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Maxim beschwört die grünen Papageien

Maxim  •  Grüne Papageien
Veröffentlichungsdatum: 14.08.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Irgendwie passt es, dass Maxims neues Album “Grüne Papageien” nun im August erscheint. Diese Melancholie eines schwülen Sommertages, die leichten und schweren Gedanken, die einem so kommen – sie prägen diese schönen, wahren, manchmal surrealen Lieder, die der Sänger, Songwriter und neuerdings auch Produzent da versammelt hat.

Der Kölner Musiker hat zuletzt an Max Herres “Athen” mitgeschrieben, doch nun wird es Zeit für das sechste eigene Album. Für ihn geht es auf “Grüne Papageien” vor allem um eine Selbstfindung nach eigenen Regeln. „Ich habe mich hingesetzt, mir ein kleines Studio ausgebaut und erstmal für mich rausgefunden: Was ist denn eine Art von Musikmachen, die mir Freude macht? Und das ist eben nicht das grobe Zusammenhauen am Laptop, sondern: Instrumente spielen.“ Und diese autarke Arbeitsweise scheint ihm gut zu tun. „Ich würde mal sagen: Wenn du ein Standard-Musikhörer bist, hast du vermutlich immer noch das Gefühl, dass es eher eine traurige Platte ist. Aber für mich ist es mit Abstand das Fröhlichste, das ich jemals gemacht habe, seitdem ich keinen Reggae mehr mache.“ Das kann man so unterschreiben – und die Fans seiner dunklen Stunden beruhigen: Auch für euch wird das Album noch ein bis zwei Abgründe aufmachen.

Die poppigen Songs mit optimistischer Grundhaltung wissen zu gefallen. Klar, sie sind eingängiger als Maxims wirklich große Songs der Vergangenheit – und alles in allem sehr Mainstream-tauglich. Dennoch (oder gerade deshalb) mag ich die sphärischen Songs mit Synthie-Einschlag sehr. Vielleicht weil sie Maxims smarte Stimme am besten zur Geltung bringen.

Und es ist nicht alles heile Welt, was Maxim hier zu berichten hat. “Die Asche von Claude” klingt sehr bedrückend mit der Geschichte von Maxims Großvater, der Pfarrer und Missbrauchstäter war. Ein erschreckender Titel, den man auf diesem sonst so locker-leichten Album nicht erwartet hätte und der wie ein Schlag ins Gesicht ankommt.

Trotz aller elektronischer Effekte wirkt das Album wie ein handgemachtes Songwriter-Werk. Und das ist Maxims große Stärke, die er hier auffährt. Egal ob er vom verliebten Trip nach “Marseille” erzählt oder von jemandem, der ihm in schwieriger Zeit zur Seite stand (“Alter Freund”): Maxim bleibt authentisch und geht seinen Weg. Gut so!

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