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Giovanni Zarrella 17.07.2026 Amphitheater / Trier

Italienische Lebensfreunde in Triero – Giovanni Zarrella im Amphitheater

Die Stimmung war vom ersten Moment an großartig, als Giovanni Zarrella seine Show im Amphitheater Trier startete. Eigentlich gab es Sitzplätze im vorderen Bereich, doch bei fast jedem Song stand die Menge geschlossen auf und feierte eine italienische Party. Der Sänger und Entertainer hatte ordentlich aufgefahren: neben der üblichen Band waren drei Bläserinnen und die Backgroundsängerinnen Celina & Nathalie am Start. Außerdem Giovannis jüngerer Bruder Stefano am Flügel. So schuf man eine schöne Soundkulisse, die durch eine zweistündige Show voller Emotionen trug.

Die aktuelle Tour steht unter dem Zeichen seines 25jährigen Bühnenjubiläums, auch wenn es solo mit seinem Album „La vita è bella“ erst im Jahr 2019 und der darauffolgenden Corona-Zeit so richtig los ging. Das ehemalige Mitglied der Castingband Bro’Sis ist inzwischen als Moderator und Entertainer bekannt und hat sich seit sieben Jahren der Idee gewidmet, bekannte deutsche Stücke in italienischen Versionen neu einzusingen, was enorm erfolgreich ist. So besteht die aktuelle Show aus italienischen Klassikern neben bekannten Melodien von Nena, Wolfgang Petry oder Münchner Freiheit.

Die Band startete mit dem Sound von „L’italiano“, dann kam Giovanni unter großem Jubel auf die Bühne und legte direkt los. „Ci Sarai“ heißt seine Version von Nenas „Irgendwie irgendwo irgendwann“. Damit das Publikum lauthals mitsingen kann, gibt es immer wieder eingestreute Textpassagen in deutscher Sprache. „La discoteca Italiana“ und „Fantastico“ lieferten einen feinen Sound im Stil der Italo Disco, bevor mit „Senza Te“ (Ohne dich) ein nostalgischer Song der Münchner Freiheit erklang.

Zarrella war sehr redselig und erzählte unter anderem vom nächsten Album „My Italian Songbook“, das er zunächst mit dem Jimmy Fontana-Song „Il Mondo“ vorstellte. Zu einer smarten Version von DJ Ötzis „Hey Baby“ gab es ein erstes Tänzchen im Publikum. So ging es munter durch die Musikgeschichte. Mit Enrico Caruso widmete Giovanni sich dem „ersten Popstar der Geschichte“ in der „ältesten Stadt Deutschlands“ und gab auch „‚O sole mio“ zum Besten.

Giovanni zeigte sich einfach grundsympathisch und musikalisch sehr vielseitig. Es gab italienische Evergreens und deutsche Hits in seinem neuen Gewand, eigene Stücke von „Universo“ oder dem kommenden Songbook-Album und tatsächlich auch einige Pop-Klassiker, mit denen Giovanni das Publikum beeindruckte. So lieferte er eine grandiose Version von Michael Jacksons „Billie Jean“, zu der er einen kleinen Jungen (Tommy) auf die Bühne holte, der mit ihm zusammen den Moonwalk aufführte. Eine grandiose Performace.

Zuvor hatte Zarrella über seine lange Karriere gesprochen, über die Zeit mit Bro’Sis und das Glück, das er nach dem Casting hatte. Schließlich wurde auch deren Hit „I Believe“ aufgeführt. Und er verglich sich mit Robbie Williams, den er stets bewundert hat, weil aus seinen Anfängen in einer Boyband eine Solokarriere erwuchs. Nach einer langen Ansprache zum Thema Liebe und der Kraft, an sich selbst zu glauben, folgte dann auch „Angels“ in romantischer Stimmung.

Zum brandneuen Titel „Che Sarà“ verteilte der Sänger Rosen im Publikum. Er erinnerte an die Nächstenliebe und schwärmte von der Gemeinschaft zwischen Gastarbeitern und Einheimischen, die er in jungen Jahren erlebt hat. Heute kaum mehr vorstellbar. Eine weitere Kindheitserinnerung war die Fahrt über den Brenner in die italienische Heimat – und das Publikum durfte Songs erraten, die dort im Radio gespielt wurden. So interpretierte die Band „Felicità“ von Al Bano und Romina Power sowie Umberto Tozzis „Ti amo“, bevor das erlösende „Sempre Sempre“ als letzter Song im regulären Konzert erklang.

Den Zugabenblock bildete Giovannis Version von Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ namens „Dammi“, wobei das nervige „Hölle Hölle Hölle“ durch ein feines „Bella Bella Bella“ ersetzt wurde. Und ganz zum Schluss die Ballade „Tornero“, die das Publikum in die lauwarme Sommernacht entließ. Ein stimmungsvolles Konzert, bei dem man viel Persönliches über den smarten Künstler erfahren konnte.

(Alle Fotos auf dieser Seite: Simon Engelbert)

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