July Talk – Tour 2015 – Studio 672 in Köln
Hier gibt es unsere July Talk Konzertfotos der Tour 2015 aus dem Studio 672 in Köln am 11.04.2015
[itunesButton]July Talk bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]July Talk bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere July Talk Konzertfotos der Tour 2015 aus dem Studio 672 in Köln am 11.04.2015
[itunesButton]July Talk bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]July Talk bei Amazon[/amazonButton]
Was passiert, wenn sich eine Mezzo-Sopranistin mit einem Jazzgitarristen und einem Bassisten zusammen tut und sich Arien von Monteverdi und Purcell vornimmt? Die Antwort auf diese Frage findet sich auf dem Debütalbum des Berliner Trios Kronthaler – und sie fällt sowohl spannend und anspruchsvoll als auch musikalisch unterhaltsam aus.
Auf „The Living Loving Maid“ interpretiert das Trio Stücke aus verschiedenen Phasen des Barock in modern instrumentiertem Gewand und schafft dabei faszinierende neue Klangerlebnisse. Sängerin Theresa Kronthaler gelingt dabei das Kunststück, ihre Stimme perfekt den Erfordernissen der Originale anzupassen und dennoch nie übertrieben klassisch zu singen. So meistert sie spielend die Koloraturen im schwungvollen und rhythmischen Opener „Vi Ricorda, O Boschi Ombrosi“, überzeugt mit Schmelz und Sehnsucht in den Höhen von „Tormento“ und wagt sich sogar in beinahe nur noch gehauchte Tiefen mit „If Love´s A Sweet Passion“.
Gitarrist Kale Kalima und Bassist Oliver Potratz unterstützen diese sensiblen Interpretationen mit ihrem virtuosen Spiel. Mal schaffen sie eine düstere Western-Atmosphäre für das melancholische „Dormo Ancora“, mal weben sie einen beinahe sphärischen Klangteppich für Purcells berühmten „Cold Song“. Das beschwingte „Se L´aura Spira“ hat mediterranes Flair und das ruhige „One Charming Night“ wirkt mit seinem fragilen Arrangement gar wie eine moderne Songwriter-Ballade. Einige Stücke wie „Il Tempo“ oder „Solitude“ werden zusätzlich durch Percussion, Violine und Cello bereichert.
„The Living Loving Maid“ bedient ganz sicher keine Mainstream-Hörgewohnheiten. Wer sich aber gerne auf ungewöhnliche musikalische Erlebnisse einlässt, sollte diesem Album definitv eine Chance geben – und wird in so mancher Barock-Arie eine Menge Pop-Potential entdecken!
[itunesButton]Kronthaler bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Kronthaler bei Amazon[/amazonButton]
In meiner Review zum aktuellen Album „Luna“ kamen Faun nicht so gut weg. Das mag daran liegen, dass die Ausrichtung mir insgesamt zu poppig ist und das Ergebnis auf CD dann doch recht steril wirkt. Ganz anders sieht das aber bei der Liveumsetzung aus. Das muss ich neidlos zugestehen. Es macht großen Spaß, die sechs Musiker und ihre Gäste auf der Bühne zu erleben und den Umgang mit Stimmen und unterschiedlichsten Instrumenten zu bewundern. Hier spielt das Ambiente eine wichtige Rolle.
Die Europahalle in Trier war bestuhlt. Das ist auch für Faun nicht unbedingt Standard. Sie waren es in der Vergangenheit schon gewohnt, vor tanzendem Publikum zu spielen, das zum Teil speziell in mittelalterliche Kostüme gewandet war. Die balladeske Ausrichtung des neuen Albums bringt es aber mit sich, dass es im „Luna“-Programm viele ruhige Passagen gibt und auch das virtuose Spiel auf diversen außergewöhnlichen Instrumenten eine stärkere Aufmerksamkeit des Publikums fordert. Hinzu kommen Show-Elemente wie zwei Bauchtänzerinnen, die man ebenfalls lieber in Ruhe genießt.
Davon ließ sich das Trierer Publikum aber nicht abhalten, trotzdem in großen Teilen tänzerisch tätig zu werden. Leadsänger Oliver Satyr Pade hatte ja schon zu Beginn darauf hingewiesen, dass die Bewegung in den Gängen, zwischen den Stühlen und sogar auf den Stühlen durchaus erlaubt sei. Letzteres traute sich dann doch niemand, das Gedränge aber in den Gängen wurde zum Ende des Konzerts hin immer stärker.
Die Europahalle in Trier war bis in die letzten Reihen gefüllt und das Bühnenbild versprach einen stimmungsvollen Abend. Ich muss allerdings sagen, dass mich die Dauer-Nebelschwaden, die von der Decke rieselten, im optischen Genuss stark einschränkten. Es tat anfangs sicher gut, etwas mystisches Ambiente zu erzeugen, doch wenn dieses dann zum finalen Zustand wird und man viel vom Geschehen auf der Bühne nur schemenhaft erahnt, ist das ein großes Manko.
