Fury In The Slaughterhouse – live und akustisch in Neunkirchen

Neuer Bericht 2017: Fury In The Slaughterhouse - 18.11.2017 - Gebläsehalle - Neunkirchen

Photo credit: Rainer Keuenhof, Tonhalle Düsseldorf (4.11.17)
DATUM» 18.11.2017
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Schon das dritte Fury-Konzert innerhalb eines Jahres. Wer hätte gedacht, dass ich das nochmal erleben darf? Im Vergleich zu den beiden Open Airs vor der Porta Nigra Trier war es im saarländischen Neunkirchen sehr heimelig. Die Gebläsehalle war bestuhlt und ausverkauft. Und was Fury In The Slaughterhouse angeht: Sie scheinen die Lust am gemeinsamen Musizieren wieder gefunden zu haben. Das Lustprinzip ist seit Gründung in 1987 der Kompass der Band, deren Geschichte von reichlich Herzblut und Intuition geprägt ist. Getreu diesem Prinzip können Fury In The Slaughterhouse in diesem Jahr, zum 30. Bandjubiläum, aus dem Vollen schöpfen.

Ende April wurde im Hamburger Grünspan das Akustik-Album „Little Big World“ aufgezeichnet, mit dem sich für die Band ein Kreis schließt. Fury In The Slaughterhouse verbinden bestes musikalisches Handwerk mit emotionaler Tiefe in ausgewählten Songs, die für dieses einmalige Konzerterlebnis eigens von Jan Löchel neu arrangiert wurden. „Die Akustik-Tour zum 30. Geburtstag ist ein Geschenk an unsere Fans und an uns selbst“, erklärt Thorsten Wingenfelder. „Ein Akustik-Set wie das, was wir auf der Little Big World Tour spielen wollen, hält unsere Band-Seele jung und lebendig. Im Endeffekt zeichnet unsere Band vor allem die Vielseitigkeit der einzelnen Mitstreiter aus. Deshalb darf das Spontane regieren und ein Drittel des vorher Geprobten klingt plötzlich ganz anders.“

Das Bühnenbild war recht breit aufgestellt. Kein Wunder, denn neben der klassischen Bandbesetzung gab es die Multi-Instrumentalistin Anne de Wolff, die anscheinend alle Blas- und Streichinstrumente dieses Universums beherrscht und selbst am Glockenspiel glänzte. An (für Fury) ungewöhnlichen Instrumenten waren auch ein Kontrabass und eine Steel Guitar am Start. So konnte man die Band mit ungewöhnlichen Arrangements zu ihren altbekannten Hits hören und auch einige Songs aus dem Backkatalog live erleben, die Fury sonst nicht so häufig auf ihren Konzerten spielen und gespielt haben.

Kai und Thorsten Wingenfelder spielten fast den kompletten Set im Sitzen, brachten aber die Zuschauer immer wieder zum Aufstehen. Zum ersten mal (als „Thrombose-Prophylaxe“, wie sie es nannten) nach einer Konzertstunde während „When I’m Dead And Gone“. Danach wagten es die Saarländer häufiger, von den Stühlen aufzuspringen.

In der zweiten Konzerthälfte gab es vermehrt frisch arrangierten Klassiker, die oft mit sehr dezenten und gänzlich neuen Arrangements daher kamen. Verantwortlich ist dafür vor allem Jan Löchel, der inzwischen als musikalischer Leiter für die Band tätig ist. Er hat Titeln wie „Then She Said“, „Cry It Out“ und „Milk And Honey“ ganz neue Elemente mitgegeben. Und gefeiert wurde natürlich auch. Vor allem bei „Won’t Forget These Days“ oder dem The Cure Cover „Boys Don’t Cry“.

Es war ein ungewöhnliches Konzert und die Zuschauer werden den Zauber des Abends vermutlich noch lange mit sich tragen. Im Zugabenblock startete Christof Stein-Schneider traditionell mit „Time To Wonder“. Im Prinzip agierte er während des Konzerts ungewöhnlich zurückhaltend, wenn er auch mit orangem Anzug visuell der Paradiesvogel war. Mein persönliches Highlight „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ war herrlich atmosphärisch arrangiert und hätte gerne noch eine halbe Stunde dauern können. Doch zum Abschluss musste es dem AC/DC Cover „It’s A Long Way To The Top“ weichen – diesmal Malcolm Young gewidmet, dem Bandgründer, der just an diesem Tag gestorben war.

Das war nach 2 Stunden und 20 Minuten ein würdiger Abschluss für dieses denkwürdige Konzert. Fury im Sitzen ist vielleicht nicht Jedermanns Sache, aber man wird ja auch älter und die Zuschauer sorgten schon selbst dafür, dass das Sitzfleisch nicht wund wurde. Eigentlich gehen Fury jetzt nach einem unruhigen Jahr zurück in die wohlverdiente „Altersruhe“ (die Brüder Wingenfelder arbeiten schon am nächsten Duo-Album), doch wer das nächste Fury-Konzert gar nicht abwarten kann: Im September 2018 kann man mit Fury auf Schiffsreise gehen. Innovativ und rentnergeeignet zugleich.

Setlist Fury In The Slaughterhouse, 18.11.2017, Gebläsehalle Neunkirchen

  • My Little World
  • When God Goes Home
  • Words
  • Dancing in the Sunshine of the Dark
  • Last Order
  • Bar Des Boulistes
  • Every Generation Got Its Own Disease
  • Then She Said
  • Things Like This
  • Protection – Fisher Z Cover
  • When I’m Dead and Gone – Mc Guinness Flint Cover
  • Dance on the Frontline
  • Radio Orchid
  • Cry It Out
  • In Your Room
  • 30 (It’s Not Easy)
  • Seconds to Fall
  • Boys Don’t Cry – The Cure Cover
  • Won’t Forget These Days
  • Down There

Zugaben:

  • Milk and Honey
  • Time to Wonder
  • Trapped Today, Trapped Tomorrow
  • It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll) – AC/DC Cover

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Letzte Aktualisierung am 13.12.2017 um 10:21 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API