Bibi und Tina – die Musical Show in der Arena Trier

Photo credit: Kai Heimberg
DATUM» 05.01.2017
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Seit März 2014 reitet die Filmreihe „Bibi und Tina“ von Erfolg zu Erfolg. Regisseur Detlev Buck hat sich damit zweier Figuren angenommen, die bereits Generationen von Kindern durch ihre ersten beiden Lebensjahrzehnte begleitet haben. Bibi Blocksberg gibt es als Hörspielreihe seit 1980. Die Bücher und Zeichentrickfilme dürften sich ebenfalls in den meisten Haushalten finden. Bibis Freundin Tina trat erstmals in der Folge „Der Reiterhof“ auf – und damit hatte man endgültig den Nerv aller Mädels getroffen. Die altbekannte kleine Hexe mit weltbester Freundin inmitten von Pferden. Da öffnen sich die weiblichen Herzen ganz automatisch. Seit 1991 gibt es „Bibi und Tina“ als eigenständige Nebenreihe und mit den Kinofilmen hat das Zweiergespann der Solo-Bibi endgültig den Rang abgelaufen.

Das liegt nicht nur an den jugendgemäßen Themen, sondern auch an den sehr aufwändig produzierten Soundtracks, die jeweils zu Chartstürmern wurden. Kein geringerer als Peter Plate (Rosenstolz) hatte zusammen mit Ulf Leo Sommer und Daniel Faust die Musik zu den Filmen geschrieben. Ein Trio, das bereits Sarah Conner mit ihrem deutschen Album auf Platz 1 der Charts hievte. Die Songwriter haben ein solch glückliches Händchen, dass auch der Soundtrack zum dritten „Bibi und Tina“ Film „Mädchen gegen Jungs“ die Chartspitze eroberte.

Was lag also näher, als die beliebten Songs auch auf die Bühne zu bringen? Anfang 2016 entstand die Idee, ein Musical zu den Filmen zu konzipieren. Sommer und Plate erarbeiteten das Drehbuch zu „Bibi und Tina – die große Show“ und betteten in Zusammenarbeit mit Daniel Faust die Musik aus den Filmen ein. Das Musical feierte am 26. Dezember 2016 in Hannover Premiere und ging gleich auf große Deutschlandtour. Am 5. Januar 2017 fand sich ein jubelnde Masse an Mädchen, Müttern und Omas gemeinsam mit einigen wenigen männlichen Wesen (ja – auch einige kleine Jungs wollten oder mussten mit) in der Arena Trier ein, um ihre Lieblingsstars hautnah und live zu erleben.

Man muss erst einmal eine passende Idee haben, um die Titel aus drei Filmen in eine neue, bühnenreife Handlung zu betten und sie einem durchaus kritischen Publikum mit einfachen Handlungsmomenten und dennoch sinnvoll zu präsentieren. Für das Bühnengeschehen der „großen Show“ nahm man sich die gängigen Castingformate zum Vorbild: Die bekannten Charaktere aus den Filmen (Bibi, Tina, Alex, Holger, Sophia, Frau Martin, Graf Falko von Falkenstein und selbst der zwielichtige Hans Kakmann) werden Teil einer Show, die ihren Gewinner zum internationalen Wettbewerb nach Schweden schicken will.

Susanne Martin und Graf Falko sind das Moderatorenduo, die Gegenspieler Sophia und Kakmann machen jeweils ihr eigenes Ding, die vier übrigen Protagonisten bilden das Quartett „Vier gewinnt“. Nachdem die Konstellationen klar sind, gibt es Song um Song. Und alles wird ziemlich einleuchtend in die Handlung eingebettet, sodass sich auch das intelligente Publikum nicht anhand einer lustlosen Aneinanderreihung von Hits verarscht vorkommen muss. Nein – hier passt textlich alles. Egal, ob die Rahmenhandlung musikalisch interpretiert wird oder die Darsteller ihre Rolle charakterisieren.

Als Darsteller treten übrigens nicht die Schauspieler der Filme in Erscheinung, sondern eine neu gecastete Musical-Crew. Alle machen ihre Sache sehr gut. Vor allem Eve Rades als Bibi will ich hervorheben, die mit jugendlichem Elan über die Bühne fegt und der auch das berühmte „hex, hex“ gut über die Lippen kommt. Friedrich Rau gibt den Holger als energischen Gitarristen, der die Band musikalisch zusammenhält. Thomas Schumann spielt den wandlungsfähigen Kakmann ebenso ambitioniert wie Katharina Beatrice Hierl die ehrgeizige Sophia mit ihrer schrillen Cheerleadertruppe. Allein Vera Weichel als Tina bleibt etwas blass und kann sich gegen den Wirbelwind Bibi kaum durchsetzen. Aber das mag auch Teil ihrer Rolle sein, da sie die Sängerin mit Lampenfieber darstellt und zu den Twists im Showablauf beiträgt.

Für die Mitsing-Generation an jungen Mädels gibt es jedenfalls Hit um Hit: Natürlich den Titelsong aller Filme, das „Bibi und Tina Lied“. Dann „Ordinary Girl“ von Sophia, „Mädchen auf dem Pferd“ von Holger und Kakmanns „Ich will mehr“. Aus dem neuen Film stammen „Mädchen gegen Jungs“, „Feuer, Feuer!“, „Omm“ und das melancholische „Happy End“.

„98 Prozent“ interpretiert der wichtigste neue Charakter der Show: die ehemalige Casting-Queen Anni-Fried aus Stockholm, sehr schrill und herrlich extravagant gespielt von Nina Janke. Auch die großartige Liveband sollte man nicht unerwähnt lassen, die der Produktion den nötigen Drive mitgibt. Alles in allem ist das bunte Spektakel sehr gelungen. In Trier kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten und man konnte jederzeit leuchtende Augen sehen, während die kleinen Münder begeistert alle Songs mitsangen.

Während die Kinder eine Geschichte von Zusammenhalt und Treue sehen, dabei erkennen, wie aus Rivalität eine dicke Freundschaft wird und wie man gemeinsam Lampenfieber überwindet, bekommen die Erwachsenen einen durchaus satirischen Einblick in den Casting-Wahnsinn und das Drumherum einer großen Fernsehproduktion.

Der Hit des Abends war „Up, up, up (Nobody’s perfect)” als vom Publikum gewählter Siegertitel der Band Vier gewinnt. Und auch wenn es einige Tiefs zu überwinden gab, bis das Happy End endlich stattfand: Am Ende feierte die Arena mit stehenden Ovationen die 25 Ensemblemitglieder, es gab nicht enden wollende Zugaberufe und gemeinsam mit allen Anwesenden zelebrierte man den „Up, up, up“-Song inklusive Choreographie ein zweites Mal. Viele kleine Mädels (darunter meine neunjährige Tochter), die hier vermutlich ihre Weihnachtsgeschenke eingelöst hatten, gingen nach der netto zweistündigen Show zufrieden nach Hause. Was will man mehr?

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Letzte Aktualisierung am 20.08.2017 um 10:32 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API