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Depeche Mode "Playing the Angel - the Singles"

Unsere Wertung: 8 von 9 Punkten.

Der Engel auf dem dunklen Stern

Gerade die 80er Jahre waren eine wundervolle Zeit, als man sich seine Lieblingssongs in sogenannten Maxi-Versionen zu Gemüte führen konnte. In der Neuen Deutschen Welle wurde das exorbitant exerziert, Falco war ein Paradebeispiel für fein ausarrangierte Extended Versions und natürlich Bands wie Frankie Goes to Hollywood. Gerade die ausgedehnten Elektronikparts, die damals in die Musik Einzug hielten, erleichterten das Ganze ungemein. In Diskotheken wurden die Langversionen genutzt, um Tänzer länger auf der Tanzfläche zu halten, zudem schwärmten die DJs von der enormen Dynamik und Klangqualität, die man mit den 12″-Singles im LP-Format erreichen konnte. Mit dem Aufkommen von CDs und der Technomusik in den 90ern (die sich ohnehin nicht an Längenvorgaben hielt) war auch das Ende der Maxiversionen gekommen. Man nannte sie nun Remixe, meinte damit aber oft nicht ausgedehnte, sondern komplett neue Abmischungen.

Bands wie Depeche Mode waren von neuen Trends gerne mal unbeeindruckt und hielten weiter am Release ordentlicher Maxiversionen fest. Und diese sind auch in der Neuauflage wie geschaffen für den umtriebigen Vinylsammler, der seine Regale füllen und in Erinnerungen schwelgen will.

In der chronologisch korrekten Reihenfolge veröffentlichte Sony Music Entertainment die ersten beiden Box-Sets der 12″ Singles-Serie von Depeche Mode im August 2018: “Speak & Spell | The Singles” und “A Broken Frame | The Singles”. Im Dezember 2018 folgten die Alben “Construction Time Again | The 12″ Singles” und “Some Great Reward | The 12″ Singles”. Fortgesetzt wurde die Reihe Ende Mai 2019 mit “Black Celebration | The 12″ Singles” und “Music For The Masses | The 12″ Singles” sowie im Juli 2020 mit “Violator | The 12″ Singles” und dann im Oktober desselben Jahres mit “Songs Of Faith and Devotion | The 12″ Singles”. Die beiden bislang letzten Box-Sets erschienen am 27. September 2021 mit “Ultra | The 12″ Singles” bzw. am 10. Juni 2022 mit “Exciter | The 12″ Singles”.

Jetzt ist die Reihe am 2005er Album “Playing The Angel”. Das gesamte Album ist recht düster gehalten und enthält pessimistische Texte. Das Zitat des Albumtitels stammt aus dem Song “The Darkest Star”. Alles in allem war es eine Rückkehr zur alten Stärke der Band. Weniger digitale Elemente, stattdessen analoge Sounds mit Verzerrern und Übersteuerungen.

Vier Stücke wurden als Singles ausgekoppelt und diese werden hier ausgiebig zelebriert: “Precious”, “A Pain That I’m Used To”, “Suffer Well” und die Doppel-A-Seite “John the Revelator / Lilian”. Dabei konnte man sich damals wie heute in unzähligen Mixes auslassen und jede Single wird hier mit zwei Vinylscheiben abgehandelt. Es gibt ausgedehnte und instrumentale Mixe, Dub-Versionen sowie Abmischungen von Künstlern wie M83 und Tiga. Wer tief in die Songs einsteigen will, bekommt hier die ideale Gelegenheit. Da dürfte noch mancher Fan seine Überraschung erleben.

Ein besonderes Schmankerl ist die Scheibe, die sich “The Darkest Star” widmet. Vor allem deshalb, weil dieser fantastische Song nie offiziell als Single ausgekoppelt wurde. So ist es um so schöner, dass sich zwei Abmischungen im Remix-Reigen finden. Und die zehnte Scheibe, die extra für diesen Release zusammengestellt wurde, liefert zehn Tracks mit B-Seiten und Singles, die seinerzeit verstreut auf verschiedenen Releases zu finden waren. Darunter “Free” (B-Seite von “Precious”), “Better Days” (B-Seite von “Suffer Well”), “Newborn” (B-Seite von “A Pain That I’m Used To”), diverse Single-Versionen für den Radiogebrauch und der mystisch-verspielte Goldfrapp-Remix von “A Pain That I’m Used To”.

Die edle Box enthält alle zehn Vinylscheiben in wertig aufgemachten Sleeves mit den originalen Cover-Artworks. Die Box ziert die von Anton Corbijn entworfene Figur des Mr. Feathers in neuem Design. Auf jeden Fall ein Hingucker – ebenso wie die komplette Box.

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Depeche Mode - Playing the Angel - the Singles
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Letzte Aktualisierung am 10.11.2022 um 06:24 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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