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Lamb of God im Höhenflug – das selbst betitelte Album

Lamb of God  •  Lamb of God
Veröffentlichungsdatum: 19.06.2020
Unsere Bewertung: 8 von 9 Punkten

Es hätte das Jahr von Lamb of God werden sollen. Wenn eine Band sich nach zwanzig Jahren entscheidet, einem Album den Bandnamen zu geben, steht Großes ins Haus. Die Band aus Richmond, Virginia hat sich musikalisch gefunden – und sie sollte ursprünglich in 2020 die stärksten Festivals rocken. Ein Sommertraum, den Corona zunichte gemacht hat.

Aber zum Glück haben wir ja das Album. Und das hat es in sich – an Aggressivität, Groove und musikalischer Aussagekraft. Auf ihrem achten Studioalbum stellen die Hauptarchitekten der explosiven New Wave des amerikanischen Heavy Metal zehn Songs von unerbittlicher Macht zusammen, die jeden Aspekt dessen umfassen, was sie am besten können. Die Grammy-nominierten Titanen, die auf der ganzen Welt mit der gleichen Hingabe wie Slayer und Metallica geliebt werden, treten mit einem kompromisslosen neuen Testament in das neue Jahrzehnt ein.

Das erste Album der Band seit fast fünf Jahren ist eine kühne Erklärung ihrer Identität, von der belebenden dynamischen Hymne “Memento Mori” bis zum halsbrecherischen “On the Hook”. Randy Blythe ist so wütend wie immer. Die Gitarristen Mark Morton und Willie Adler setzen Riffs in die Welt, als würden sie es nie wieder tun, und versprühen dem Album einen Berg aus Thrash, Groove, Shred und reduzierter Aggression gleichermaßen, was mehr denn je zeigt, warum jeder sie für ihre Vielseitigkeit lobt.

Das Album ist sehr politisch und greift den amerikanischen Präsidenten an: “Make America hate again and bleed the sheep to sleep.” In “New Colossal Hate” klagt man: “der Schmelztiegel schmilzt.” Die Sucht-Epidemie ist ein weiteres Ziel des Zorns des Sängers. “Reality Bath” wirft einen unerschütterlichen Blick auf Massenerschießungen. Es geht um reale Dinge, sehr aktuelle Themen. Und die stets nach vorne treibende Attitüde und Anklage nehmen jeden Hörer mit.

“Lamb of God” ist ein sehr repräsentatives Album der Band. Das achte Studiowerk zeigt sie am Zenit ihres Schaffens. Ja, es war die richtige Entscheidung für den self-titel-Schritt. Und die Festivals werden hoffentlich im nächsten Jahr nachgeholt, wenn der Spuk vorbei ist.

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