Es war ein Wechselbad der Gefühle am Donnerstagabend beim Open Air am E-Werk in Saarbrücken. Die deutschen Kult-Rap-Rocker von SDP hatten ihr Kommen angesagt, doch es gab auch ordentliche Wetterkapriolen. Ich war recht spät an und konnte gegen 20.15 Uhr mitten im ordentlichen Regenschauer zunächst einmal beobachten, wie mir tausende Fans entgegen kamen und zu ihren Autos stürmten. Abbruch? Das wäre schade. Die Kommunikation der Veranstalter von Saarevent war aber vorbildlich und ich konnte in den sozialen Medien lesen, dass man das Konzert aus Sicherheitsgründen während den Supports unterbrochen und das Gelände geräumt hatte. Alle sollten sich in ihre Fahrzeuge begeben oder einen Unterstand wählen – auf dem weiträumigen Gelände zum Glück kein Problem. Nach Durchzug des Unwetters würde das Konzert vermutlich gegen 21 Uhr fortgesetzt.
Und so kam es auch! Petrus hatte ein Einsehen. Nach Gewitter und Starkregen kam eine halbe Stunde später die Sonne wieder durch und alle durften zurück auf den Platz. Um das möglichst schnell abzuwickeln waren die erneute Kontrollen am Einlass nicht mehr so streng. Alles sehr gut organisiert. Der Platz war im hinteren Bereich asphaltiert und im vorderen Bereich weniger matschig als befürchtet. Fast pünktlich um 21.05 Uhr trafen Vincent und Dag also nach dem Fallen des Vorhangs auf ein bestens gelauntes Publikum in Feierlaune.
Mit dem Bandlogo in großen Lettern im Hintergrund hatten SDP groß aufgefahren – mit Showtreppe, grandioser Band und Backgroundgesang. Von Beginn an gab es Festival Feeling auf dem nassen Gelände und die Stimmung blieb absolut stabil. Man hatte ja auch genügend Gimmicks dabei, zum Beispiel aufblasbare Riesenplanschtiere, die zu „Scheiße baut sich nicht von alleine“ durch die Fans trieben, während man auf der Bühne die 257ers zu Gast hatte. Den vielen Kindern auf dem Gelände gefiel die große Sause sichtlich und alle Generationen grölten Songs wie „Männer und Frauen“, „ADAC“ sowie „Ein Lied“ lauthals mit.
Noch andere Gäste waren am Start: Zu „Brenn!“, das im mittelalterlichen Gewand gespielt wurde, kam Alea von Saltatio Mortis auf die Bühne und bei „Mama hat gesagt“ spielte Esther Graf den Duett-Part. Während „Viva la Dealer“ und „Ne Leiche“ begaben sich Vincent und Dag in die Menge und erreichten eine vor den Bierständen errichtete großformatige Korone, wo man aus luftiger Höhe diese Titel performte. Dann gab es zur musikalischen und sexuellen Früherziehung „Liebe ist ein Hurensohn“ und auch SDPs textlich abgewandelte Version des PUR-Klassikers „Abenteuerland“.
Nach fast zwei Stunden endete das Konzert mit dem Malle-Hit „Die Nacht von Freitag auf Montag“ und alle kamen fast trockenen Fußes nach Hause. Trotz der zeitweise etwas widrigen Umstände hatte man eine schöne Partynacht gefeiert. Glückliche Gesichter rundherum waren der Dank an Band und Veranstalter.