Musikalisch war der Abend jedoch spitzenmäßig. Klanglich sehr sauber und in der instrumentellen Ausrichtung äußerst vielseitig. Es begann mit Paukenschlägen, die den Saal zunächst in Dunkelheit hüllten. Dann betraten die Bandmitglieder nach und nach die Bühne und der erste Song vom aktuellen Werk erklang. Das spielte natürlich eine große Rolle und spiegelte sich ständig im Bühnenbild. Egal, ob das Albumcover im Hintergrund erschien, eine Tänzerin sich mit großen Mondsymbolen bewegte oder eine weitere Künstlerin einen illuminierten Ausdruckstanz vor der LCD-Wand aufführte, die deren Bewegungen scheinbar aufnahm und so ein perfektes symbiotisches Geschehen aus Bewegung und technischen Spielereien erzeugte.
Als Gäste hatten Faun sich die Cellistin Maya Fridmann und den Multi-Instrumentalisten Efrén López geladen. Letzterer kann über 60 verschiedene Instrumente spielen, beschränkte sich aber an diesem Abend auf drei, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Zumindest sorgte er mit seinem virtuosen Spiel für sehr fremdländische, zumeist orientalische Klänge. Vor allem in der zweiten Konzerthälfte gab es ausufernde Solo-Stücke von Stephan Groth an der Drehleier und Rüdiger Maul an diversen Perkussionsinstrumenten.
Das Publikum nahm die ruhigen Songs andächtig auf und feierte die lauteren Stücke ordentlich mit. Am Ende gab es stehende Ovationen und ein begeistertes Abfeiern der Protagonisten. Die erste Zugabe lautete „Wenn wir uns wiedersehen“ – und damit hatte man den Nerv der Trierer gut getroffen. Auch für mich bekommt die Musik von Faun nach der Liveperformance eine neue Wertigkeit.
[itunesButton]Faun bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Faun bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere Faun Konzertfotos der Tour 2015 aus der Europahalle Trier vom 18.04.2015
Es gibt nun schon einige Künstler im Klassik-Pop-Crossover. Man denke da an David Garrett, Lindsey Stirling oder die Piano Guys. Benjamin Richter ist nicht neu im Geschäft. Immer schon war er ein musikalischer Grenzgänger, der sich nie zwischen E-Musik und U-Musik entscheiden konnte. Seit gut zehn Jahren taucht sein Name immer wieder in der internationalen Musiklandschaft auf – ob nun als Mitglied einer Band oder als Produzent für Caliban, die Emil Bulls oder Moonspell.
Jetzt präsentiert der Pianist und Produzent selbst ein mitreißendes Debüt, das seine Qualitäten vereinigt. Benjamin Richters Musik ist Emotion pur. Seine Songs verbinden eindrucksvoll klassisch inspirierte Melodien mit modernem Pop und bewegenden Sounds. Auf ein Mashup von Depeche Mode („Enjoy The Silence“) mit Beethoven („Mondscheinsonata“) muss man erst einmal kommen. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend – und es funktioniert über die Jahrhunderte hinweg.
Auch die weiteren Songs sind von Schwermut und Tiefe geprägt. Gemeinsam mit Produzent Bernd Wendlandt erschafft sich Benjamin Richter seine ureigene Sphäre aus Licht und Schatten, hell und dunkel. Erst leise und zerbrechlich, im nächsten Moment dynamisch und mächtig. Abschied, Trauer, Schmerz, aber auch Glück und Hoffnung – das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen, eingefangen zwischen Dur und Moll. Für Benjamin Richter ist Musik „Klima der Seele“.
Angesprochen auf eine Person, mit der er gerne mal zusammenarbeiten würde, antwortet Richter: „Jonathan Davis von Korn wäre mega!“ Das sagt viel aus. Ebenso einzigartig wie sein musikalischer Stil präsentiert sich auch der Künstler selbst: Er ist alles andere als der klassische Konzertpianist im schwarzen Frack. Stattdessen lebt er einen unkonventionellen Look aus Dreitagebart, Tattoos und urbanem Kleidungsstil.
Sicherlich steckt viel Show hinter seinem Auftreten, doch Richter scheint authentisch zu sein. Das Album bietet eine schöne Zusammenstellung emotionaler Titel und dürfte Klassikfreunde durchweg begeistern. Auch der Depeche Mode-Anhänger wird sich mit „Enjoy The Silence“ im neuen Gewand anfreunden können. Ein Pianist, der ganz neue Wege beschreitet – originell und virtuos.
[itunesButton]Benjamin Richter bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Benjamin Richter bei Amazon[/amazonButton]
Seit den 90er Jahren haben Anathema eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Ursprünglich waren sie nämlich als Doom-Metal-Band unterwegs, bevor ihre Musik immer sphärischer und floydesker wurde. Inzwischen kann man von Alternative Rock mit stark melodischer Komponente sprechen – wenn man denn unbedingt eine Schublade öffnen will.
Um die Jahrtausendwende erschienen drei Alben beim legendären Metal-, Rock- und Prog-Label Music For Nations. Das ist kürzlich wieder zu Sony Music zurückgekehrt und in einem ersten Schritt wird der Music For Nations-Backkatalog der Liverpooler Band neu veröffentlicht.
