Vier Jahre nach dem fulminanten Neuanfang „Die Sonne ist ein Zwergstern“ erscheint wieder ein Album von Jupiter Jones, das in seiner Titelgebung an den grandiosen Wortwitz vergangener Tage erinnert.
Die Band aus der Eifel besteht vor allem aus Nicholas Müller und Sascha Eigner, wird aber von vielen Menschen unterstützt. Da wäre vor allem Andi Weizel vom Elektro-Pop-Duo Frida Gold zu nennen, der den elektronischen Sound ungemein verfeinert hat. Oder Anne de Wolff an der Violine. Und sogar ein Chor ist mit dabei, denn die Sänger*innen der Georg-August-Universität Göttingen bereichern „Wo die Liebe hinfällt“. Alle Songs wurden als Band eingespielt, mit den Menschen, mit denen Jupiter Jones diese Band sind. Entsprechend authentisch fühlt sich das Ergebnis an.
„Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes“ ist ein Album der alten Schule zwischen intelligentem Pop, Alternative Rock und Punk-Anleihen. Oft laut und schnell wie beim schrillen Opener „Champagnerempfang satt“. Es geht um Instagram-Beautystandards, den Blick in den Spiegel und den Parforceritt durch die XXS-Abteilung. Und am Ende steht die Erkenntnis, dass „normal“ ein absolut bescheuertes Wort für Menschen und ihre Körper ist.
„Neunkircher Wald“ widmet sich eindringlich der Kontaktaufnahme zu einer alten Bekanntschaft, „Älter als die Steine“ singt vom Ende der Kindheit, „Wo diese Liebe hinfällt (Krater)“ funktioniert als sehr eindrucksvoller Lovesong und in Kollaboration mit Finna und Lieser widmet sich „Euren Töchtern geht es gut“ den ungefragten Ratschlägen des Patriarchats.
Mit ihrem neuen Album zeigen Jupiter Jones, dass sie auch nach all den Jahren nichts von ihrer emotionalen Intensität verloren haben. Die Stücke verbinden eingängige Melodien mit nachdenklichen Texten, die zwischen Melancholie, Hoffnung und leiser Zuversicht pendeln. Nicis Stimme beherrscht die meisten Songs – und wirklich ruhig wird es selbst bei balladesken Themen nicht.
In gut 41 Minuten entfaltet sich ein grandioses neues Album, das auch live bestens ankommen wird. Davon bin ich überzeugt. Es ist ein Album, das weniger auf schnelle Effekte setzt als auf nachhaltige Wirkung. Zudem wirkt es wie aus einem Guss. Und trotz aller Gesellschaftskritik, Verzweiflung und Traurigkeit gibt der abschließende Song einen optimistischen Ausblick: „Immer noch (auf das Leben)“.
TOUR 2026
- 18.09.2026 Worpswede – Music Hall
- 19.09.2026 Köln – Kantine
- 20.09.2026 Oberhausen –E bertbad
- 23.09.2026 Münster – Sputnikhalle
- 24.09.2026 Karlsruhe – Substage
- 25.09.2026 Wiesbaden – Schlachthof
- 26.09.2026 Dresden – Beatpol
- 27.09.2026 Erlangen – E-Werk
- 29.09.2026 Hannover – Faust
- 30.09.2026 Leipzig – Täubchental
- 01.10.2026 Berlin – Heimathafen
- 02.10.2026 Rostock – Peter Weiss Haus
- 03.10.2026 Wolfsburg – Hallenbad
- 19.12.2026 Bitburg – Stadthalle













