Schaffens wider, in der er Themen wie Männlichkeit, Melancholie, Unsicherheiten und alles, was dazwischen liegt, erforscht.
Über „Sweet Isolation“ sagt Oscar Jerome: „This track and visual is an exploration into the beauty in melancholy. The first character you encounter is Jerry, back in an easier time. He is happy but somewhat deluded, a warped idolisation of what was. The second character, Ice Guycicle, reflects the art that grows out of deep emotion and the pain experienced on the path to transformation. He could be a real person searching for answers on an alien planet or he could be a thought walking through the barren landscape of your mind.“
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WILLMAN – das sind Sängerin und Songwriterin Julia Lauber und Schlagzeuger und Produzent Felix Birsner aus Freiburg im Breisgau. Mit ihren Songs trifft das Electro-Pop-Duo den Zeitgeist: Tanzbare Tracks stoßen auf gesellschaftskritische Texte – Musik, die Körper und Köpfe bewegt.
Gesellschaftliche Probleme auf musikalische Art zugänglich machen: Das ist das Ziel des Freiburger Duos WILLMAN. Mit dem Song “Alkohol” rücken sie nun die Folgen von Alkoholmissbrauch in den Fokus – ein Thema, das in der deutschen Musiklandschaft bisher kaum Gehör fand.
Fotocredit: Diana Muehlberger
Beide Musiker*innen haben Fälle von Alkoholmissbrauch in den eigenen Familien erlebt. Mit “Alkohol” verarbeiten sie ihre Erfahrungen in einer einfühlsamen Pop-Nummer mit Streicherarrangement von Cellist Niklas Hardt (Bosse, Peter Maffay). Das Duo möchte einen offenen und vorurteilsfreien Dialog zum Thema Alkohol anregen:
„Wir alle kennen den ein oder anderen Menschen, der hin und wieder ein Glas zu viel trinkt oder haben uns selbst schon dabei erwischt zu trinken, obwohl wir nicht unbedingt Lust drauf hatten. Wir winken das dann oft eher ab, sprechen nicht darüber. Wir wollen für das Thema sensibilisieren. Wenn wir als Gesellschaft wegschauen, sind wir Teil des Problems.“
2021 wurden WILLMAN beim “Deutscher Rock & Pop Preis” in den Kategorien “Bestes Popalbum”, “Beste Electro-Pop-Band” und “Hauptkategorie Pop” ausgezeichnet. Mit ihren Songs überzeugen die Freiburger auch live: Vor mehr als 8000 Menschen haben sie beim globalen Klimastreik in Karlsruhe 2021 ein musikalisches Zeichen für Klimaschutz gesetzt.
Gefördert wird das Projekt im Impulsprogramm „Kultur trotz Corona“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
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