Das aber nicht einfach in drei einzelnen Jewelcases, sondern als hochwertiges 3CD-DVD-Bookset mit Namen „Fine Days: 1999-2004“. Darauf enthalten sind die Alben „Judgement“, „A Fine Day To Exit“ und „A Natural Disaster“ sowie die DVD „Were You There?“.Mit den vertretenen Alben wurden die Kompositionen von Anathema atmosphärischer – mit deutlichen Reminiszenzen an Pink Floyd.
Schon „Judgement“ war ein sehr emotionales Album, das der verstorbenen Mutter von Vincent und Danny Cavanagh gewidmet ist. Ein wenig poppig, eingängiger als die bisherigen Werke. Doch daran hatten sich die Fans schon gewöhnt, da der Doom-Metal bereits seit Mitte der 90er Auszug hielt. „A Fine Day To Exit“ hat für den Re-Release einschneidende Veränderungen erfahren. Die Tracklist wurde umgestellt und durch den Bonustrack „A Fine Day“ ergänzt. Über die Gründe kann ich nichts sagen, denn bereits das Original war sehr ruhig gehalten und lebte von intensiven Momenten.
„Natural Disaster“ war 2003 wiederum dunkler und rockiger. Es wurde deutlich, dass Anathema noch auf der Suche nach ihrem neuen Sound sind. Danach sollte es schließlich ganze sieben Jahre dauern, bis mit „We’re Here Because We’re Here“ das nächste Album bei KScope erschien, das endlich den großen Durchbruch für die Band einläutete.
Die DVD zeigt ein komplettes Anathema-Konzert vom 31.01.2004. Als Bonus gibt es ein akustische Performance mit einem Streichquartett, den Videoclip zu „Pressure“ und eine Liveaufnahme von „A Natural Disaster“ aus Hamburg. Das Box-Set im Hardcover-Buch ist vor allem für den Preis, zu dem es momentan gelistet ist, einfach fantastisch. Mittendrin befindet sich ein 24seitiges DIN-A-5-Booklet mit neuen Liner Notes.
Songwriter und Gitarrist Daniel Cavanagh zeigt sich begeistert: „Ich bin überglücklich, dass unsere Veröffentlichungen bei Music For Nations endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Es hat unglaubliche Freude gemacht, an dem Package zu arbeiten. Das neue Artwork, das Remastering und die Möglichkeit ein paar Überraschungen einzubauen – all das war eine großartige Erfahrung!”
[itunesButton]Anathema bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Anathema bei Amazon[/amazonButton]
Die einzigartige Stimme von Beth Hart bewegte Gitarrenlegenden wie Jeff Beck, Slash, Joe Bonamassa und Buddy Guy dazu, Songs mit ihr aufzunehmen und mit ihr gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Gerade der Synergie-Effekt im genialen Zusammenspiel mit Bonamassa brachte Beth in der Blues-Szene ganz weit nach vorne.
Doch sie kann auch ganz allein bestehen – das beweist sie mit ihrem neuen Werk „Better Than Home“. Die Kalifornierin singt mit rauchiger Stimme und bisweilen Gänsehaut erzeugendem Vibrato. Musikalisch dominieren dabei Beths intensiver Gesang und ihr Klavierspiel, hauptsächlich unterstützt durch Gitarre, Bass und Schlagzeug.
„Better Than Home“ ist Beth Harts bislang introspektivstes Album. Es ergründet die Tiefen ihrer Seele, enthüllt schreckliche Schmerzen aus der Vergangenheit, gibt einen Einblick in ihr Familienleben und ihre persönlichen Dämonen. Es beschreibt jedoch auch, wie sie diese Themen aufgearbeitet hat und das Wissen daraus nutzt, die wahre Schönheit in ihrem Leben zu finden. Eine Textzeile aus dem Titeltrack fasst es perfekt zusammen: „I can feel my body breathing, I can feel my heart movin’ fast. I am not afraid or lonely, I am not chasing the ghost of the past.”
Wer auf Rockmusik steht, die nicht für die Charts geschrieben wurde, sondern wirklich aus der Seele kommt, liegt mit „Better Than Home“ goldrichtig. Beth Hart entblößt ihr Seelenleben und legt so viele Emotionen in den Gesang, dass es einem angst und bange werden kann.
[itunesButton]Beth Hart bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Beth Hart bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere Purple Schulz Konzertfotos der Tour 2015 aus der Bel Etage Saarbrücken vom 10.04.2015
[itunesButton]Purple Schulz bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Purple Schulz bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere System of a Down Konzertfotos der Wake up the Souls Tour 2015 aus der Lanxess Arena in Köln am 13.04.2015
[itunesButton]System of a Down bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]System of a Down bei Amazon[/amazonButton]
Scott Weiland, vor allem bekannt als Frontmann der Stone Temple Pilots und von Velvet Revolver, veröffentlicht mit „Blaster“ das erste Album mit neuer Band, nachdem er 2013 wegen seines beachtlichen Drogenkonsums durch Chester Bennington (Linkin Park) ersetzt wurde.
Die Songs entstanden in den letzten Jahren bei ausführlichen Jams und Konzerten, was dem Album anzuhören ist. Hier haben sich vier Musiker gefunden, die einfach Spaß haben und rocken wollen. Wohin die Reise gehen soll, kündigt schon „Mozilla“ als Einstieg an. Schöne Riffs, knackige Gitarren, treibende Drums und über allem Scott Weilands unverwechselbare Stimme, mal samtweich, mal kratzend. Elf der zwölf Songs gehen auf die Kappe des Sängers, der zwölfte ist ein nettes, aber überflüssiges Cover von T.Rex‘ „20th Century Boy“.
