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La Roux: “Supervision” – der Blick von oben

La Roux  •  Supervision
Veröffentlichungsdatum: 07.02.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Nach fünf Jahren Funkstille ist Elly Jackson alias La Roux wieder zurück im Geschäft. “International Woman of Leisure” war der erste Vorbote des neuen Albums “Supervision”, das am 7. Februar 2020 erschienen ist. Die Single ist Elly Jacksons gnadenloser Rundumschlag gegen den sorglosen Lifestyle privilegierter Männer sowie zugleich eine lebensbejahende Hymne für Selbstbestimmung. Und es ist ein Song wie ihn eben nur La Roux schreiben kann: von den ersten Tönen des unverkennbaren Falsettos, über die eingängige Hook bis hin zum glitzernden Video ist unmissverständlich klar, wer hinter den Reglern sitzt und Regie führt.

Entgegen des glamourös lautenden Titels entstand die Single ganz bodenständig in Ellys Küche im Londoner Stadtteil Brixton, wo sie alle Tracks des neuen Albums “Supervision” schrieb und produzierte, bevor sie ihnen mit Produzent Dan Carey im Studio den Feinschliff verlieh. Die zweite Single “Automatic Driver” beschreibt den Moment in einer Beziehung, an dem man realisiert, das die Beziehung zu Ende ist und die Katharsis, die man erfährt, wenn man schlussendlich ehrlich zueinander ist. “Im Song geht es darum herauszufinden, wer in der Beziehung auf Autopilot umgeschaltet hat und in unserem Fall stellte sich heraus, das es beide waren” , sagt Elly dazu.

Auch zu “Gullible Foul” gibt es eine Geschichte: “Es beschreibt das Gefühl, zu viel Vertrauen zu haben und mit der Annahme zu leben, dass es dich schützen müsse, wenn man immer nett zu Menschen ist. Ich denke, es kommt ein Tag in jedem Leben, an dem man merkt, dass Menschen nicht vertrauenswürdig sind, sondern, dass feste Grenzen notwendig sind. Und manchmal kann diese Erkenntnis eine Traurigkeit mit sich bringen.”

Dass La Roux schon immer eine Affinität zum Subversiven hatte, macht ein Blick auf ihre eindrucksvolle Biografie klar. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum und Hits wie “Bulletproof” und “In For The Kill” schoss sie weltweit nicht nur an die Spitze der Charts, sondern definierte Popmusik quasi im Alleingang neu. Es folgten Kollaborationen mit Kanye West, Major Lazer und Skream und das von Kritikern gefeierte Album “Trouble In Paradise”, ihr zweites UK Top 10 Album.

Nun, zehn Jahre nach ihrem Durchbruch, hört sich das Album immer noch nach La Roux an. Eine Neuerfindung ist es definitiv nicht – eher ein solides Album zwischen Dancefloor und Elektropop mit Anleihen an Soul und Funk. Inhaltlich sehr ausgereift, doch herausragende musikalische Highlights mache ich nicht aus. Schade.

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