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Bodo Wartke bietet mit „Wandelmut“ Klavierkabarett auf höchstem Niveau

Bodo Wartke • Wandelmut
VÖ: 04.05.2020
8 von 9 Punkten

Bodo Wartke begeistert seit 25 Jahren mit seinem virtuosen Klavierspiel und seinen wortgewandten Texten und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Seine Lieder sind immer am Puls der Zeit sind, so auch bei seinem aktuellen Programm „Wandelmut“, das man derzeit leider hauptsächlich auf CD genießen kann.

Schon der Titel beweist nicht nur Bodos Talent für Wortspiele, sondern auch sein Gespür für Politik und Gesellschaft – denn hier wäre etwas mehr Mut für notwendigen Wandel und ein Umdenken in vielen Bereichen durchaus wünschenswert. Da spricht der Künstler mit Titeln wie „Hambacher Forst“, „Nicht in meinem Namen“ oder „Das Land, in dem ich leben will“ auch deutlich einige Missstände an und lässt den Humor mal außen vor.

Der kommt ansonsten auf dem Album aber keineswegs zu kurz. Schließlich ist Bodo auch ein Meister darin, den ganz normalen Alltagswahnsinn in Lieder zu fassen. „Sind Sie nicht…?“ befasst sich selbstironisch mit den Schattenseiten des Ruhmes und den Nachteilen, die es mit sich bringt, sowohl Harry Potter als auch Edward Snowden ähnlich zu sehen, und „1½ Minuten“ erklärt schlüssig, warum sich Bodos Lieder nicht fürs Fernsehen eignen. Eine ganz besondere Herausforderung ist „Der neue Job“ mit einem egoistischen kleinen Chef und nur mit Hilfe der fähigen Kollegin überhaupt zu schaffen.

Dieser neue Job als Vater hat Bodo noch zu weiteren Liedern inspiriert. „Pusten, Aua weg!“ ist eine wunderbare Träumerei darüber, mit väterlichen Superkräften nicht nur das eigene Kind, sondern die ganze Welt retten zu können, und in „Liederwandel“ erzählt er von einem ganz normalen Tag mir seinem Sohn und macht gleichzeitig eine musikalische Reise durch einige seiner beliebtesten Stücke. Und wo er dann schon mal bei sich selbst geklaut hat, macht er gleich noch bei Beethoven weiter und erfindet einen Text zu dessen Klassiker „Für Elise“.

Als Bonus gibt es mit „Insekten Pt. 1“ und „Insekten Pt. 2“ zwei Titel, bei den Bodo weitgehend auf Percussion statt auf Klavier setzt. Während er sich im ersten Teil heftig über die verschiedensten Plagegeister aus der Insektenwelt beschwert, wird im zweiten Teil ein Loblied auf Bienen, Hummeln und Co. gesungen.

Mit „Wandelmut“ ist Bodo Wartke also erneut ein vielseitiges und rundum überzeugendes Album gelungen – und es bleibt zu hoffen, dass man die neuen Lieder auch bald wieder live im Bühnenprogramm erleben darf!

Erhältlich direkt bei “Reimkultur” im Online-Shop:
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