Der ganze Rest ist aber wie aus einem Guss und gibt Hoffnung, dass Scott Weiland sein Ding gefunden hat und die Spirale aus Drogen, Haft, Entzug und Rückfall der Vergangenheit angehört. „Blaster“ kann sich durchaus mit den Alben „Core“, „Purple“ und „Tiny Music…“ seiner ehemaligen Band Stone Temple Pilots messen, für die Weiland als „Best Hardrock Performer“ mit zwei Grammys ausgezeichnet wurde. Und den Rock’n’Roll-Mythos lebt Scott Weiland auf „Blaster“ wie aus dem Bilderbuch.
[itunesButton]Scott Weiland & The Wildabouts bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Scott Weiland & The Wildabouts bei Amazon[/amazonButton]
Itchy Poopzkid gelten nicht ohne Grund als eine der umtriebigsten und dabei erfolgreichsten
Punkrockbands des Landes. Am 10. April veröffentlicht das Trio aus Eislingen an der Fils sein neues
Album mit dem Titel „Six“, logischerweise das sechste.
Die im Jahr 2001 gegründete Band ist auch nach über 800 Konzerten noch kein bisschen müde. „Itchy Poopzkid ist zu allererst eine Live-Band,“ erklärt Gründungsmitglied Panzer. „Wir haben schon während den Aufnahmen gemerkt, dass sich die neuen Songs perfekt dazu eignen, auf Konzerten für Unruhe zu sorgen, und können es kaum erwarten, mit den neuen Sachen endlich wieder auf Tour zu fahren.“
Das kann nur eins bedeuten: Es wird wieder laut. Feste wollen gefeiert werden. Natürlich ruft das Werk permanent Erinnerungen an Green Day wach. So sind wir das von Itchy Poopzkid gewohnt. Die Mischung ist abwechslungsreich wie immer. Es gibt ordentlich Punk, im Wechsel mit deutlich melodischen Einlagen.
Die Zeit von Shanty und Folk, die im fünften Longplayer kurz Einzug hielt, ist übrigens vorbei. Diesmal geht es ohne Experimente weiter voran, wie das schon bei „Lights Out London“ der Fall war. Ruhig und ein Stück weit hymnisch wird es nur bei „Meant To Be“ und „Trusty Friends“. Ansonsten herrscht froher Hau-drauf-Optimismus bei durchaus kritischen Texten.
Nebenbei haben die Jungs auch ein Buch geschrieben, das sie zeitgleich mit der neuen Platte veröffentlichen werden. „How to survive as a rock band – Der ultimative Ratgeber einer trendresistenten Non-Hit-Wonder Band“ heißt das gute Stück und beschreibt die steinige Laufbahn einer jungen Band, die sich auf katastrophal ungelenke Art und Weise ihren Weg durch die Wirren des Musikbusiness bahnt.
Das Album ist weniger poppig geraten als der Vorgänger und stellt daher eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der ehemaligen Schülerband dar. Live wird das sicher ordentlich abgehen. Eine ausgiebige Tour führt die Jungs ab dem 16.10. quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz!
[itunesButton]Itchy Poopzkid bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Itchy Poopzkid bei Amazon[/amazonButton]
Rainhard Fendrich, der große Liedermacher, Moderator und Schauspieler aus Wien, würde kürzlich 60 Jahre alt. Grund genug für zwei ganz unterschiedliche Retrospektiven, die den Künstler in all seinen Facetten zeigen. Begonnen hat es 1978 in Wien: Da steht ein 23-jähriger Nachwuchsschauspieler plötzlich neben der großen Marika Rökk in der „Gräfin vom Naschmarkt“ auf der Bühne des Theaters an der Wien, weil er für ihren Partner einspringen musste. Engagements im Musical „Jesus Christ Superstar“ und im „Hamlet“ folgten.
Nach „Ich wollte nie einer von denen sein“ mit stilbildenden Liedern und dem Erfolg von „Strada del Sole“ (1981) folgen 1982 mit „Schickeria“, 1988 mit „Macho Macho“ sowie 1997 mit „Blond“ weitere Tophits, die zu Evergreens von Rainhard Fendrich wurden. Fendrich ist heute einer der vielseitigsten Künstler des deutschsprachigen Raums, der auch als Schauspieler, Chansonnier, Songwriter, Moderator und Entertainer große Erfolge feierte. Die glänzende Bilanz: Zahlreiche Auszeichnungen wie der Amadeus-Award, drei Romys als bester Showmaster, der World Music Award sowie 26 mal Gold und 28 mal Platin für seine Platten und CDs.
2015 wurden seine Fans gleich doppelt beschenkt. Im Januar erschien die Sammlung „Auf den zweiten Blick“. In der knapp 35-jährigen Karriere als Musiker schrieb Rainhard Fendrich auch unzählige Titel, die der breiten Masse nicht so geläufig, aber dennoch keinen Deut schlechter sind.
