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Howard Carpendale: Der zweite Satz seiner Sinfonie

Howard Carpendale  •  Symphonie meines Lebens 2
Veröffentlichungsdatum: 23.10.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Vor einem Jahr hat Howard Carpendale seine größten Hits mittels des Royal Philharmonic Orchestra  London neu erzählt. Das orchestrale Gewand steht den bekannten Schlagerhits ausgesprochen gut. Kein Wunder also, dass die Sinfonie einen zweiten Satz bekommt. Wieder in der inzwischen eingespielten Konstellation, wieder – und als erster deutscher Künstler bereits zum zweiten Mal! – in den legendären Abbey Road Studios. Aufgrund der aktuellen Situation konnte die Arbeit an dem Album jedoch nicht gemeinsam vor Ort stattfinden, sondern in vielen spannenden Telefon-Diskussionen und übers Internet. Was das Ergebnis in keinster Weise beeinträchtig hat, im Gegenteil: Das bereits eingespielte Team hat erneut zwölf besondere Interpretationen erschaffen, völlig neue Blickwinkel auf vertraute Melodien, orchestrale Arrangements von großer Tiefe, fantastische Details und nostalgische Rückblicke. Es gibt einige der großen Lieder, Perlen, die es zu entdecken lohnt, sowie Howards ganz persönliche Wunschtitel.

Den Anfang macht der Evergreen „Dann geh doch“. Sehr gut umgesetzt: zunächst im Stil romantischer Filmmusik, später in orchestraler Fülle. Genauso geht es auch auf dem Album weiter mit verträumt-schön arrangierten Balladen („Da nahm er seine Gitarre“, „Du fängst den Wind“) oder auch opulenteren Versionen („Mit viel Herz“) die mit ebenso viel Liebe zum Detail dieses herrliche Gefühl stimmig in Musik umsetzen.

Den gerade in diesen unsicheren Zeiten so nötigen Optimismus versprühen „Durban, South Africa“ mit seiner puren Lebensfreude im stimmgewaltigen südafrikanischen Chor sowie „Das ist unsere Zeit“, das mit seiner mitreißenden Melodie daran erinnert, dass wir alle unsere Wünsche noch frei haben.

Zwischen allen kleinen, großen, epischen und nostalgischen Momenten finden sich auf „Symphonie meines Lebens 2“ zwei bemerkenswerte Duette. Diesmal mit Giovanni Zarella (mit rockigem Stakkato und italienischen Lyrics) und Kerstin Ott, die als neue Schlagerstars den Altmeister gekonnt unterstützen.

Mir hat schon das erste sinfonische Album in seiner Umsetzung sehr gut gefallen. Alles war sehr stimmig und mit virtuosen Arrangements versehen. Das setzt sich bei Teil 2 fort. So kann man die alten Schlager (und viele eher unbekannte Tracks) auf ganz neue Art genießen – entspannt und ohne aufgesetzten Discosound.