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Death From Above 1979: Die Rückkehr des Dance Punk

Death From Above 1979   •  Is 4 Lovers
Veröffentlichungsdatum: 26.03.2021
Unsere Bewertung: 8 von 9 Punkten

Das Cover des vierten Albums von Death From Above 1979 ist so wundervoll Retro wie die Musik. Ein verschwommenes Bild in verblassten Farben. Zwei Liebende in Bademänteln und Socken in innigem Kuss. Das ist so kitschig, dass es zum wunderschönen Blickfang wird – und passt aber sowas von gar nicht zur treibenden, verzerrten, elektronischen Musik. Ein Album, das von Kontrasten lebt.

Im Jahr 2019 ließ sich das Duo auf ein kleines Band-Experiment ein: Sebastien Grainger und Jesse F. Keeler schlossen sich für mehrere Wochen in einem Keller mit einem einzigen Raum im Highland Park von Los Angeles ein – und förderten ein Album mit der bisher reinsten Destillation von Kraft, Präzision und ihrer nuancierter Persönlichkeit zu Tage. Das vierte Album wurde von den beiden komplett selbst geschrieben, aufgenommen, produziert und gemastert – und “Is 4 Lovers” war geboren.

Es erzählt die Geschichten des echten Lebens. “One + One ist ein Liebeslied“, kommentierte Grainger zum Beispiel den ersten Vorboten. “Meine Frau Eva wurde schwanger, als wir gerade die Arbeit daran begonnen hatten, und eine frühe Version kommentierte sie mit den Worten: Ich wünschte, dieses Stück wäre noch tanzbarer. Also ging ich zurück ins Studio und nahm einen neuen Schlagzeugpart dafür auf. Und während das Album immer konkretere Formen annahm, tanzte das Baby jeden Abend in Evas Bauch, wenn ich vom Studio wieder nach Hause kam – ich war noch nicht mal im Raum, da ging die Party auch schon los! One + One: Eins plus eins, das macht drei, die reinste Magie ist das!“

Die Aufzeichnung echter Momente funktioniert das ganze Album über – und die allumfassende Tanzbarkeit bleibt starke fünf Songs lang, bevor es mit “Totally Wiped Out” melodischer wird und ab “Glass Homes” auch mal ruhige und melancholische Klänge vorherrschen. Egal, ob die beiden Kanadier gekonnt auf ihre Instrumente hämmern, sich thematisch mit gesellschaftspolitischen Themen wie Polizeigewalt und falscher Männlichkeit beschäftigen oder sich zum Schluss der eigenen Nachdenklichkeit hingeben: Das Album schlägt in 31 Minuten knapper Länge voll ein und hinterlässt seinen Eindruck.