Songs wie „A winzig klaner Tropfen Zeit“ aus dem Jahr 1982, „Paradies“ (1988), „Schlaf mit dein´ Herzschlag ein“ (2004) oder die schon ausgekoppelte Single „Seven Days A Week“, die erstmalig auf dem Album „Männersache“ veröffentlicht wurde, sind echte Perlen. Musik mit Macht, Worte mit Gewicht und viele schillernde Zwischentöne. Diese und viele weitere Titel hat Rainhard Fendrich neu aufgenommen und veröffentlichte sie unter dem Motto „Auf den zweiten Blick“. Das Ergebnis ist eine Zusammenstellung berührender Songperlen. Ein Album, das mehr Wert auf die leisen Zwischentöne als auf Klamauk und Satire legt.
Im Februar erschien dann als Zusammenstellung eine Doppel-CD mit dem Titel „Zwischen heute & gestern – Die ultimative Liedersammlung“. Hier bekommt man alles von Fendrich, was der geneigte Hörer sich wünscht. Lustiges und Besinnliches. Viel österreichische Mundart, aber auch erzählte Geschichten auf Deutsch. Eine Reihe von Kooperationen ist dabei: „Ich glaube“ mit Udo Jürgens, „Freunde wie wir“ mit Alexander Goebel. Die Radiohits werden mit „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen“ und „Schickeria“ abgehakt. „Es lebe der Sport“ hat Fendrich sich wohl bewusst gespart und „Macho Macho“ wird nur von Reinhard Mey am Ende des Live-Duetts „Über den Wolken“ zitiert.
Mir persönlich gefallen die hintergründigen Geschichten und die Atmosphäre, die Rainhard Fendrich zu schaffen weiß. „Die Geisterbahn“ gehört ganz sicher dazu, das melancholische „Zwischen eins und vier“ und die Hymne „Wir sind Europa“. Kritiker sagen über Fendrich, er sei einer der letzten großen Entertainer auf der Konzertbühne und ein Meister des Wortes und der lauten und leisen Töne. Wer sich die letzten beiden Releases des großen Entertainers zu Gemüte führt, bekommt ganz viel davon.
[itunesButton]Rainhard Fendrich bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Rainhard Fendrich bei Amazon[/amazonButton]
Wie gemein es ist, dass ich das neue, selbstbetitelte Album der Dune Rats gerade jetzt reviewen muss, sollte jedem Hörer schon bei den ersten Tönen klar sein: Der Frühling will und will hier nicht anfangen und die drei Herren aus Brisbane in Australien bringen den Sommer Ton für Ton auf die Platte. Pur und unverfälscht hören wir hier Meer, Sonne, Rumhängen, Urlaub, Freunde, Spaß… So gemein.
Die Dune Rats sind jetzt nicht die große Neuentdeckung dieses Jahres und alle Hörer mit Hang zu ausproduzierten Stücken und tiefschürfenden Texten werden hier nicht glücklich werden. Das hier ist Surf- und Stonerrock, alles ein bisschen so wie in den frühen Neunzigern. Da passt es auch, dass Danny Beusa, BC Micheals und Brett Jansch Nirvana als ihre große Inspiration angeben. Auf dem Album geht es mehr um die Stimmung als um die Musik, mehr um den Spaß in einer Band zu spielen als um Hits.
Songzeilen wie „Dalai Lama, Big Banana, Marijuana“ sollten alles wichtige klären. Das zweite Stück „Superman“ hat ein schönes Video, indem die Dune Rats ihren Touralltag und die Live-Auftritte dokumentieren. So will ich sie auch sehen, dann nur ohne Kamera – zu gefährlich. Die Songs verwischen alle ein bisschen ineinander. Sie sind einfach und entspannt und wild gleichzeitig. „Lola“ gefällt mir besonders gut. Tanzen will ich zu „Heart“.
Sobald der Sommer hier mal richtig angekommen ist und es die ersten Ausflüge zum See gibt, werde ich das Album noch mal herausholen und in der Sonne brutzelnd anhören. Das passt dann sicher besser.
[itunesButton]Dune Rats bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Dune Rats bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere While She Sleeps Konzertfotos der Tour 2015 aus der Essigfabrik in Köln am 02.04.2015.
[itunesButton]While She Sleeps bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]While She Sleeps bei Amazon[/amazonButton]
While She Sleeps in der Essigfabrik Köln
An diesem wunderbar lauen Gründonnerstag ist der einzige Wehrmutstropfen, dass es auf der Arbeit mal wieder länger dauert und man deshalb leider nicht die Auftritte von Underoath und Hundreth sehen kann. So landet man gegen 21 Uhr im beschaulichen Köln-Deutz und macht sich auf den Weg in die Essigfabrik, wo man gleich stürmisch durch die Cancer Bats begrüßt wird. So kann man einen Vorfeiertag doch beginnen. Zehn Minuten sind dann aber leider auch alles was man noch erleben darf. Danke Arbeit, ich mag dich auch. Gegen viertel vor zehn ist es dann soweit: Die fünf aus Sheffield stammenden Metalcorer von While She Sleeps betreten die Bühne und sind bereit, die Essigfabrik von Grund auf auseinander zu nehmen.
