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Achim Reichel: Ich hab das Paradies gesehen – Bio eines bewegten Lebens

Achim Reichel  -  Ich hab das Paradies gesehen: Mein Leben  -  VÖ: 15.09.2020

Vor etwas mehr als 75 Jahren wurde Achim Reichel in der Nähe von Hamburg geboren. Seine Band The Rattles machte ihn im Zuge der Beatlemania weltberühmt, doch das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Unvergessen ist seine Performance als “Der Spieler” – und der Smashhit “Aloha heja he” bescherte ihm Anfang der 90er Jahre ein Comeback abseits jeder NDW Attitüde.

Fast 60 Jahre war Reichel auf den Bühnen der Welt zuhause. Und was macht man so im Pensionsalter? Auf einem Containerschiff reiste er nach Namibia und nutzte diese Auszeit, um sein Leben aufzuschreiben – von den Anfängen auf St. Pauli über die wilden Jahre on the road bis heute.

Seine Berichte über das wilde Leben in Hamburg sind sehr bunt und faszinierend. Dort ist er den Stones begegnet, den Beatles und Little Richard. Alleine das führt schon zu genügend witzigen und spannenden Anekdoten. Doch der Weltenbummler war auch in anderen Regionen unterwegs – Italien, Südostasien, Jamaika und New York, um nur einige Stationen zu nennen.

So gibt der wortgewandte und charismatische Spieler zugleich einen Einblick in die Musikhistorie, berichtet von den Begegnungen mit Größen wie Michael Jackson und Jan Fedder (um die Bandbreite mal möglichst groß zu halten), erzählt von seinen musikalischen Ideen und von den Hintergründen zu Songs sowie Alben. Seine Reiseanekdoten sind spannend und blumig erzählt. Die Biographie liest sich wie ein guter Roman in Ich-Form.

Im Mittelteil liefert der dicke Band eine feine Fotogalerie mit Privatfotos aus dem Familienalbum und von den großen Stationen seines Lebens. Die Geschichte endet mit seinem Auftritt in der Elbphilharmonie 2017. Wo Reichel nun das Paradies gesehen hat, spielt am Ende gar keine Rolle. Wichtig ist, dass er die Reise seines Lebens festgehalten und für die Fans auf Papier gebannt hat. So hält die Erinnerung den “jungen Wilden” am Leben – auch mit 76 Jährchen auf dem Buckel.