Sänger Lawrence Taylor schnappt sich das Mikrofon und lässt erkennen, dass seine Stimmbandentzündung keine bleibenden Spuren hinterlassen hat. „False Freedom“ geleitet die fünf durch die ersten Konzertminuten und zeigt gleich mal, welche Power hinter dieser Band steckt. Am Ende des Songs fliegt Taylors Mikrofon in Richtung Bassdrum und beendet mit einem Knall diesen furiosen Auftakt. Eine Windmaschine lässt das riesengroße, als Flagge gestaltete, Albumcover des neuen Werks „Brainwashed“ auf der Bühne wehen. Mit „Seven Hills“ hagelt es den nächsten Klassiker an diesem Abend. Ihre Hymne an den alten Proberaum in Sheffield wird wie immer bestens präsentiert und regt die ganze Essigfabrik zum mitsingen an. Auch Taylors Helikopter darf nicht fehlen, und so fliegen die Haare in schnellen, gleichmäßigen Bewegungen im Kreis. Neue Lieder werden natürlich auch gespielt. Und die kommen beim Kölner Publikum gut an. „Our Legacy“ und „Brainwashed“ fungieren hierbei als absolut steil gehende Bretter, während „Kangaezu Ni“, ein Interlude auf dem Klavier, einem fast die Tränen in die Augen treibt. Nebenbei sei erwähnt, dass While She Sleeps nicht viel Zeit damit verbringen, überflüssig lange Anekdoten ans Volk zu bringen, sondern vielmehr zeigen möchten warum sie seit Jahren so erfolgreich sind; und das ist nun mal die mehr als gelungene Musik. Einige Höhepunkte des Abends sind sicherlich „Our Courage, Our Cancer“, „This Is The Six“ und „Four Walls“. Einen ganz besonderen Leckerbissen servieren die Sheffielder mit „Crows“, welcher auf ihrer ersten EP zu hören war und somit jeden hart gesottenen While She Sleeps Fan überglücklich macht. Nach einigen Songs ist das Set dann auch vorbei. Lawrence Taylor und seine Kollegen bedanken sich beim Publikum und verlassen die Bühne. Und dann geht auch schon das Licht an und die freundlichen Herren mit den gelben Jacken befördern die Menge mit Absperrband zum Ausgang. Keine Zugabe, aber ein, wieder mal, mehr als gelungenes Konzert der Briten.
[itunesButton]While She Sleeps bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]While She Sleeps bei Amazon[/amazonButton]
Her gibts es unsere Cancer Bats Konzertfotos der Tour 2015 aus der Essigfabrik in Köln am 02.04.2015.
[itunesButton]Cancer Bats bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Cancer Bats bei Amazon[/amazonButton]
Hier gibt es unsere Konzertfotos von Olli Schulz der Feelings aus der Asche Tour 2015 aus der Live Music Hall in Köln am 30.03.2015.
[itunesButton]Olli Schulz bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Olli Schulz bei Amazon[/amazonButton]
„…like Diamonds in the sky. Shine bright like a Diamond…“. Richtig gedacht. Man befindet sich an diesem kalten Samstagabend im beschaulichen Köln-Mühlheim und Any Given Day hauen ein Rihanna-Cover von Diamonds ins E-Werk. 30 Minuten Vollgas, anders sind die fünf nicht zu beschreiben. Die zweite Band des Abends kommt mit Songs wie „Der kleine Vampir“, „Alle meine Entchen“ und „Der Tag an dem die Welt unterging“ um die Ecke. We Butter The Bread With Butter heizen dem ausverkauften E-Werk richtig ein und liefern wie gewohnt eine mit Energie bepackte Show ab.
Man beobachtet an der Bar nun einen jungen Mann, der sich auf den Tresen setzt und anfängt mit den Armen zu raven was daran liegt, dass er eine Aufgabe des allseits beliebten Spiels „Wenn ich du wäre“ zu erfüllen hat. Nein, es ist keiner der beiden Trashvirtuosen Joko Winterscheidt oder Klaas Heufer-Umlauf. Allerdings passen die Bewegungen gut zum Takt der Musik, denn es wird dunkel und ein saftiges Elektrointro ertönt. Ein riesengroßer Hase, das lebendig gewordene Crystals-Cover, entert die Stage und heizt der Menge ein. Es ist so weit: Eskimo Callboy betreten die Bühne, ein Konfettiregen begrüßt die Domstädter, und mit „Pitch Blease“ vom neuen Album „Crystals“ geht es direkt mal richtig los. „Hallo Köln! Wir waren viel zu lange nicht mehr hier!“ ist die Begrüßung des Ruhrpottquintetts. Nebenbei merkt Sushii an, dass dies die größte Show ist, die Eskimo Callboy je gespielt haben. Auch die Bühnenaufmache lässt darauf schließen. Lichter, die über den Drums in einem Halbkreis aufgebaut sind, riesige Neondiamanten auf zwei Bassdrums und Nebelfontänen sind schon etwas anderes als 15 Uhr Auftritte beim Umsonst und Draußen Festival in Veltheim. Nach wie vor steht Eskimo Callboys Gitarrist im Zebrakostüm auf der Bühne. Die Stimmung ist wie gewohnt vorbildlich. Eskimo Callboy Fans wissen wie man feiert. „We Are The Mess“ verlangt der Menge einiges ab. Man beobachtet, wie sich ein Fan zum Surfbrett umfunktioniert und seinen Freund auf ihm den Ritt in der Menge wagen lässt. Herrliche Bilder. „Hey Ms. Dramaqueen“ und „Is Anyone Up“ sind Klassiker die auf keinem Eskimo Konzert fehlen dürfen. So auch nicht beim heutigen. Man merkt der Combo an, wie sehr sie diesen Abend in sich hineinsaugen und lässt sich von diesem Elan anstecken. Pogen, hüpfen, springen, lachen. All dies bietet eine Eskimo Callboy Show. „Best Day“ wird seinem Namen gerecht und vermittelt das Gefühl völliger Einheit in einem Kreis der kölschen Inuit.
Der Wechsel zu Universal macht sich auch in der Liveperformance von Eskimo Callboy bemerkbar, allerdings positiver als auf dem neuen Album. Mit deutlich mehr Power und fetteren Effekten wird man sich in Zukunft wohl definitiv anfreunden können.
[itunesButton]Eskimo Callboy bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Eskimo Callboy bei Amazon[/amazonButton]
Paul Rodgers hat die perfekte Rockstimme. Zugegeben – zu Queen hat das nicht so ganz gepasst. Aber im letzten Jahrtausend war er ja auch in ganz anderen Bands zuhause. Anfang der 70er waren das Free und ihr bis heute unvergessener Hit „All Right Now“. Dem folgte 1973 die Gründung der Bluesrock-Band Bad Company, der Rodgers bis 1980 angehörte. Die Alben kamen Schlag auf Schlag. 1974 gab es das selbstbetitelte Debüt, 1975 das Zweitwerk „Straight Shooter“.
Nun haben die britischen Rocker aus Westminster, London, die Original-Multitrack-Bänder ihrer ersten beiden Alben aus dem Archiv gehoben und fanden dabei unveröffentlichte Tracks und Studio-Mixe aus den Aufnahme-Sessions zu den Alben. Ein willkommener Anlass, die beiden Meisterwerke auf Grundlage der Originaltapes zum ersten Mal neu zu mastern und umfassende Deluxe Editions zu schaffen, die jeweils als Doppel-CD, Doppel-LP und zum Download erhältlich sind.
Sänger, Songwriter und Multi-Instrumentalist Paul Rodgers nahm das Debüt „Bad Company“ mit Gitarrist und Songwriter Mick Ralphs, Bassist Raymond Boz Burrell und Drummer Simon Kirke im November 1973 in Ronnie Lanes Mobile Studio in Hadley Grange auf, wo auch Led Zeppelin häufig anzutreffen waren. Als „Bad Company“ im darauf folgenden Jahr veröffentlicht wurde, schoss es während der ersten US-Tour der Band umgehend auf Platz 1 der US-Charts. Dank der darauf befindlichen Hits wie „Can’t Get Enough“, „Bad Company“, „Ready For Love“ und „Movin‘ On“ wurde es im Laufe der Zeit mit fünffachem Platin ausgezeichnet!
Die Bonusdisc der Deluxe Edition enthält satte 12 Tracks, unter denen sich acht bisher unveröffentlichte Aufnahmen befinden, etwa das Demo für die Ballade „The Way I Choose“, ein Take des Titelsongs „Bad Company“, das kurz vor der Albumaufnahme entstand, und eine Roh-Version von „Superstar Woman“. Rodgers nahm den Song erst 1983 für sein Soloalbum „Cut Loose“ final auf. Ebenfalls in der Deluxe Box: Der Single-Edit von „Can’t Get Enough“ und die B-Seiten „Little Miss Fortune“ und „Easy On My Soul“.
Das zweite Album „Straight Shooter“ erschien im April 1975 – fast genau 40 Jahre vor Veröffentlichung der Deluxe Edition. Das Album katapultierte sich mit Hit-Singles wie „Feel Like Makin‘ Love“ und „Good Lovin‘ Gone Bad“ sowie dem Radiohit „Shooting Star“ auf Platz 3 der US-Charts und wurde mit dreifachem Platin ausgezeichnet.
Außer der B-Seite „Whiskey Bottle“ blieben alle 14 Bonushits bis heute unveröffentlicht. Unter den frisch entdeckten Perlen findet man eine minimalistische Version von „Shooting Star“, einen Remix von „Good Lovin‘ Gone Bad“ mit alternativen Gitarren- und Vocal-Tracks sowie zwei bisher völlig unbekannten Songs: „See The Sunlight“ und „All Night Long“.
Die Deluxe Editionen sind sehr schön als Digipack aufgemacht und bieten jeweils ein informatives Booklet, zwar ohne Lyrics, aber mit viel Hintergrundmaterial. Die Alben sind wie geschaffen fürs nostalgische Stöbern im straighten Rock der 70er Jahre – an manchen Stellen vielleicht zu soft, aber mit wundervollen Gitarrenriffs und einem Händchen fürs korrekte Songwriting.
[itunesButton]Bad Company bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Bad Company bei Amazon[/amazonButton]
Wieder einmal haben sich The Prodigy für ihren neuen Release verdammt viel Zeit gelassen. „Invaders Must Die“ ist immerhin schon sechs Jahre alt. Zwischenzeitlich erschien zumindest ein Livealbum, das zeigte, dass die britischen Wunderkinder noch auf dem richtigen Weg sind. Schließlich waren die letzten beiden Alben zwar solide produziert, aber nicht das Gelbe vom Ei. Zu sperrig gelangten sie in die Gehörgänge – zwar sehr virtuos und ambitioniert eingespielt, aber live kaum umsetzbar. Damit verlor die Band eins ihrer wichtigsten Pfründe, das sie weit über die anderen Vertreter elektronischer Tanzmusik hinaus hob: nämlich die Stärke in der Liveperformance.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Das erste Album „Experience“ sorgte für eine feste Verankerung in der Raveszene und der Nachfolger „Music For The Jilted Generation“ nahm rockige Gitarrensounds mit ins Boot, so dass man auch die Festivalbühnen stürmen konnte. „Fat Of The Land“ war dann gar in 27 Ländern Spitzenreiter der Albumcharts. Um die Jahrtausendwende sah es aber überraschend nach dem Ende der Band aus, als Leeroy Thornhill seinen Ausstieg erklärte und auch Palmer mit einer Solosingle am Start war. Selbst Flint versuchte sich an einem Soloprojekt, das aber nie veröffentlicht wurde.
Inzwischen hat man sich wieder gefangen und gerade „The Day Is My Enemy“ knüpft vor allem in den ersten beiden Dritteln ganz an die glanzvollen 90er Jahre an. Der Titeltrack ist so sehr The Prodigy, wie es nur sein kann, und führt die Band ohne Umwege in die Anfangstage zurück. Es gibt futuristisch verzerrte Dancetracks, die niemanden lange still sitzen lassen. „Destroy“ treibt die Dancefloor-Anleihen auf die Spitze, bevor dann „Rok-Weiler“ mit einem vielschichtigen Rhythmuskonzept die nötige Härte zurückbringt. Härte ist überhaupt das Stichwort. The Prodigy klingen aggressiv und energisch wie lange nicht mehr.
Erst zum Ende hin kehren sie mit orientalischen Sounds und dem ruhigen „Invisible Sun“ zu ihrer experimentellen Seite zurück. Das soll den Briten aber auch gegönnt sein. The Prodigy sind mit „The Day Is My Enemy“ auf einem guten Weg zurück zur alten Form. Der experimentelle Rahmen wurde auf ein Mindestmaß beschränkt und man orientiert sich an der eigenen Stärke. Daraus wurde kein zweites „Fat Of The Land“, aber ein kurzweiliges Album, das jedem gefallen dürfte, der den alten Prodigy-Stil mochte.
[itunesButton]The Prodigy bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]The Prodigy bei Amazon[/amazonButton]
https://www.youtube.com/watch?v=q5H1saXRB8w&feature=youtu.be
TV-Casting-Stars haben in Deutschland meist eine kurze Halbwertszeit. Dass man auf einem Erfolg im Fernsehen aber auch eine vernünftige musikalische Karriere aufbauen kann, hat Stefanie Heinzmann bewiesen. Die sympathische Schweizerin hat sich längst zu einer festen Größe im Musikgeschäft entwickelt und veröffentlicht aktuell bereits ihr viertes Studioalbum.
Mit „Chance of Rain“ geht Stefanie ihren eigenen musikalischen Weg konsequent weiter. An fast allen Titeln hat sie selbst mitgeschrieben und bietet inhaltlich und stilistisch eine große Bandbreite. Vom mitreißenden funky Opener „In The End“ über Soul-Balladen wie „On Fire“ und „Little Too Long“ bis zu Rocknummern wie „Devil On My Shoulder“ ist beinahe für jeden Geschmack was dabei. Allerdings beinhaltet das auch einige Popsongs wie „Closer To The Sun“ oder „Whats On Your Mind“, die sich kaum vom üblichen Mainstream abheben. Mit ihrer starken Stimme verleiht Stefanie aber selbst diesen Stücken Charakter.
Inhaltlich ist „Chance of Rain“ ein ziemlich positives Album geworden. Die meisten Songs enthalten eine optimistische Botschaft wie etwa das lebensfrohe „Glad To Be Alive“, oder ermutigen wie „Waterfall“ und der Titelsong dazu, Hindernisse zu überwinden. Mich berührt besonders das ruhige und sparsam arrangierte „Little Universe“, in dem Stefanie ihre zerbrechliche Seite zeigen darf. Und das entspannte und irgendwie zeitlose „Thank You“ setzt einen schönen Schlusspunkt.
Das Booklet enthält eine ganze Reihe toller Fotos der Sängerin und alle Lyrics. Die künstlerische Gestaltung der Texte ist optisch reizvoll, erschwert aber leider oft die Lesbarkeit. Insgesamt überzeugt mich „Chance of Rain“ nicht so umfassend wie die bisherigen Alben von Stefanie Heinzmann. Dennoch präsentiert sie uns wieder jede Menge starker Songs, die das Zuhören definitiv lohnen.
[itunesButton]Stefanie Heinzmann bei iTunes[/itunesButton]
[amazonButton]Stefanie Heinzmann bei Amazon[/amazonButton]